ADHS, ich brauch dringend euren Rat!!

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von cindy1973 14.12.09 - 17:40 Uhr

Schönen guten Abend,

meine Tochter hat -vermutlich ADHS- diese Diagnose wurde im Oktober diesen Jahres gestellt. Meine Tochter hatte einen Test nach HAWK gemacht. Die Kinderpsychologin riet uns in einem langen Gespräch Ritalin ihr zu geben, da sie stark gefährdet sei. Sie sei ein intelligentes, sehr sehr kreatives Mädchen. Schon seit Jahren habe ich gemerkt, dass sie irgend wie anders ist. Als kleines Baby wollte sie nie Körperkontakt, hat so gut wie nie gehört... lernte nie aus negativen Erfahrungen, z.B. hat sie mal eine Katze gebissen und gekratzt, ein paar Tage später hatte sie wieder überhaupt keine Angst vor Katzen. Generell ist meine Tochter gegenüber allem überhaupt nicht mißtrauisch, ängstlich oder vorsichtig.. In der Schule ist sie eigentlich gut. Also typische Konzentrationsprobleme hat sie nicht. Es kommt jedoch sehr oft vor, dass sie uns anlügt, um ja keine Strafe zu bekommen. Sie vergißt viele Dinge... Na ja, die Kinderärztin gab uns jetzt Medikinet. Sie sagte auch, dass wir dann in dieser Zeit (5 Stunden) ein völlig anders Kind hätten. Ich habe panische Angst...10 mg habe ich ihr am Wochenende gegeben, damit ich sie um mich habe, falls es ihr irgendwie schlecht geht... In der Schule kann ich ihr ja nicht helfen, da bin ich ja dann nicht dabei. Ich habe zudem noch Kontakt zu einer Verhaltenstherapeutin und noch zu einem anderen Jugendtherapeut. Ich werde mich jetzt um Verhaltenstherapien kümmern, die speziell ihr helfen können. Den anderen Therapeut bat ich, sie nochmals auf ADHS zu testen. Denn irgendwie trau ich der ganzen Sache nicht. Denn nur von einem Test wurde dies diagnostiziert.... Im ürbigen haben die 10 mg Medikinet überhaupt nicht geholfen, in keinster Weise eine Wirkung! Die Ärztin sagte, wir sollen ihr jetzt 2 Kapseln geben! Am liebsten würde ich die Kapseln erst mal völlig absetzen, bis ich eine andere Meinung eingeholt habe. Ist das abprupte Absetzen gefährlich? Was meint ihr? Für jeden Rat wäre ich sehr sehr dankbar

LG Cindy

Beitrag von manavgat 14.12.09 - 17:54 Uhr

Ich halte es für sehr schlecht, hier in diesem Allgemeinforum Leute zu fragen. Die meisten haben gar keine Ahnung und davon viel.

Du solltest entweder der Ärztin vertrauen oder eine andere aufsuchen. Zweite Meinung, klar, aber dann von einer Fachfrau.

Es gibt ein Forum anderswelt oder so ähnlich. Die können Dir sicher - als Betroffene - besser Auskunft geben.

Medikamentengabe erfordert Geduld, gute vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ärzten. Wenn Du bei Medikinet nichts merkst, dann ist die Dosierung zu niedrig. Ein Kind ohne ADS würde wie ein Gummiball darauf reagieren.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cindy1973 14.12.09 - 17:57 Uhr

Danke.... Aber was meinst Du mit Gummiball?#schein

Beitrag von manavgat 15.12.09 - 10:28 Uhr

Medikamente wie Ritalin wirken bei AD(H)S paradox, d. h. umgekehrt.

Deshalb nehmen es Menschen die kein ADS haben zum Aufputschen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lauras_stern 14.12.09 - 18:44 Uhr

Hallo

ich (29) habe auch ADHS und nehme Medikinet Retard 30 mg. Hauptsache an den Tagen Mo-Fr für die arbeit.

Medikinet allg. Methyphenidat kann man sofort absetzen da es keinen Spiegel im Körper aufbaut, sondern sofort, für ein paar std. wirkt.

Ich kenn auch viele Mütter die geben ihrem Kind nur Mo-Fr für die Schulzeit Medikinet/Ritalin usw...

Liebe Grüße :-)

Beitrag von cindy1973 14.12.09 - 19:43 Uhr

Vielen Dank lauras stern,

wie hast Du denn gemerkt, dass Du ADHS hast? Wäre es eigentlich schlimm, wenn ich meiner Tochter Medikinet gebe und auf einmal wird festgestellt, dass sie doch gar kein ADHS hat? Andererseits, die 10 mg die ich ihr ja zur Zeit gebe, wirkt ja nicht, also meine Tochter ist so wie immer, wäre es denn nicht so, bei einem gesunden Kind, dass es dann total hibbelig wäre??

Danke schon mal!!!

LG Cindy

Beitrag von leiahenny 14.12.09 - 20:54 Uhr

Äh - so ganz versteh ich dich - sicher ist eine 2 Fachmeinung wichtig.
Aber welche Erwartungen hast du an das Medikament? deine Tochter wird kein anderer Mensch, sie kann nur gef. Ihre Stärken besser erfahren.
Und was heißt eigentlich in der Schule gut, ist sie nun gut oder leidet sie zum Beispiel unter ihrer Vergesslichkeit ?
Und warum hast du panische Angst ?



