Spezielle Fragen zum Stillen.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 13:04 Uhr

Hallo,

ich hätte gern ein paar Antworten zum Stillen, zu denen mir bisher keiner in meinem privaten Umfeld etwas sagen konnte.

1. Kann wirklich jede Frau stillen?

Es heißt doch, dass Stress, Schlafmangel, wenig Essen/Trinken die Milchmenge beeinflusst. Zu mir: ich lege seit zwei Tagen wieder stündlich an. Zu Erklärung: Der Kleine hat Dauerschnupfen/Husten seit 13 Wochen mit ein paar Tagen dazwischen, wo es kurz besser war. Er schafft es also nicht richtig viel zu trinken und sich satt zu trinken. Trotz des stündlichen Stillens, trotz dessen, dass ich esse (zwar nicht immer gesund) und meiner Motivation zu Stillen, ist er pemanent unausgeglichen und brüllt regelrecht. Klar...es ist noch mal anstrengender an der Brust, wenn die Nase zu ist und permanent husten muss.
Vorher hat er eine Flasche PRE bekommen und er glücklich und seelig.
Was ist jetzt besser: Stillen, um jeden Preis oder Flasche?

2. Wenn man in 13 Wochen ca. 3 Mal eine PRE Flasche gegeben hat und paar Schlücke Tee. Dann heißt es anscheinend, dass man nicht mehr voll stillt. Also verstehe ich das richtig, dass man mit nur einer Flasche PRE beispielsweise nicht mehr vollstillt, obwohl man danach wochenlang wieder NUR stillt?

3. Ich habe hier gelesen, dass die "Versiegelung" des Darmes mit nur einem Schluck was anderes wie Mumi kaputt wäre. Warum schreibt dann jeder, dass es sich weiterhin lohnt zu stillen?

4. Wenn eine Mutter ungesund lebt (Ernährung z.B.) und selber Mangelerscheinungen hat, dann kann doch die Mumi nicht besser sein als ein streng kontrolliertes Pulver, was strengen Herstellungsrichtlinien unterliegt. Selbst wir Erwachsenen nehmen extra Vitamine ein, weil wir nicht alles durch die Alltagsernährung bekommen. Ich spreche hier von Leuten, die aufgrund ihres Alltages es nicht schaffen frisch und wertvoll einzukaufen und zu kochen.

Vielleicht kann mir jemand darauf Antworten geben. Ich würde nämlich gern weiterstillen, aber fühle mich momentan sehr unsicher deswegen.

Danke,
viele Grüße,
kleinaberfein

Beitrag von susa31 08.03.10 - 13:20 Uhr

Ich glaube, es gibt kein Thema, zu dem mit Inbrunst mehr Quatsch verbreitet wird als zum Stillen. Sicher ist Muttermilch das Beste, was du deinem Baby geben kannst und ein paar Flaschen Pre heißen nicht, dass du nicht mehr voll stillst. Das mit der Versiegelung halte ich für Blödsinn; klar ist Mumi für den Darm das Verträglichste, da wird aber weder was versiegelt noch durch Pre kaputt gemacht.
Ich kann dir nur sagen: Wenn du stillen magst und kannst, dann mach das einfach weiter - und zwar so lange, wie du und dein Krümel das wollen.

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 14:02 Uhr

Ja, ich möchte stillen, dennoch empfinde ich den Umgang mit diesem Thema schon fast als Propaganda. Es wird einem gesagt, dass man stillen MUSS - nein, es wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass man stillt...und wenn man dann Dinge hinterfragt, dann kommt keine sachliche Antwort, sondern mehr emotional.

Ich war vor 4 Jahren hier bei Urbia schon wegen meinem ersten Sohn. Auch da war Stillen natürlich das Beste, aber es war nicht sooooooo verpöhnt, wenn man es nicht wollte.

Ja, die Zeiten ändern sich....

Auch dir danke für liebe Antwort! :-)

Beitrag von miau2 08.03.10 - 13:34 Uhr

Hi,
zu 1: fast jede könnte es, mit der richtigen Beratung an ihrer Seite. Es gibt natürlich immer die berühmten Ausnahmen von der Regel, und natürlich auch Frauen, wo z.B. Streß usw. zu Problemen führen. Aber auch da kann oder könnte oft mit der richtigen Beratung geholfen werden.

