Mein Sohn stört den Unterricht

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von becky1979 09.12.09 - 14:43 Uhr

hallo ihr lieben,

ich habe ein Problem mit meinem Sohn und ich hoffe, Ihr könnt mir vielleicht helfen.
Also, mein Sohn wird jetzt im Januar 7 Jahre alt und ist im September zur Schule gekommen. Anfangs war er begeistert, alles lief supi, er verstand sich mit den Lehrern und auch alle Schüler kannte er schon, da seine Vorschulgruppe geschlossen in eine Klasse kam. Seit ein paar Wochen nun bekomme ich Anrufe von den Lehrern, weil er den Unterricht stört. Entweder redet er laut dazwischen, turnt mit anderen Jungs in der Klasse rum oder stellt einfach auf stur und boykottiert den unterricht. Ich habe es mit schimpfen probiert, das störte ihn gar nicht. Dann habe ich mir ein Belohnungsplan ausgedacht, in dem Aufkleber geklebt werden, wenn er artig war und bei einer bestimmten Anzahl gab es eine Belohnung. Lief anfangs super, aber das kümmert ihn inzwischen auch nicht mehr.

Um es vorweg zu nehmen: mein Kind hat kein ADHS und ist auch nicht hochbegabt, denn das sind ja immer die ersten Vermutungen. Mein Kind ist beliebt in der Schule, ist eigentlich ein sehr ruhiger und verschlossener Junge, hat viele Freunde und kommt im Unterricht auch gut mit.

Was kann ich nur tun? Es ist nicht gerade prickelnd von den Lehrern angerufen zu werden, denn man fängt schon an stark an sich als Mutter zu zweifeln...

LIebe Grüße

Rebecca

Beitrag von leiahenny 09.12.09 - 14:57 Uhr

Du solltest lieber an dem Lehrer zweifeln.
Es ist sein Job in der Schule mit den Jungs klar zu kommen und nicht deiner. ( Sonst würdest Du ja da arbeiten)

Sprich mit anderen Eltern ob da das gleich abläuft ( insbesondere bei Jungs) teilweise suchen Lehrer bei Eltern
Zuspruch für Ihre Probleme.
Ansonsten ist besuch mal den Unterricht und schau den Herren an.

Beitrag von shorty23 09.12.09 - 15:03 Uhr

Aber den Bildungs- und Erziehungsauftrag haben doch Schule UND Eltern und nicht nur die Lehrer oder sehe ich da was falsch? Klar ist es die Aufgabe der Lehrer für ruhigen Unterricht zu sorgen, trotzdem haben die Eltern die Aufgabe die Lehrer darin zu unterstützen!

Beitrag von becky1979 09.12.09 - 15:08 Uhr

Genau das ist es ja was ich möchte... nur wie kann ich mein Sohn UND die Lehrer Unterstützen. Ich hatte schon ein Lehrergespräch und muß sagen, die Lehrkräfte dort sind offen für alles und wir arbeiten wirklich gut zusammen....

Beitrag von renate61 09.12.09 - 15:53 Uhr

Wenn ich solche Antworten lese kommt mir die Galle hoch.
Hast du eigentlich wirklich eine Vorstellung davon wie Unterricht heutzutage abläuft?Man kann Erziehungsmassnahmen wohl kaum auf den Lehrer abwälzen.Es stört ungemein den Unterricht wenn ein bis mehrere Schüler sich nicht an die Abmachungen halten.Was ist denn mit den Schülern die in ihrer Arbeit gestört werden.Und wie bitteschön soll der Lehrer das Verhalten eines störenden Kindes beeinbflussen?

Nun zum ursprünglichen Problem.Du schilderst das dein Sohn eigentlich ein verschlossenes zurückhaltendes Kind ist.Da liegt ja die Vermutung nahe das er in seiner Unsicherheit Unsinn macht um von den anderen anerkannt zu werden.Ich würde auf jeden Fall ein persönliches Gespräch mit dem Lehrer suchen.Gemeinsam an einer Lösung arbeiten und die getroffenen Vereinbarungen konsequent einhalten.

Beitrag von arthurmama 09.12.09 - 15:32 Uhr

Hallo Rebecca,

ich glaube Ihr seid kein Einzelfall und heutzutage werden schon bei kleinsten Unartigkeiten die Eltern einbezogen - mag gut oder schlecht sein, ein Zeichen von Bequemlichkeit oder Überforderung, .... - egal!

Bei uns gabe es das auch in der 1. Klasse. Ergebnis: die Lehrerin hat ein System eingeführt mit Belohnung und "Bestrafung" und Eskalationsstufen zu Eltern, Direktor, ..... Hat bei 90% der Kinder funktioniert.

Jedes Kind hat jeden Tag entweder einen roten, gelben oder grünen Punkt bekommen, je nach Benehmen.

Für jeden roten Punkt gab es einen Eintrag nach Hause.
Die Kinder mit 3 roten Punkten / Woche haben einen Eintrag nach Hause bekommen und die Eltern wurden in die Schule eingeladen.
Hat das nichts genutzt wurde ein Gespräch mit Lehrer, Eltern und Direktor geführt (Schule ist recht klein ;-)).
Hat das nichts genutzt gab es automatisch eine "Bedenkzeit" (halber Tag) zunächst im Lehrerzimmer und dann zuhause (halbtags).

Hatte die ganze Klasse einen Monat lang nur grüne Punkte, konnten sie eine Party mit dem Motto Ihrer Wahl machen, oder einen Film gucken - also echt was Großes - dazu kam es nie ;-)

Hatte ein Kind nur grüne Punkte eine Woche lang durfte es aus dem Klassenschatz was nehmen (Bleistift, Radierer, Spitzer, Gummibärchen, ...)

Vielleicht machst Du das in Klein mit Deinem Sohn und forscht nicht so übermäßig nach Gründen - hin und wieder muß man sich benehmen weil es sein muß -PUNKT!

LG.

Beitrag von katjafloh 09.12.09 - 17:00 Uhr

Genau, dieses System praktiziert unsere KL auch. Scheint ganz gut zu funktionieren. Jedenfalls beschwerd sich mein Sohn nicht mehr so oft über die "Stör"kinder. ;-)

LG Katja