Sohn kriegt kaum noch einen Satz zustande :-(

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mamiluca2 02.09.08 - 22:06 Uhr

Hallo!

Mein Sohn (4) hat ganz starke Sprachprobleme, is auch entwicklungsverzögert.
Momentan ist er in der akuten Stotterphase und wiederholt die Wörter mehrmals bevor er den Satz zuende spricht bzw es versucht.
Es dauert wirklich mehrere Minuten, wenn er nur was (kurzes) erzählen möchnte.

Er geht einmal die Woche zu der Logopädin, und in den Kindergarten kommt bald eine integrative Kraft die ihn und 2 andere Kinder da betreut.

Ich fühle mich so hilflos, er tut mir fürchterlich leid und hat es sehr schwer. Kaum Spielfreunde etc.

Und ich könnte mich auch selbst in den Arsch treten.. Es ist einfach manchmal sehr schwer, ihm zu zuhören und ich habe immer Geduld aber es kommt oft vor, das ich für ihn den Satz beende, weil ich oft weiss was er sagen will. Und dann wird er immer böse und gleichzeitig traurig.

Mensch, ich weiss nich was ich noch machen soll. Renne ja ständig zum Kinderarzt, aber er sagt, Logopädie reicht erstmal, sonst wird er überfordert.

Hab das Gefühl es wird von Tag zu Tag schlimmer, ich als Mutter verstehe ihn schon zeitweise garnich und muss mehrmals nachfragen.

Bitte gebt mir etwas Trost, sitze hier und weine :-(

Beitrag von ulli1909 02.09.08 - 22:24 Uhr

Hallo,

fühl Dich #liebdrueck!!

Ich hätte grade mit weinen können als ich deinen Beitrag gelesen habe. Habe mir vorgestellt es wäre mein Kind und es tat mir so leid!!!

Halte durch es wird bestimmt bald besser! Und wenn Dein Kinderarzt meint er wäre sonst überfordert dann versuche ihn zu Hause so gut es geht zu unterstützen und zu fördern!!!

Ich fühle echt mit Dir!!!

Ganz liebe Grüße Ulrike

Beitrag von chilali 02.09.08 - 22:27 Uhr

Hallo! Das hört sich alles nach wahnsinnig viel Stress an. Stress für dich und damit auch zwangsläufig für deinen Sohn. Ich bin kein Arzt, habe auch kein stotterndes Kind; aber ich kann mir vorstellen, dass man in seiner Hilflosigkeit viel falsch macht. Würde auch nicht mehr als Logopädie anbieten im Moment. Eher viel Zeit mit kuscheln und vorlesen verbringen. Viel Ruhe und Sicherheit bieten. Vielleicht fühlt er sich dann nicht so unter Druck gesetzt und vielleicht kommst du wieder etwas zur Ruhe. Und gucke doch mal, ob es altersgerechte Kinderspiele gibt bei denen die Sprachentwicklung gefördert wird.
Und als kleinen Trost vielleicht; meine Tochter ist 5 und kriegt manchmal keinen vernünftigen Satz zustande weil sie alles auf einmal raussprudeln will. Das sind so Phasen die sie hat, die mal schlimmer und mal weniger schlimm sind.
Ich drück dir ganz fest die Daumen für ganz viel Kraft, Liebe und Verständnis. Und ich wünsche deinem Sohn ganz viel Kraft, das durchzustehen und ich wünsche ihm eine ruhige, entspannte Mutter. (Lass dich nicht von deiner Umwelt unter Druck setzen. Er ist dein Sohn und er ist gut so wie er ist!!!)#sonne

Beitrag von bi_di 03.09.08 - 03:27 Uhr

Ich kenne das. Mein Sohn - 4 Jahre - hat auch Sprachproblem (motorische - er bekommt die Zungenbewegung bei vielen Lauten nicht hin) und Stotterschübe hat er auch.
Aber: Nach ein paar Wochen furchtbarem Stottern merkt man einen richtigen Schub in der Sprachentwicklung - Entwicklungstottern halt. Das Gehirn kann und will plötzlich mehr als die Zunge, da ist verhaspeln vorprogrammiert. Und genauso erkläre ich das meinem Sohn, wenn er wieder an einem Wort verzweifelt.

Ich würde aufhören, ihn zu Kinderärzten zu schleppen. Sprachentwicklung hat keinen Schalter, den man nur umlegen muss und dann läuft es. Es ist ein ganz langwieriger Prozess und je mehr Action Du darum machst, desto mehr wird Deinem Sohn klar, das mit ihm was nicht stimmt. Und das ist falsch! Mit Deinem Sohn ist alles in Ordnung - nur weil er nicht ist oder sich entwickelt wie andere Kinder heisst das ja noch nicht, das er sich falsch entwickelt.

Das er wenig Freunde hat muss auch nicht an seiner Sprache liegen - Kinder sind da komischerweise sehr tolerant. Mein Sohn war auch immer der Einzelgänger - bis vor zwei Wochen, da fing er im KiGa urplötzlich an aufzudrehen und ist jetzt anerkanntes Mitglied der Halbstarken-Gang, hat jede Menge Freunde und nur noch Blödsinn im Kopf ;). Er brauchte halt seine Zeit.

Also - gib' Deinem Sohn Zeit (das ist das Schwerste überhaupt) und Selbstbewusstsein. Das ist das einzige, was ich Dir raten kann.

Grüsse
BiDi





Beitrag von eiramenna 03.09.08 - 12:17 Uhr

mein Sohn stottert auch... und bekommt auch nur Logopädie. Aber wir als Eltern hatten auch Elterngespräche (ohne Kind), Aufklärung und Beratung, was wir zuhause ändern können und wie wir am Besten reagieren. Das Stottern hat sich noch nicht gebessert, aber er hat keine Probleme damit, er spielt mit anderen Kindern, spricht fremde Menschen an, wenn er etwas wissen möchte. Er weiß, dass seine "Worte hüpfen" und bei den meisten anderen Kindern nicht. Wir hoffen, dass es sich bessert, wenn der Druck weg ist.