zu 2: da würde ich unterscheiden (und garantiert kein Buch von irgendwelchen Stillfanatikern lesen) zwischen "vollstillen" und "vollstillen". Für MICH ist voll stillen ganz einfach, dass mein Baby nur durch die Brust ernährt wird. Und wenn ich sage, dass ich mit 4 Monaten voll stille sagt das für mich nichts darüber aus, ob ich 2 Monaten zuvor zufüttern musste oder nicht. Wenn man eine echte Stillfanatikeren fragt wird jedes Baby, das irgendwann mal was anderes als MuMi bekommen hat nicht voll gestillt und garantiert nicht gesund groß werden...Ob es eine wirklich offizielle (nicht von irgendwelchen Organisationen o.ä.) festgelegte Definition gibt weiß ich nicht.

zu 3: welche Versiegelung denn...ob da überhaupt irgend etwas "versiegelt" wird oder das nicht vielleicht doch ein wenig zu optimistisch ist - keine Ahnung. Aber was das soll, Frauen, die aus irgendwelchen Gründen zufüttern mussten (oder wollten) deswegen Vorwürfe einzureden...von einer Versiegelung habe ich hier (ehrlich gesagt, zum Glück) noch nichts gelesen. Welchen Sinn das weiterstillen macht ist einfach: es gibt keine bessere, artgerechtere, auf das Baby angepasstere, altersgerechtere Milch als Muttermilch. Und das Baby bekommt über die MuMi auch Abwehrkörper "serviert". Da du bzw. dein Körper vermutlich gegen die gleichen Krankheitserreger, die dein Baby krank machen Abwehrkräfte gebildet hat gibts die für dein Baby über die Milch auch. Und das macht das Stillen auch dann wertvoll, wenn es nicht voll, sondern nur teilstillen ist. Daneben gibts noch einige andere Dinge, die auch teilstillen wertvoll machen. An eine wirklich gründliche Versiegelung glaube ich nicht - ich denke schon, dass man mit falscher Ernährung im Darm einiges kaputt machen kann, keine Frage, aber diese falsche Ernährung ist sicher nicht die heutzutage auf sehr hohem Niveau hergestellte Pre-Milch.

zu 4: Die allermeisten Erwachsenen, die extra Vitamine einnehmen machen das total überflüssigerweise. Aber darum gehts ja nicht. Du musst schon ziemlich mangelernährt sein, damit sich das auf die Qualität der Milch auswirkt. "Frisch" koche ich übrigens eher selten, mein Gemüse kommt meistens aus dem Tiefkühlschrank - ideal für Leute, die es eilig haben und trotzdem gesund kochen wollen (da bei mir seit 3 Jahren ein bis zwei Kinder vom Tisch mitessen war ich gewissermaßen gezwungen, meine zugegeben recht ungesunde Ernährung gegen vernünftige einzutauschen - wenn schon nicht in meinem Interesse, dann in dem meiner Kinder, die schließlich bei mir lernen, wie sie sich ernähren...mehr Zeit habe ich natürlich deswegen auch nicht).

Du musst schon überzeugt sein vom Stillen...wir hatten auch heftigste Durststrecken, mein Kleiner mit seinen 15 Monaten hatte bisher 8 mal Bronchitis + 2 Erkältungen ohne Bronchitis...das war schon sehr anstrengend, aber gerade in den Zeiten hat ihm das Stillen geholfen. Auch nach erfolgreicher Beikosteinführung (recht spät, mit 7,5 Monaten wollte er erst so richtig was) habe ich einige Zeit später wieder voll gestillt - bei einer Bronchitis hat er alles andere verweigert. Für ihn war es das allerbeste.

Aber wenn es mit Zufüttern (Zwimilchernährung nennt man das) besser und entspanner klappt - dann macht es. Egal, was du fütterst (altersgerecht natürlich, also MuMi oder Pre) - das beste für deinen Kleinen ist eine Mama, die sich wohl fühlt. Und wenn das nicht mit dem (Voll-)Stillen klappt, dann eben anders.

Du musst ja nicht gleich total abstillen. Dein Baby profitiert auch von der Mumi, wenn du nicht alle Mahlzeiten am Tag stillst.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 13:53 Uhr

Danke für die super ausführliche Antwort! :-)

Ich habe das mit der Versiegelung gerade hier bei Urbia desöfteren gelesen und im gleichen Atemzug eben, dass man trotzdem weiterstillen soll. Das hat für mich einfach keinen Sinn gemacht.

Ich möchte Stillen und deswegen informiere ich mich. Aber in letzter Zeit verunsichern mich die Beiträge hier bei Urbia mehr und mehr.

Ich versuche mir da so oft vorzustellen wie das andere wohl machen und bekomme das mit der Realität hier und meinem Umfeld nicht überein.

