Heute Gespräch im Kindergarten, bitte um Rat

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 12:12 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich war heute morgen im Kindergarten zum Elternsprechtag.
Zur Vorgeschichte, mein Sohn hat sehr spät angefangen zu sprechen und dann auch so, dass es keiner verstanden hatte.
Als er 2 Jahre alt war, hat die Ärztin dann festgestellt, dass er nicht richtig hören kann, das ganze zog sich dann bis er 3 Jahre alt war hin und dann hat er Paukenröhrchen bekommen. Er hatte vorher immer viele Mittelohrentzündungen und der Schleim konnte wohl nicht richtig ablaufen. Es wurde im Nachhinein gesagt, dass er eine Hörfähigkeit von ca. 30% hatte. Weil er die Worte anders hörte, entwickelte er seine eigene Sprache. Nachdem er die Röhrchen bekommen hatte, dauerte es ca. ein halbes Jahr (zu der Zeit kam er auch in den Kindergarten) bis es auf einmal rapide bergauf ging. Er war den Schätzungen nach 1,5 Jahre mit der Sprache zurück. Heute ist es so, dass man ihn super verstehen kann, Hörfähigkeit gut, ein Röhrchen ist leider noch drin und noch nicht von alleine raus gefallen.
Jetzt haben die mir heute erzählt, ich weiß überhaupt nicht wie ich das deuten soll, dass er beim spielen in der Gruppe nicht verlieren kann dass er dann bockig wird, weint und einfach raus geht und kein anderes Kind würde das so machen?? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass mein Sohn der einzige ist der das so macht. Dann haben sie kritisiert dass er beim Turnen nicht auf einen Balken will.. Durch die Röhrchen hat er noch nicht das Gleichgewicht, er konnte vor den Röhrchen nicht einmal stehend in den Himmel gucken ohne hinzufallen, das hat sich extrem gebessert.. Bei Konflikten würde er unangemessen reagieren und so weiter.. Ich weiß wirklich nicht wie ich das interpretieren soll. Ist mein Sohn so ein negativer Ausnahmefall????
Na klar sind sie mal bockig und er hat einen großen Dickkopf, er weiß aber zu Hause dass er damit nicht durch kommt, klar bockt er mal mehr aber das ist doch normal oder irre ich mich???
Dann ging es darum, dass er ja im nächsten Jahr in die Schule soll. Er hängt ja mit dem Sprechen logischerweise immer noch zurück, er bekommt zwei mal die Woche Frühförderung, einmal die Woche Sprachtherapie und zwei mal die Woche die Förderung vomDelfin 4. Das alles findet im Kindergarten statt. Dann sagen Sie, er hat gesagt er will das nicht mehr - ist doch logisch wenn er jeden Tag aus dem Spiel heraus gerissen wird?
Dann wundern sie sich, dass er nicht nach draußen spielen will, wenn sie ansagen wir gehen jetzt alle raus. Das ist in diesem Kiga die einzige Aktivität, die zusammen gemacht wird, malen, basteln etc. wird gefragt, wer will?
Ist doch klar dass er das nicht versteht, warum kann ich mir aussuchen ob ich malen will, aber warum muss ich jetzt nach draußen? Oder sehe ich das alles wirklich so falsch?
Jedenfalls mache ich mir jetzt tierische Gedanken wegen der Einschulung im nächsten Jahr, was ist wenn er noch nicht in die Schule kann? Im Kindergarten bleiben? Vorschule gibt es nicht mehr, es gibt nur die Möglichkeit die ersten drei Grundschuljahre in 3 Jahren zu machen, das ist dann so eine Integrationssache. Oder sie erwähnte eine Sonderschule.. Sorry, aber ich mache mir jetzt voll Gedanken, mein Sohn ist doch nicht dumm weil er später sprechen gelernt hat. Seine Frühförderkraft und seine Logopädin schwärmen dass er super mitmacht, dass er super verständlich spricht. Die Kindergärtnerinnen sagen in der Gruppe spricht er nicht so verständlich. Ja, aber wahrscheinlich weil er dann aufgeregt oder nervös ist und sich nicht konzentriert??? Ich weiß nicht, was ich von all dem halten soll.
Dann erwähnten die noch, dass im Herbst geprüft wird ob eine Lese- / Rechtschreibschwäche vorliegt.. Ich frag mich wie die das machen wollen.. Ich habe jedenfalls immer das Gefühl dass die einem einreden wollen, dass er dumm ist und das ist definitiv nicht der Fall, er kennt alle Farben, Formen, alle Zahlen und Buchstaben..
Was sagt ihr dazu, reagiere ich über oder bilde ich mir hier nur was ein? Bin total unruhig seit dem Gespräch weil wir so stolz auf Ihn sind, was er in den 2 Jahren für Fortschritte gemacht hat und dann kriegt man so nen Dämpfer..

