Hauskauf 100%-Finanzierung - wer hat Erfahrung?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von buttercup 29.08.07 - 22:57 Uhr

Hallo zusammen!

Mein Mann und ich wollen ein Haus kaufen, haben aber sehr wenig Eigenkapital und müßten es voll finanzieren lassen. Wer hat gute bzw. schlechte Erfahrungen mit solch einer Finanzierungsmethode gemacht und schildert sie mir? Wäre dankbar für jeden Rat oder Hinweis.

Gruß, Sandra

Beitrag von tamara900 29.08.07 - 23:51 Uhr

Liebe Sandra,

ich möchte dich bestimmt nicht desilusionieren, aber über ein paar Fakten solltet ihr euch auf alle Fälle Gedanken machen.

Da ihr - wie du schreibst - nur über geringe Rücklagen verfügt gehe ich davon aus, dass euer monatliches Einkommen nicht gerade überragend hoch ist. Hier stellt sich erstmal die Frage, ob sich überhaupt eine Bank findet, die euch das Haus finanzieren würde.
Sollte dies aber der Fall sein, so mußt du mit einer sehr langen Laufzeit rechnen, da anderenfalls die monatliche Rate zu hoch wäre. (Ich tippe da, je nach Höhe des Kaufpreises auf mindestens 25 Jahre Darlehenslaufzeit.)

Und nun kommt es auf einige Komponenten an, die kein Mensch bereits für 25 Jahre im Voraus planen, bzw. berücksichtigen kann.

1.) Könnt ihr eine Rate von (sagen wir mal) € 1.000,- jeden Monat aufbringen?

2.) Wenn dein Mann für einige Monate arbeitslos werden würde: Könntet ihr alleine durch die Arbeitslosenunterstützung und deinem Einkommen überleben und die Rate dennoch bezahlen? (Wenn nicht, ist das Haus weg!)

3.) Verfügst du über ein gesichertes Einkommen oder lebst du vom Kinderbetreuungsgeld, das ja irgendwann endet? Wenn ersteres zutrifft: Hast du bereits eine Arbeitsstelle in Aussicht, um zum Familieneinkommen mit Sicherheit beitragen zu können?

4.) Was, wenn die Ehe nicht halten sollte? (Natürlich wünsche ich dir das von Herzen, aber wer kann schon in die Zukunft sehen?) Wer bekommt dann das Haus mit all seinen finanziellen Verpflichtungen? Wer von euch beiden kann es alleine weiter bezahlen? Wenn ihr beide dazu nicht in der Lage sein solltet, wird das Haus zwangsversteigert und der Gewinn wird zur Abdeckung des Darlehns rangezogen. Möglicherweise reicht das aber nicht mal und ihr könnt jahrelang Schulden abbezahlen für ein Haus, in dem ihr nicht mal mehr wohnt.

Das sind jetzt nur mal ein paar Denkanstöße, die dir hoffentlich weiter helfen.
Meine persönliche Meinung zu dem Thema ist: Finger weg!!! Das ist so ein typischer Fall bei dem man leicht in die Schuldenfalle gerät und dann nicht mehr rauskommt.

Besser wäre es noch eine Weile zu sparen und mindestens (!) 1/3 des Kaufpreises als Rücklage zur Seite zu legen. Erst dann macht ein Hauskauf Sinn. Alles andere ist finanzieller Selbstmord.

Ich wünsche dir alles Liebe und noch eine gute Nacht!

Tamara900

Beitrag von buttercup 30.08.07 - 00:01 Uhr

Es ist ja sehr nett, daß Du ehrlich bist, allerdings kennst Du unsere finanziellen Möglichkeiten wirklich nicht, um so hart über uns zu urteilen. Mein Mann ist Beamter, was ihm seinen Job lebenslang sichert und wir haben zusammen ein monatliches Einkommen von etwa 3000 Euro. Daß wir nichts großartig gespart haben liegt an der Tatsache, daß wir eigentlich bei den Schwiegereltern wohnen bleiben wollten, was aber in einer mittleren Katastrophe endet, wenn wir nicht bald ausziehen.

