ständige Unzufriedenheit, Tochter fast 6 Jahre...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von isabel_04 10.03.10 - 21:19 Uhr

Hallo an alle,

meine Tochter macht mich zur Zeit echt fertig. Eigentlich möchte ich nur, dass sie glücklich und fröhlich ist, statt dessen wird sie aber immer mauliger und unzufriedener...

Als Beispiel: ich hole sie aus der Kita ab und sie fragt mich, was wir machen und ich sage ihr, wir gehen noch einkaufen und dann nach Hause. Da kommt schon das erste maulende Gesicht. Sie will gleich nach Hause! Maulend zieht sie sich dann an und wir gehen los. Beim Einkaufen will sie dann dies und jenes, was sie aber natürlich nicht alles bekommt, sie kann sich meistens dann Gummibärchen oder Kaugummis etc. aussuchen. Reicht ihr nicht, es wird gemault!

Und so zieht sich das durch den ganzen Tag. Ich möchte doch, dass sie mal glücklich ist. Dass sie sich auch mal über Gummibärchen freuen kann und nicht immer alles als so schlecht ansieht....kann mein Kind nicht mal glücklich und fröhlich sein? Ich bin eigentlich eine Frohnatur...ich weiß gar nicht, wo sie das her hat...Wir unternehmen recht viel, sie hat Kontakte, geht auf Kindergeburtstage etc. aber irgendwie scheint ihr das alles nicht zu reichen :-( sie will immer "mehr" und vergisst dabei manchmal vollkommen wie gut es ihr geht :-(

Wie bekomme ich es hin, dass mein Kind nicht mehr so unzufrieden mit allem ist? Ich kann doch nicht ständig ihren Wünschen nachgeben, nur damit sie für einen kurzen Moment mal fröhlich ist #zitter

LG

Christina

Beitrag von lula222 10.03.10 - 21:32 Uhr

Hi, genau diese Phase hatte meine 6jährige bis vor kurzem... Vielleicht gehört das zur Entwicklung, jedenfalls hat sich das mitlerweile wieder gelegt und aus ihr ist ein wirklich zufriedeneres Mädchen geworden.

Ich habe Anfangs immer den Fehler gemacht inkonsequent zu sein (damit sie mal für einen Moment "glücklich" bzw. "zufrieden" ist...), aber nachdem ich ein Buch gelesen habe (warum unsere Kinder Tyrannen werden - ich weiß, dass dieses Buch die Gemüter spaltet, aber der Mann hat Recht), habe ich mich ein kleines bisschen anders verhalten (liebevoll konsequent mit klaren Ansagen) und es hat sich auf unser gesamtes Familienleben ausgewirkt.
Wir haben 4 Kinder, es gab oft gequengel u. gemotze - mitlerweile bin ich selbst erstaunt über die Ausgeglichenheit allgemein!

Sorry, das war lang, hoffe ich konnte Dir helfen.

LG#herzlich

Beitrag von isabel_04 10.03.10 - 21:37 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich denke eigentlich, dass ich liebevoll konsequent bin. Natürlich geht einem das wirklich ständige Gemaule auch irgendwann auf den Nerv und man wird etwas "unfreundlicher"....

Nichts desto trotz hält das meine Tochter nicht davon ab, doch ständig unzufrieden zu sein. Bei ihr hat man immer das Gefühl sie will von allem "mehr". Sie kann sich kaum über den Moment freuen, da möchte sie schon wieder das nächste...

Aber ein ganz kleines bisschen hast du auch Recht, manchmal ertappe ich mich auch dabei, etwas "nachzugeben" um das Genörgel nicht mehr ertragen zu müssen #zitter

LG

Christina

Beitrag von hezna 11.03.10 - 07:36 Uhr

Einen Zahn solltest du dir selbst ziehen:
das dein Kind merken muß, daß es eigentlich allen Grund hat, glücklich und zufrieden zu sein.

Warum soll sie das merken? All die Dinge, die sie täglich hat und bekommt, die sie umgeben, die sind IMMER da, also für sie Normalzustand.
Wenn du also heute beim Einkaufen ein Gummibärchen kaufst, ist das wie immer. Nichts, dem sie besondere Beachtung schenken wird.
Da müßtest du schon schwerere Geschütze auffahren, um sie zu beeindrucken oder ein freudiges Gesicht zu sehen.

Vielleicht ist deine Tochter im wahrsten Sinn "Überfüttert". Sie muß sich nichts erarbeiten, sie muß vermutlich auch Langeweile nicht lang aushalten, weil DU sie nicht aushältst.

Kann das sein?

