Wie vor Weglaufen im Altersheim schützen?

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von sternchen7778 11.12.09 - 13:02 Uhr

Hallo,

sorry, falls ich hier falsch bin. Aber wo gehört es sonst hin? Familienleben? Gesundheit? Technik? Notfalls bitte verschieben...

Es geht um folgendes:

Meine Oma ist seit ein paar Monaten im Altersheim. In dieser Zeit ist sie schon mehrfach weggelaufen. Nicht regelmäßig, mal ist ein paar Wochen Ruhe, dann mehrmals in einer Woche. Bisher nur tagsüber, letzte Woche das erste Mal frühmorgens, heute sogar mitten in der Nacht.
Die Rezeption hat schon ihr Foto dort stehen, damit es gleich auffällt, wenn sie zum Haupteingang rausgeht. Die Schwestern auf der Station sind informiert und achten besonders auf sie. Die Verwaltungschefin guckt ständig zu ihrem Fenster raus, um zu sehen, ob sie zum Haupteingang rausmarschiert.
Irgendwie schafft meine Oma es aber trotzdem. Entweder sie geht zum Nebeneingang raus, der nicht so gut einsehbar ist. Oder sie hat einfach das Glück, dass die Schwestern nicht im Schwesternzimmer sind, die Rezeptionistin beschäftigt ist etc. Besucher wissen natürlich nicht, dass sie eine der wenigen ist, die nicht raus dürfen (wg. fehlender Orientierung und der Weglauftendenz) und heben ihr eher noch die Tür auf.

Ich muss dazu sagen, dass das Heim nicht in ihrer gewohnten Umgebung ist. Sie kennt den Ort nicht. Wenn sie losläuft, hat sie völlig wirre Ziele. Es ist also vorprogrammiert, dass sie sich verirrt. Blöderweise marschiert sie ohne Jacke los. Dass draußen kalt ist, bemerkt sie nicht. Gott sei Dank wurde sie bisher immer schnell gefunden (entweder von Passanten oder den ausgeschwärmten Heimmitarbeitern).

Was können wir denn noch machen? Wir wollen sie nur ungern in ein Heim mit einer geschlossenen Abteilung stecken. Gibt es keine Bewegungsmelder o.ä., die ähnlich wie die Fußfesseln Alarm schlagen, wenn die Person einen gewissen Radius verlässt?

Vielleicht hat jemand von Euch ja auch schon Erfahrungen mit diesem Problem sammeln müssen und kann mir davon berichten.

#danke für jede Antwort.

Gruß, Sandra.

PS: Bitte antwortet mir wirklich nur, wenn ihr mir keine Vorhaltungen machen wollt von wegen "Einen alten Baum verpflanzt man nicht!", "Warum pflegt ihr sie nicht daheim?" etc. Das Thema haben wir alle durch. Es ging nicht anders.

Beitrag von fritzeline 11.12.09 - 13:07 Uhr

elektronische Fußfessel? #hicks Gibt es sowas vielleicht als "light" Version, ein Pieper der losgeht, wenn sie sich vom Grundstück entfernt?

Sonst fällt mir auch nicht wirklich was ein :-/

Beitrag von fritzeline 11.12.09 - 13:09 Uhr

Ja, gibt es:
http://www.telematik-markt.de/telematik/medizintelematik.php#fluch_oder_segen

Beitrag von engel_in_zivil 11.12.09 - 13:10 Uhr

dafür braucht man aber immer ne richterliche genehmigung. und die gibts nicht so einfach. und das ist auch oft ganz gut so.

Beitrag von fritzeline 11.12.09 - 13:13 Uhr

Nicht unbedingt, laut Link (wobei der von einem Hersteller kommt)

>>> 1. Grundsätzlich ist das Anbringen/ Verwenden eines Personen-Ortungssystems keine freiheitsentziehende Maßnahme, die einer gerichtlichen Genehmigung bedarf.

