Es werden mehr Kinder gehauen als ich dachte.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von roze 12.12.09 - 06:27 Uhr

Guten Morgen!

Wenn ich hier bei urbia mir so Beitraege durchlese, dann denke ich, dass es eher selten vorkommt, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder hauen, wenn sie nicht weiter wissen.

Ich habe eine kleine Tochter, die gerade 2 Jahre alt ist. Durch den Spielkreis, den ich mit meiner Kleinen besuche, kenne ich also einige Muetter, die Kinder im gleichen Alter haben.
Wir sind 11 Muetter. Am Anfang dachte ich, dass "nur" eine Mutter ihr Kind hauen wuerde (was ja schon schlimm genug ist), aber im Laufe der Zeit habe ich mitbekommen, dass fast alle ihre Kleinen mal verhauen, wenn sie nicht "gehorchen".#schmoll
Von den 11 Muettern sind 8 dabei, bei denen ich das miterlebt habe. Letzte Woche hat ein Kind meine Tochter gehauen (nicht schoen, kommt aber vor in dem Alter). Da kommt die Mutter angerannt, haut ihrem Sohn eine runter und sagt "Man haut nicht andere Menschen!" #schock#kratz#aerger#augen Meine Antwort darauf "Ein gutes Vorbild hat Dein Kleiner ja nicht!" Alle haben mich nur doof angeguckt, aber keiner was gesagt. Genau das selbe habe ich mal beim einkaufen erlebt. Ein kleines Maedchen hat meine Tochter gekratzt, weil meine Kleine ihr den Luftballon wegnehmen wollte. Ihre Mutter sah das, haute ihr auf den Po und sagte dieselben Worte "Man haut nicht andere Kinder! " Wo leben diese Menschen eigentlich? Sagen ihren Kindern, dass man nicht hauen darf und hauen dann selber?!#augen
Eine vom Spielkreis meinte letztens "Ich habe mal meine Tochter so verhauen, dass ich von mir selbst geschockt war. Ich habe danach unten nur noch geheult. Das war das erste Mal, dass ich M. gehauen habe. Naja, seitdem passiert mir das oefters. Aber ich stehe dazu. Wenn sie nicht hoert, dann muss sie eben fuehlen!#schmoll
Ich finde das so schrecklich!
Ich frage mich, ob sie ihre Maenner auch zu Hause verhauen, wenn sie mal nicht hoeren. Oder duerfen ihre Maenner ihnen eine scheuern, wenn sie nicht ds tun, was ihr Mann von ihnen verlangt?!

Meine Cousine verhaut ihren Kleinen auch mal ganz gerne. Sie findet es sogar in Ordnung, wenn ihre Mutter das tut, wenn sie beim Kleinen nicht weiter kommt!
Also wenn meine Mutter nur dran denken wuerde, wuerde ich ihr nie wieder meine Tochter alleine ueberlassen.

lg
roze

Beitrag von rosaundblau 12.12.09 - 07:04 Uhr

Das hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Jeder hat ein anderes Verständnis von Richtig und Falsch. Mit den Kindern werden nun mal keine Gebrauchsanweisungen und Erziehungshandbücher ausgegeben. Dein Erziehungsstil wird auch nicht jedem gefallen!

Stellt sich nur die Frage, wo hört Erziehung auf und wo fängt häusliche Gewalt an.

Beitrag von nityanandi 12.12.09 - 18:12 Uhr

die frage stellt sich hier keineswegs. gewalt ist kein erziehungsmittel und per gesetz verboten.
gemäß §1631 bgb haben alle kinder ein recht auf gewaltfreie erziehung:
"entwürdigende erziehungsmaßnahmen, insbesondere körperliche und seelische misshandlungen, sind unzulässig."
mit dem verbot körperlicher und seelischer gewalt hat der gesetzgeber klargestellt, dass misshandlungen auch nicht aus der elterlichen erziehungsrecht heraus gerechtfertigt werden können.

Beitrag von marion2 12.12.09 - 18:19 Uhr

Es ist aber nur geregelt, was alles NICHT erlaubt ist.

Wie man so ganz spezielle Situtationen in einem Mehrkinderhaushalt regelt, ist nirgends nachzulesen.

Beitrag von nityanandi 12.12.09 - 18:26 Uhr

das zu erläutern ist auch nicht aufgabe des gesetzgebers.
da gibt es genug andere institutionen...

Beitrag von marion2 12.12.09 - 19:19 Uhr

Das Gesetz schreibt mir auch vor, dass ich dafür sorgen muss, dass meine Kinder (z. B.) nicht vors Auto laufen. Wie ich das umsetze, ohne meine Kinder "zu entwürdigen" #gruebel

Beitrag von nityanandi 12.12.09 - 20:31 Uhr

finde ich nicht problematisch.