Ich werde auf jeden Fall weiterstillen, weil es sich gut anfühlt und ich persönlich wichtig finde. Nur möchte ich auch wissen, was ich da tue. Ich hinterfrage einfach manche Dinge, die mir nicht logisch erscheinen. Klar, heute bin ich gefrustet und nach akuten Schlafmangel einfach durch. Ich weiß aber, dass das morgen wieder anders sein wird.

Danke nochmal und alles Gute gesundheitlich! Auf dass der Frühling bald kommt und alle wieder gesund sind!

Lg
kleinaberfein

Beitrag von nashivadespina 08.03.10 - 13:57 Uhr

wenn du fachwissen willst suche eine stillberaterin auf und lass dich hier nicht so verwirren ;-)

Beitrag von nashivadespina 08.03.10 - 13:54 Uhr

1. Ja fast jede Frau kann stillen wenn die Mutter der richtigen Stillempfehlung folgt...also sich richtig ernährt, sich erholt und nach Bedarf stillt. Es gibt lediglich etwa 3% der Mütter die aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen können.

Dein Baby ist unausgeglichen (wahrscheinlich AUCH durch den Schnupfen und Husten) weil es 3 Monate alt ist..und nicht weil es gestillt wird. Klar...aus der Flasche lässt es sich (besonders bei schnupfen und husten) leichter trinken...aber besser gehts dem Baby mit der Muttermilch..allein schon von den Inhaltsstoffen her. Ich rate dir das Kind nicht so zu verwirren und mal Flasche zu geben und dann wieder zu stillen. damit irritierst du dein kind-als auch die milchproduktion deiner brüste so dass diese dann nicht mehr genau deinem baby angepasst ist.


2.sobald du wieder NUR stillst -stillst du auch wieder voll..wenn du deinem baby hier und da eine flasche oder tee zusätzlich gibst..fütterst du schon zu.



3.die versiegelung des darms ist ja jetzt nicht nur der einzige vorteil des stillens. Vorteile sind auch: niedrigeres allergierisiko (dafür ist nicht nur durch die damversiegelung ausschlaggebend) , nestchenschutz, immunsystemstärkung, zusammensetzung der muttermilch welche so nie industriell hergestellt werden kann.

4.wenn eine mutter auf DAUER ungesund lebt und selbst mangelerscheinungen hat wird sie nicht mehr stillen können.aber bis es soweit kommt muss schon viel passieren. bei einer normalen magen-darm-infektion o.ä. wo die mutter sich entsprechend stillgerecht verhält.. ist die muttermilch von den nährstoffen her immernoch besser als Flaschenmilch.

ehm...und der mensch benötigt keine zusöätzlichen vitamine wenn er sich ganz normal und ausgewogen ernährt...zusätzliche vitamine würden in dem fall sogar noch mehr schaden als nutzen anrichten!

5. an deiner stelle würde ich mir mal eine stillberaterin aufsuchen die dich übers stillen genaustens informieren kann.

www.lalecheliga.de

Beitrag von christianeundhorst 08.03.10 - 14:25 Uhr

Hallo Du,
Du hast schon viele gute Antworten bekommen. Ich möchte aber noch ergänzen:
Man hat festgestellt, daß selbst Frauen aus Ländern der sogenannten "Dritten Welt", die selber unterernährt sind ausreichend Muttermilch in der gleichen Qualität bilden wie Frauen aus Industrieländern. Es spielt füt die Muttermilch ( d.h. für die Qualität der Muttermilch, den Gehalt, die Zusammensetzung etc ) KEINE Rolle was Du ißt und ob Du hungerst oder nicht. Die Muttermilch bleibt dieselbe. Aber für DICH spielt es eine Rolle, denn wenn Du stillst sorgt Dein Körper dafür, daß Du gute Muttermilch hast und der Körper der Mutter wird im Zweifelsfall vernachlässigt, d.h. DU bekommst Mangelerscheinungen.

Auch ich empfehle Dir eine gute Stillberaterin. Stündliches Anlegen ist nichts besonderes, denn Muttermilch ist nach spätestens 30 Minuten verdaut, so daß Dein Baby dann wieder Hunger haben kann. Ganz normal ;-)

Hast Du noch mehr Fragen? Wenn ich kann helf ich Dir gern:-)


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 20 Monate

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 15:06 Uhr

Ja, ich habe noch viele Fragen!!!

Das, was du schreibst bringt natürlich wieder einen neuen Aspekt, den ich die ganze Zeit unlogisch fand.

