was soll ich tun? tapeten abreißen

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lala2712 18.03.10 - 10:22 Uhr

hallo!!!

habe die letzte zeit ein problem mit meinem sohn. wenn er alleine in seinem zimmer ist, dann wird die tapete abgerissen. er ist jetzt 2 jahre und 8 monate alt.

er macht es wenn er wütend ist, aber auch wenn er gute laune hat.

habe natürlich mit ihm geschimpft und mit ihm darüber geredet, dass das doof ist und er es bitte nicht mehr machen soll.

er fragte auch gleich, ob ich jetzt böse wäre. natürlich war ich böse auf ihn. dann ist er gekommen und hat direkt gesagt, er würde wieder lieb sein.

was ist eigentlich eine konsequenz für sein handeln? ein spielzeug wegnehmen hat ja nichts mit der situation zu tun und abends kein sandmann gucken auch nicht.

man kann ihn sowieso schlecht strafen. bei anderen situationen, wenn er sich z.b. nicht anziehen läßt und ich dann sage, dann können wir nicht turnen gehen, ist ihm das auch egal. dann sagt er nur ben zuhause bleiben. obwohl er gerne turnen geht.

es ist wirklich egal was man sagt oder tut, es scheint ihn nicht zu stören.

er spricht noch nicht so viel und somit kann ich auch nicht rausfinden, warum er manches macht. er kann ja auf die frage "warum" keine antwort geben.

wie geht man mit solchen situationen um? er weiß genau, dass er mich auf die palme bringt mit seinem verhalten.

für tipps wäre ich wirklich dankbar

Beitrag von der.maulwurf 18.03.10 - 11:14 Uhr

Das kenne ich!
Habe eben eins weiter oben auch ne Story über meine Momentane Situation mit meiner Tochter geschrieben.

Mit Strafen komme ich bei meiner Tochter auch nicht weit. Wenn sie Z.B nicht aufräumen will, und ich dann sage: Wenn ich es wieder tun muss, sind die Sachen für ne Weile weg, interessiert sie das auch nicht die Bohne.
Oder wenn man ihr sagt, das sie nichts Süßes mehr kriegt, wenn sie sich nicht mal die Zähne putzen lässt, versteht sie es nicht (oder tut so als würde sie es nicht verstehen) Und man erreicht erst nix....#augen

Ne Zeitlang hat der Fernseher ganz gut gezogen.
Wenn sie nicht brav war, wurde er ausgemacht.
Sie hat dann zwar trotzdem nicht gemacht was ICH wollte, aber zumindest konnte ich sie irgendwie bestrafen. Da der Kasten jetzt aber vorwiegend eh aus ist, solange sie wach ist, kann ich das nimmer bringen#schein

Ich denke dein Kleiner testet grade seine Grenzen aus.
Wenn du merkst das er es genau weis, das er dich damit auf die Palme bringen kann dann kann es nur das testen sein. Macht meine auch gern.
Ich schleich mich dann gern an sie ran, und wenn sie dann wieder am heimlich was anstellen ist, lass ich ein Schrei los, damit sie sich total erschreckt.
Und dann hat sichs mit der Heimlichtuerei#schein:-p

Gute Nerven, und alles Gute
Gruß Mauli

Beitrag von petra1982 18.03.10 - 12:51 Uhr

Hallo,

war das Spielzeug denn schon weg oder drohst du es nur an?

Wir haben für die Kinder meines Mannes eine Liste angefangen, wo sie für Lieb und Böse Smilies bekommen je nachdem was vorfällt ;-) Und das wirkt wunder, aber wenn ich sage das ist weg ist es auch weg....

Beitrag von jazzbassist 18.03.10 - 12:46 Uhr

Eigentlich geht es gar nicht so sehr darum, ob eine Konsequenz ihren Sohn stört oder nicht. Er hat nur herausgefunden, dass er ein eigenständiges Individuum ist, das eigentständige Entscheidungen treffen kann. Und genau das tut er jetzt. Jedoch mit dem Ziel, herauszufinden, was passiert, wenn er solche Entscheidungen eigenständig trifft. Also das Ergründen von Ursachen- und Wirkungszusammenhängen. Er möchte Sie damit nicht ärgern und das hat auch nichts mit "böse" oder "lieb" sein zu tun. Diese Selbstautonomie ist in diesem Alter ziemlich normal. Sie kann aber nur stattfinden, wenn er immer und immer wieder solche selbstständigen Entscheidungen trifft; dies ist für die kindliche Entwicklung unabdingbar. Da dies für seine Entwicklung so wichtig ist und er das unbedingt tun muss, hat sich die Natur hier einen (für Eltern) ganz gemeinen Trick ausgedacht: Sie gibt einem Kind in diesem Alter noch nicht die Fähigkeit, aus Liebe zu den eigenen Eltern etwas zu Tun oder zu Unterlassen. Sonst müsste er jedesmal zwischen der Liebe zu Ihnen und seinem Drang, sich zu Entwickeln, abwägen. Was er in diesem Alter noch nicht könnte, ohne dabei ernste Schäden zu nehmen.