2. Rechtlich ausreichend ist eine Einwilligung des Betreuers oder Bevollmächtigten.

3. Eine gerichtliche Genehmigung ist nur in den Fällen erforderlich, in denen die Betroffenen stets und ausnahmslos am Verlassen des Heims gehindert werden sollen.<<<

Beitrag von engel_in_zivil 11.12.09 - 13:17 Uhr

ja dann muss die person selbst oder eben der betreuer zustimmen. und wenn der gesetzliche betreuer jemand vom fach ist (also nicht unbedingt ein angehöriger - was auch oft besser so ist), wird der dem auch nicht unbedingt zustimmen.

besteht wirklich eine ständige gefährdung ist es ja auch kein problem, ne richterliche genehmigung zu bekommen.

das problem bei diesen ortungssystemen ist eben, dass sie leider oft viel zu voreilig "verordnet" werden und dadurch zu noch mehr problemen führen, als gelegentliches verlassen des gebäudes/geländes.

stell dir mal vor, du wirst ständig zurückgeholt, wenn du mal in den garten willst. einfach nur, weil gerade kein personal da ist, dass dich begleiten könnte. da würdest du sicher auch irgendwann ausrasten oder depressiv werden oder oder oder. und dann hat das personal noch mehr arbeit und doch nicht mehr zeit...



Beitrag von fritzeline 11.12.09 - 13:31 Uhr

Natürlich muss sowas im Einzelfall geprüft werden, das ist schon richtig.

Beitrag von 3296 11.12.09 - 13:08 Uhr

Hallo!!

Also bei uns in Österreich ist es gang und gebe, einen Chip in die Schuhe/Socken zu geben.... sobald die Person eine Lichtschranke passiert (meist der Eingangsbereich oder auch schon die Stationstür), geht bei der Schwester ein Alarm.
Leider ist es schwierig geworden, diese glorreiche Erfindung zu verwenden, da es ein Patientenschutzgesetz gibt, welches auf die Freiheiten der Patienten achtet. Wir dürfen zum Teil nicht einmal mehr Bettgitter anbringen - mit der Folge von schweren Verletzungen bei Stürzen. Der Gesetzgebung ist das egal - Hauptsache die Patienten sind frei#klatsch

lg, SANDRA

Beitrag von engel_in_zivil 11.12.09 - 13:13 Uhr

ja also das mit dem bettgitter ist immer so ne sache. ne genehmigung gibts eben nur bei eindeutiger selbstgefährdung. wenn dem wirklich so ist, müssen sich da die gesetzlichen betreuer drum kümmern, dass es ne richterliche verfügung gibt.

in unserer wohngruppe wird es bei leuten, die noch recht fit sind so gehandhabt, dass wir sie fragen, ob sie das gitter oben haben wollen. mal wollen sie eben und mal nicht. aber auch das muss vom gesetzlichen betreuer abgesegnet sein!

Beitrag von mansojo 11.12.09 - 14:35 Uhr

das mit den Bettgittern ist mit Vorsicht zu genißen

gibt genug die rüberklettern und dann runterknallen
dann haben wir nich mehr die orthopödische sondern die neurologische Höhe

es gibt kein Patenrezept
ich würde auf alle Oberteile Name und Adresse schreiben


liebe Grüße Manja

Beitrag von sunnygirl81 11.12.09 - 23:05 Uhr

Auch diese SEnsoren funtkonieren nicht immer.

Ein Alters- Pflegeheim ist keine geschlossene Anstalt, ist ist ein WOHNHEIM.

Eine Möglichkeit ist eine Plakete mit dem Namen des Heimes und einer Telefonnummer vom Heim, ich glaube das kapiert jeder gleich der sie sieht. Die Schwestern müssen nur drauf achten, dass sie diese am morgen ihr drauf geben. Funktioniert leider nicht, wenn die OMa so clever ist und das abmacht.

