Wir trennen uns..leiden die Kinder wirklich so schlimm ?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von zuckermaus211 20.09.08 - 20:19 Uhr

HI !!

Heute sagte Schwiemu wieder das es für die Kinder nicht gut ist. Von ihrem jüngsten Sohn der Kumpel ist 15 und er erzählte letztens noch das er sehr unter der Trennung der Eltern leide. Mein Mann hat seinen vater mit 9 verloren. Er leidet heute noch mit 33 Jahren.

Ich denke aber den Kinder wird es besser gehen wenn sie zwar 2 getrennt wohnende Eltern haben die aber wesentlich zufriedener und harmonischer sind. Die Kinder können zu ihrem vater wann sie wollen auch zu den Schwiegereltern wann sie wollen. Meint ihr es ist wirklich so schlimm ?

LG nadja

Beitrag von janamausi 20.09.08 - 20:54 Uhr

Hallo!

Ich bin seit der Schwangerschaft getrennt. Unsere Tochter kommt gut mit der Trennung klar. Sie kennt es ja nicht anders und hat auch guten Kontakt zum Papa.

Ich denke, je kleiner die Kinder sind desto einfer verkraften sie die Trennung.

Und wie Du es selbst schreibst, ist es besser für die Kinder wenn die Eltern getrennt sind und glücklich sind als wenn sie nur wegen der Kinder zusammen bleiben, vor den Kindern streiten oder sich nichts mehr zu sagen haben etc. Die Kinder bekommen ja die Stimmungen mit.

Für mich hört es sich ein bißchen danach an, als ob deine Schwiegermutter versucht, euch doch noch irgendwie zusammen zu halten.

LG janamausi

Beitrag von zuckermaus211 20.09.08 - 21:21 Uhr

ja das merke ich auch. Sie denkt ihr Sohn verliert dann komplett den halt wenn er nichts mehr hat. Aber mehr als jetzt kann er eh nicht verklieren er hat ja schon quasi alles selbst verloren.

Und ich möchte/will und kann einfach nicht mehr. Ständig nur 3 selbe Sachen.. Arbeiten.(3 von 4 Wochen ).wenn nicht arbeiten dann schlafen oder saufen. Ich mach alles alleine dann kann ich auch gehen.

Beitrag von fossy444 20.09.08 - 22:22 Uhr

Hey,

wir sind auch gerade getrennt aber noch nicht räumlich.
Die Kleine bekommt das noch nicht so mit aber der große wird bald 4 und er bekommt schon ne Menge mit.
Er fragt oft nach papa und das fällt mir dann schon schwer.
Meine Mutter ist auch der meinung das es hart für ihn wird aber es wirklich so wird kann ich nicht sagen.
Aber es gibt viele die es nie vergessen und ich kenn drei aus meinen bekanntenkreis die immer sehr damit zu kämpfen hatten. Du hast wohl recht das es den Kindern manchmal besser geht.

Aber wenn der Papa aufeinmal nur noch alle zwei Wochen oder vielleicht öfter kommt wird es schon eine Umstellung und jedes Kind ist ja auch anders.

Wir können nur aufmerksam sein und für sie noch mehr da sein.
LG

Beitrag von mariella70 21.09.08 - 00:14 Uhr

Hi Nadja,
mein Mann hat zwei inzwischen erwachsene Kinder aus erster Ehe. Sicher war die Trennung nicht das Highlight ihres Lebens und natürlich ist das ein Einschnitt, eine Verletzung und es tut weh, aaaaaber: Eine kaputte Ehe schadet noch mehr.
Wenn ihr Eltern bleibt, Mediation in Anspruch nehmt, die Kinder raushaltet und den Umgang großzügig und altersgerecht gestaltet und regelt, dann sollten die Kinder ohne bleibende Schäden da durch kommen.
Schaden nehmen Kinderseelen, wenn Eltern an ihnen reißen, sie in die Konflikte miteinbeziehen, sie als Vertraute missbrauchen und überfordern, oder Umgang vereiteln. Wenn ihr euch sauber trennt, wird all das nicht passieren.
Lasst euch beraten, dafür sind Mediatoren/Paartherapeuten auch da.
Liebe Grüße
Mariella