Beitrag von knutschka 17.03.10 - 12:27 Uhr

Hallo,

dein Sohn ist jetzt 5, oder?

Wie es scheint, hat er einfach nicht gelernt, sich unterzuordnen: er erträgt es nicht, wenn andere gewinnen, er mag keine Gruppenaktivitäten.

Die Struktur des Kigas war daran sicher nicht ganz unschuldig, aber genau das ist es, was in der Schule zumindest einigermaßen klappen muss, denn: wenn Rechnen dran ist, dann rechnen alle Kinder und nicht nur die, die gerade Lust haben.

Das erklärt auch, warum er bei der Logopädie gut mitmacht: dort ist er allein und sozusagen der "King". Er hat zumindest das Gefühl, als ginge es nach seinem Kopf.

Das kann im Übrigen auch mit seiner verminderten Hörfähigkeit im Kleinkindalter zusammenhängen: da er die Umstehenden nicht richtig verstanden hat, hatte er immer das Gefühl, er würde bestimmen, was läuft - das ändert sich nun.

Wenn es möglich ist, versucht die Förderung in einer Gruppe zu machen. Ansonsten kann ich dir auch nicht soviel raten. Meine Tochter ist erst 2,5 - zeigt aber ein ähnliches Verhalten.

Bis nächsten August ist es noch recht lange hin - ich glaube nicht, dass eine Zurückstellung nötig wird.

Was der LRS-Test soll, weiß ich beim besten Willen auch nicht. Aber ich habe auf dem Gebiet auch keine Erfahrungen.

LG Berna

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 12:30 Uhr

Klingt logisch mit dem unterordnen, klang vom Kiga nur so vorwurfsvoll dann wird gleich gefragt ob zu Hause irgend etwas nicht stimmt..
Er ist auch Einzelkind, evtl. hängt das auch damit zusammen?
Die wollen ihn jetzt öfter in der Gruppe fördern, aber wie können wir als Eltern da noch unseren Teil zu beitragen?

In diesem Kiga gibt es ja nicht einmal mehr ein gemeinsames Frühstück. Neulich kam mein Sohn weinend aus der Gruppe als er mittags abgeholt wurde weil er kein Essen bekommen hatte. Auf dem Flur können ca. 10 Kinder essen während die anderen umher laufen, da hatte er lt. der Kindergärtnerin keine Zeit und als er später was wollte haben Sie ihn nicht gelassen....

Beitrag von knutschka 17.03.10 - 13:15 Uhr

Hm... Merkwürdige Sitten in eurem Kindergarten... Warum essen denn die Kinder auf dem Flur?

Was ihr zu Hause tun könnt: gemeinsame Essenszeiten einhalten, im Spiel auch mal selbst gewinnen, gemeinsame Aktivitäten auch mal nach eurem Geschmack auswählen etc.

Ihm einfach zeigen, dass er geliebt wird, sich die Welt aber nicht nur um ihn dreht. Dass Kinder so denken, ist im Übrigen vollkommen normal. Bis etwa 5 Jahre haben so gut wie alle Kinder ein egozentrischen Weltbild.

