Wie sind Eure Erfahrungen mit der Elternzeit?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von korfu 29.09.08 - 21:22 Uhr

Hallo liebe Papis,

mein Mann kam während unseres Urlaubs zu der Erkenntnis, gerne ein Jahr mit unserer mittlerweile 18monatigen Tochter zu verbringen, d. h. er würde das 3. Jahr der Elternzeit für sich in Anspruch nehmen und ich würde wieder arbeiten gehen.

Mein Mann ist - wie in sehr vielen Ehen/Partnerschaften - der Hauptverdiener und wir müssten uns enorm einschränken, wenn ich unsere Familie ernähren muss, da ich nicht allzu viel verdiene. Wir sind aber beide der Meinung, dass ein Jahr absehbar ist und mein Mann so eine Gelegenheit nie wieder bekommt und wir das einfach in Kauf nehmen uns arg einschränken zu müssen.

Wie sind denn Eure Meinungen dazu? Habt Ihr selber die Erfahrungen in einer solchen Konstellation gemacht? Wie gefällt es Euch ein ganzes Jahr oder sogar länger, alleine für Eure Kinder verantwortlich zu sein?

Vielen Dank für 'Eure Antworten

Melanie und Oliver mit Josefine

Beitrag von 1374 29.09.08 - 22:13 Uhr

Hallo!
Ich bin kein Papi, aber schreibe trotzdem mal.
Also bei unserem ersten kind war mein Mann das erste Lebensjar quasi mit mir zu hause.
Das war ein sehr, sehr schönes und wertvolles Jahr! und für die bindung der beiden sicher sehr förderlich.
Eine freundin hat die Konstellation, daß sie erst 1,5 Jahre zu Hause war und dann Ihr mann 1,5 Jahre.
Beide haben ähnlich verdient, da war der finanzielle Ausfall nciht so gravierend.
Und zwar war es anfangs komisch für den Mann und er hatte einige Diskussionen (er, als mann, zu hause etc.), aber er fand es wundervoll!
Ich würde es empfehlen!!
Die Chance haben nicht viele und es ist toll für mann und Kind!
Nur zu!!
Lg,
1374

Beitrag von bianca153 29.09.08 - 23:15 Uhr

Hallo

Das hatte mein Mann vor der Geburt auch gesagt, das er gerne den Erziehungsurlaub nehmen würde.

Gescheitert ist es aber am lieben Geld. ;-)

Er verdient das doppelte wie ich #schmoll

LG
Bianca

Beitrag von mareliru 30.09.08 - 00:38 Uhr

Die Theorie ist grau. Bevor Ihr alles festlegt würde ich ihn an Deiner Stelle ein paar Tage lang mit Haushalt und Kind ganz allein da stehen lassen, am Besten wegfahren, damit er sieht ob das sein Bier ist.
Alles Gute, Mare

Beitrag von shrekbaby 30.09.08 - 06:38 Uhr

Wenn du arbeiten gehst, kannst du doch die Steuerklasse ändern (als Alleinverdiener) und dann müsste dein Gehalt doch mehr werden oder? Erkundige dich einfach bei deinem Arbeitgeber, was bei dir in diesem Fall rauskommen würde!
Viel Glück!

Beitrag von amelily 30.09.08 - 10:31 Uhr

Hallo Melanie,

so eine Gelegenheit kommt wirklich nie wieder!

Mein Mann ist seit der Geburt unserer Tochter in Elternzeit, im 1.Jahr komplett und im 2. und 3. Jahr wird er Teilzeit arbeiten.

Allerdings verdiene ich auch etwas mehr als er....

Gibt es denn evtl. die Möglichkeit, dass Du Teilzeit arbeiten gehst und er auch? Oder die Möglichkeit eines Heimarbeitsplatzes für einen von euch?

Ich finde es immer am schönsten, wenn die gesamte Familie möglichst viel Zeit miteinander hat.

Generell finde ich es aber super, dass ihr beide es so machen wollt, obwohl es finanzielle Einbußen mit sich bringt.

Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Mann den Job der Hausfrau und Mutter besser zu schätzen weiß, wenn er ihn selbst eine Zeit eigenständig gemacht hat (incl. Putzen, Wäsche waschen, Kochen etc.).

Viel Glück!

LG
Amelily

Beitrag von schnuggel 30.09.08 - 11:28 Uhr

Hallo Melanie,

mein Mann hat heute seinen letzten Tag der Elternzeit und ist schon die ganzen letzten Tage sehr wehmütig.

Bei uns war es so, dass ich das erste Lebensjahr unseres Sohnes zu Hause war und er im zweiten - auf Vorschlag meines Mannes. Wir verdienen beide ähnlich, mussten uns aber doch einschränken in den letzten beiden Jahren, weil eben ein Gehalt völlig weg fiel. Das geht. Wir haben an Ausgaben gespart und ein wenig vom Ersparten gezehrt. Und wir würden es wieder so machen. Der Beziehung zwischen meinem Mann und meinem Sohn hat es sehr gut getan - und wir beide als Ehepartner fühlen uns rundum gleichberechtigt und gleichverpflichtet, sowohl was den Umgang mit unserem Sohn als auch mit unserem Geld angeht.

Dazwischen waren wir beide gut drei Wochen zusammen zu Hause (Sommerurlaub und Umzug). Diese Phase hat uns allen sehr gut getan. Unser Sohn konnte sich langsam daran gewöhnen, dass Papa tagsüber da ist. Ich konnte mich schon ein kleines Stück weit abnabeln. Und mein Mann konnte schonmal in den Alltag mit Kind (mehr als ein Wochenende) hineinschnuppern. Der Haushalt ist immer noch nicht seine Stärke, wir mussten eben ab und an seine und meine Ansprüche abgleichen, aber er hat das toll gemacht. Da ich auch ein Jahr zu Hause war, weiß ich zu schätzen, wie er den Job bewältigt hat.

Mein Mann würde es wie gesagt nochmal machen. Er hat es genossen, so viel Zeit mit unserem Sohn verbringen zu können.
Allerdings ist auch eine dicke Haut gefragt. Nicht nur in Bezug auf blöde Bemerkungen von einzelnen anderen Männern, sondern hinsichtlich der Hausfrauen. Die haben ihn zwar in der Krabbelgruppe und am Spielplatz immer freundlich begrüßt, aber eher bestaunt als ihn in ihre Gruppen wirklich aufzunehmen. Das war vor allem für unseren Sohn schade, weil es so kaum zu "privaten" Kontakten mit gleichaltrigen Kindern kam. Er ist (dennoch?) ein sehr soziales Kerlchen, der sich jetzt innerhalb von zwei Wochen ohne Probleme bei der Tagesmutter (Vollzeit) eingewöhnt hat.

So, das war viel #bla
Wenn Du noch mehr wissen möchtest, melde dich!

LG,
schnuggel mit (heute noch) 2 Männern zu Hause;-)