ist alkoholismus vererbbar???

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Beitrag von minniewinnie 13.03.10 - 23:08 Uhr

Hallo

mich hat gerade etwas zum nachdenken gebracht.

der mann einer freundin trinkt leider recht viel und ist somit jeden abend besoffen, so das er in der wohnung hinstürtzt und sich einnässt..... eine unterhaltung ergab das sein vater wohl auch alkoholiker ist und es wurde angemerkt das es ja vererbt sein könnte.

daher meine frage: ist alkoholismus vererbbar???

warum ich frage: Der kindesvater meiner Tochter war/ist alkoholiker,ebenfalls seine ganze familie (seine mutter und seine oma)
ich habe nie alkohol getrunken.
ich habe mich noch in der schwangerschaft von ihm getrennt.
wir trinken zuhause nie alkohol, sie kennt es also garnicht das getrunken wird, zum kindesvater besteht keinerlei kontakt.

es ist also nur die frage ob alkoholismus vererbar ist?

Beitrag von oldma 13.03.10 - 23:16 Uhr

.....die wissenschaft ist sich heute einig, der alkoholismus ist nicht vererblich, jedoch die veranlagung zur "sucht". welche auslösende faktoren es aber für das ausbrechen der "sucht" gibt, ist leider noch ungeklärt.l.g.c.

Beitrag von king.with.deckchair 14.03.10 - 00:47 Uhr

Eine "Neigung", schneller als andere Menschen von Drogen (ob nun Nikotin, Alkohol etc.) anhängig zu werden, ist wohl tatsächlich "in den Genen". Auch bestimmte Verhaltensmuster, die zu einer Alkoholerkrankung führen können, werden innerhalb der Familie weiter"vererbt", also unbewusst vorgelebt. Bei uns in der Familie war das zum Beispiel eine Haltung, dass nach außen alles perfekt zu scheinen hatte. Gleichzeitig haben die Familienmitglieder untereinander (Geschwister meiner Mutter z.B.) gemobbt. Über wirkliche Gefühle und Ängste sprach man kaum bis nie, denn man konnte nie sicher sein, ob sie nicht boshaft weitergetratscht werden usw. usf.

Aber ich kann dich beruhigen: Jemand alkoholkrankes in der Familie heißt NICHT, dass Kinder oder Enkel zwangsläufig auch süchtig werden. Wichtig ist, dass man einen vernünftigen Umgang damit vorlebt und dass man stabile und verlässliche Bezugsperson ist.

Ich habe vor einigen Jahren ein schlimmes Alkoholproblem überwunden und mein Sohn (19) trinkt z.B. kaum, raucht auch nicht. Er lebt nicht völlig abstinent, aber ich habe ihn auch noch nie betrunken erlebt. Zum Glück.

LG und keine Panik!
Ch.

Beitrag von k_a_t_z_z 14.03.10 - 02:59 Uhr



Die Veranlagung bzw. Neigung zu Suchtverhalten kann vererbt werden, eine Sucht selbst nicht.

Ich kenne das Thema sehr gut und kann das so bestätigen.

LG, katzz

Beitrag von petra1982 14.03.10 - 07:34 Uhr

Vererbbar nicht, aber wenn man damit aufwächst ist die Gefahr gross das man mehr dazu neigt. Deine Arme Freundin....

Beitrag von emeri 14.03.10 - 07:34 Uhr

hey,

also ich denke auch, dass die veranlagung zur sucht bei menschen eher gegeben oder weniger gegeben sein kann. dass dein kind wegen der vorgeschichte der familie seines vaters zwangsläufig alkoholiker wird, bezweifle ich.

vieles hat mit sozialisation zu tun. d.h. oftmals werden kinder von alkoholikern selbst eher zur flasche greifen, weil sie das als problemlösungsstrategie erlernen. genauso, wie menschen, die in einem vom gewalt geprägten umfeld eher selbst gewalttätig werden mangels anderer problemlösungsstrategien. ein kind, das sieht wie eltern problme ausdiskutieren ohne dabei untergriffig oder gewalttätig zu werden wird später wahrscheinlich auch bei diskussionen ähnlich handeln. ausreißer gibt es aber immer wieder. so können auch menschen aus gut behütetem haus ohne alkoholismus vorgeschichte alkoholiker oder menschen mit liebevollen eltern schläger werden.