Beitrag von mannohfrau 21.09.08 - 00:54 Uhr

Ja!
Kinder haben keine Wahl und werden nicht gefragt, sie m u e s s e n sich arrangieren und versuchen mit neuen Partner klar zu kommen. Sie werden aufgefordert sich anzupassen und sich zu gewoehnen, es bleibt ihnen nichts anderes uebrig.
Viele Kinder verdraengen ihre seelischen Qualen, denn jede Trennung ist fuer die Kinder mit Verlustangst ein her gehend.
Ich kenne einige Erwachsene die heute frei sagen das die Trennung der Eltern fuer sie sehr schlimm war und einige haben bis heute Probleme damit, vor allem mit neuen Partner.
Es hoert sich immer alles so leicht an, aber im Innern empfinden Kinder auch oft Schuldgefuehle.
Heute trennen sich Eltern oft viel zu schnell und oft sind es nicht mal schwer wiegende Gruende wie haeusliche Gewalt.



Beitrag von zuckermaus211 21.09.08 - 10:30 Uhr

Ja mags ein aber es ist mittlerweile der 6 Anlauf und alles nochmal wieder ne ich habe keine Lust mehr.

Und es ändert sich einfach nichts. Stelle dir mla vor du hast einen Mann der nur arbeitet..schläft oder trinkt. Mit den Kindern kaum beschäfrigt. Er war jetzt einfach von Freitag bis Sonntag weg das we beim Kumpel saufen. Die ältere 3 Jahre hat noch nicht einmal nach papa gefragt wo er denn sei.

Lg nadja

Beitrag von mariella70 21.09.08 - 14:02 Uhr

Hallo,
mach dir keinen Kopf: In diesem Fall ist eine Trennung für die seelische Gesundheit eurer Kinder besser als ein verbleiben in der kranken Beziehung zu einem uneinsichtigen süchtigen Vater.
Das richtet wirklich Schaden an. Vielleicht ist dein Weggehen auch der Anstoß für ihn, endlich seine Sucht anzuerkennen und behandeln zu lassen.
Dann könnt ihr es durchaus nochmal versuchen, aber nur dann.
Liebe Grüße
Mariella

Beitrag von holy_cow 21.09.08 - 05:18 Uhr

Hallo

Spurlos geht auf keinen Fall eine Trennung fuer die Kinder vonstatten.
Die wenigsten Paare schaffen eine Konfliktfreie und schmerzlose Trennung voneinander.
Meinen Kindern haette ich es gerne erspart, welches leider nicht in meinen Haenden lag.

Hier ein paar links die ich gefunden habe. Vielleicht helfen sie dir Klarheit zu finden.

http://www.mediation-in-hamburg.de/scheidungsfolgen.html

http://www.eheseelsorge.net/seite12.htm

http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080126183458AAPIsdh

http://www.trennungskinder.de/

http://www.stangl.eu/psychologie/praesentation/trenung-scheidung-kinder-jugendliche.shtml


Beitrag von catwoman1978 23.09.08 - 21:22 Uhr

Super Links - vielen Dank, fand ich sehr aufschlußreich!

