Mein Sohn (18 Monate) Beist und zieht an den Haaren. hilfe...

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Forum: Erziehung

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Beitrag von naddi_3001 25.09.08 - 00:28 Uhr

Hallo,

ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll.
Mein Sohn beist und zieht an den Haaren egal bei wem.
Heute in der Krabbelgruppe wäre ich am liebsten im Erdboden versunken, die anderen KInder geben ihm noch nicht mal einen Grund zum Wütent werden.

Ein Beispiel: Vincent (mein Sohn) schiebt den Puppenwagen so durch die Gruppe und dann zu Amelie ins Zelt, kaum ist er neben ihr, Packt er sie und Beist ihr in die Wange. Sie hat nichts gemacht, garnichts nicht mal angeguckt hat sie ihn... ich konnte es nicht fassen... das ging die ganze Zeit so.
Wenn ein Kind vor ihm auf dem Boden sitzt dann greift er nach den Haaren. Einfach so.

Ich habe das gefühl das einige Kinder schon richtig Angst vor meinem Sohn haben.

Am anfang hab ich nur nein gesagt. Die anderen Mütter sagen immer man soll zurück Beisen ihre hätten dann nach kurzer Zeit damit aufgehört. Das mache ich mittlerweile auch. Wenn er micht Beist beise ich ihn wenn er an meinen Haaren zieht greife ich nach seinen.

Aber heute nach der Krabbelgruppe ( wo ich mich mehr als einmal entschuldigt habe) zog er mir wieder an den Haaren und ich zog dann an seinen. Nur lies er dieses mal nicht los sondern benutzte seine andere hand um mir ins Auge zu stechen, ich war ehrlich fassungslos. (dieses Thema dachte ich wäre vorbei).

Ich weiß garnicht ob ich mich nächsen Mittwoch wieder in der Gruppe trauen kann. Alle Mütter sagen immer das es mir nicht leid tun brauch aber die denken bestimmt alle von mir das ich eine absolute Versagermutter bin...

Ich brauche ganz dringend Rat.

Ich habe manchmal das gefühl das dass was ich zu meinem Sohn sage einfach nicht zu ihm durchdringt. Wenn ich ihm fünf mal sage er soll nicht mit bauklözten werfen und ich dann auf seiner höhe mit ihm rede haber ich das gefühl er hört und sieht micht garnicht.

Es gibt aber auch eine andere seite an meinem Sohn, sobald er in die nähe seiner Schwester (sechs Wochen) kommt ist er vorsichtig und zärtlich, er gibt ihr küsschen,macht Ai, teilt seinen Schnuller, gibt ihr sein kuscheltuch und will sogar seine Kekse mit ihr teilen.
Vor kurzem hatte er einen Wut oder Trotzanfall und wollte das Sofa hauen wo seine Schwester lag (mir blieb das herz stehen)
Als er sie aber sah hielt er inne, drehet sich weg und schlug stattdessen den Sessel.

Ich brauche Hilfe...

Nadine

Beitrag von perserkater 25.09.08 - 00:43 Uhr

Hallo Nadine

zunächst erstmal solltest du wissen, das hauen, beissen, kratzen usw. in diesem Alter völlig normal ist. Kleinkinder können mit ihren Emotionen nicht richtig umgehen, werden davon überrollt und handeln einfach nach ihrem Gefühl.

Deine Aufgabe ist es, ihm zu zeigen, wie man sich richtig verhält. Das wirst du nicht erreichen, in dem du selber an den Haaren ziehst oder zurückbeißt. Was soll er denn dabei lernen? Ich nicht, Mama schon! Unlogisch, oder?!

Nimm ihn aus der Situation raus, setzt ihn runter oder halt seine Hand fest. Dann zeig ihm einen anderen Weg. Sag nicht zu ihm, er soll nicht hauen/beißen/treten! Bei deinem Sohn kommt nur hauen/beißen/treten an und nicht was er nicht soll. Sag ihm stattdessen, was er tun soll! Ei machen, in Kissen boxen, einfach weggehen oder wenn er soweit ist, nein sagen.
Kümmer dich wenns passiert ist immer um das von deinem Sohn "angegriffene" kind. Nicht ihm gilt dabei die Aufmerksamkeit, sonderm dem Anderen. Damit zeigst du ihm, dass er mit seinem Verhalten keine Aufmerksamkeit erreichen kann und schneller die Lust dran verliert.
Setzt keine super schockiertes Gesicht auf, wenn er dir an den Haaren zieht. Sag, dass es dir weh tut, es macht aua. Kannst ruhig ein bissle weinerlich dabei sein;-), sitzt tausendmal besser als ein entsetztes Nein!

Alles Gute
Sylvia

Beitrag von halbnomadin 25.09.08 - 14:30 Uhr

"Wenn ich ihm fünf mal sage er soll nicht mit bauklözten werfen und ich dann auf seiner höhe mit ihm rede haber ich das gefühl er hört und sieht micht garnicht."

spätestens beim 2. Ignorieren sollte er außer Worten auch eine fühlbare Konsequenz erfahren.
Also ihn erst mal von den Bauklötzen / den Kindern räumlich trennen, eventuell die Hände festhalten, damit er nicht ziehen / pieksen / schlagen kann.

Wenn Du alles wie eine Schallplatte wiederholst, es aber überhaupt keinen Einfluss auf auf seine Freiheit hat, zu tun, was er will, dann wird das, was Du sagst, für ihn bedeutungslos wie das Rauschen der Bäume...


Grüße
halbnomadin

Beitrag von 400 26.09.08 - 00:58 Uhr

Hi,

das ist eine Phase. Zurückbeißen oder auch an den Haaren ziehen finde ich zwar menschlich, aber sinnlos: wie soll er denn so lernen, daß er es nicht darf? Einmal sagen, daß er aufhören soll und wenn er das nicht macht, aus der Situation rausnehmen. Fertig. Weg vom Spielplatz, weg von den Spielkameraden, runter vom Arm.

Zum Werfen: genau das gleiche. Wenn du zu viel redest, schalten die Kleinen ab.

Wenn es dich beruhigt: mit 18 Monaten hat mein Kurzer auch gebissen wie doof. Jetzt mit 22 Monaten macht er das nicht mehr. Dafür kneift er.

Was ich gerne wissen würde, warum die Kleinen das machen.

LG Susan