lg emeri

Beitrag von yamie 14.03.10 - 07:59 Uhr

morgen,

google erschlägt dich mit antworten, u.a. diese hier:

http://web4health.info/de/answers/add-alcohol-inherited.htm

wie ich sehe, wurde hier ebenso gegoogelt und abgeschrieben.




gruß
yamie




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dies ist KEINE signatur!

Beitrag von tve 14.03.10 - 08:52 Uhr

Vererbbar nicht, sondern nur anerziehbar durch die schlechte Vorbildfunktion.

Beitrag von bottroperin1987 14.03.10 - 09:15 Uhr

hey
eigendlich ganz unlogisch in meinen augen..

wenn ich nen vater hätte der immer besoffen ist und ggf. agressiv und handgreiflich wird, ich noch damit aufwachse dann fange ich doch nicht selber an zu trinken..

kenne aber da auch ne familie in polen.. der vater nur am saufen und seine 4 kinder sind nicht bessser als der vater fahren sogar betrunken auto/roller ect.


lg Sandra

Beitrag von limetta 14.03.10 - 10:41 Uhr

Wie kommst du dazu, so eine Antwort zu geben, nachdem hier schon etliche richtig geantwortet haben? #kratz

Selbstverständlich ist die Veranlagung vererbbar.

Beitrag von tve 14.03.10 - 11:00 Uhr

Ist eben nicht vererbbar und nur weil hier bei Urbia einer meint es wäre so und das ggfs. noch auf einige Studien stützt, gibt es mindestens genau so viel Studien, die es anders sehen.

Beitrag von fritzeline 14.03.10 - 14:09 Uhr

Da hab ich aber bisher anderes gehört, vor allem in Studien jüngeren Datums.

Du klingst so, als ob es nur deswegen ein unumstößlicher Fakt sei, weil es deiner Meinung entspricht. #gruebel

Beitrag von babybaer4 14.03.10 - 08:58 Uhr

Hallo,

vererbbar glaube ich nicht ,aber ich glaube wenn ein Kind dadurch lernt das man so seine Probleme lösen kann...
Der Vater meines Vaters war Alkoholiker und mein Vater auch.Er hatte eine miese Kindheit,hat nie gelernt mit Konflikten umzugehen und ist allem aus dem Weg gegangen was unangenehm sein könnte.
Alkohol meinte er zu brauchen ,damit es ihm gut geht.
Wir Töchter(3 Stück)trinken garnicht oder so wenig das uns 2 Gläser Bier uns umhauen würden.
Aber das hat wohl eher damit zutun das unsere Mutter Alkohol so verabscheut..

Lg Sabine

Beitrag von nightwitch 14.03.10 - 09:24 Uhr

Hallo,

definitiv nicht vererbbar.

Ich denke, es hat eher was mit der Vorbildfunktion und dem Umgang damit zu tun.

Mein Vater war Alkoholiker, ist letztendlich an den Folgen gestorben.
Meine Mutter trinkt auch mal gerne ein paar Gläschen (auch ab und an zu bestimmten Gelegenheiten zuviel).

Meine Eltern waren beide Raucher.

Ich rauche nicht und trinke selten Alkohol. Und wenn ich Alkohol trinke, dann nicht mehr als 1 oder 2 Gläser Biermixgetränke. Harte Sachen schon lange nicht mehr.

Ich fand es abartig und widerwertig, wie meine Eltern besoffen im Bett lagen. Unfähig irgendwas zu merken oder zu tun.
Sehe mein Vater, wie er in der Küche steht, die Kornflasche hinter der Mikrowelle.
Und immer diese Fahne.