1. Ich selbst habe noch einiges auf die Rippen von der Schwangerschaft. Natürlich wie schon oft hier diskutiert, darf/mache ich keine Diät. Warum? Weil es wohl die Muttermilch beeinflusst.

Wenn das aber stimmt, was ihr beide schreibt, woher weiß der Körper der Frau, dass ich unterernährt bin, weil ich wo wohne, wo es nichts gibt oder hier in Deutschland wohne, wo ich alles kaufen kann und nur Diät mache?

2. Wenn Muttermilch nach 30min verdaut ist und die Babys dann Hunger haben, wie soll man dann den Alltag mit all den Terminen, Zeitdruck, Unplanbares mit so etwas zeitintensivem wie Stillen bewältigen? Ich habe noch einen 4 jährigen Sohn, der total traurig ist, weil ICH keine Zeit mehr für ihn habe. Sobald wir etwas anfangen, fängt der Kleine im Arm an zu weinen und wird gestillt. Und weil ich weiß, dass er so oft Hunger hat, kann ich schlecht meinen Mann dazu bitten mir den Kleinen dann abzunehmen.

3. Zum Thema die Milch passt sich den Bedürfnissen und der Menge nach dem Bedarf des Kindes an: z.B. vorher bei der Rückbildunggymnastik: 9.00 Uhr zu Hause gestillt. 9.30Uhr nochmal gestillt, bevor der Kurs anfing. 10.30 Uhr wieder gestillt bevor wir gefahren sind. 11.30Uhr 200ml PRE und 13.30Uhr wieder gestillt (immer beide Brüste).
Das heißt für meine Brüste waren gerade 3 Stunden Abstand zwischen den Stillmahlzeiten, was ja nicht unüblich manchmal ist. Denn z.B. Abends von 18.30Uhr bis 0.30Uhr schläft er zu 80%. Woher weiß denn meine Brust, dass er da keine PRE dazwischen bekommen hat und deswegen nicht kommt oder mein Baby schläft und deswegen nicht stillt.
Ich hoffe, dass ich das nicht allzu kompliziert geschrieben habe.

4. Ohne dass eine Stillberaterin jetzt hier Ursachenforschung betreibt. Ich weiß, dass ich genug Milch habe und ich weiß auch, dass das einfach hart ist, weil er permanent krank ist. Also ist es besser er trinkt ein paar Schlücke Muttermilch und ist nicht satt, weil er nicht mehr schafft mit Husten und co. Anstatt, dass er sich mal erholt neben seinem Leiden und ich es ihm einfacher mache mit einer Flasche. Wo ist da der Nestschutz, wenn er dauernd doch krank wird? Die einzige, die nicht krank ist, das bin nämlich ich.

Lg,
kleinaberfein

Beitrag von miau2 08.03.10 - 17:03 Uhr

Hi,
ich antworte noch mal. Da ich bei beiden Kindern (anfangs) zufüttern MUSSTE (trotz Stillberaterin - in der mangelnden Beratung sehe ich viele Probleme, bei uns lagen sie woanders) bin ich vielleicht nicht ganz so extrem in meiner "pro-Still-Meinung".

1) Diät beeinflußt die MuMi insofern, dass der Körper in den Fettzellen auch Schadstoffe speichert. Wer Diät hält (wenn die Diät an den Fettabbau geht), setzt die frei - und das sollte möglichst nicht in der Stillzeit erfolgen, denn die Schadstoffe gehen dann in die MuMi über. Was vollkommen ok ist ist die Pfunde, die man in der Schwangerschaft zugelegt hat (wenn man es hat) in der Stillzeit abzubauen - da hatte der Körper gar nicht so viel Zeit, da Schadstoffe zu speichern, dass es ein Problem wäre.

2) Das ist ein Problem, was ich sehr gut kenne. Vor ca. einem Jahr war ich in der gleichen Situation - ein 2,5 jähriges Kleinkind und ein Baby, das nach anfänglichen Stillproblemen voll gestillt wurde. Ich kann dir nur sagen, dass es sehr gut möglich ist, dass es sich einpendelt. Mit 12 Wochen kann das häufige Stillen wirklich auch die Folge von einem Schub sein - und das wäre dann eine Sache von (i.d.R.) Tagen, bis es weniger werden sollte. Es ist zum Glück eher die Ausnahme, dass Mütter ihre Stillkinder im 60-Minuten-Abstand anlegen müssen. Bei uns waren es immerhin 2-Stunden-Abstände (tagsüber).

