Rolando Epilepsie und Konzentrationsschwäche???

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von cornichon 05.09.08 - 09:30 Uhr

Hallo,
kennt sich wer damit aus?
Ich frag hier für eine Freundin, bei deren Tochter diese Form der Epilepsie festgestellt wurde.

Allerdings kam die Diagnose eher zufällig zustande, meine Freundin hatte bei der Kleinen (8J.) noch nie einen Anfall bemerkt.
Eigentlich hatte sie eher den Verdacht auf ADS, weil das Kind in der Schule sehr große Konzentrationsprobleme (u.a.) hatte, die allerdings auch sehr stark schwankten.

Zuhause beim Üben konnte sie die Aufgaben viel besser
lösen und schien auch alles zu verstehen, um in der Schule am nächsten Tag alles wieder vergessen zu haben. Teilweise fing sie bei Arbeiten nicht mal an, sondern schaute selbstvergessen aus dem Fenster.

Nun ist die Kleine schon einige Zeit in psychologischer Behandlung und wurde auch umfassend untersucht. IQ-Test war normal und ADS konnte nicht bestätigt werden.
Festgestellt wurde eben nur diese (harmlose?) Form der Epilepsie.

Obwohl die Ärztin meint, das sich die Konzentrationsstörungen (und auch Teilleistungsstörungen) durchaus mit dieser Diagnose erklären ließen, stellte sich bei Konzentrationstests heraus, das das Kind sehr konzentriert arbeitete.
Ihr wurde also eine hohe Konzentrationsfähigkeit bescheinigt.

Wie kann das zusammen passen????

Muss dazu sagen, das jeder, der das Mädchen mal ne Weile beobachtet hat, dies sicher auch nicht glauben würde.
Sie ist ganz leicht ablenkbar, kann sich kaum drei Sachen merken die sie holen oder erledigen sollte.

Auf ihre Hausaufgaben kann sie sich auch nicht konzentrieren, singt dabei, wirkt hibbelig, obwohl sie insgesamt eher ruhig und verträumt ist.

Meine Freundin macht sich nun große Sorgen, wie es in der Schule weitergehen soll.
Momentan wiederholt das Mädchen die 2. Klasse, den Stoff hatte sie ja schonmal, demzufolge kommt sie noch halbwegs mit. Aber was wird später....?

Der IQ ist ja normal, damit sind ihre Leistungen nicht erklärbar. Und ADS ist es angeblich auch nicht.

Die Epilepsie muss laut Ärztin nicht behandelt werden.

Was kann man denn sonst tun, um diese Konzentrationsstörungen, die sie ja angeblich auch nicht hat, zu verbessern?

Meine Freundin dachte schon daran, ihr mal Zappelin verschreiben zu lassen. Könnte das helfen?
Hat vielleicht sonst noch jemand eine Idee, was man machen könnte?

Vielen Dank
cornichon

Beitrag von anja1968bonn 05.09.08 - 12:03 Uhr

Was für ein Arzt hat denn die Epilepsie diagnostiziert und wie? Harmlos finde ich im Zusammenhang mit Epilepsie ein seltsames Wort, es kommt ja darauf an, wie es dem Kind geht, d.h. wie sich die Epilepsie zeigt und welche Beeinträchtigungen es ggf. gibt.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Epilepsie und Mängeln bei der Konzentrationsfähigkeit - an Stelle Deiner Freundin würde ich eine zweite Meinung einholen, inwieweit dies bei ihrem Kind zutreffen könnte.

LG

Anja

Beitrag von cornichon 05.09.08 - 12:59 Uhr

Diese Form der Epilepsie soll tatsächlich relativ harmlos sein, bis zum Beginn der Pubertät ist sie meistens wieder verschwunden. Zumindest braucht das Kind keine Medikamente.
Die Anfälle treten allgemein nur Nachts , wohl im Schlaf auf und können auch sehr selten sein. Die meisten Eltern bemerken es überhaupt nicht.
Meine Freundin hat bei ihrer Tochter bis heute noch keinen einzigen Anfall mitbekommen.
Ihr sind nur die Konzentrationsmängel und die katastrophalen Schulleistungen aufgefallen. Zuerst dachte sie ja an ADS.
Untersucht wurde die Kleine vom Psychologen (war mehrfach dort) in einer psychiatrischen Klinik. Es wurden mehrere Tests gemacht, u.a. IQ-Test, EEG und auch ein MRT angefertigt.
Einmal musste sie auch über nacht bleiben, weiß aber nicht genau, für welche Untersuchung.
Soweit scheint mir alles vertrauenswürdig und auch gründlich.
Rätselhaft ist nur, wieso sie bei diesen Konzentrationstests so gut abschneidet, wo sie doch andererseits so große Konzentrationsprobleme hat.

Beitrag von anja1968bonn 08.09.08 - 14:51 Uhr

Ich würde auf jeden Fall Deiner Freundin raten, noch einmal bei einmal in der Klinik odtr bei einem anderen (Kinder-) Neurologen nachzuhaken. Gerade wenn das Kind bei Konzentrationstest gut abschneidet, sonst aber so große Probleme hat, kann das mit der Epilepsie zusammenhängen.

