Mal Freund, mal nicht - Kind sehr traurig, wie verhalten ?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von susannewerner1 05.12.09 - 20:48 Uhr

Hallo,

ich habe mal eine eher etwas komische Frage in Bezug auf Kindergartenfreundschaften.

Mein Sohn wird diesen Monat 4 und geht jetzt seit knapp einem Jahr in den Kindergarten. Dort ist ein Junge, den er von Anfang an sehr mochte und dieser Junge ihn auch. Bis sich sich die Mutter des Jungens einem anderen Jungen annahm (Integrativkind). Daraus entstand dann mehr oder weniger eine Freundschaft. Darunter hat mein Sohn sehr gelitten #heul
Gut, muss er halt auch klar kommen damit. Er wird in seinem Leben noch öfters solche Erfahrungen machen.

Jetzt ist es aber so, dass dieser Junge immer dann mit meinem spielt und zu ihm sagt, er wäre sein Freund, wenn dieser andere Junge nicht da ist.

Wenn dieser andere Junge da ist, dann ist mein Sohn nicht mehr der Freund und er will nichts mit ihm zu tun haben. Mein Sohn weint dann immer, wenn ich ihn aus dem Kindergarten abhole.

Im nächsten Jahr kommt dieses Integrativkind in die Schule. Aber ich möchte nicht, dass dann mein Sohn den Lückenbüser spielt.

Ich finde dieses Verhalten irgendwie fies, weil ich das von meinem Sohn so nicht kenne.
Mein Sohn hat zwar noch keinen besten Freund, ist wahrscheinlich noch zu früh. Er hat viele Freunde, mit denen er spielt.

Wie soll ich mich denn verhalten? Inzwischen mag ich den Jungen auch gar nicht mehr mit zu uns nehmen, was wir auch ab und an gemacht haben, um die Großeltern ein bisschen zu entlasten.

Liebe Grüße

Susanne #klee

Beitrag von silver206 05.12.09 - 21:31 Uhr

Hallo Susanne,

ich mache mir da auch so meine Gedanken, wenn es auch bei uns ein wenig anders gelagert ist. Tobi hat einen Freund, Niklas. Und Tobi ist so anhänglich bei Niklas, das ist schon nicht mehr schön. Aber Niklas sagt auch, dass Tobi sein Freund ist. So weit, so gut. Es ist aber so schlimm, dass meiner heult, wenn er nach dem Anziehen zum rausgehen im Kindergarten nicht neben Niklas sitzen kann, weil da schon jemand sitzt.

Er spielt auch mit anderen Kindern- das ist gar kein Problem, aber nur Niklas ist sein Freund. Tobi meint auch, dass man nur einen Freund haben kann.

Ich frage mich auch, ob das so gut ist(diese Anhänglichkeit), aber ich lass ihn das alleine ausmachen.

Ich finde, man sollte sich nicht zu sehr einmischen und die Kids brauchen das einfach für ihre Entwicklung, in Konfliktsituationen klar zu kommen bzw. ihre Gefühle auszudrücken.

Ich würde mich da nicht so sehr reinhängen, sondern den Kleinen trösten, wenn er es braucht.

LG Irene

Beitrag von susannewerner1 05.12.09 - 21:48 Uhr

Hallo Irene,

#danke für Deine Antwort.

Bisher habe ich mich ja auch nicht rein gehängt. Aber mir blutet echt immer das Herz, wenn Konstantin so weint. Und ich merke auch, wie sich langsam eine Antipathie gegenüber dieses anderen Jungen entwickelt.
Klar versuche ich immer, ihn zu trösten. Ich sage ihm allerdings auch, dass er sich dann einen anderen Jungen zum Spielen aussuchen soll.

Ist halt alles ein bisschen schwierig. Er wird auch noch einige Trennungen durchmachen müssen, weil er der Einzige aus seiner Gruppe ist, der erst ein Jahr später wie alle anderen in die Schule kommt. Da graut mir auch davor. Aber ich hoffe, wir können dann irgendwie die Vorschulgruppe so zusammenstellen, dass er dann auch mit diesen Kindern eingeschult wird und dann nicht wieder eine Trennung hat.