Beitrag von tamara900 30.08.07 - 00:13 Uhr

Es tut mir leid, wenn du meine Antwort als hart erachtet hast, denn so war es nicht gemeint.
Ich meine nur, dass man grundsätzlich alle Eventualitäten in Betracht ziehen sollte, ehe man einen Kreditvertrag unterschreibt.
Meine Schwester beispielsweise hat einen Mann, der sehr gut verdient. Sie selbst verdient als Teilzeitkraft auch etwas dazu, so dass sie gut und gerne monatlich an die € 2.500,-- bis € 3.000,- zur Verfügung haben. (Je nach Auftragslage)
Die beiden haben genau das getan, was ihr plant: Mit null Startkapital ein Haus gekauft.
Nun sind sie immer wieder mal am kämpfen! Geht etwas kaputt gibt es keinen Vermieter, der das regelt. Da müssen sie selbst was dagegen tun. Bei Kleinigkeiten ist das ja okay, sollte aber das Dach einen Schaden haben...ujujuj. Verstehst du, was ich meine?
Es bleibt ja nicht rein bei den Kreditkosten, es kommen ja immer Dinge dazu, die man im Vorhinein nicht planen kann.

Wie gesagt, ich wollte dir wirklich nicht zu nahe treten, aber ich habe in der Vergangenheit bei einem großen Inkassobüro gearbeitet und unter anderem die Menschen betreut, die in Privatkonkurs gegangen sind. Das waren überwiegend nette, anständige Leute, die sich einfach zu optimistisch in die eine oder andere Situation begegeben haben und anschließend am Existenzminimum leben mußten.
Das sind meine Erfahrungen mit diesem Thema.

Beitrag von mabapri 30.08.07 - 14:05 Uhr

gut geschrieben. so ist es nun mal.
wir haben jetzt auch ein haus ohne ek gekauft. ohne ek. mit alen drum und dran haben wir 130000,- aufgenommen. wenn was am dach kaputt ist kann mein mann das auch.

aber wir haben wirklich alles berechnet was an kosten auf uns zu kommt.

gruß
marcella

Beitrag von sparrow1967 30.08.07 - 22:58 Uhr

>>wenn was am dach kaputt ist kann mein mann das auch.<<


Und das Material schnitzt ihr euch oder wie?

Also mancherleuts Einstellung versteh ich einfach nicht.
Wenn deine Waschmaschiene den Geist aufgibt- kann dein Mann das dann auch? Wenn dein Auto kaputtgeht- kann dein mann das dann auch?

Das sind nur Kleinigkeiten- aber die können einen mit der Zeit mächtig reinreißen.

Beitrag von mabapri 31.08.07 - 13:13 Uhr

das nichts umsonst ist weiß ich auch!
und ja mein mann mann kann die waschmaschine reparieren und das auto auch! ;-).
das ist alles richtig, wir haben es gemacht weil es das alte elternhaus meines mannes ist.
marcella

Beitrag von verzweifelte04 30.08.07 - 07:35 Uhr

hallo!

..ja, aber wenn ihr bei den schwiegereltern gewohnt habt, wieso habt ihr nicht immer ein bißl was zur seite getan????

..ihr müsst nen wirklich hohen lebensstandard haben - und ich kann mir vorstellen, dass es ned leicht ist, wenn man plötzlich auf 1000 euro oder sogar mehr verzichten muss...

hart gesagt: ihr habt es bis jetzt nicht geschafft etwas zu sparen, glaubt ihr, ihr schafft es in zukunft??

soll echt ned bös gemeint sein...

wieviel wollt ihr denn finanzieren?

lg
moni

Beitrag von sparrow1967 30.08.07 - 22:59 Uhr

Sie hat Denkanstöße gegeben und nicht über euch geurteilt #kratz

Man sollte froh sein, wenn einer einem solche Anstöße gibt...denn vor lauter Euphorie übersieht man manchmal die kleinen Stolpersteine.


sparrow

Beitrag von bipi168 30.08.07 - 00:13 Uhr

huhu,
bist du da?