LG

Anja

Beitrag von nici81 05.09.08 - 13:39 Uhr

Hallo,

also mein Sohn hat auch die Rolandoepilepsie und diese is sehr wohl medikamentös eingestellt!! Da würde ich noch mal genau nachhacken, mein Sohn bekommt jetzt schon seit 2,5 Jahre Medikamente! Diese sollen unterdrücken, dass die sogenannten "Blitze" im Gehirn stattfinden!

Dass man die Anfälle (leider) nicht mitkriegt kann ich nur bestätigen!

Bei meinem Sohn ist vor allem das Motorik- sowie Sprachzentrum betroffen! Hm. konzentrieren konne er sich auch lange nicht, das ist mittlerweile gottseidank besser geworden!
Ob es an den Medies leigt weiss ich aber nicht!
Das Zappelin hatte ich auch schon zuhause, meiner Meinung nach, hat das nichts genutzt!

Ich würde das mit der Epi auf jeden Fall noch mal abklären lasse, kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das nicht eingestellt werden muss!


Alles Gute Nici

Bei

Beitrag von cornichon 05.09.08 - 13:51 Uhr

Danke dir, werd es meiner Freundin so weitergeben, das sie in der Klinik nochmal nachhaken soll, wegen den Medis. Vielleicht hilft das ja schon.
Darf ich fragen, was dein Sohn bekommt an Medis und wie bei ihm die Epi festgestellt wurde.

LG
cornichon

Beitrag von nici81 05.09.08 - 17:17 Uhr

Hallo,

ja, darfst du!

Medis hat er Anfangs "Depakine" bekommen! Die waren aber nicht gut für ihn! Jetzt bekommt er ospolot 50 (2x) und ne halbe Frisium! Das passt jetzt ganz gut! Die Dosierung hängt halt immer vom Gewicht ab!

Da mein kleiner mit ca. 2 Jahren noch nichts gesprochen hat, motorisch auch sehr schlecht war und div. Verhaltensauffälligkeiten da waren, hat er Ergotherapie und Logopädie bekommen! Von dort wurde ich dann an die Uni-Klinik fürs EEG "überwiesen"
Die hatten wohl schon nen kleinen Verdacht, keine Ahnung!

Sie soll auf jeden Fall noch mal nachfragen, es kann so viel besser werden mit den richtigen Medis! Und die Rolandoepi soll ja bis zur Pubertät weg sein (I hope)

Lg Nici

Beitrag von amorvincitomnia 09.09.08 - 13:43 Uhr

"Zappelin" ist kein Medikament, das sind Zuckerkügelchen, manche Eltern geben sie, weil sie sich durch eine bessere Konzentration bessere Noten erhoffen. Die Pillen sind völlig wirkungslos und auch teuer. Das kann sie sich schenken. "Verschreiben lassen" kann man sich die nicht, das wäre ja Schwachsinn auf Krankenschein ;-)

Unter Medikamenten dürften sich die Konzentrationsstörungen geben. Echten Medikamenten natürlich, Medis für Epileptiker. Auch Rolando ist nicht gerade von Pappe, Du spielst das hier so herunter als wäre es nichts, berichtest aber von Abscencen, Gedächtnisverlust, Konzentrationsmangel...

Mein Vorschlag wäre, die Mutter liest sich Mal in das Thema ein und sorgt dafür, dass das Kind richtig behandelt wird. Bei rehakids.de gibt es viele Infos zum Thema. Immerhin haben sie die Epi gefunden! Das ist schon ein guter Ansatz,

Barbara

Beitrag von sandra7.12.75 09.09.08 - 22:18 Uhr

Hallo

Ich habe ein Kind mit Rolando Epilepsie und das ist alles andere als toll.Erst heute waren wir wieder beim Arzt weil es ihr nicht gut ging.
Vor einigen Wochen ist sie planlos durch die Stadt gelaufen und war verwirrt.
Ich habe der Posterin über VK geschrieben aber keine AW.

lg

Beitrag von cornichon 10.09.08 - 13:26 Uhr

Ich will hier ja garnichts runterspielen, zumal ich mich ja damit nicht auskenne.
Ich wollte nur wiedergeben, wie es von den Ärzten gegenüber meiner Freundin, als sie zum ersten Mal davon erfuhr, dargestellt wurde.
Laut der Ärzte gibt es zwar allgemein schon einen Zusammenhang zwischen der Epi und den Konzentrationsstörungen, aber in diesem Fall wollten sie diesen ja nicht bestätigen, weil das Kind bei den Konzentrationstests angeblich so gut abgeschnitten hätte. Was wir aber wiederum nicht glauben können.

Vielen Dank an alle, die mir von ihren Erfahrungen berichtet hatten, habe es meiner Freundin weitergeleitet.
Heute hat sie wieder nen Termin in der UNI-Klinik mit ihrer Tochter und wird da nochmal mit der Ärztin sprechen.
Ich hoffe, sie hat Erfolg.

LG cornichon