Liene Grüße und einen schönen #nikoTag

Susanne #klee

Beitrag von tanteju78 06.12.09 - 03:50 Uhr

Hallo Susanne,

wie wäre es, wenn ihr mal ein anderes Kind zu euch nach Hause einladet? Vielleicht entwickelt sich dann daraus auch eine Freundschaft?

LG,
Ju

Beitrag von susannewerner1 06.12.09 - 10:00 Uhr

Guten Morgen, Ju,

das machen wir ja.
Ich gehe von Montags bis Mittwochs ganztags arbeiten und Donnerstags, sowie Freitags kommen immer irgendwelche Kinder zu uns. Mal mit Mama, mal ohne.
Warum Konstantin gerade an diesem Kind so hängt weiß ich nicht.
Es macht ihn jedenfalls immer wahnsinnig traurig, wenn dieser Junge zu ihm sagt, dass Konstantin heute nicht sein Freund ist, weil der Dennis da ist. Ein anderes, wenn Dennis nicht da ist, ist Konstantin gut genug zum spielen. Und das ärgert mich einfach, weil ich es so nicht kenne.
Aber wie gesagt, bin ich da ja persönlich (durch mein Kind) davon betroffen. Konstantin ist halt so nicht.

Beispiel: Wir treffen uns öfter mal mit einer Bekannten, deren Sohn sehr roh ist. Aber dieses Kind ist dennoch Konstantin's "Freund". Konstantin sagt dann immer: Mama, der ....... war heute wieder mal ganz schön böse, aber er ist trotzdem mein Freund.

Ohne angeben zu wollen, ist Konstantin einfach liebenswert, nett und unkompliziert im Umgang mit anderen Kindern. Das bekomme ich oft bestätigt. Natürlich schlummert auch in ihm manchmal ein kleines "Teufelchen".

Liebe Grüße

Susanne #klee

Beitrag von visilo 06.12.09 - 10:35 Uhr

"Ohne angeben zu wollen, ist Konstantin einfach liebenswert, nett und unkompliziert im Umgang mit anderen Kindern. Das bekomme ich oft bestätigt"

Vielleicht ist das das Problem. Mein Sohn hat auch einen besten Freund im Kiga, wenn der nicht da ist spielt er mit einem Kind was auf die Beschreibung deines Sohnes paßt, aber nur dann weil es ihm einfach zu langweilig wird mit dem Kind zu spielen was zu allem ja und ahmen sagt. Dieser Junge hat auch keine festen Freundschaften weil er einfach zu angepaßt ist, das ist den anderen Kindern auch langweilig.

Ermuntere deinen Sohn andere Freunde zu finden und sich dort auch mal durchzusetzen, denn unkompliziert ist nicht immer das optimale;-).



LG

visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von susannewerner1 06.12.09 - 15:59 Uhr

Nur weil mein Kind nicht so ein Rabauke ist, heißt das doch nicht, dass er angepasst und langweilig ist. #aerger

Das Verhalten dieses Jungen, der sich letztendlich wie Dein Sohn verhält ist einfach fies. So sehe ich das und ich möchte nicht, dass mein Sohn zum Lückenbüser herhält.

Mein Sohn hat durchaus ein gesundes Selbstvertrauen und er hat auch genug andere Freunde. Er ist nur eben immer wieder über das Verhalten dieses Jungen erschüttert, weil er selbst nicht so ein "fieses" Verhalten an den Tag legt.

Susanne

Beitrag von visilo 07.12.09 - 09:58 Uhr

Wenn er doch genügend andere Freunde hat dann verstehe ich dein Problem nicht#kratz warum läßt er sich dann immer wieder auf den anderen Jungen ein?

Sag ihm halt er soll sich von ihm fernhalten und das Problem ist erledigt. Bei uns klappt das.

