Bitte dringend um Rat - Umgangsrecht bei Entfernung

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von julia.na 06.09.08 - 17:51 Uhr

Hallo liebe Forumteilnehmer,

ich bin froh, mich hier austauschen zu dürfen, vielen Dank urbia.

Ich hoffe, ihr könnt mich mit euren Ratschlägen unterstützen.

In meinem Fall ist es so, dass meine drei Kinder auf Wunsch der Kinder seit ca. 2 Monaten bei ihrem Vater wohnen. Sie sind 13, 14 und 16 Jahre alt, eines der Kinder ist geistig behindert. Wir haben gemeinsames Sorgerecht und es war bisher noch nie etwas zwischen mir und meinem Ex vorgefallen. Wir wohnen ca. 550 km voneinander entfernt.

Ich muss zu diesem Vorschlag des Kindesvaters zur Umgangsregelung bei Gericht Stellung nehmen:

Die Kinder werden jedes letzte Wochenende im Monat um 8 Uhr in den Zug gesetzt, um 14:15 wären sie hier. Ich muss die Kinder am nächsten Tag um 12:00 Uhr wieder in den Zug setzen, um 18:00 Uhr sollen sie wieder beim Vater sein.

Ich finde, dass ist im Verhältnis zur Aufenthaltsdauer bei mir zu viele Umstände und zu viel Stress für die Kinder.

Über 12 Stunden Fahrt für 14 Stunden gemeinsam zu verbringende Stunden (habe 8 Stunden für die Nachtruhe abgezogen), finde ich etwas extrem.

Zudem darf ich die Kinder in den Herbst- und Weihnachtsferien 1 Woche und in den Sommerferien 2 Wochen sehen.

Telefonieren darf ich nur 3x die Woche (die Praxis ist, dass der Kindesvater und Stiefmutter mithören). Die Handys der Kinder werden nicht eingeschalten, so dass ich nicht direkt mit ihnen reden kann. Es ist ärgerlich und traurig, gerade weil bisher, als die Kinder bei mir wohnten, nie etwas zwischen uns war.

Jetzt habe ich wieder mehr geschrieben als ich eigentlich vorhatte. Ich merke jedoch, wie es mich entlastet.

Bitte sagt mir, was ihr von diesem Umgangsrecht haltet. Ich empfinde es als eine Art Schikane, ob ich wohl überreagiere?

Vielen Dank im voraus.

LG

Beitrag von dore1977 06.09.08 - 18:22 Uhr

Hallo,

bevor ich Dir antworte muss ich dazu sagen das ich weder getrennt bin noch es vorhabe. Mein Mann hat allerdings eine große Tochter die inzwischen 19 ist.

Ich finde es extrem komisch das Du Deine Kinder nicht einfach anrufen kannst. Was soll das ? Mein Man kann/konnte seine Tochter immer anrufen, angemessene Urzeit vorrausgesetzt.
Das gleiche gilt für s sms schreiben oder auf s Handy telefonieren.
Wie gesagt versteh ich nicht.

Deine Kinder sind ja schon etwas älter. Wieso muss man da noch WE festlegen ?
Stella kann zu uns kommen wann immer sie möchte.Sie ruft an und wir sagen ihr was wir das WE vorhaben oder planen mit ihr zusammen, dann entscheidet sie ob und wie lange sie herkommen möchte.
In den Ferien kam sie manchmal gar nicht manchmal war sie die ganzen 6 Sommerferienwochen bei uns und wir haben auch noch ihr Ponny mit hergebracht.


Sie kommt ebenfalls mit dem Zug. Seit sie 12 oder 13 war ist sie alleine gefahren.
Ich finde bei dem Vorschlag von Deinem Mann ist es viel hin und hergefahre für wenig Zeit bei Dir. Die Kid s sitzen ja mehr im Zug als das sie bei Dir sind.


Ich persönlich hätte Bauchmerzen mit diesen Regelungen. So wie Du schreibst Du auch, ich würde nicht darauf eingehen sondern die Kid s fragen was sie wollen, sie sind schließlich alt genug.

liebe Grüße dore

Beitrag von julia.na 07.09.08 - 00:02 Uhr

Das frage ich mich auch, was das soll mit dem Telefonverbot und dem Mithören der Gespräche. Weder die Kinder noch ich wollen das.

Ich denke, er bezweckt damit, dass ich nicht alles mitbekommen soll, was in dem Haus abläuft, je mehr ich mit meinen Kindern rede, desto mehr Informationen würden an mich vermittelt werden. Das ist eine Art der Vorsorge für die Sorgerechtsverhandlung, die der Vater in die Wege geleitet haben soll. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Du hast Recht, ich denke, ich sollte mich da nicht festlegen lassen, wann ich die Kinder bekommen soll. Spontane Entscheidungen sind auch eine schöne Sache. Und ich glaube nicht, dass sich die Sehnsucht der Kinder nach dem Terminkalender richten wird. Meine bestimmt nicht.

Nur die Ferienzeiten sollten geregelt werden, aber dann würde ich auf die Hälfte der Zeit bestehen. Abweichende interne Regelungen kann man jederzeit treffen, sofern die Chemie zwischen beiden Parteien bis dahin wieder stimmt.

