Stress in der Beziehung wegen Verhältnis zu Schwiegereltern

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von meritene 20.12.09 - 12:35 Uhr

Hallo zusammen,
normalerweise bin ich immer im "Kleinkind-Forum", aber heute passt es wohl eher hierher.
Es geht um das leidige Thema Schwiegereltern. Die ersten Jahre unserer Beziehung (sind seit 5 Jahren zusammen), habe ich mich mit den Eltern - es geht insbesondere um die Schwiegermutter - total super verstanden. Ich hatte ein sooo tolles Verhältnis zu ihr, das war über weite Strecken besser als zu meiner eigenen Mutter. Ich habe wirklich alles mit ihr besprochen, wir haben viele Gemeinsamkeiten, ähnliche Vorlieben etc.
Seit meiner SChwangerschaft (unser erstes Kind, mein Mann ist Einzelkind, sie wurden zum ersten Mal Großeltern) hat sich das Verhältnis zunehmend verschlechtert. Sie hat sich überall eingemischt, Kommentare abgegeben etc. Nach der Geburt wurde es dann schrittweise immer schlimmer. Sie hat sich total grenzüberschreitend benommen, es gab nach Monaten einen Riesenkrach, in dem ich mir alles von der Seele geredet habe und formal alles geklärt war. Seitdem bemüht sie sich wirklich sehr um eine gute Beziehung, vermeidet alles, was mich stört usw.
Aber bei mir platzt der Knoten nicht mehr. Ich kann sie einfach nicht mehr haben. Egal worum es geht, ich hab den Kanal voll. Ich entziehe ihr das Enkelkind, lehne Einladungen ab, etc. Darüber kommt es dann immer häufiger zum Streit mit meinem Partner, weil ich seine Eltern so ausschließe.
Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Ich kann mich nach außen durchaus zusammenreißen (sie kommen auch an Heilig Abend gemeinsam mit meinen Eltern zu uns), aber unterschwellig bin ich von ihnen nur genervt, was mein Mann natürlich merkt. Ich versuche jegliche Kontakte zu vermeiden oder so kurz wie möglich zu halten.
Auf lange Sicht wird es immer problematischer mit meinem Mann, das sehe ich ein.
Aber ich finde emotional keinen Weg über meinen SChatten zu springen.

Wem geht es ähnlich? Wie war Eure Lösung? Was habt Ihr für Ideen?

Bin über jeglichen Austausch dankbar.

Einen schönen 4. Advent,
Daniela

Beitrag von xyz74 20.12.09 - 12:48 Uhr

Hallo Daniela,

das Problem hab ich mit einer Freundin meines Partners.
Sie neigt leider auch ständig dazu Grenzen zu überschreiten wenn es um unseren Sohn geht.
Inzwischen reagire ich auf ihre bloße Anwesenheit wie der berühmte Pawlowsche Hund ....
Aber ich lerne damit umzugehen
Vorallem hab ich mir einfach bewusst gemacht, dass sie einfach ein furchtbar leeres Leben führt und meint sich profilieren zu müssen.
Da es auch anderen auffällt, dass sie es furchtbar nötig hat sich in den Vordergrund zu spielen und recht schnell von Partys verschwindet, wenn sich nicht alles um sie dreht, wird es auch immer leichter für mich sie nicht sonderlich ernst zu nehmen.
Prinzipiel muss man sich fragen WAS genau einen so wütend macht.
Ganz gute Tipps hab ich mal hier gefunden:
http://www.psychotipps.com/Aerger.html
Ich fand das recht interessant.
Vielleicht findest Du ja auch hier einen Gedankenansatz, der Dir hilft mit der Situation umzugehen.

Beitrag von lilith78 20.12.09 - 12:57 Uhr

Hallo Daniela,

mir geht es ähnlich, nur dass ich mich noch nie mit meiner Schwiegerfamilie verstanden habe und auch mein MAnn kein wirklich inniges Verhältnis zu seiner "Familie" hat, sie aber aus Pflichtbewusstsein regelmäßig integriert....
Ich glaube problematisch für Schwiegermütter mit männlichen Einzelkindern ist, dass sie sich sowohl in der körperlichen als auch in der emotionalen Beziehung sowohl zu ihrem eigenen als auch zu dem Enkelkind zurückgesetzt fühlen, da ja i.d.R. die Mütter die Haupt-Kontakt-Person des Babys ist...
Da wächst eine neue kleine Familie und die (Schwieger)Omas sind nur "Zaungäste".
Das zu akzeptieren fällt den meisten glaube ich sehr schwer.
Mir geht es so, dass ich mit dem 2. Kind etwas lockerer und selbstbewusster geworden bin, aber ein gutes Verhältnis werden wir nie haben (das hat aber andere Gründe).