Lass dich nicht verunsichern, ich bin mir recht sicher, dass sich das noch geben wird.

Klar hängt es auch ein wenig damit zusammen, dass er ein Einzelkind ist, aber das ist kein Grund der dagegen sprechen sollte, dass er es noch lernen kann... ;-)

LG Berna

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 15:20 Uhr

Früher gab es in dem Kiga ein gemeinsames Frühstück für jede Gruppe.
Dies wurde, warum auch immer, irgendwann geändert, dass die Kinder (wenn sie wollen) sich in einem bestimmten Zeitraum auf dem Flur in die Essecke setzen können.
Ist doch logisch wenn die anderen Kinder da alle umher flitzen, kann man sich nicht konzentrieren bzw. lässt sich ablenken..
Je mehr ich hier von euren Antworten lese, desto sicherer bin ich mir, dass es nicht nur an ihm liegt.
Wie gesagt wir spielen mit ihm zu Hause auch, mal hat er kein Problem damit zu gewinnen, gestern beim Uno spielen gewann mein Mann die erste Runde, da sagte er sofort ich will nicht mehr und ist in sein Zimmer gezockelt...
Aber wer verliert schon gerne und wer sagt dass das eine schlechte Eigenschaft ist?

Beitrag von raena 17.03.10 - 13:21 Uhr

Für mich klang die Erklärung auch sehr logisch. Ich habe selbst ein Einzelkind (und sie wird es auch bleiben) und ich achte sehr darauf, dass sie lernt sich in einer Gruppe einzuordnen und sich auch der Gemeinschaft unterzuordnen.

Wie man als Eltern von einem Einzelkind das machen kann? Vielleicht mit einer Teamsportart wie Fußball? Da sind alle gleich und der Trainer ist der Bestimmer! Wenn ich bei einer Freundin bin, dann achte ich immer sehr darauf dass meine Tochter nicht zur Bestimmerin wir, sondern sag ihr auch schnon mal ganz klar, wir sind nur zu Besuch und hier ist xxx die Bestimmerin und nicht du.

Öfter mal mehrere Kinder einladen und auf die Gruppendynamik achten.

In der Gruppe fördern ist mit Sicherheit auch ein ganz guter Anfang.

.... und nochwas .... nimm es nicht persönlich .... werte es nicht als einen Angriff auf deinen Sohn! Die Erzieherinnen wollen auch nur das Beste für deinen Sohn und da ihr Blick nicht durch die Mutterliebe beeinflusst wird, sehen sie einfach manchmal Dinge anders als du. .... und natürlich erleben sie deinen Sohn auch in ganz anderen Situationen als du.

Alles Liebe
Tanja

Beitrag von gismomo 17.03.10 - 12:29 Uhr

Hallo,

leider nur ganz kurz, weil ich gleich meinen Sohn vom Kiga abholen muss:

Ich kenne das Gefühl, dass man so froh ist, dass endlich alles zu laufen scheint, und dann bekommt man wieder einen Dämpfer. War bei meinem Sohn so mit der Sprache - wir waren so stolz, weil er sich durch die Logopädie so toll weiterentwickelt hat. Jetzt im Kiga machen sie die Eltern verrückt, weil viele Kinder noch nicht 8 Schritte auf einer umgedrehten Turnbank rückwärts laufen können.
Ich hab mich so aufgeregt, zumal eine Rücksprache bei der obersten Stelle ergab, dass die "Fachkraft" für Bewegungserziehung völlig übers Ziel herausschießt und den Eltern einredet, ihre Kinder seien motorisch hinterher, was laut Leitung aber so gar nicht geplant war - die macht Tests mit den Kindern, die sie eigentlich gar nicht machen darf, und erzählt dann so einen Quatsch.

Lass dich bitte nicht runterziehen - zur Zeit spinnen alle, was das Thema angeht. Sieh die Fortschritte deines Kindes und sei zu Recht darauf stolz!

lg
K.