Ich danke dir für dein Posting.

LG

Beitrag von nrw2008 06.09.08 - 18:29 Uhr

Moin

Ja, dann hast du wahrscheinlich einen Typ von Mann erwischt, der die jetzige Situation schamlos ausnutzt.

Ist denn in Richtung ABR schon was gemacht worden???
Zahlst du denn schon Unterhalt für deine Kids?

Kindern in dem Alter noch das telefonieren zu beschränken bzw. zu verbieten ist doch schon sehr merkwürdig.

Diese Umgangsregelung ist m.M: nach fürn Ars.. !!!

Ich nehme an, es handelt sich von Samstag bis Sonntag.

Wenn die Kinder schon nur einmal im Monat kommen, dann sollte schon ab Freitag bis Sonntag sein, auch wenn es freitag abend spät wird, aber es sind ja keine Kleinkinder mehr und es wäre nur einmal im Monat.

Wie hat sich das Verhältnis zu deinen Kids in den letzten 2 Monaten entwickelt????????
Was wollen die Kids denn????

Lg NRW ;-)

Beitrag von julia.na 07.09.08 - 00:25 Uhr

Hey nrw2008,

in Sachen ABR haben wir bisher gar nichts getan, mit Scheidung wurde uns beiden automatisch das gemeinsame Sorgerecht übertragen bzw. es wurda garnicht darauf eingegangen. Unterhalt zahle ich bisher keins, da ich nicht berufstätig bin. Mein neuer Ehemann verdient unsere Brötchen.

Sonst teile ich deine Meinung über die Umgangsregelung. Es ist - ja - von Samstag 14 Uhr bis Sonntag 12 Uhr, wo die Kids bei mir wären. Hinzu kommt noch die Kostenfrage. Grob gerechnet wären es jeden Monat (wenn die Bahn keine Sonderangebote hat) 750 Euro. Kaum einer würde dieser Belastung standhalten können, außer, man verdient gut.

Alternativ kommt die Fahrt mit dem Auto in Frage. Ich wäre dann sicherlich 7-8 Stunden einfache Fahrt unterwegs (mein Mann hat keinen Führerschein), das ist mit einem Kleinkind (1 Jahr) dann doch etwas sehr mühsam bis unrealistisch.

Mir wäre es lieber, wenn ich mit den Kindern regelmäßig telefonieren, mit Web-Cam chatten könnte und anstatt jeden Monat hinzufahren, die Kinder die gesamten Ferien über hier haben könnte. Fast alle 3 Monate sind Schulferien.

Das Verhältnis zu mir hat sich bei zwei meiner Kinder zum Schlechten gewendet. Eines der Kinder, die mit der geistigen Behinderung) möchte nicht mal mehr mit mir reden, die andere bildet mir gegenüber nach und nach immer härtere Fronten und redet inzwischen "mit dem Mund der Stiefmutter", die mich bis heute nicht ausstehen kann. Nur eines der Kinder möchte am Liebsten wieder zu uns zurück und vermisst uns.

Das hat sie mir in unseren "Geheimen-Telefonaten" erzält. Ich habe den Kontakt zu ihnen über den Schulrektor gesucht und Gott sei Dank auch gefunden. Seither haben sie mich zweimal vom Sekreteriat angerufen und ich konnte beide Kinder einmal aus der Klasse rausholen lassen, um mit ihnen zu reden (großes Dankeschön an den Direktor, dem das eingeschüchterte Verhalten der Kinder inzwischen auch komisch vorkommt).

Ich muss dazu sagen, dass der Kontakt zu den Kindern, als sie bei mir wohnten, immer gut war.

Meine befürchtete Entfremdung hat sowas von schnell stattgefunden, so schnell konnte ich gar nicht kucken, und die Gerichte lassen sich trotz Eilantrag leider immer noch viel zu lange Zeit.

Danke auch an dich.

LG

Beitrag von mariella70 07.09.08 - 14:46 Uhr

Hallo,
es ist Schikane und du solltest dich darauf nicht unwidersprochen einlassen, sschon allein deshalb nicht, damit dir die Kids später nicht "mangelndes Interesse" vorwerfen können, wenn es im neuen Zuhause doch nicht so schön ist.
Ich bin selber Stiefmutter und weiß aus Erfahrung, dass Jugendliche im Alter eurer Kinder ihren Umgang gerne mitbestimmen und zum Teil auch schon selbständig regeln. Freitagabend bis Sonntagabend ist Umgangs-WE möglich, wenn es die Schulsituation zulässt. Telefonzensur ist in diesem Land verboten, eure Kinder haben das Recht, vertraulich jederzeit mit dir zu sprechen.
Normalerweise werden die Ferien hälftig aufgeteilt, ebenso wie dir hohen Feiertage.
Ich möchte dir raten, einen guten Anwalt zu nehmen und deinen Ex vor Gericht in seine Schranken zu weisen. Dies ist unbedingt im Sinne der Kinder, die hier gerade zum Spielball zwischen den Parteien gemacht werden.
Wenn er die Entfernung geschaffen hat, kann er auch an den Umgangskosten beteiligt werden.
Bitte lass dir helfen, viel ERfolg
Mariella