Ich streite mich auch regelmäßig deswegen mit meinem Mann, aber ich denke die Hauptsache ist, daß in der Paarbeziehung die Grundlage stimmt... einen besseren Rat habe ich leider nicht.

Nur so viel: die Situation belastet auch mich sehr und ich denke, es braucht einige Zeit, bis alle Beteiligten ien Gefühl dafür haben, wo sie hingehören und wie weit sie gehen Sollten/dürfen.

Frohes Fest, Lilith (meine Schwiegereltern kommen dieses Jahr Heilig Abend das erste mal zu uns - ich würde am liebsten woanders feiern :-()

Beitrag von ute.m 20.12.09 - 12:59 Uhr

HI Daniela,

mir geht es da sehr ähnlich. Habe mich früher auch sehr gut mit SchwiMu verstanden, war sogar alleine mit ihr im Urlaub. Aber seit der Geburt... naja du weißt ja.
Allerdings kommen die Schwiegereltern nur 2-3x pro Jahr vorbei, da sie weit weg wohnen. Da versuche ich mich immer zusammen zu reißen. Mein Mann versucht immer ein bischen zu vermitteln. Ich weiß nicht, ob es wieder besser wird, habe auch keinen Lösungsvorschlag für dich. Wenn mein Mann argumentiert, wie seine Mutter dabei gedacht oder gefühlt haben könnte, besänftigt mich das dann etwas.

Lg Ute

Beitrag von schullek 20.12.09 - 13:31 Uhr

hallo,

naja, du hast ja selber bereits das problem erkannt. und deine schwiegermutter nach eurem gespräch damals auch und versucht sich dementsprechend zu benehmen. deshalb ist es ja nun an dir dich zu überwinden. aber wie du das machst musst du selber rausfinden.
wenn es für dich persönlich keine weg gibt, dann ist das traurig, aber eben so. aber schlimm finde ich, wenn du ihr das enkelkind vorenthältst, wie du sagst. das geht nicht. sie sind genauso großeltern, wie deine altern, lieben das kind und geben sich alle mühe. und dein kin hat ein rexcht auf dieses verhältnis, das du ja so boykottierst. was du machst, ist deine sache, aber das verhältnis zwischen großeltern un kind zu torpedieren ist niht rechtens und ich denke, das weisst du eigentlich.
und das dein mann genervt ist und auch verletzt kann ich auch verstehen. er steht zwischen den stühlen und das ist keine schöne position. stell dir mal vor, der partner deines kindes bringt dein kind mal in so eine situation. wenn du einen jungen hast, dann ist die gefahr eventuell gar nicht so unrealistisch, wenn man bedenkt, was man hier im forum immer so über böse schwiegereltern liest.

ich habe liebe schwiegereltern, die mir aber natürlich auch mal auf die nerven gehen. so gehts mir aber mit meinen eltern auch. aber ich kann differenzieren zwischen mir und meinem kind. mein kind liebt beide seiten und muss sich nicht entscheiden. und mein mann auch nicht.

lg,

schullek

Beitrag von sumalie72 20.12.09 - 17:15 Uhr

Hallo Daniela

Das kenne ich auch sehr gut. Ich hatte auch ein super Vehaeltnis zu meinen Schwiegereltern (in zwischen ist mein mein Schwiegervater gestorben). Nach der Geburt meines 2. Kindes (er war fruehchen, ich habe ihn anfangs abgelehnt - Depression, etc), wurde meine SchwieMa sehr ecklig zu mir. Sie konnte nicht verstehen wie man sein Kind nicht ueber alles lieben konnte, und hat mir wirklich ganz fiese dinge gesagt.

Leider, hat mein Mann nie meine Seite ergriffen. Und, leider, hat meine SchwieMa nie eingesehen wie sich mich verletzt hat. Ich denke wenn sie sich wirklich entschuldigt haette, und es auch gemeint haette, waere das Verhaeltnis ganz anders. Sie klammert auch so sehr an ihren Kindern.

Da aber deine SchwieMa sich wirklich Muehe gibt, meinst du nicht du koenntest noch mal mit ihr reden? Ihr scheint wirklich viel dran zu liegen dass alles wieder okay ist. Es ist es nicht wert mit deinem Mann drueber zu streiten.

LG
Heike