Beitrag von porterhouse 30.08.07 - 00:05 Uhr

Hi Du,
es kommt meiner Mainung nach immer ein wenig auch auf den Kaufpreis an und natürlicu auf das, was Ihr erinstecken müsst. Wir z.B. haben ein Haus für 60.000 EURO gekauft (wenn Du in Süddeutschland wohnst, vergiss es!!!) und haben rund 30.000 reingesteckt. Hatten 15.000 EK. Sind soweit durch und fertig, nur noch ein paar Kleinigkeiten und Luxus (Garage, Balkon/Terrasse) fehlen. Zahlen monatlich rd. 450 EURO ab, das ist vergleichsweise wenig. Meine Freundin zahlt 1.200. Da wird es schon brenzliger wenn einer arbeitslos oder krank wird. Laufzeit: 20 Jahre. Lasst es Euch bei einer Bank mal durchrechnen. legt dabei ein haus zugrunde, welches Euren Wünschen entsprechen würde.
Viel Glück, porterhouse

Beitrag von jennylein19 30.08.07 - 13:12 Uhr

Hallöchen!

Würde mal gerne wissen bei welcher Bank ihr die Finanzierung machen lassen habt?!#kratz

Wir möchten uns nämlich auch ein Eigenheim zuglegen, dass fast genauso viel kosten würde, aber uns hat jeder erzählt, dass man locker 1000 eur monatlich abzahlen müsste. Das wäre für uns ein wenig zuviel ... da könnte man dann nichts mehr beiseite legen. Aber 450 eur hört sich ja nicht schlecht an. Wieviel zahlt ihr ungefähr mit Nebenkosten wenn ich mal fragen darf?

LG

Jenny + Joshua 18 Wochen

Beitrag von verzweifelte04 30.08.07 - 13:36 Uhr

hallo!

ich wollt mich auch mal kurz einklinken

ich zahl für 100.000 euro zwischen 450 und 500 euro monatl.

-- CHF Kredit endfällig auf 20 jahre..

lg
moni

Beitrag von nane75 30.08.07 - 09:26 Uhr

Hallo Sandra,
wir haben eine Haushälfte gekauft zu folgenden Konditionen :


Gesamtwert :130000.-€
Eigenkapital :13000.-€
zusätzlich EK für Nebenkosten Notar ect :7000.-€

Gesamtfinanzierung :117000.-€

Wir haben alles über BHW-Postbank finanziert,jeweils über Immokredit,die abgelöst werden durch Bausparverträge.
Haben über 10 bzw.20 J.finanziert.Garantierter Zins derzeit 4.75% ,nach 3 J.durch den Bausparvertrag auf 3.75%!
Monatl.Rate derzeit : 640.-Euro

Das würde die ortsübliche Miete auch kosten.
Unser montl.Nettoeinkommen liegt bei 2900.-€!

Beitrag von teufelchen67 30.08.07 - 10:27 Uhr

Hallo

ich habe weiter unten gelesen was ihr an Einkommen habt, und ich denke da klappt das auf jeden Fall mit, wir haben ein klein wenig weniger und selbst noch altschulden gehabt aber unser Haus finanziert bekommen inklusive reinnehmen der schulden, auch die Belastung ist für uns sehr gut tragbar, wenn ihr diesen Wunsch habt, würde ich es auf jedem Fall probieren.
Achso wir haben auch über 100 % finanziert.

lg Teufelchen

Beitrag von mabapri 30.08.07 - 14:08 Uhr

wir haben ohne ek finanziert. 130000,- füt haus von 180qm mit 1200 qm grundtück. nebenkosten und renovieren
gruß
marcella

Beitrag von schnulli2007 30.08.07 - 15:38 Uhr

Hi,

wir haben 160.000 Euro aufgenommen, das war auch der Kaufpreis für das Haus (schlüsselfertig) inklusive Grundstück. Alles, was an Notar- und sonstigen Gebühren kam, und die Sonderaustattungen (Küche, tapezieren, streichen, Carport, pflastern, höherwertige Materialien, etc.) haben wir selbst aufgebracht. Ich schätze, die Gesamtausgaben belaufen sich auf ca. 190.000 Euro. Wären also 30.000 EK, wobei die ja auch erst immer so nach und nach und in kleineren Beträgen fällig waren. Während der Bauzeit kann man ja auch noch weiter einiges ansparen!
Achso, wir bezahlen monatlich ca. 700 Euro.

Liebe Grüße

Birgit

Beitrag von buttercup 30.08.07 - 22:37 Uhr

Hi!

Mensch, 700 Euro für 160.000 ist aber ne günstige Rate. Bei welcher Bank habt Ihr finanziert?

Sandra