mir wurde eingeredet mein vater ist ein KINDERSCHÄNDER.... #zitter

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von lara811 04.12.09 - 23:21 Uhr

Hallo, langsam glaube ich, ich habe wirklich einen knacks erlitten.
zu meiner geschichte:
als ich 4 jahre alt war, haben sich meine eltern getrennt.mein stiefvater und meine mutter lernten sich schon vor der trennung kennen.

mit ca 16 jahren fragte ich meine mutter warum sich meine eltern getrennt haben und warum er im gefängnis war.sie erzählte mir, dass sie ihn dabei erwischt hat, wie er kinder aus unserem haus sexuell missbraucht hat. :-( außerdem erzählte sie mir, dass er sich nicht um uns kinder gekümmert hat.
das gab mir schon zu denken, denn ich hatte ihn ganz anders in erinnerung.
ich hatte ihn als lieben fürsorglichen vater in erinnerung...was ich von meinen stiefvater und mutter nicht behaupten kann.
sie haben uns täglich verprügelt, missachtet ect. wir mussten verschimmeltes essen essen usw.

mit ca 25 habe ich den kontakt zu meinem leiblichen vater gesucht und er hatte sich riesig gefreut.

da ich ihn mit fragen gelöchert hatte und er mir nicht beweisen konnte, dass er unschuldig ist....hatte er seine stasiakte angefordert und sie mir zur verfügung gestellt.

Tja, mein vater sollte mit seinen 21 jahren seine eigene familie beschatten....was er verweigert hatte.....
dafür sollte er bestraft werden. die stasi hatte mitbekommen, dass mein stiefvater und meine mutter ein verhältnis miteinander hatten und sahen dies als gefundenes fressen. meine mutter hat gegen ein trabant, größere wohnung ect.... die stasi unterstützt.

meine frage an euch: wie wirkt meine geschichte auf euch? nehme ich mir alles zu sehr zu herzen oder ist es tatsächlich schlimm was mir passiert ist?

ich bin am überlegen eine therapie zu machen....weiß aber nicht genau, ob ich mich damit zum affen mache. :-(((

Beitrag von jolleblom 04.12.09 - 23:43 Uhr

Harter Tobak....


also,ja... ich finde deine geschichte schlimm. dein vater wurde dir aufgrund seiner angeblichen taten entzogen (ob es stimmt scheinst du ja noch immer nicht zu wissen)

davon mal ab, kommt die miese vergangenheit mit mutter und stiefvater, die nun wirklich schrecklich gewesen sein muss.

ja, ich denke du solltest eine therapie machen. dich wird auch ganz sicher weder jemand auslachen noch dich nicht ernst nehmen.


deine vergangenheit beschäftigt dich, das du sie in deine gegenwart einbaust. du hast es weder losgelassen noch verarbeitet.


also such die einen netten therapeuten/in. deine bereitschaft hierfür ist da, also nutze sie.

ich müsste auch meine vergangenheit aufarbeiten, aber meine bereitschaft ist nicht da ;-)


lg melanie

Beitrag von lara811 04.12.09 - 23:48 Uhr

hallo melanie, danke für deine antwort.ich hoffe, deine vergangenheit macht dich nicht verrückt...

mir geht es wohl wie dir.ich weiß das ich eine therapie brauche, traue mich aber nicht zur psychologin zu gehen, hmpf.

wünsche dir alles gute für die zukunft und viell. schaffst du den schritt zu einer therapie doch nochmal.

Beitrag von jolleblom 04.12.09 - 23:57 Uhr

nein, es macht mich nicht zu sehr verrückt. ab und an mal, aber ich bin mit den jahren ein guter "maurer" geworden. bei bedarf lasse ich die mauer meterweise ansteigen und dann kommt erstmal nichts mehr an mich ran. ob das gut ist... keine ahnung. aber verdrängen hilft den alltag zu meistern.


bei mir liegt es nicht mal daran das ich mich nicht hin traue. es ist eher so, das ich mir sage , jemanden fremdes geht es nicht an. schon gar nicht wenn man fürs reden bezahlen muss und er dementsprechend auch gar kein interesse an der eigenen person hat. ich ziehe nicht gerne blank. allgemein nicht und vor fremden schon gar nicht. zumindest nicht von angesicht zu angesicht.