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 12:43 Uhr

Wie gesagt, ich war auch ehrlich gesagt völlig überrascht, denn na klar ist er bockig und auch etwas extremer aber das hat doch jedes Kind mal??

Bemängelt haben Sie auch dass er beim Turnen nicht auf hohe Sachen steigt und sagt er hat Angst.. Aber offensichtlich interessiert das nicht..

Beitrag von sternchen718 17.03.10 - 12:44 Uhr

Hallo,

das was du schreibst kommt mir sehr bekannt vor.

Mein kleiner Bruder (heute 24)hatte auch ständig MOE eine nach der anderen und aufgrunddessen hörte er nicht gut und sprach auch wenig bis gar nicht. Auch er entwickelte eine völlig eigene Sprache.

Alle im Umfeld meiner Mutter haben immer gesagt das er zurückgeblieben ist und was weis ich.
Damals gab es diese tollen Hörtests noch nicht.

Er war immer etwas hintendrann und ist auch von der 2 Klasse in die erste zurückgegangen. Weil einfach sprachlich nicht mitgekommen ist. Ich bin mir sicher hätte es damals schon die erste KLasse verteilt auf 2 Jahre gegeben hätte meine Mutter ihn dorthin gebracht.

Mein Bruder ist weder dumm noch zurückgeblieben er hing leider nur jahrelang hinteher.
Heute ist er Steinmetz, liest Bücher und macht selbst Musik vor 10 Jahren haben die Leute und auch Ärzte gesagt das er es nie weit bringen wird.

Soviel zu deren einschätzung

Du bist seine Mutter, du gehst mit ihm zur Logopädin und Frühförderung und die haben auch eine gute Meinung von deinem Kind.

Wenn ich dich richtig verstehe ist das Problem im KiGa.
Wie die ihn auf eine Rechtschreibschwäche testen wollen ist mir ehrlich gesagt sehr schleierhaft.
Dein Sohn ist 5 das man da nicht gut verlieren kann kommt in diesem Alter häufig vor. Meine Schwägerin kann es heute noch nicht:-D

Vielleicht ist er sich in den anderen Situationen die du beschrieben hast (Turnen, Konflikte) auch so das er sich unsicher ist. Weil er eben halt so viel aufholen muss/musste.
Ich würde an deiner Stelle mal mit deinem Sohn sprechen wie er denn solche Situationen empfindet. Er ist in einem alter wo sie schon ein gutes Gespür für sich selber haben.

Auch im KiGa würde ich das nocheinmal ansprechen. Ich weiß man fühlt sich dann wie ein Muttertier das überreagiert, aber es stört dich das sie dir ein schlechtes Gefühl gegeben haben. Und das solltest du klären denn sonst kannst du dein Kind nicht mehr dahin geben und ein gutes Gefühl haben.

LG
Corinna

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 13:21 Uhr

Es ist bei ihm oft so, dass er die Sachen die er kann, z.b diesen Lük Kasten gerne macht und da haben sie sogar gesagt dass kann er aus seiner Gruppe am besten. Wenn er aber weiß, er kann etwas nicht, dann will er es nicht und er will es auch nicht probieren. Ich finde es nur traurig, dass die das so stark bewerten weil ich immer denke, das geht vorbei.. Das sind Phasen mal geht er an die Decke bei bestimmten Sachen, an anderen Tagen stört ihn das dann gar nicht..
Jetzt haben die mich soweit dass ich hier bei der Arbeit sitze und mir nur noch Gedanken darum mache und hier schreibe, wo ich mir eigentlich nur denken sollte, was für ein tolles Kind ich habe und was für tolle Fortschritte er gemacht hat...

Beitrag von emeliza 17.03.10 - 14:42 Uhr

Laß dich bloß nicht verrückt machen. Das hört sich für mich alles gar nicht dramatisch an. Gut, Dein Sohn ist offensichtlich ein schlechter Verlierer, das gibts doch häufiger.