Ich habe mir geschworen, diesen Anblick und diese Situationen werden meine Kinder nie in ihrem Leben sehen.

Alkohol ist für mich keine Problemlösung, sondern führt eher zu mehr Problemen.

Gruß
Sandra

Beitrag von devadder 14.03.10 - 09:33 Uhr

Hm.
Mein Vater war kein Alkoholiker ist aber trotzdem tot.

Beitrag von nightwitch 14.03.10 - 11:14 Uhr

Nun, mein Vater wäre mit Sicherheit noch am Leben, wenn er keinen (oder nicht soviel) Alkohol getrunken hätte.

Er hat sich sprichwörtlich zu Tode gesoffen und ist letztendlich an den Folgen daran gestorben.

Ich war daher mit 19 Halbwaise, meine kleine Schwester mit 10.

Sie leidet noch heute an den Folgen.

Gruß
Sandra

Beitrag von devadder 14.03.10 - 09:35 Uhr

Im ernst, Es ist keine Problemlösung aber eine als Krankheit anerkannte Sucht, die man nicht heilen kann, die höchstens bei "trockenen" Alkoholikern zum Stillstand kommt. Sehr häufig leider nur Temporär. Diese Suchtbehandlung kostet uns übrigens Unmengen an Geld.

Beitrag von nightwitch 14.03.10 - 11:16 Uhr

Nun, mein Vater war lange Zeit trocken. Wir waren der Meinung er hätte es geschafft.

Bis seine zweite Ehefrau ihm das Leben zur Hölle machte.

Für die Betroffenen (also die Alkoholiker) ist es eine Problemlösung.

In seinen "lichten" Momenten habe ich meinen Vater immer wieder gefragt, wieso er Alkohol trinkt.

Immer wieder kam die gleiche Antwort: Damit ich meine Probleme vergesse!

Gruß
Sandra

Beitrag von gunillina 14.03.10 - 12:13 Uhr

"definitiv nicht vererbbar."

Woher weisst du das? Weil DU NICHT trinkst, deine Eltern es aber taten? Du kannst das doch nicht an einem einzigen Beispiel festmachen.

Die Veranlagung zur Suchtgefährdung besteht durchaus, wie unzählige wissenschaftliche Studien belegen (hier haben ja genug Leute gegooglet). Also ist "definitiv nicht vererbbar" schlicht weg falsch.

Beitrag von nightwitch 14.03.10 - 14:52 Uhr

nun,

auch wenn die ANLAGUNG vererbbar ist, heisst es nicht:

Vater alkoholkrank, vererbt die falschen Gene, Kind auch alkoholkrank.

Das Kind KANN sich IMMER für einen anderen Weg entscheiden.

Vererbbar heisst für mich, dass etwas unumweichlich geschieht oder geschehen ist. Wie die Haarfarbe, die sich das Kind nicht aussuchen kann.

Ich bin der Meinung, JEDER Mensch kann für sich SELBST entscheiden, ob er Alkohol trinken will, oder nicht.

Also ist es für mich nicht vererbt.

Sondern eben NUR die Anlage dafür, dass man vielleicht leichter in diese Krankheit rutschen kann.
Nicht mehr und nicht weniger.

Bei einer wirklichen Vererbung KANN sich der Mensch nicht entscheiden.

Gruß
Sandra

Beitrag von ayshe 16.03.10 - 10:50 Uhr

hallo,

es gibt untersuchungen, die angeblich ergeben haben, daß ein gewisses suchtpotential bereits in der DNA verankert sein soll.
somit ist der gedanke der vererbung nicht völlig aus der luft gegriffen.
ich weiß allerdings nicht mehr, wo ich das mal gelesen habe (GEO, Focus, Spiegel, Pharmazeitungen??? keine ahnung).
du könntest sicher einiges dazu ergoogeln, es ging hauptsächlich um alkohol und nikotin.

am letztlich ist natürlich der einfluß (eben auch der positive :-) !) des umfeldes enorm hoch.


lg
ayshe