Beitrag von marion2 12.12.09 - 20:39 Uhr

Also, eins schmeißt sich auf den Boden, weil es gerade nicht dort lang geht, wo es lang möchte. Das andere läuft Richtung Straße. Du rufst und bittest es stehen zu bleiben. Es lacht und läuft weiter.

Wenn du dem zweiten Kind hinterherläufst und das erste liegen lässt, steht dieses auf und rennt in die andere Richtung (da ist auch eine Straße). Hebst du es auf, wird es sich wehren. Du müsstest es also hinter dir herschleifen. Tragen lassen wird es sich nämlich auch nicht.

Was machst du?

Beitrag von kja1985 12.12.09 - 21:37 Uhr

Ich finde es für das Kind nicht entwürdigend mal kurz gegen seinen Willen getragen zu werden um das andere Geschwisterchen einzufangen. Getragen werden tut nicht weh, geschliffen werden schon.

Allerdings sollten solche Situationen am Besten gleich vermieden werden in dem man die Kinder erzieht.

Beitrag von rosaundblau 13.12.09 - 07:28 Uhr

<<<Allerdings sollten solche Situationen am Besten gleich vermieden werden in dem man die Kinder erzieht.>>>

Du vermeidest solche Situationen also in dem Du deine Kinder zu Hause schon entsprechend erzogen hast?

Oder wie ist Dein Beitrag zu verstehen? Ich stehe da gerde auf dem Schlauch.

Beitrag von kja1985 13.12.09 - 11:30 Uhr

Ich vermeide solche Situationen in dem ich meine Kinder verkehrssicher erziehe. Weder der Kleine mit eineinhalb noch die Grosse mit vier laufen auf die Strasse. Wenn ich "Vorsicht Auto" rufe gehen beide an die Gehweginnenseite, egal wie weit sie von mir entfernt sind. Sind doch nicht doof.

Beitrag von rosaundblau 13.12.09 - 11:54 Uhr

Weder der 1 1/2-jährige noch die 4-jährige haben die selbe Wahrnehmung wie Du!

Kinder lassen sich durch Dinge und Situationen ablenken für die Du schon lange nicht mehr empfänglich bist.

Schon oft haben Mütter in dem von Dir genannnten Beispiel berichtet, sie haben STOP AUTO gerufen und das Kind habe sich entgegen der Erziehung genau dadurch animiert gefühlt los zu laufen.

Das hat nichts mit doofen oder nicht doofen Kindern zu tun. Kinder haben schlicht eine andere Wahrnehmung als Erwachsene.

Beitrag von kja1985 13.12.09 - 12:11 Uhr

Natürlich haben Kinder eine andere Wahrnehmung als Erwachsene, trotzdem kann man ein Verhalten anlernen, wie z.B. bei "Vorsicht Auto" stehen zu bleiben oder an den Rand zu gehen.

Beitrag von marion2 13.12.09 - 14:20 Uhr

Ja, kann man...




... so lange da keine Katze auf der anderen Straßenseite sitzt #augen

Beitrag von meckikopf 14.12.09 - 16:38 Uhr

Das ist ja alles schön und gut, aber aufpassen musst du/muss man trotzdem (NOCH!)

Und legst du auch noch für deine Kinder deine Hand ins Feuer, wenn auf der Straße selbst (wie z.B. ein Ball oder sonst ein interessanter Gegenstand) oder auf der anderen Straßenseite etwas Interessantes ist?#gruebel

Beitrag von marion2 13.12.09 - 14:19 Uhr

Wie ich bereits schrieb: Es lässt sich in dieser Situation nicht tragen.

Beitrag von meckikopf 14.12.09 - 16:47 Uhr

<<Ich finde es für das Kind nicht entwürdigend mal kurz gegen seinen Willen getragen zu werden um das andere Geschwisterchen einzufangen. Getragen werden tut nicht weh, geschliffen werden schon.>>


Auch alles schön und gut, aber es gibt nun mal Kinder (und JA, die GIBT'S!), die es HASSEN, getragen zu werden! Und ich weiß das deswegen so gut, weil ICH selbst als Kind nämlich solch eine Kandidatin war. Ich ließ mich nun mal NICHT (gerne) tragen und habe da mords protestiert, gestrampelt, mich steif gemacht, wie ich nur konnte und mich gewehrt? Ja, und dann? Und deswegen haben es meine Eltern auch - zumindest so gut es ging; ging halt nicht immer, aber doch des öfteren - VERMIEDEN, mich zu tragen.