Wichtig ist doch nur, dass er Fortschritte im Sprechen macht - und das tut er ja offensichtlich. Wozu wollten sie ihn auf eine Lese-/ Rechtschreibschwäche testen - er kann doch noch gar nicht lesen und schreiben, bzw. wenn er es kann, dann wäre er ja sehr weit.

Auch das mit dem Turnen finde ich übertrieben. Wahrscheinlich mußten die halt irgendwas sagen und dann kam das sowas bei raus. Er bekommt doch extra eine Förderung durch Spezialisten, wenn die finden, dass alles in Ordnung ist, dann würde ich auch eher denen vertrauen.

LG Sandra

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 15:13 Uhr

Das beste daran ist ja, dass ich mit der Logopädin vor einer Woche noch gesprochen habe. Die will noch 5 Std. machen und dann meint sie, es reicht. Darauf haben die Kindergärtnerinnen heute auch gesagt, das würde sie wundern.. Hallo?? Die Frau ist doch die Expertin und wird das jawohl wissen. Sie sagte auch dass mein Sohn 2x bei ihr bockig war und sie ihm klipp und klar die Grenzen gezeigt hat, beim nächsten Mal hat er es noch mal versucht, sie hat ihm gesagt dann gehst du wieder in die Gruppe wie beim letzten Mal und zack war es vorbei. Und sie sagte, dass das ein total normales Verhalten ist, ihr eigener Sohn hätte sie damals fast zur Verzweiflung gebracht, der hat sich aus Warnigkeit seine eigenen Haare ausgerissen, Blumentöpfe durch die Wohnung geschmissen und solche Scherze..

Mich regt grad nur tierisch auf, dass der Kiga dass so dramatisiert und wenn man so etwas hört, macht man sich schon Gedanken.

Aber lieben Dank für eure Antworten, ich bin ein wenig beruhigter.

Beitrag von emeliza 17.03.10 - 15:23 Uhr

Ich würde genauso reagieren an Deiner Stelle. Man macht sich dann einfach seine Gedanken und fängt an zu zweifeln.

Aber ich würde wirklich eher auf die Logopädin vertrauen. Und wenn es ums bockig sein gehen würde, dann dürften meine beiden wohl nie in die Schule kommen! Ich habe gleich zwei wirkliche Dickköpfe, was meinst Du, was hier manchmal los ist.

Mein Sohn kam vor 2 Wochen in den Kiga (gleiche Gruppe, wie meine Tochter) und wollte im Stuhlkreis neben seiner Schwester sitzen. Da war nun leider aber schon besetzt und die Erzieherin hat ihm gesagt, er solle sich einen anderen Platz suchen. Daraufhin hat er sie wohl ganz finster angeguckt (das sieht echt drollig aus, das macht er öfter) und gesagt: Böse Frau! Sie meinte später zu mir, sie hätte sich das Lachen kaum verkneifen können. Nachdem sie ihm erklärt hatte, wie es so im Kiga läuft, hat er sich dann übrigens auf einen anderen Platz gesetzt. Wohl gemerkt, das war sein 1. Kiga Tag!

Ach ja, er liebt die "böse Frau" eigentlich abgöttisch, er kannte sie ja schon vorher.

Beitrag von janamausi 17.03.10 - 15:16 Uhr

Hallo!

Ich denke schon, dass gerade Einzelkinder sich schwerer tun in der Gruppe unterzuordnen als Geschwisterkinder. Geschwisterkinder lernen auch daheim, nicht immer an erster Stelle zu stehen...Ich könnte mir auch vorstellen, dass die vielen "Therapiesitzungen" auch noch einen kleinen Teil dazu beitragen. Da ist er auch im Mittelpunkt.

Ich bin allein Erziehend, meine Tochter steht also daheim immer im Mittelpunkt und man merkt es ihr schon an, dass es ihr schwer fällt, wenn sie im Kiga etc. nicht immer im Mittelpunkt steht.

Aber dafür ist ja genau der Kiga da, dass die Kinder lernen, sich in einer Gruppe unterzuordnen.