Was geholfen hat:
- wenn sich alles eingependelt hat und dein Kind gut an der Brust trinkt kann man (oder konnte ich zumindest) prima vorlesen beim Stillen
- ich hatte meinen Kleinen die ersten Monate praktisch nur im Tragetuch...so waren wir überall...beim Kinderturnen, im Spielkreis, auf dem Spielplatz, und der Vorteil war: im Tuch hat mein Kleiner so fest geschlafen, dass die Abstände zwischen zwei Mahlzeiten oft auch etwas länger wurden
- und ich habe überall gestillt, egal, ob im Cafe, beim Turnen oder wo auch immer wir waren...anders wäre es nicht gegangen

3) Gute Frage ;-). Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es meistens (meiner Erfahrung nach) nicht bei einer Flasche bleibt, sondern erst eine, dann zwei...immer mehr Stillmahlzeiten ersetzt werden. Im Normalfall ist die Brust in der Lage, sich auf so ziemlich jeden Rhythmus einzustellen. Also z.B. wenn das Baby durchschläft (gibt ja einige wenige, die das in dem Alter schon können). Ist ja auch problemlos möglich, über einen längeren Zeitraum parallel zu z.B. zwei Breimahlzeiten den Rest zu stillen.

Ich würde mal sagen, wenn du konsequent immer zu einer bestimmten Mahlzeit eine Portion Pre gibst und den Rest konsequent weiterstillst sollte das durchaus über einen langen Zeitraum gehen. Also wenn du damit eher glücklich wirst als mit Voll-Stillen - es ist auf jeden Fall besser als gar nicht mehr stillen.

4) die Frage ist halt, ob das jetzt wirklich wegen der Krankheit ist oder ob es eher ein Schub ist (Schübe sind was tolles - die haben nämlich die Eigenschaft, vorüber zu gehen ;-)).

Ein Baby, das so krank ist, dass es nicht mehr genug trinken kann sollte im Zweifelsfall nicht mit aller Gewalt voll gestillt werden! Mein Kleiner war vor gut einem Jahr (mit 2 Monaten) so schwer krank, dass er nicht mehr an der Brust trinken konnte. Ihm fehlte einfach die Kraft. Parallel zur Infusion, die er natürlich bekommen hat habe ich abgepumpt und ihm die Flasche gegeben. Am ersten Tag hat er sie genommen, am zweiten nicht mehr wirklich mit Begeisterung - und ab dem dritten hat er sie verweigert. Dafür wollte er wieder an die Brust. Aber es bringt nichts, wenn man versucht, mit aller Gewalt zu stillen und das Baby es einfach nicht KANN, weil es nun mal krank ist. Auch da ist etwas, wo eine gute Hebamme vielleicht zur Seite stehen kann bei der Antwort auf die Frage, ob das bei Euch so ist oder nicht...wobei das natürlich dann eine sein sollte, die zwar richtig beim stillen beraten kann, aber eben auch offen ist für andere Ernährung, wenn es nicht geht. Bin mir da manchmal bei einigen Beiträgen hier nicht so sicher, ob nicht die eine oder andere Stillberaterin etwas fixiert ist von der Idee, dass theoretisch eigentlich alles klappen müsste.

Nestschutz durch das Stillen ist eine schöne Theorie, die ich absolut nicht bestätigen kann. Mein voll gestilltes Baby konnte sich problemlos mit RSV infizieren, wo das Stillen ja angeblich ein Schutz sein sollte, und er hat bisher jede Erkrankung, die sein Bruder mitgebracht hat durchgemacht (außer einer Magen-Darm-Erkrankung - das könnte aber andere Ursachen gehabt haben). WAS ich aber fest glaube ist, dass das Stillen den Kleinen hilft, besser mit den Krankheiten fertigzuwerden. Also im Klartext: ich glaube nicht daran, dass Stillen wirklich akute Infekte verhindern kann. Aber dass gestillte Kinder halt eine Chance haben, besser durch die Erkrankung zu kommen.

Die Idee, dir Hilfe zu suchen ist sicher gar nicht so schlecht...vielleicht bringt es Euch ja weiter. Und wenn du zu dem Schluß kommst, dass Vollstillen nicht geht, dann lass dir von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden.

Stillen ist gut, prima, aber dein Baby hat mehr von einer entspannten, zufriedenen Mutter. Abgesehen davon - wenn der Druck weg ist, klappt vielleicht das Stillen auch besser?

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 20:51 Uhr

Hallo Miau2,

fühle dich virtuell gedrückt für deine super tolle Antwort. Ich finde deine Art sehr sensibel und ich fühle mich dadurch auch ernst genommen.