Beitrag von snoopy777777 22.09.08 - 09:42 Uhr

keiner kommt gut mit der trennung klar, kinder schon gar nicht.....ist halt so....das andere redet man sich schön.....weil sonst hat man noch mehr schlechtes gewissen

Beitrag von haiku 22.09.08 - 09:58 Uhr

Hallo zusammen,

ich hatte ein Jahr beruflich bedingt die Kinder alle zwei Wochen gesehen am Wochenende, manchmal öfter, in allen Schulferien gemeinsame Ferien. Das war die anstrengendste und teuerste Zeit meines Lebens, anstrengender noch als ein Familienleben mit heftiger Ehekrise und ungelösten Konflikten. Zeit fehlt dann ohne Ende im Alltag.
Das kleinste Kind mit 3 Jahren hatte den Abschied am Wochenende *am schlechtesten* verkraftet, weil es nicht wusste wie lange 7 oder 14 Tage bis zum nächsten Wiedersehen sind. Nach wenigen Monaten ist eine Entfremdung und Distanz deutlich spürbar, nämlich dann wenn sie sich mit dem Nicht-Da-Sein im Alltag eines Elternteils arrangiert haben.

Die Diskussion "leiden die Kinder wirklich so schlimm" kommt ja öfter hier speziell im Forum "Trennung". Immer wieder finde ich sie absolut scheinheilig:

Welcher Ehepartner, der ernsthaft die Scheidung anstrebt, nimmt die Nachteile in Kauf, weswegen er sich gerade scheiden lassen will, wegen der Kinder? Keiner, oder zumindest die wenigsten. Die die es tun, machen es ganz im Stillen.
Die Kinder müssen sich mit der Entscheidung der Eltern (nicht nur zur Scheidung, sondern auch schon früher: die Konflikte nicht lösen zu können oder eher nicht lösen oder akzeptieren zu wollen) arrangieren und sich anpassen.
Natürlich kann das Auflösen einer sehr belasteten und belastenden Ehe auch Spannungen von den Kindern nehmen. Genauso prägt das Umgehen der Eltern miteinander - einschliesslich Scheidung - die Beziehungen der Kinder, mehr oder weniger. Welche Wahl haben Kinder: Keine. Welchen Einfluss auf die Entscheidung des Vaters oder der Mutter: Keinen.

Welchen Unterschied macht es ob ein Kind einen Elterteil durch einen Unfall, durch Umgangsvereitelung, oder durch masslos gekränkte Eitelkeit verloren hat. Keinen grossen, das Kind muss sich damit arrangieren. Leiden ist übertrieben, aber ein grosser Verlust ist es ganz sicher für ein Kind, für die Eltern natürlich nicht.
Ich finde diese Argumentation: Einem Kind geht es besser wenn sich Vati und Mutti nach der Scheidung nicht mehr so viel streiten und glückliche Partnerschaften leben, dermassen beschönigend und egozentrisch aus Erwachsenen-Sicht gedacht (als gäbe es keine Probleme in patch-work Familien, es ist nur deutlich erträglicher für den Elternteil).

Die oft fehlende Konfliktfähigkeit zuvor wird völlig ausgeblendet. Damit haben später die Kinder zu kämpfen.

Lg, haiku

Beitrag von zuckermaus211 22.09.08 - 11:58 Uhr

Hallo !!

Erstmal Danke für deine Antwort. Aberw as bringt es den Kindern wenn der Vater arbeitet 3 von 4 Wochen udn den rest nur im Bett liegt oder trinkt. NICHTS Unsere Große fragt nichtmal nach ihrem papa wenn er weg ist und wenn doch dann ganz selten. Denn sie kennt es nicht anders entweder ist er arbeiten schlafen oder weg trinken. Und er unternimmt auch nichts mit den Kindern zb gestern war ich alleine im Burgwald bei den Ziegen udn auf dem Spielplatz danach in der Eisdiele wo war er im Bett schlafen. Jetzt liegt er auch gerade im bett schlafen. Ich habe essen gemacht die kleine gerade hingelegt zum schlafen nun bringe ich dir große gleich zum Kindergarten und ich fahre arbeiten udn was macht er heute .........Schlafen Denn das we war ja anstrengend genug von Freitags weg gefahren zu Saufen und erst Sonntag nacht wieder gekommen. Da kann man MOntags nicht arbeiten is ja klar es geht ihm ja schlecht.

