Motivation für stationären Aufenthalt in Psychiatrie

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von antigone1973 09.09.08 - 12:44 Uhr

Ich wende mich vor allem an Leute, die Erfahrung in der Jugendhilfe haben und möchte um Meinungen und Ratschläge bitten. Ich bin Erzieherin im Kinderheim. Wir betreuen einen Jungen 14, der im Moment sehr schwierig zu händeln ist. Die Vorgeschichte ist lang und ich möchte sie hier auch nicht breit treten. Er hat es sehr schwer aber sein Verhalten ist im Moment so auffällig, dass es auch die Gruppe, die Erzieher und die Lehrer sehr schwer haben. Eine stationäre Unterbringung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist unumgänglich, da uns sonst die ganze Grupppe krachen geht, ein Schulbesuch ist momentan auch nicht mehr tragbar. Unterstützung von den ELtern ist nicht zu erwarten. Unsere Hilfen greifen nicht mehr, ambulante Angebote lehnt das Kind ab. Meine Aufgabe ist es nun, ihn für eine Therapie "aufzuschließen", es ist natürlich ein sehr heikles Thema und ich benötige einige Tipps, wie ich am besten einen Einstieg finde und den Aufenthalt kindgerecht erklären kann. Im Grunde sucht der Junge Hilfe, seine Lebenssituation ist auch für ihn unerträglich, er ist voller Unglück und Wut. Ich muss ihn dazu sensibilisieren, dass er Psychiatrie nicht ablehnend gegenüber steht und vor allem dass er nicht denkt, er wäre "bekloppt, verrückt" usw. Das ist ja nun mal die öffentlichen Meinungn über die Psychiatrie. Ich bin sehr dankbar für Ratschläge und Erfahrungsberichte, sehr gern auch über Mail. Dankeschön!

Beitrag von gh1954 09.09.08 - 12:51 Uhr

Villeicht wäre es hilfreich, wenn du dir mit ihm so eine Station mal anschaust.
Vielleicht spuken in seinem Kopf Bilder von "Irrenhäusern" aus dem 19. Jahrhundert, mal krass gesagt.

Mein Sohn war auch mal für sechs Wochen in der Psychatrie, der hat sich da sehr wohl gefühlt.
Sogar Schule hat dort Spaß gemacht.

Beitrag von nightingale1969 09.09.08 - 19:59 Uhr

Sorry, aber dass eine Erzieherin in einem INTERNETforum Krethi und Plethi in einer so heiklen Angelegenheit um Rat fragt, halte ich für erschreckend und bedenklich!

Bist Du sicher, dass Du Deinen Job irgendwann mal gelernt hast oder dass Du nicht unter Deinen Kollegen mit dieser Fachfrage besser aufgehoben wärst?!

Ich käme im Traum nicht drauf, hier zu Fragen "Ich hab' da einen psychisch kranken ALG II-Kunden, gebt mir doch mal Tipps, wie ich ihn dazu bewegen kann, in eine Klinik zu gehen". Solche Fragen gehören in die kollegiale Fallberatung oder vor meine Teamleitung, aber sicher nicht HIERHER!

Wäre mein Kind in solchen Nöten, dass es fachlicher Hilfe bedarf, hätte ich nun Sorge, dass die "Fachkraft", der es anvertraut wurde, in einem Allerweltsforum nach "Tipps" fragt.

Unfassbar.

Beitrag von antigone1973 09.09.08 - 22:14 Uhr

Wahrscheinlich hast Du recht.

Beitrag von tammyli 10.09.08 - 09:40 Uhr

#pro

Beitrag von jungemama23 12.09.08 - 15:19 Uhr

hi,

einer meiner Schwestern ist auch in einem Kinderheim.
Die ist mittlerweile im 5 Heim weil sie ständig weitergeschoben wird. So richtig zuständig ist da auch keiner. Zur Schule geht sie schon ewig nicht mehr. Haut ständig ab, kommt und geht wann sie will. Scheint irgendwie alles normal zu sein.
Bei dem Thread jetzt wundert mich auch gar nichts mehr

lg

Beitrag von pheromon 10.09.08 - 00:41 Uhr

Eine stationäre Unterbringung in der Psychiatrie (im Sinne einer Zwangseinweisung) bei einem Minderjährigen ist ohne die Erziehungsberechtigten grundsätzlich nicht möglich, da bei diesen das Aufenthaltbestimmungsrecht liegt.

Ein freiwilliger Aufenthalt ist mit deinem Satz: "Eine stationäre Unterbringung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist unumgänglich" eigentlich nicht vereinbar, da der Patient den Aufenthalt dann jederzeit abbrechen kann.

LG Pher

Beitrag von fruehchenomi 10.09.08 - 08:47 Uhr

Kann nur von einem schwerwiegenden Fall eines ADHS-Kindes berichten (Gymnasium) welcher zuerst auch recht therapie-resistent war. Er schaute sich dann, allerdings mit seiner Mutter zusammen, die sehr moderne Kinderpsychiatrie unseres KrHauses an und blieb dort. Drei Monate.....und nun kann er mit seiner Umwelt und die Umwelt mit ihm wieder leben.
Selbst die Beschulung machte ihm Spaß. Wird nun nach der Entlassung ambulant weiterbetreut und er geht hin !
Allerdings wie das ohne Eltern zu schaffen ist - keine Ahnung. Wird man evtl. das Jugendamt ersatzweise brauchen ?
Aber hier können Dir ohnehin wirklich nur Betroffene aus ihrer eigenen Praxis berichten. Fachfragen wirst Du mit Kollegen u.ä. klären müssen
LG Moni