Ich bin auch für das Voll-Stillen, aber ich habe jetzt gemerkt, dass es Situationen gibt, wo man am Rande seiner Kräfte ist. Diese lange Phase an Krankheit des Kleinen hat mich ausgesaugt. Wir hatten einfach bisher keine Chance eine "normalen" Tagesablauf zu strukturieren.

Ich trage ihn die ganze Zeit im Arm herum. Ich lasse ihn nicht weinen, denn er weint ja im Arm vor lauter Leiden genug. Und dann habe ich noch einen lieben Mann, der mir so gern helfen würde, aber kaum kann.

Was mich so ärgert, dass jeder eine Meinung hat (klar - PRO oder KONTRA), aber keiner "widmet" sich einem und sagt so wie du: Nicht aufgeben, aber nicht um jeden Preis stillen bzw. du hast mir ja sogar erklärt wie mein Stillen trotzdem beibehalten kann.

Mich kostet es eine heiden Überwindung eine Flasche zu machen und mir ist das zumindest wichtig bis zur Beikosteinführung mit dem Stillen auszukommen. Danach - weil ich einfach wieder voll arbeiten gehen werde - werde ich auf Flaschen umsteigen. Ich weiß, dass ich weiter stillen könnte, aber das möchte ich dann nicht mehr.

Mir lagen diese Fragen so am Herzen und ich war so enttäuscht von meinem privaten Umfeld und deren Unterstützung.

z.B. meine Hebamme:
Als der Kleine den RS-Virus hatte und ich zwei Nächte quasi durchgemacht habe (inklusive Tagsüber). Dazu dauergestillt und nur getrunken, weil ich zu mehr nicht mehr in der Lage war. Ich war wirklich am Umkippen. Mir tat mein ganzer Körper weh, ich hatte natürlich tierische Kopfschmerzen....Mein Mann drängte mich, um mich aber zu entlasten dem Kleinen die Flasche zu machen. Ich wusste, dass der Kleine wegen Husten zumindest viel Flüssigkeit brauchte. Also fragte ich nach, ob ich wenigstens Fencheltee ihm geben kann (weil ich eben keine andere Milch füttern wollte ausser Mumi). Meine Hebamme meinte da nur: "Eigentlich nicht". Jetzt wäre das Stillen umso wichtiger. Hatte sie ja auch recht. Klar, für mein krankes Kind war es bestimmt das Beste, aber ICH bin auch ein Lebewesen und für mich hatte sie keinen Ratschlag über.


z.B. meine KiÄ:
Sie weiß wie oft mein Baby krank war. Als ich letztes Mal mich erdreist hatte zu sagen, dass ich NOCH stille, da meinte sie zunächst "witzig": "Ach kommen sie, Frau...,2 Monate bekommen sie doch noch hin." Ich: "Nein". Sie:"Aber vier Wochen noch, oder?". Da meinte ich dann, dass ich absolut nicht mehr kann, weil er so oft zum Trinken kommt. Und dann sagt sie vor allem in einem Satz folgendes:" Ja, das ist normal, dass er wegen der Krankheit so oft und kurz trinken will. Er macht das quasi natürlich richtig. Aber wenn er wieder gesund ist (war er ja bisher noch nicht), dann sollte ich ihn schon zum 3-Stunden-Rhythmus erziehen. Nicht dauernd mit der Brust trösten. Nach dem sie wohl meinen skeptischen Blick wahrgenommen hat, meinte sie letztendlich, dass sie jetzt noch gut reden kann, (anscheinend ist sie schwanger), denn in 10 Monaten wird sie selber sehen, ob sie das hinbekommt. Hahaha...

z.B. zwei gute Freundinnen:
1. 2 Kinder voll gestillt bis ca. 1 Jahr: Angeblich hatte sie immer einen 4-Stunden-Rhythmus und hat nur eine Brust 10min geben müssen. Sie hat beide Kinder gezogen?!

2. Das erste kind voll gestillt bis 4 Monate, dann Bandscheibenvorfall und sie musste sofort abstillen. Sie hatte aber Milchvorrat für 2 Monate im Kühlschrank und angeblich die mit Flasche gefütterte Mumi war so gehaltvoll, so dass sie auch nur 4 Stunden Abstände hatte. Das zweite Kind war trinkfaul an der Brust und sie pumpte Mumi ab. Angeblich (bin ja nicht täglich dabei gewesen) hat sie 1! Mal am Tag abgepumpt und dann die Tagesration für ihre Kleine zusammen gehabt. Sie selber begründet es so, dass sie mit ihrer Masse (sie hat 30kg Übergewicht) einfach gehaltvollere Milch hat als ich.