LG Nadja

Beitrag von haiku 22.09.08 - 14:05 Uhr

klingt ja sehr bitter, zuckermaus :-(

Die Entscheidung nimmt Dir niemand ab, auch Deine Kinder nicht.

Wenn er nicht gewalttätig ist, dann ist ja der verschlafene 10 % Papa besser als gar keiner, zumindest für Deine Kinder, als Ehemann entspricht er wohl eher nicht Deinen Vorstellungen ;-)

Wenn Dir die Kinder am Herzen liegen, versuche aus Deinem Mann mehr Vater für Deine Kinder herauszuholen. Wenn das nicht geht, entscheide neu.

Lg, haiku

Beitrag von cinderella2008 22.09.08 - 10:25 Uhr

Ja, es ist schlimm. Trennungskinder bekommen in den meisten Fällen einen Knacks fürs Leben mit und sind häufig auch nicht in der Lage, selber dauerhaft glückliche Beziehungen zu führen.

Beispiel mein Ex-Mann. Er hat sehr unter der Trennung der Eltern gelitten. Hat jahrelang nicht mit seinem Vater gesprochen und dann das gleiche mit seiner eigenen Familie nämlich mit mir und unseren Kindern durchgezogen, wie sein Vater.

Meine Kinder (inzwischen erwachsen) "leiden" heute noch unter der Trennung. Wenn auch nicht nach Außen, aber tief innen.

Solche Beispiele gibt es häufig und es ist wohl auch in Statistiken nachgewiesen, dass sich Kinder aus geschiedenen Ehen selber auch häufiger scheiden lassen, als Kinder aus intakten Familien.

Trotzdem sollte das kein Grund sein, eine Trennung nicht durchzuziehen. Denn ein Familienleben, in dem es nicht stimmt, es ständig Streit etc. gibt, ist auch nicht gut.

Der Kinder wegen sollte man nicht zusammen bleiben. .... Es ist ein Teufelskreis, leider.

Beitrag von zuckermaus211 22.09.08 - 12:00 Uhr

HI !!

Ich komme aus einem guten Elternhaus es gab NIE Streit bzw wir Kinder haben es nicht mit bekommen.

Meine Eltern sind glücklich....und trozdem will ich raus hier gerade wegen den Kindern damit sie nicht alles mitbekommen ect.

Beitrag von cinderella2008 22.09.08 - 12:04 Uhr

Ich sag ja, es ist in Ordnung, wenn Du da raus willst. Zieh die Trennung durch. Das Leiden Deiner Kinder kannst Du so oder so nicht verhindern. Aber Du kannst versuchen, es ihnen so leicht wie möglich zu machen.

PS: Was mich noch interessiert: Kommt der Vater der Kinder auch aus einer "intakten" Familie?

Beitrag von zuckermaus211 22.09.08 - 20:48 Uhr

HI !!

Na ja was heißt Intakt.Sein Vater ist gestorben als er 9 jahre alt war. Alkohol am steuer.

Dann gerieht er in der jugend an die falschen Leute und hatte viel mit Drogen zu tun. Dann war er weg davon ducrh eine Therapie.

Er bekam einen Stiefvater mit 15 Jahren. Und noch dazu einen kleinen Bruder. Sein ältere Bruder ist 7 jahre älter als er. Er ist aber das totale gegenteil von meinem Mann.

Lg nadja

Beitrag von pepsino 23.09.08 - 15:40 Uhr

Meine Eltern haben sich getrennt als ich 15 und meine Schwester 12 war.
Wir leiden heute noch darunter. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Da ich schon alt genug war um beide ein bisschen zu verstehen, empfand ich das Auseinanderbrechen der Familie als Weltuntergang.
Jetzt nach Jahren liege ich noch manchmal im Bett und weine, weil das Geschehene meine Ehe und das Familienleben belastet.

Vielleicht stecken Andere das besser weg, mich wird es ein leben lang verfolgen!

LG
Pep