Beitrag von cindy1973 14.12.09 - 21:43 Uhr

Die einzige Erwartung die ich habe, bzw. die Hoffnung, dass meine Tochter endlich Dinge richtig wahrnehmen kann, wie z.B. GEFAHREN!! Nicht alle Regeln bis aufs äußerste herausprovozieren muss; sie ist stark distanzgemindert. Sie ist in der zweiten Klasse und ist eine gute Schülerin, könnte aber noch besser sein (sagt die Psychologin) in ihr würde wohl viel mehr stecken... (sagt die Lehrerin auch).

Ich habe panische Angst, weil ich eigentlich gegen Medikamente bin, immerhin sind das keine harmlosen Tabletten (die unterliegen dem BTMG) !
Ich habe jahrelang an meiner Konsequenz gearbeitet und bin jetzt an einem Punkt angelangt, dass ich nicht mehr kann. Wie oft habe ich hier schon gesessen und nur geheult, weil ich nicht mehr weiter wußte, warum verhählt mein Kind sich so? Jetzt weiß ich es wohl, es gibt einen Grund. Ich muß mich erst einmal mit dem GEdanken "anfreunden" das es wohl das Beste für meine Tochter ist, wenn sie medikinet nimmt in Verbindung mit speziellen Therapien (da stecken wir momentan in Beratungen....)

LG

Beitrag von dk2207 14.12.09 - 21:08 Uhr

Hört sich irgendwie komisch an,also meine Schwester hat einen Sohn der Adhs hat, die Phase in der er getestet wurde hat 1 Jahr gedauert erst jetzt ist es soweit das er auf Medikamente eingestellt wird...

ich hör auch die typischen dinge in deiner erzählung nicht raus deshalb würd ich vielleicht doch erst nochmal mit einem anderen kinderpsychologen der auf adhs spezialisiert ist reden,testen lassen und dann weiter sehen. der sohn meiner schwester wurde getestet weil kiga,schularzt und schule drauf aufmerksam gemacht haben,er macht zb auch ergotherapie.

frag doch mal wie die lehrerin oder der lehrer das sieht wie sie sich verhält usw.

das lügen ist doch nicht typisch für adhs,das tun doch alle kinder mal....

Beitrag von cindy1973 14.12.09 - 21:51 Uhr

Hallo,
ja das was Du schreibst, sagen mir meine Bekannten auch, dass sie sie nicht so empfinden, so wie man das immer hört und liest. Ich habe dies auch der Kinderärztin gesagt, sie meinte nur, dass ADHS so umfangreich wäre.. es gibt die typischen Anzeichen, aber es gibt auch noch weit mehr Charaktereigenschaften die das ADHS fallen. Ich habe sehr sehr viel recherchiert und in vielem kann ich meine Tochter wieder erkennen. Z.B. als Baby nie gekuschelt mit uns, überhaupt keine Angst vor gar nichts .... extrem Tierlieb, spielt auch ständig mit Kuscheltieren, sehr sehr gerecht, teilt immer, sehr liebenswürdig, teilweise sehr sehr reif für ihr Alter, dann aber wieder in ihrer "schlechten" Phase sehr verspielt. Extrem respektlos, hauptsächlich bei Lehrer und Erzieherinnen... Testet so gut wie immer ihre Grenzen aus... Ich stehe ständig im Kontakt mit ihrer Lehrerin. Sie hatte auch ihren Kampf mit ihr. Muss aber auch sagen, dass diese Lehrerin sehr sehr streng ist!!! Sie ist jedoch der Meinung, dass sie auf keinen Fall ADHS hat, weil sie sich hervorragend konzentrieren kann (wenn ihr was Spaß macht) Na ja, zu Hause kann sie sich auch auf vieles konzentrieren, malt sehr schöne Bilder! Ich werde trotz allem eine zweite Meinung einholen ..

Vielen Dank

Beitrag von dk2207 15.12.09 - 10:48 Uhr

JA ich denke es wird das beste sein noch eine meinung einzuholen,oft wird sowas ja übereilt gesagt..

drück dir in jedem fall die daumen das egal was nun die ursache ist es euch gut geht und alles besser wird

Beitrag von marion2 15.12.09 - 11:47 Uhr

Hallo,

ich habe mich ne Weile mit dem Thema beschäftigt. Mein Sohn mochte als Baby nicht kuscheln, hat ständig geschrien, ist sehr verträumt und überhaupt hat mir mal jemand gesagt, er sei ihrem ADHS Kind sehr ähnlich....

Also fing ich an zu lesen. Mal hier und Mal da. Am Ende war ich schlauer. Mir fiel nämlich auf, dass - wenn man will - JEDES Kind entweder ADS oder ADHS haben könnte.

Inzwischen kenne ich ein ADHS-Kind, dass bei einer Kinderpsychologin war. Der Junge hatte echte Probleme, bekam eine Therapie und nun gehts besser.

Auf Anraten einer ganz normalen Kinderärztin würde ich meinem Kind keine derartigen Medikament geben.

Gruß Marion