Und so geht es weiter und weiter...irgendwie scheint das mehr als eine individuelle Geschichte zu sein. Deswegen ärgere ich mich über "militante" PRO-Stillfrauen, die zwar ganz tolle Infos hier verbreiten, aber so wirklich helfen tun sie nicht.

Und dir wirklich nochmal vielen, vielen Dank! Ich fand es so lieb wie viel Mühe du dir gemacht hast!

Liebe Grüße,
kleinaberfein

Beitrag von nashivadespina 08.03.10 - 21:43 Uhr

ich zitiere:

Was mich so ärgert, dass jeder eine Meinung hat (klar - PRO oder KONTRA), aber keiner "widmet" sich einem und sagt so wie du: Nicht aufgeben, aber nicht um jeden Preis stillen bzw. du hast mir ja sogar erklärt wie mein Stillen trotzdem beibehalten kann.

Und so geht es weiter und weiter...irgendwie scheint das mehr als eine individuelle Geschichte zu sein. Deswegen ärgere ich mich über "militante" PRO-Stillfrauen, die zwar ganz tolle Infos hier verbreiten, aber so wirklich helfen tun sie nicht. "


wenn du dir sowas wünschst und erwartest kannst du dir auch selbst erklären was das Problem ist...
finde euren weg und lass dich nicht so sehr von anderen beeinflussen wenn du lediglich *bestätigung* brauchst.

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 22:12 Uhr

Nein, das hast du missverstanden...mit widmen meinte ich, dass man nicht einfach so stehen gelassen wird. Entweder eben mit du stillst und wie du das machst ist dein Pech. Genauso aber finde ich es doof, wenn man sagt, den Stress würde ich mir nicht machen, still ab.

Beides wird mir momentan um die Ohren gehauen.

Beitrag von nashivadespina 08.03.10 - 21:27 Uhr

zu 1.
natürlich kannst du unter bestimmten voraussetzungen eine diät machen nur ist da eben vorsicht geboten. wie meine vorposterin schon schrieb wird die muttermilch für dein kind ausreichen und weiterhin gut bleiben..nur kann es eben sein, dass DU dann mangelerscheinungen bekommst und an deine reserven gehst wenn du nicht aufpasst.

zu 2.
wenn du dich fürs fläschchen geben entscheiden würdest und hoffentlich *vernünftigerweise* normale premilch ohne zugesetzter stärke füttern würdest..würde dein baby auch nicht viel länger satt bleiben als wenn du es stillen würdest. wenn dann nur minimal weil die muttermilch eben noch besser verdaulich ist. premilch kommt dem aber auch schon sehr nah. das heißt du hättest allein schon durch das fläschchen zubereiten einen viel höheren arbeitsaufwand! ich verstehe nicht weshalb du dir so gedanken um termine machst wenn du nicht grad arbeiten gehen musst. klar gibt es termine die pünktlich einzuhalten sind..aber dann nimmst du eben dein baby mit und stillst es dort. hab das damals auch so gemacht..irgendwann hatte ich auch kein problem damit gegenüber fremden menschen öffentlich wärend eines termins zu stillen! davon muss man ganz einfacher überzeugt sein-dann klappt das schon. das war mir lieber als durchs fläschchen geben eine saugverwirrung oder irritation der milchproduktion als risiko einzugehen oder gar zu schauen wo ich jetzt das fläschchen unterwegs machen kann. stillen ist viel praktischer...auch für deinen 4-jährigen sohn find ich. es ist doch völlig normal dass dein sohn jetzt zurückstecken muss und dein baby SEHR viel aufmerksamkeit erhält und fordert...da musst du woanders ansetzten -nicht beim stillen! Beim stillen hast du noch im vergleich zur Flasche wenigstens die Möglichkeit mit deinem Sohn weiterzuspielen...beim Fläschchen zubereiten wohl eher nicht.

zu 3.