Warum ist es übrigends fies mit einem Kind zu spielen mit dem sonst keiner spielen will? Verstehe ich jetzt nicht. Mein Sohn sagt diesem Kind weder das er sein Freund ist ( mit diesem Begriff geht er sehr sparsam um und er bezeichnet nur sehr eng vertraute Kinder als Freunde) noch das er es nicht mehr ist.
Außerdem ist mein Sohn schon in Behandlung weil er Probleme im Sozialverhalten hat aber nicht weil es irgendwer fies von ihm findet wenn er mit einem Außenseiter spielt, sonder weil er ( wie der Therapheut es so schön ausdrückt) soziale Anpassungsschwierigkeiten hat, diese kommen von einer starken Sprachentwicklungsstöhrung ( mein Sohn weiß sehr wohl wie unangenehm es ist von anderen Kindern ausgelacht und gehänselt zu werden das hat er fast 2 Jahre lang im Kiga erfahren dürfen).

LG
visilo+Lukas (16.11.04)

Beitrag von susannewerner1 07.12.09 - 19:03 Uhr

Hallo visilo,

Du hast mich ja völlig falsch verstanden.

1. mag mein Sohn diesen Jungen total und spielt gerne mit ihm. Dieser Junge bezeichnet meinen Sohn auch als seinen Freund, wenn der andere Junge nicht da ist. Und wenn dann der andere Junge da ist, dann will er von meinem Sohn nichts mehr wissen und mein Sohn ist dann auch nicht mehr der Freund. Das finde ich fies !

2. Ist mein Sohn kein Kind, mit dem keiner spielen will.
Deswegen verstehe ich auch nicht, warum er sich immer an dieses Kind hängt und dann enttäuscht wird.

Du hattest nur in Deiner 1. Mail geschrieben, dass Dein Sohn sich so verhält, wie dieser Junge und deswegen habe ich geschrieben, das ich dieses Verhalten fies finde. Nicht mehr und nicht weniger.

Darf ich fragen, warum Dein Sohn eine so starke Sprachentwicklungsstörung hat ?
Liegt es daran, dass er zweisprachig aufwächst ?

Gruß

Susanne #klee

Beitrag von visilo 09.12.09 - 10:53 Uhr

Hallo Susanne,

warum Lukas Probleme mit dem Sprechen hat kann uns keiner sagen. Er hat einen recht hohen IQ, daran kann es also nicht liegen. Er hat aber eine auditive Wahrnehmungsstöhrung, das könnte einer der Hauptgründe für die Probleme sein. Genau konnte uns das keiner trotz sehr ausführlichen Tests sagen.
Allerdings hat er sprachlich sehr aufgeholt.

Zu seinem 4. Geburtstag war er sprachlich auf dem Stand eines ca 2,5 jährigen Kindes jetzt zum 5. Geburtstag ist er auch auf dem Stand eines 5-jährigen, ich denke es hat nur der Kick gefehlt sich besser zu konzentrieren und besser zuzuhöhren, vor einem Jahr konnte er 10 Buchstaben garnicht bilden und hat auch nicht den Unterschied zwischen den einzelnen Buchstaben gehöhrt, mitlerweile erkennt er alle Buchstaben ( vom Klang her) und hat angefangen zu schreiben.

Ob es wirklich an den zwei Sprachen liegt wissen wir nicht, uns wurde aber von allen Ärzten gesagt das hätte genausogut bei einem Einsprachigen Kind vorkommen können. Lukas hat recht früh beide Sprachen problemlos verstanden, doch sprechen kann er fast ausschließlich deutsch, selbst nach 3 Wochen Ungarnaufenthalt alleine mit den Großeltern sprach er kein Wort ungarisch sondern nur deutsch, er kennt alle Wörter und kann auch sofort vom Ungarischen in´s Deutsche übersetzen aber umgekehrt will ( oder kann) er garnicht.

LG
visilo+Lukas (16.11.04)