LG
Martina

Beitrag von engel_in_zivil 11.12.09 - 13:08 Uhr

also ein altenheim ist kein gefängnis und so lange es keine richterliche anordnung gibt, dass deine oma in eine geschlossene abteilung muss, könnt ihr da gar nichts machen.
selbst die einrichtung ist nicht verpflichtet, ständig ein auge auf deine oma zu haben. natürlich machen es die einrichtungen trotzdem so gut es geht, um eben ärger zu vermeiden. aber deine oma ist nach wie vor ein freier mensch und sie darf ihrer freiheit nicht beraubt werden!

ich arbeite in nem wohnheim für behinderte und da geschieht es auch gelegentlich, dass die bewohner das gelände verlassen, ohne sich "abzumelden". natürlich ist das nicht schön, vor allem wenn sie die gefahren im straßenverkehr nicht einschätzen können. aber heutzutage wird keiner mehr weggeschlossen, nur weil er nicht mehr topfit ist und das ist auch gut so!

das einzige, was die station machen könnte, ist, glöckchen an die tür zu machen. aber das wars dann auch.


lg

Beitrag von zwiebelchen1977 11.12.09 - 13:13 Uhr

Hallo

Bei uns hatten macnhe Bewohner, die wegliefen, so eine Fussfessel.

Wenn der Bewohner das Haus verliess, ging ein Alarm aufunsere Handys und wir wussten Bescheid und konnten hinterher.
Die Chos wurden unter die Schuhe der betroffenen geklebt.

Bianca

Beitrag von zwiebelchen1977 11.12.09 - 13:14 Uhr

Hallo

Meinte, die Chips.

Bianca

Beitrag von januar1981 11.12.09 - 13:18 Uhr

Es gibt doch auch Gerontostationen, die geschlossen sind. Eben für Senioren mit Weglauftendenz. Ich hab schon in solchen Einrichtungen gearbeitet. Die Personaldichte ist höher und es hatte sichts mit "einsperren" oder so zu tun.

Der Schutz der Personen muss über der (in diesem Fall) vorgeschobenen "Freiheit" stehen. Demenzkranke laufen nicht aus freiem Willen weg, sondernweil sie nicht orientiert sind. Und das ist es eine Verletztung der Aufsicht, wenn man sie laufen lässt, wohin sie wollen.

Ivonne

Beitrag von zwiebelchen1977 11.12.09 - 13:38 Uhr

Hallo

Die Plätze dafür sind extrem begrenzt. Außerdem musst du dafür auch eine richterliche Anordnung haben.

Und mit Verletzung der Aufsichtpflicht hat das nicht direkt zu tun.
Wir waren zu3 mit 40 Bewohnern. Wenn man da in der Pflege ist, kann man solche Bewohner nicht ständig beaufsichtigen.

BIanca

Beitrag von qrupa 11.12.09 - 13:48 Uhr

Hallo

wenn ich das richtig rauslese ist deine Großmutter dement. Gibt es noch mehr Bewohner mit Demenz in der Einrichtung? In der Einrichtung in der ich gearbeitet habe gab es eine "Busstation". Einfach eien kleine improvisierte Haltestelle im Flur, wo sich immer einige der dementen Bewohner trafen um auf den Bus zu warten. das hat eigentlich immer sehr gut funktioniert und die Bewohner saßen da friedlich zusammen und man hatte sie trotzdem im Blick.

LG
qrupa

Beitrag von gunillina 11.12.09 - 16:34 Uhr

Das ist schön. Rührend, einfach und schön.:-)
Eine tolle Idee für Heime!

Beitrag von qrupa 12.12.09 - 07:30 Uhr

Hallo

ich fand die Idee auch großartig. Weil es wirklich einfach und schnell gemacht ist und sowohl dem Personal die betreeung sehr erleichtert als auch den dementen bewohnern die Möglichkeit gibt in ihrer Realität zu leben, was sich ja sowieso nicht verhindern läßt.
natürlich gibt es immer mal welche, die es doch schaffen auszureißen, aber wenn man schonmal einen Großteil vorher abfängt hat man meist nurnoch ein oder zwei auf die man ein besonderes Auge haben muß.