Und ganz klar tut tragen nicht weh - schleifen allerdings schon - aber, wie gesagt... siehe weiter oben.

Und das stimmt auch nicht sooo ganz, wenn du sagst, dass das Tragen bzw. Getragen-Werden für das Kind nicht entwürdigend ist. Doch, das kann es sein - siehe ebenfalls weiter oben! Das Kind kann sich (wie ich damals) dann auch als klitzekleines BABY fühlen, was es nicht möchte und auch nicht ist.


Von daher behauptet ich auch nicht, dass das Tragen verwerflich ist (wäre ja auch noch schöner!) - und es ist auf jeden Fall 100 000x BESSER als das Kind (hinter sich) (her)zuschleifen oder es zu "klapsen"/hauen. Dann doch lieber diese Variante, wenn das Kind halt noch recht klein ist - das hört ja dann sowieso bald ganz von alleine auf, wenn das Kind älter und größer wird und ist.

Beitrag von meckikopf 14.12.09 - 16:57 Uhr

Dazu kann ich dir was sagen, wenn auch nicht von mir selber: Meine Mutter hat mal - vor zig, zig Jahren - die Kinder einer Bekannten gehütet, die damals auch noch recht jung waren. Das Mädel war damals vielleicht so ca. 5 und der Junge erst so zwischen 2 und 3. Und die ist auch mit denen mal weggegangen und musste Straßen überqueren und der Junge war damals auch nicht der Allerbravste, der nur artig neben meiner Mutter herging und an deren Hand blieb. So, und tragen konnte und wollte sie ihn nicht (musste ja auch noch auf deren Schwester aufpassen) und von daher nahm sie ihn GANZ, GANZ FEST (aber wirklich ganz fest; jedoch natürlich nicht sooo fest, dass es ihm wehtat und seine Hand gequetscht wurde) an die Hand, so dass er sich NICHT MEHR wegreißen und weglaufen (über die Straße rennen) konnte. Das hat als einziges wirklich funktioniert - und ich finde diese Methode gar nicht schlecht - ganz im Gegenteil. Denn der Junge wurde nicht geklapst, nicht hinterher gezogen... usw... usf... und konnte dennoch nicht wegrennen.

Und was machst DU in solchen Situationen? Schleifst du deine Töchter dann tatsächlich hinterher??? Und lassen die sich überhaupt gar nicht mehr tragen? Und das schon länger nicht mehr?
Da finde ich dann tragen (wie kia85 schon schrieb) doch weitaus humaner!

Beitrag von marion2 14.12.09 - 18:47 Uhr

Hallo,

ja, wenn nichts anderes geht, wird geschliffen. Wohl gemerkt, immer wenn die Sicherheit dies erfordert. Sonst nicht. Sonst können sie gerne auf dem Boden liegen bleiben.

Nen Klaps gibts nur, wenn Madammchen auf die Straße rennt. (Nicht so sehr, dass es wirklich weh tun könnte - ich verprügele meine Kinder nicht) Warum das besser als Reden funktioniert, weiß ich nicht - aber es funktioniert.

Gruß Marion

Beitrag von meckikopf 14.12.09 - 18:57 Uhr

Hallo Marion,

nun ja, was den KLAPS anbelangt - dazu kann man halt geteilter Meinung sein - hatten wir ja schon so oft hier.

Aber sag' mal, das SCHLEIFEN geschieht doch AUCH GEGEN ihren Willen; also, warum dann nicht gleich TRAGEN? Ich finde, dass kommt auf dasselbe heraus; nur, dass ich, wie auch kia85, tragen halt DOCH viel humaner finde.
Und noch mal - GEGEN ihren Willen ist ja BEIDES; also, kann man dann doch gleich de facto die humanere Methode wählen, oder?

Oder sie einfach so fest an die Hand nehmen, wie das meine Mutter vor Jahren mit dem ihr anvertrauten Jungen tat?


Wie gesagt, finde ich da tragen oder (etwas) fest/ER (als sonst) an die Hand nehmen (oder aber in den Buggy setzen; habt ihr keinen Buggy mehr für "Notfälle"?) als hauen und schleifen. Und ich finde NICHT, dass ein Buggy mit 2 Jahren schon zu lange und nicht mehr nötig ist. Denn wenn's denn sein muss... und irgendwas wird's bekanntlich immer geben, was die lieben Kleinen nicht wollen...


Gruß

Beitrag von marion2 14.12.09 - 19:05 Uhr

Zum Tragen: Wenns ginge, würde ich es machen. Dazu müsstest du meine Kinder kennen. Wenn sie nicht wollen, winden sie sich und versuchen abzusteigen. Die Gefahr, dass sie dabei fallen, weil ich sie einfach nicht halten kann, ist echt enorm.