Ich empfehle dir ehrlich eine Stillberaterin damit sie dich übers Stillen aufklären kann. Deine Brust merkt nicht das du pre zusätzlich fütterst..ist ja schließlich kein Lebewesen ;-D Nur *geht* sie in dem Sinne davon aus, dass dein Baby keine Milch braucht und trinkt weshalb die Milchprodukion deinem Baby nicht genau angepasst ist (zb von der konsistenz her)- das wird auch nie so sein solange du zufütterst. Daher würde es mich an deiner Stelle auch nicht wundern dass dein Baby so oft gestillt werden möchte. Erstens ist das normal wenn es einen Wachstumsschub hat und zweitens kommt durchs zufüttern auch weniger Milch aus deiner Brust weil in der Zeit wo dein Baby die Flasche bekommt dein Baby eigentlich an der Brust saugen müsste damit eine entsprechende menge entsteht und sie auch individuell reichhaltig und dem baby angepasst ist.


zu 4.

natürlich wirst du genug milch haben..aber wenn du zufütterst ist die milch nicht deinem baby genau angepasst. lass die flasche weg...lass ihn saugen wann er will und nach 2-3 tagen hast du den stress nicht mehr und die milch ist dem baby angepasst..bis zum nächsten schub ;-) Schnupfen und Husten sind für alle kinder quälend. auch ein stillkind kann bei husten und schnupfen trinken..man muss dem baby nur zeit geben und lernen lassen wie es dann am besten an der brust trinkt. du weißt doch als mama dass nicht alles von anfang an klappen und flutschen kann.
der nestchenschutz ist übrigens vorbei sobald du zufütterst.

Beitrag von kleinaberfein 08.03.10 - 22:08 Uhr

Hallo,

natürlich gibt es bei uns NUR und AUSSCHLIESSLICH Pre-Milch. Mein Großer hat das komplette erste Lebensjahr nur PRE bekommen. Danach hat er ganz normale Kuhmilch getrunken bzw. Milchprodukte gegessen (Jogurt, Käse...).

Also ich bin schon viel ausser Haus und muss pünktlich zu Termine: Arzt, Kinderturnen, Schwimmen, Rückbildung, Kiga-hinbringen/abholen...Klar zu Hause schaue ich nicht auf die Uhr, ob der Kleine schon wieder oder erst zum Stillen kommt.

Ich gebe dir recht, dass das Fläschen machen viel aufwendiger ist als das Stillen. Aber es ist entlastender, wenn du einen Mann hast, der das Füttern übernimmt, während du mal am Stück 4 Stunden schläfst. Und wenn der Mann mal übernimmt, dann kann man auch mal was ALLEINE mit dem Großen unternehmen.

Ich sage ja nichts bei Wachstumsschübe, denn das dauert dann zwei/drei Tage und dann ist der Spuk vorbei. Ich mache dieses Dauerstillen seit 13 Wochen. Es ist ja super, dass er das so macht, aber ICH brauche kurz mal Erholung um meine Akkus aufzutanken.

Gut, eins muss ich wirklich zugeben: ich kann nicht überall stillen. Da kann ich nicht aus meiner Haut. Ich mache es jetzt zwar schon öfter in der Öffentlichkeit, aber ich fühle mich dabei nicht wohl. Aber um das zu Umgehen, gehe ich eben schon nicht mehr raus als nötig ist. Das ist für mich die beste Lösung momentan.

Mir tut mein Großer schon sehr sehr leid, weil er so viel zurück stecken muss. Er ist zwar der Ältere, aber dennoch so klein. Er steckt mitten in der Trotzphase und braucht mehr denn je einen sicheren Halt. Er liebt seinen kleinen Bruder und ist nicht eifersüchtig auf ihn. Aber man merkt, dass er dringend Aufmerksamkeit braucht. Da ich ihn auch gestillt habe, will ich natürlich das beide gerecht dasselbe bekommen. Ich will den Kleinen nicht nicht stillen, weil ich jetzt weniger Zeit habe als beim Großen und genauso möchte ich, dass mein Großer sich nicht unwichtig vorkommt. Klar weiß er, dass man ein Baby sehr viel versorgen muss und dass die Mama für das Essen und Tragen verantwortlich ist, weil das Baby das selber nicht kann. Aber er nimmt das Stillen nicht nur als Füttern war, sondern auch als Kuscheln und das tue ich momentan überwiegend mit dem Kleinen.

Nun, ich danke auch dir wirklich für deine ausführliche Antwort. Ich hatte wirklich alle Fragen auf dem Herzen und bin froh, dass ich sie wirklich alle beantwortet bekommen habe. Ich werde definitiv weiterstillen und einfach hoffen, dass es die Tage besser wird.

Liebe Grüße,
kleinaberfein

Beitrag von nashivadespina 08.03.10 - 22:16 Uhr

die stillabstände werden aber wahrscheinlich nicht länger werden wenn du immer mal wieder zufütterst..eben weil die milchproduktion sich so deinem baby nicht richtig anpassen kann/deine milch dann nicht so reichhaltig ist. aber solange ihr zurecht kommt..ist ja alles gut! wünsche alles gute.#blume