Auch finde ich, dass ein 5jähriges Kind es schon verstehen sollte, dass ein Unterschied gemacht wird, zwischen gemeinsamen Aktivitäten draußen und innen z.B. das basteln. Im Kiga ist ja ein gleichbleibender Ablauf und man gewöhnt sich doch da drann.

Das dein Sohn unsicher ist, wenn er auf einen Balken soll, kann ich verstehen. Ihm "fehlen" ja ein paar Jahre... Aber so etwas kann man ganz spielerisch üben, z.B. wenn man spazieren geht, kann man balancieren, auf einen Bein hüpfen etc. so dass dein Sohn Vertrauen in sich kriegt. Dann dürfte es eigentlich kein Problem sein, das aufzuholen.

Eine Freundin hatte so etwas ähnliches durchgemacht. Sie hat ihren Sohn dann zurückstellen lassen, ihn ein Jahr länger im Kiga gelassen. Und das war bei ihr genau die richtige Entscheidung. In dem Jahr hat der Junge viel aufgeholt - und das in aller Ruhe ohne den Schulstreß.

Das Kinder bocken, ist normal, aber wenn ein 5jähriger heulend aufsteht, weil er verloren hat, finde ich das nicht altersgerecht. Aber das heißt ja nicht, dass dein Sohn ein negativer Ausnahmefall ist oder er deswegen ein schlechter Junge ist! Jedes Kind muss das soziale Verhalten lernen.

Ebenfalls ist es doch verständlich, dass er in der Logopädie (wo es ruhig ist und er sich konzentrieren kann) besser spricht, als im Kiga. Aber das im Kiga wird er auch noch lernen...

Sehe das Gespräch nicht als negative Kritik, sondern als Ansporrn in welchen Punkten dein Sohn noch etwas lernen kann. Jede Mutter würde gerne nur positives über ihr Kind hören, aber kein Kind ist perfekt und es gibt bei jedem Kind Punkte, die man "verbessern" kann oder an denen man arbeiten sollte. Jetzt weißt Du, dass dein Sohn - zumindest in Gegenwart von anderen Kindern - nicht verlieren kann und jetzt hast Du die Möglichkeit, daran zu arbeiten das es besser wird.

LG janamausi

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 15:50 Uhr

Wie ich sagte, hat er damit zu Hause seltsamerweise weniger Probleme. An manchen Tagen schon, aber seltener.
Das, was mir heute beschrieben wurde - erleben wir zu Hause nicht so.

Da klettert er auch auf Gerüste o.ä.

Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass die Kindergärtnerinnen lieber die Fehler bei den Eltern suchen, als zu akzeptieren dass nicht alle Kinder gleich sind.

Beitrag von janamausi 17.03.10 - 17:33 Uhr

Hallo!

Ich sehe es jetzt nicht so, dass die Erzieherin dir Fehler unterschieben will.

Kinder verhalten sich im Kiga anders als daheim, ebenso verhalten Sie sich wenn sie alleine sind anders als wenn sie mit vielen Kindern zusammen sind und sie verhalten sich auch in fremder Umgebung, fremden Erwachsenen anders als daheim oder in deiner Gegenwart.

Vielleicht fühlt sich dein Sohn (noch) daheim sicherer als im Kiga. Es ist ja auch für ihn eine enorme Umstellung plötzlich alles lauter und besserer zu hören...wenn dann noch der hohe Lärmpegel im Kiga dazu kommt, braucht er vielleicht noch ein bißchen bis er sich ganz sicher fühlt.

Von dem her was Du geschrieben hast, finde ich nicht das die Erzieherinnen dir Fehler "unterstellen", aber ich war ja auch bei dem Gespräch nicht dabei.

LG janamausi

Beitrag von benita2020 17.03.10 - 17:40 Uhr

Ich glaube ich muss mich einfach nur abreagieren, deswegen suche ich jetzt irgendwas.
Vielen Dank für die lieben Antworten, versuche mich jetzt zu beruhigen #cool