ich glaube für mich wäre die telefonseelsorge etwas, grins. reden, jémanden der zuhört, auflegen und den jenigen niemals kennenlernen ;-)



aber du, kannst dir vorstellen hin zu gehen, also mach es. wenn er/sie dir unsympatisch ist oder du dich nicht gut dabei fühlst, geh einfach nicht nochmal hin.
#

aber wenn du die bereitschaft schonmal hast, probiere es :-)



ich wünsch dir alles liebe


gruss melanie

Beitrag von herzensschoene 05.12.09 - 19:00 Uhr

hallo melanie,

das verdrängen ist eine gerngenutzte und schnell wirksame methode.

aber was ist, wenn es einmal nicht klappt. und meistens klappt es nicht, wenn man es gerade überhaupt nicht gebrauchen kann.

ein therapeut wird nicht fürs zuhören bezahlt. glaub nicht, dass eine therapie so einfach ist, dass man nur quatscht und alles ist okay.

in einer therapie wird erstmal durch fragen des therapeuten erarbeitet, wo das problem liegt. danach wird eine therapieform ausgesucht. die eigentliche therapie beinhaltet das üben von strategien mit schlimmen erlebnissen umzugehen.

da gibt es viele verschiedene übungen, die ich hier nicht alle aufzählen kann, weil ich sie auch garnicht alle genau beschreiben könnte.

telefonfürsorge wäre ein erster schritt.

ich glaube dir, dass das alles schlimm für dich ist, nur verdrängen ist die ungünstigste lösung, weil du hast es ja nicht wirklich so verdrängt, so dass es nicht mehr da ist. du ziehst halt nur ab und zu eine mauer drum rum. für den augenblick ist es dann weg, aber nicht wirklich.

viele grüße maren

Beitrag von tigerin73 05.12.09 - 11:17 Uhr

Heftig! Lass dich erst mal #liebdrueck!
Zu deiner Geschichte fallen mir gleiche mehrere Gedanken ein:

1. Wenn in der Stasi-Akte nichts von einer Vergangenheit als Kinderschänder steht, ist er vermutlich unschuldig (ich glaube, die haben da ziemlich gründlich spioniert:-[).

2. Ich denke mal, diese Geschichte wurde in die Welt gesetzt, um dich von ihm fernzuhalten. Wie in diesem Regime mit Menschen umgegangen wurde ist das Allerletzte!

3. Ja, du solltest das alles aufarbeiten und dann für dich die Konsequenzen ziehen. Offensichtlich ist bei dieser Sache nicht dein Vater der Böse, sondern deine Mutter mit dem Stiefvater.

Lass dir Zeit, das alles zu verarbeiten und werde nicht ungeduldig. Und wenn du bereit bist, eine Therapie zu machen, dann tu es - dadurch wird zwar nichts ungeschehen, aber du lernst damit umzugehen.

Gruß

tigerin73

P.S. Mich wundert wirklich, wie manche Menschen diesem "Staat" noch nachtrauern können #gruebel:-[

Beitrag von amory 05.12.09 - 11:35 Uhr

deine geschichte kommentiere ich jetzt nicht, aber deine letzte frage kann ich dir beantworten:

wenn du das gefühl hast, dass du was aufzuarbeiten hast, dass du mit jemand neutralem regelmäßig über deine vergangenheit reden möchstest, um damit abzuschließen,
dann mach eine therapie.
das ist nicts shclimmes, im gegenteil.
ich habe wegen viel weniger iene geamcht und es hat mir enorm geholfen.

gruß, amory

Beitrag von herzensschoene 05.12.09 - 12:22 Uhr

"ich bin am überlegen eine therapie zu machen....weiß aber nicht genau, ob ich mich damit zum affen mache. (("

ich arbeite in der psychiatrie und weiß, dass fast jeder patient die angst hat, dass er sich blamiert, weil der therapeut denkt, dass das problem doch garnicht so schlimm ist.

ob du eine therapie brauchst oder nicht entscheidest ganz alleine du. kein therapeut der welt wird dich darin nicht unterstützen.

der umstand, dass du dich mit deiner geschichte an uns gewendet hast, zeigt mir deutlich, wie schlecht es dir geht. und dazu hast du alle rechte der welt. du hast eine schreckliche kindheit gehabt und darfst dir auf jeden fall hilfe holen.

ich wünsche dir viel erfolg mit einer therapie.

viele grüße maren

Beitrag von lisasimpson 05.12.09 - 12:52 Uhr

"meine frage an euch: wie wirkt meine geschichte auf euch? nehme ich mir alles zu sehr zu herzen oder ist es tatsächlich schlimm was mir passiert ist? "