Wenn ich sie fest an die Hand nehme und sie nicht laufen wollen, dann läuft das auf das Schleifen hinaus.

Den Buggy hab ich nicht immer mit. Dort müsste ich sie in solchen Situationen anschnallen, weil sie auch bei voller Fahrt schon versucht haben sich rauszustürzen. Anschnallen würde zu lange dauern, dann wäre das andere Kind womöglich schon auf der Straße.

Ich hab alles schon durch und entscheide aufgrund von Bauchgefühl und Erfahrungswerten was nötig ist und was nicht.

Im Allgemeinen klappt es inzwischen ganz gut. Aber zwei Kinder im selben Alter sind eben schwerer zu bändigen als eins. Zumal ja immer beide in der selben Entwicklungsphase sind.

Sie werden übrigens bald 3 und ich finde schon, dass wir langsam den Buggy abschaffen sollten. ;-) Naja, nächstes Jahr oder so.

Gruß Marion

Beitrag von meckikopf 14.12.09 - 20:21 Uhr

<<Zum Tragen: Wenns ginge, würde ich es machen. Dazu müsstest du meine Kinder kennen. Wenn sie nicht wollen, winden sie sich und versuchen abzusteigen. Die Gefahr, dass sie dabei fallen, weil ich sie einfach nicht halten kann, ist echt enorm.>>

Klar weiß ich, dass - auch schon die Kleinen und gerade DIE - eine enorme Kraft haben, gegen die manchmal selbst Jugendliche und Erwachsene - fast nicht oder auch nicht - ankommen!
Und fallenlassen möchte man sie ja schließlich auch nicht.

Mensch, was sind deine Töchter doch LEBENDIG - und kleine/re und junge/jüngere Kinder sind sowieso verdammt lebendig; da kann man gar nicht schnell genug gucken - wirklich der helle Wahnsinn!


<<Sie werden übrigens bald 3 und ich finde schon, dass wir langsam den Buggy abschaffen sollten.>>

Nö, das geht noch gar nicht, denn schließlich werden ja 3,5jährige und 4jährige noch im Buggy geschoben; also, von daher... - - - :-p:-)#cool

Nein, natürlich NICHT - und das war natürlich nur ein SCHERZ #rofl! Klar sollte mit 3(+) der Buggy langsam abgeschafft werden! Die sollen gefälligst nicht so faul sein, ihr Popöchen bewegen und... LAUFEN!:-) Von daher - DOCH, der gehört bald abgeschafft!

Ich wusste nicht, dass deine Zwillingstöchter BALD(!) 3 werden; dachte eher, dass sie GERADE MAL 2 wären. Dann ist das natürlich was ganz, ganz anderes.



Gruß

Beitrag von senzill 12.12.09 - 22:58 Uhr

....Mit den Kindern werden nun mal keine Gebrauchsanweisungen und Erziehungshandbücher ausgegeben....

Wäre ja auch noch schlimmer, damit wir endgültig unseren Instinkt unser Muttergefühl und unseren gesunden Menschenverstand ausschalten und nur noch auf Ratgeber hören, damit wir bloß nciht mehr selber Verantwortung für unser Handeln übernehmen müssen.

Und es ist ja wohl keine Frage, dass man ein Kind auch ohne Gewalt aufziehen kann, denn meist liegen die Fehler bei den Eltern und nicht beim Kind, denn diese wird ja von den Eltern aufgezogen, es kommt ja nicht als Tyrann auf die Welt!!

Der Vergleich mit der Straße ist ja ziemlich unpassend... natürlich muss ich meinem Kind Grenzen aufzeigen, und mal gegen seinen Willen handeln, um es vor Gefahren zu schützen aber das kann man auch ohne Gewalt machen!!

Beitrag von roze 13.12.09 - 05:28 Uhr

Guten Morgen!

Wer ein bisschen Grips hat muss keine Erziehungshandbuecher haben, um zu wissen, dass man ein Kind nicht mit Gewalt erzieht.

lg
roze

Beitrag von rosaundblau 13.12.09 - 07:20 Uhr

Guten Morgen!

Das ist leicht daher geschrieben! Immerhin hast Du doch gerade selber die Erfahrung gemacht, daß es in der Praxis oftmals anders aussieht.

Ich finde es auch leichtfertig zu behaupten das nur dumme Menschen zu Schlägen als Erziehungsmethode greifen, oder umgibst Du dich nur mit dummen Menschen?

Es scheint ja leider ein großteil Deiner Krabbelgruppe so zu handeln.

vg rosaundblau