LG
qrupa

Beitrag von fritzeline 11.12.09 - 23:37 Uhr

Das funktioniert???
Ist ja süß irgendwie :-)

Beitrag von qrupa 12.12.09 - 07:26 Uhr

Hallo

natürlich nicht immer und bei allen. Ich habe hauptsächlich mit dementen bewohnern gearbeitet, die ja oft in einer völlig anderen Realität leben. Und wenn irgendwo ein großes Haltestellen Schild steht und ein Busfahrplan hängt, dann wird da sicher auch ein Bus kommen, der einen zum Markt/Eltern/nach Hause,... bringt. und wenn ein bewohner fragt wie er denn an diesen und jenen Ort kommt kann man ihm einfach sagen "da vorne ist dei Haltestelle". Die Bewohner sind dankbar für die "Hilfe" sitzen da zusammen, schimpfen darüber dass Busse immer verspätung haben, erzählens ich wo sie hin wollen und so traurig es ist, haben irgendwann einfach vergessen, was sie eigentlich wollten und kommen viel bereitwiliger wieder miteinem, wenn man sagen kann "ach Frau X, wenn der Bus nicht kommt, dann gehen wir eben zu Fuß" als wenn man sie kurz vorm Ausgang versucht zu überreden doch wieder mit rein zu kommen.

LG
qrupa

Beitrag von rienchen77 11.12.09 - 14:08 Uhr

da die Leute dort keine Insassen sind und noch ihren freien Willen haben dürfen sie auch selbständig das Heim verlassen...

sind sie geistig nicht mehr Fit, und begeben sich in Gefahr, müssen sie auf eine gesicherte Station....mein Schwiegervater ist auch im Heim, aber auf der Demenzstation, er ist zwar nur leicht dement, würde aber auch nächtlch spazieren gehen und das ist gefährlich...

wir konnten auch nicht mehr zu Hause pflegen, ich habe 2 Kinder und konnte mich nicht um ein 120 Kilo "Kleinkind" kümmern....ich bin während der Woche allein zu Hause, wir habens versucht... es ging nicht...

P.S.: so schrecklich ist die "geschlossene" nu auch nicht... sie machen auch Ausflüge, Feiern und sonstiges und dürfen nur in Begleitung von der Station....

es ist schon irgendwie Knast... aber.... hier ist vor kurzen erst eine Retnerin ertrunken und erst 2 Tage nach ihrer "Flucht" gefunden wurden in einen Fischteich...in Schlafzeug...

ich kenne dieses doofe Gefühl und habe auch Mitleid mit meinen Schwiegervater, aber es geht einfach anders nicht....

Beitrag von manavgat 11.12.09 - 14:49 Uhr

Peilsender!

Ich würde einen Techniker fragen.

Gruß

manavgat

Beitrag von martina75 11.12.09 - 14:59 Uhr

Hallo,
eine wirkliche Lösung für Euer Problem habe ich auch nicht parat, wir haben aber das ähnliche Problem mit der Uroma. Allerdings werden in dem Heim, in dem sie lebt, von abends ca. 19.00 Uhr bis morgens früh die Türen verschlossen, so daß dort wenigstens abends bzw. nachts niemanden "abhanden" kommt.
Ansonsten haben wir das Glück, daß das Heim an dem Ort ist, wo sie immer gewohnt hat und wo sie auch ziemlich bekannt ist, so daß man Oma auch schon mal aufgegriffen hat und zu meinen Schwiegereltern gebracht hat, weil es ja auch nicht jeder weiß, daß sie seit einiger Zeit im Heim lebt.
Aber wenn man das Problem anspricht, heisst es zwar, sie ist, wenn sie alleine unterwegs ist, außerhalb des Geländes nicht versichert, aber auch wieder, sie ist ein freier Mensch, wir können nicht auf jeden achten.
Nun, wir hoffen immer, daß nichts wirklich schlimmes passiert. Bisher ist immer alles gut gegangen.
LG,
Martina75

Beitrag von anonym5 11.12.09 - 16:09 Uhr

Hallo

Dieses Problem haben wir auch öfters mit einige unserer Bew.Leider kann man die leute nicht davor schützen.Man kann sie nur suchen und die Polizei einschalten und hoffen das nichts passiert.
Wir sind eine offene einrichtung in sofern sind uns da die hände gebunden.
Es gibt aber mittlerweile Heime die extra geschlossene Stationen haben grade für solche weg lauf Kanditaten.Aber das müsst ihr für euch entscheiden.

Amsonsten könnt ihr nur versuchen das Zimmer so zu gestalten das es vertraut wirkt also mit zu vielen persönliche gegenstände wie es halt geht.

Aber vermeiden wird sich das nie kamplätt lassen.

Alles gute für deine Oma
Bibi

  • 1
  • 2