Sie ist mittlerweile in einem Alter, in dem du dich nicht mehr ständig dafür verantwortlich fühlen mußt, das sie beschäftigt und zufrieden ist.
Nimm dich ein wenig zurück.
Laß sie Langeweile und Frust auch mal allein aushalten. Wenn du ständig versuchst, höher und weiter zu kommen, um sie zu erfreuen, wirst du genau das Gegenteil erreichen. Dein Kind wird dennoch immer mehr erwarten, um dennoch unzufrieden zu sein.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von isabel_04 11.03.10 - 08:03 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ja ein bisschen Recht hast du schon. Nur kann man sich doch trotzdem an Kleinigkeiten erfreuen. Ich freue mich auch über Kleinigkeiten, ein leckeres Stück Kuchen, einen schönen Ausflug oder ein paar Haarspangen für 0,99 Euro.

Wie sollte ich mich nun verhalten? Sie dermaßen kurz halten, dass sie sich auch über Gummibärchen oder ein Eis freut, weil es etwas Besonderes ist, weil es das nur alle halbe Jahre mal gibt? #zitter Es sind ja auch nicht immer nur matierielle Dinge, die sie unzufrieden machen. Es sind auch normale Situationen, die sie mal eine halbe Stunde maulig sein lassen, nur wenn man sie freundlich bittet aufzuräumen etc.

Soll ich sie in ihrer Unzufriedenheit schmoren lassen? Mir drückt das ganz schön aufs Gemüt mus ich sagen...

Ehrlich gesagt, weiß ich momentan nicht, warum mein Kind dermaßen unglücklich ist, gebe ich ihr doch so viel Liebe :-(

Liebe Grüße

Christina

Beitrag von hezna 11.03.10 - 08:23 Uhr

Etwas weiter unten steht ein Beitrag
"6 jährige schreit.... "

Eine Userin hat einen sehr schönen Bericht dazu kopiert, über die sich stark verändernde Welt der 6-jährigen. Vielleicht "leidet" deine Tochter auch ein wenig an der sich für sie verändernden Welt und macht so ihrem Unmut Luft.

Und nein, natürlich sollst du deiner Tochter jetzt nicht alle Annehmlichkeiten entziehen. Ich wollte dir damit nur sagen, daß sie sich über solche Dinge NICHT freut, weil sie einfach normal für sie sind, wie das Brot am Morgen.

Deine Erwartungshaltung kann hier also nur enttäuscht werden.

Ich persönlich glaube, das deine Tochter dennoch auch ganz gut weiß, welche Hebel sie bei dir drücken muß.
Sie merkt vermutlich, das ihr "schlechte-Laune-Gesicht" bei dir immer eine gewisse Panik auslöst verbunden mit dem Wunsch, das sie wieder fröhlich ist.

Das Dumme an uns Eltern ist, das wir jede Menge Launen ertragen müssen und diese uns gewissermaßen kalt lassen müssen, denn ansonsten drehen wir irgendwann am Rad.

Was machst du denn, wenn du sie bittest aufzuräumen und sie ein Gesicht zieht?

Beitrag von isabel_04 11.03.10 - 08:33 Uhr

Ich bitte sie weiterhin freundlich aufzuräumen, daran ändert sich nichts.

Natürlich erwarte ich ja auch nicht von meiner Tochter, dass sie wegen ein paar Gummibärchen ganze Luftsprünge macht. Es ist leider die fordernde Haltung, die sie an den Tag legt.

Ich erinnere mich an einen Tag, da waren wir Ponyreiten und hatten alle gemeinsam einen wunderschönen Tag. Auf dem Rückweg wollte meine Tochter dann unbedingt noch zu Mc Donalds, was wir aber nicht mehr gemacht haben. Sie hat dann den ganzen Tag gemeckert und gemault, dass wir nicht bei Mc Donalds waren anstatt sich über den wunderschönen Tag zu freuen :-(

Ich ertrage sehr viele Launen mit einer Engelsgeduld, doch kann ich nicht abstreiten, dass mich ihre "Unbescheidenheit, Unzufriedenheit etc." manchmal schon wütend macht....:-(

LG

Christina

Beitrag von milchkuh112 13.03.10 - 08:06 Uhr

Hi,

ich weiß nicht ob es dir hilft, aber ich kann dir sagen das war bei uns auch so bevor Madamé 6 Jahre wurde...und es geht VORBEI......!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Das ist wieder eine dieser 100.000 berühmten Phasen.

Meine Tochter wird im April 7 Jahre, und sie ist momentan völlig ausgeglichen, freut sich über vieles, ist kooperativ, akzeptiert so ziemlich viele Dinge. Und flippt net so schnell aus bei bestimmten Dingen.

Herzliche Grüße

Beitrag von yogurette85 30.07.16 - 23:03 Uhr

Hallo, dein Beitrag ist schon viele Jahre her. Ich würde gerne wissen, wie sich deine Tochter entwickelt hat. Liebe Grüße