Streptokokken?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von danima 28.08.07 - 21:01 Uhr

Hallo!

War heute bei meiner Ärztin und die sagte mir das sie Streptokokken festgestellt hätten.
Nun meine Fragen:
Von was bekommt man die, oder woher kommen die?
Ist es gefährlich für meinen Kleinen?
Was ist wenn er sich während der Geburt damit ansteckt?

Danke

Daniela ET-13

Beitrag von hoerbi 28.08.07 - 21:07 Uhr

Hallo Daniela,
viel kann ich nicht dazu sagen. Ich habe heute auch einen Streptokokken Abstrich machen lassen. Negativ, gott sei Dank.
Woher die kommen, weiß ich nicht, aber ich weiß nur, daß es schon sehr gefährlich für das Baby sein kann, wenn es sich während der Geburt damit ansteckt. Ich kenne aus dem Bekanntenkreis ein Kind, das jetzt schwerst behindert ist deswegen. Ich fragte meinen FA, was mann jetzt tun würde, wenn das Ergebnis positiv wäre, da sagte er, sofort mit Antibiotika behandeln. Von meiner Freundin allerdings weiß ich, dass sie einen positiven Abstrich hatte und deren FA meinte, es reicht, wenn er es in den Mutterpaß notiert, und die im Krankenhaus erst bei der Geburt reagieren. Also mehr kann ich dir dazu nicht sagen, ich wünsch Euch auf jeden Fall alles Gute.
Liebe Grüße,
Angela

Beitrag von maren79 28.08.07 - 21:27 Uhr

Hi!

Du bekommst unter der Geburt Antibiotika, damit sich dein Krümel nicht infiziert. Das wars auch schon. Also keine Angst!

LG Maren & Bruno

www.unserbaby.de/bruno

Beitrag von bibi22 28.08.07 - 22:13 Uhr

Hi Daniela!

Ich hatte sie auch.
Da meine Geburt aber so schnell ging, konnten sie das Antiserum nur 1 mal spritzen. (alle 2 stunden sonst)

Meine Kleine bekam Streptokokken und ne harnwegsinfektion. Die noch nicht ausgebrochen war, aber mit antibiotika behandelt werden musste. Deshalb waren wir 8 Tage im KH.

lg bibi #blume

Beitrag von karbolmaeuschen 29.08.07 - 13:26 Uhr

Liebe Daniela!

Streptokokken sind kugelförmige Bakterien, die sich kettenförmig aneinander lagern. Sie besiedeln beim Menschen überwiegend die Schleimhäute. Im mütterlichen Genitaltrakt finden sich sogenannte beta-hämolysierende Streptokokken der serologischen Gruppe B, die während der Geburt auf das Kind übertragen werden können.

Erregernachweis erfolgt durch Abstrich vom Muttermund (Bakterienkultur)

Folgen:
Bei einigen Neugeborenen führt dies in den ersten Stunden bis Tagen nach der Geburt zu einer Erkrankung, die als „Frühe Form der Streptokokkeninfektion“ (Early Onset) bezeichnet wird.

Sie äußert sich als schwere Allgemeininfektion mit Lungenentzündung.
Der Krankheitsverlauf kann sehr dramatisch mit schwerer Schocksymptomatik einhergehen, wobei mit neurologischen Langzeitschäden gerechnet werden muss.

Die Mehrzahl der Betroffenen (ca. 80 %) sind reife Neugeborene. Ca.4 % der erkrankten Kinder sterben.


Beim Nachweis von B- Streptokokken wird der Schwangeren eine Antibiotikatherapie vom Wehenbeginn bzw. Blasensprung bis zur Entbindung vorgeschlagen.


Bei Frauen mit geplantem Kaiserschnitt (ohne Blasensprung und Wehentätigkeit) kann auf die antibiotische Prophylaxe verzichtet werden, dann befinden sich die Streptokokken aber weiterhin in der Scheide und können beim Verkehr oder in der Sauna übertragen werden.
Selbst nach einem Kaiserschnitt können die Streptokokken in die Gebärmutter aufsteigen und dort zu einer schweren Infektion der Geburtswunde führen. Diese Erkrankung wurde früher als Kindbettfieber bezeichnet, an dem so viele Frauen starben.
Deshalb sollte die Antibiotikatherapie in jedem Fall auch bei Kaiserschnitt durchgeführt werden!

Nach der Entbindung müssen unbehandelte Kinder mit Zeichen einer bakteriellen Infektion unabhängig von der mütterlichen Antibiotikagabe während der Geburt unverzüglich zur weiteren Diagnostik und Therapie in eine Kinderklinik verlegt werden.

Kinder ohne klinische Zeichen einer Infektion werden nach Antibiotikagabe der Mutter 72 Stunden lang engmaschig überwacht.


Nun zu Deinen Fragen:

<<Von was bekommt man die, oder woher kommen die? >>

B-Streptokokken sind Bakterien, die in der Regel keine Beschwerden verursachen und für die Schwangere selbst keine Gefahr darstellen. Ungefähr ein Drittel aller Erwachsenen beherbergen GBS. Sie können beim Verkehr oder in der Sauna (Tröpfcheninfektion) übertragen werden.
Deshalb muß Dein Partner immer mitbehandelt werden, da Du Dich ansonsten bei ihm wieder ansteckst.

Zehn bis 40 Prozent aller Schwangeren sind davon betroffen. Bei ihnen können die Streptokokken in der Vagina nachgewiesen werden. Die Bakterien verursachen im Allgemeinen keine Probleme, die Infizierten zeigen keine SymptomeDeshalb ist während der Schwangerschaft i. d. R. auch keine Behandlung erforderlich. Eine Gefährdung besteht jedoch für das Neugeborene.

<<Ist es gefährlich für meinen Kleinen? >>

Ja!
Ca.4 % der erkrankten Kinder sterben.
Eine Infektion tritt bei etwa 1 von 2000 der unbehandelten Neugeborenen auf, das sind 0,05%.
Bei behandelten Säuglingen liegt die Rate tiefer. Nur zum Vergleich, bei einer Fruchtwasseruntersuchung besteht ein Fehlgeburtsrisiko von 2%, und es werden trotzdem Fruchtwasseruntersuchungen gemacht.

<<Was ist wenn er sich während der Geburt damit ansteckt? >>

Dann wird Dein Kind unverzüglich zur weiteren Diagnostik und Therapie in eine Kinderklinik verlegt werden.


Sorry, ist etwas lang geworden, hoffe Dir alle Fragen ausreichend beantwortet zu haben.

Gruß Silke
exam. Krankenschwester

Beitrag von beybe 30.08.07 - 13:18 Uhr

Hallo Daniela!
Bitte melde Dich unter meiner Emailadresse: rudikath@web.de (auch über Visitenkarte). Habe heute die gleiche Diagnose bekommen und mache mir unendlich viele Gedanken.... wäre sehr an einem Austausch interessiert!
Grüsse von Beate