Oh mein Gott- JA!
Das sit mehr als "schlimm",
ich finde es für Kinder schlimm, wenn Eltenr sich trennen, ich finde es schlimm, wenn sie in diktaturen groß werden müssen ich finde es schlimm, wenn menschen politisch verfolgt werden, ich finde es schlimm, wenn Kinder gealt erleben müssen, ich finde es schlimm wenn Kinder mißachtung empfinden, ich finde es schlimm, wenn Kinder belogen werden, ich finde es schlimm, wenn Kinder denken, ihre eltern wären "schlecht", weil das immer auch suggeriert ein "teil von ihnen" sei "schlecht", ich finde es schlimm, ... ach mein gott, diese liste könnte ich ja endlich fortsetzten und so gut wie alles davon ist in deine Leben passiert- ja, das ist schlimm!



"ich bin am überlegen eine therapie zu machen....weiß aber nicht genau, ob ich mich damit zum affen mache. (("

ich bin familientherapeutin und kann dir nur raten: ja, mach eine therapie. und NEIN! du machst dich keienswegs zum affen!

lisasimpson



ich bin am überlegen eine therapie zu machen....weiß aber nicht genau, ob ich mich damit zum affen mache. ((

Beitrag von anyca 05.12.09 - 14:43 Uhr

Ich finde die Geschichte echt heftig!

Und eine Therapie kannst Du IMMER machen, wenn Dir irgendetwas sehr nahegeht und Du Unterstützung haben möchtest. Ob etwas für Dich schlimm ist oder nicht, kannst ja nur DU entscheiden!

Beitrag von fruehchenomi 06.12.09 - 11:59 Uhr

Fakt ist LEIDER, dass viele Mütter zur gemeinsten Waffe greifen, um ihren Ex zu diffamieren - er habe sich an Kindern vergriffen. Kenne ich leider aus der eigenen Gottseidank weiter entfernten Verwandtschaft auch so.
Fakt ist aber auch, dass Kinderschänder oft "ganz normale" Papis sein können.
Aaaaaaaaber- ich gehe davon aus, dass ganz sicher davon was in seiner Stasiakte gestanden wäre - denn wenn jemand gründlich recherchiert hat, dann wohl diese Einrichtung.
Die ganzen Stasi-Schweinereien samt Folgen erlaube ich mir nicht zu bewerten, da ich das nicht kenne, weil aus dem Westen.
Wenn DU meinst, eine Therapie zu brauchen, dann mach sie - Du weißt dann aber noch immer nicht, hat er oder hat er nicht....
Was würde ich tun....auf Teufel komm raus versuchen, mit ZEITZEUGEN zu reden, die nicht aus der Familie kommen. Am besten ehemalige Polizisten aus dieser Zeit.
Wenn keiner was von diesen Vorwürfen weiß, dann hat Deine Mutter definitiv gelogen - aus die Maus - und damit würde ich sie auch knallhart konfrontieren, ob sie damit glücklich ist, so eine Schweinerei auf dem Gewissen zu haben.
Die Therapie ist die eine Sache, monatelang über etwas reden, was keiner genau weiß und ach und weh und tiefenpsychologisch in irgendwas rumzuwühlen, was man womöglich eh nicht ergründen kann....
Mir wäre lieber, Fakten zu wissen und dann den Betreffenden um die Ohren zu haun, warum sie das gemacht haben !
Überlegs Dir mal.
LG Moni

Beitrag von wort75 07.12.09 - 09:46 Uhr

wie die geschichte wirkt? wie ein guter script für ein drehbuch. für nicht-deutsche ist alles was mit stasi etc. zu tun hat sowieso irgendwie nicht fassbar.

lass etwas zeit ins land gehen. dann guck nochmals die akten durch. ist das denn wirklich alles passiert - sind die dinge wahr?

red mit deiner mutter was da los war - zeig ihr ggf. kopien der unterlagen. versuch das zu klären.

halte kontakt zu deinem vater. du musst ihn aber nicht als held verehren oder dich ihm verpflichtet fühlen. du kannst an der sache nichts dafür. es gab und gibt auch heute kaum einen besseren plan um männer für alle zeiten unmöglich zu machen, als ihnen einen kindsmissbrauch vorzuwerfen. auch ganz ohne stasi oder ähnliches.

ob du eine therapie brauchst bezweifle ich. du wirkst etwas durch den wind - aber stark. du hast mit der vergangenheit (stiefvater / mutter) offenbar irgendwie abschliessen können. da kriegst du auch das noch hin. wenn nicht - therapeuten gibts genau dafür.