Es ist also für ihm bei "sich nicht anziehen lassen" keine Strafe, dann nicht turnen zu dürfen. Das ist eine logische Folge, die ihr Sohn noch nicht kannte. Erkenntnis: "Wenn ich mich nicht anziehen lasse, kann Mama mich nicht zum turnen bringen." Die nächste Erkenntnis ist dann, wie verhält sich Mama, wenn ich selbstständig so eine Entscheidung treffe? Denn bisher hat die Mama seinen Tagesablauf geplant und jetzt hat er erkannt, wenn er sich nicht anziehen lässt, kann er diesen Plan durchkreuzen. Bei dieser zweiten Erkenntnis geht es jetzt darum, herauszufinden, ob Mama ihn doch zum Turnen bringen kann, wenn die Mama das will. Auch die Erkenntnis ist einfach: "Wenn ich mich nicht anziehen lasse, bringt Mama mich halt im Schlafanzug zum turnen." Hier kommt jetzt plötzlich die 3. Erkenntnis: "Es ist kalt draußen im Schlafanzug." Die Kette wird sich ewig so weiterführen. Sie muss für ein Kind nur im logischen Zusammenhang mit seiner selbstständigen Entscheidung stehen. Wie Sie erkennt haben, fällt das Wegnehmen von Spielzeug darunter ebensowenig wie das nicht-Sandmann-gucken-dürfen. Ziel ist einfach, ihn zum Turnen zu kriegen - die Konsequenz ist die berücksichtigung seiner Entscheidung. Zieht er sich nicht an, geht's halt so zum turnen.

Beim Tapete abreißen geht es ebenfalls um ein ganz interessantes Spiel - die Erkenntnis (Ursache-Wirkung) ist hier aber gleich: "Was tut die Mama, wenn ich etwas mache, was ich nicht machen darf?" Sie schimpft und erklärt mir, dass ich das nicht machen darf. Das sollten Sie auch so artikulieren und nicht mit "bitte nicht tun soll" umschreiben. Es ist nämlich etwas völlig anderes, jemanden nur freundlich zu bitten, etwas nicht zu tun (dann hat derjenige immer noch ein Wahlrecht) oder es schlechtweg zu verbieten (Hier also die Autoritätsperson zu sein). In dem Fall darf er es nicht tun (er hat hier keinen Entscheidungsspielraum) - und das sollte man auch so kommunizieren. Unabhängig davon, wie sie hier reagieren, wird ihm irgendwann eine weitere Erkenntnis - die er noch nicht erlangt hat - quälen: "Was tut die Mama, wenn ich es trotzdem mache?" Auch hier geht es nicht darum, die Mama zu ärgern, sondern nur, festzustellen, was passiert, wenn er es doch tut.

Tja - da stehen wir nun. Eine Erkenntnis wird für ihren Sohn sein, dass die Mama dann ziemlich wütend ist. Auch hier wieder eine ganz interessante Erkenntnis: "Ich kann Entscheidungen treffen, die Mama wütend machen." Sie eröffnen hiermit ein neues, kindliches Forschungsprojekt, was wieder weitere Taten nach sich ziehen wird, um es ausreichend zu ergründen. Das wird solange weitergehen, bis er sich ganz sicher darüber ist, dass B passieren wird, wenn er A tut und er sich sicher sein kann, dass B nicht so schön sein wird, wie A zu tun. Ich würde ein Kind hier einfach aus der Situation rausnehmen. Wenn Sie gerade z.B. in der Küche waren und das Mittagessen gemacht haben, würde ich ihn einfach für ein paar Minuten in der Küche auf einen Stuhl sitzen lassen. So sieht er zum einen, dass immer noch alles in Ordnung ist (die Mama ist also immer noch für ihn da), zum anderen ist es für ein Kind, dessen Konzentrationsspanne keine 5 Minuten betragen wird, erschreckend lange, 3 Minuten still auf einen Stuhl sitzen zu müssen. Dann ist das friedliche Spielen im Kinderzimmer doch lukrativer als das abreißen der Tapete. Der Vorteil ist hier, dass Ursache- und Wirkung direkt zusammenliegen; ein Kind, dass noch kein Zeitgefühl hat, wird mit Sandmannverbot am Abend und ein Tapete-abreißen am Mittag - selbst wenn Sie es ihm sagen - nicht mehr in Verbindung bringen können.

Solche kindlichen Missetaten widerholen sich dann im Regelfall noch 2-3 mal; hier heißt es dann eigentlich nur noch, die Ruhe zu bewahren und konsequent genau so wie beim letzten mal zu handeln. Wenn Sie hier beim nächsten mal nämlich wieder anders handeln, rauben Sie dem Kind jegliche Möglichkeit, herauszufinden, was passiert, wenn es an die Tapete reißt. Das ist dann in etwa wie das Auspacken von Weihnachtsgeschenken - es ist interessant - da man nicht weiß, was man bekommt. Das Spiel können Sie im Regelfall beliebig lange fortführen. Sie werden sicherlich Eltern finden, die das auch noch bei Schulkindern so machen :-p Die Denkweise wird dann eher sein: "Da er es heute wieder getan hat, war die letzte Strafe noch nicht gut genug." In Wirklichkeit braucht ein Kind hier aber lediglich Sicherheit - wenn es die hat, hört es damit auf.

Menschen agieren so in jeglicher Lebenssituation und in jeglichem Alter. Stellt man 3 Gegenstände auf einen Tisch und eines davon unter einem leichten Stromfluss, gehen Menschen genau so heran, um festzustellen, welcher Gegenstand dauerhaft unter leichtem Strom steht. Man muss jeden Gegenstand mindestens einmal berühren. Dann wissen sie, dass zumindest ein Gegenstand unter Strom steht. Die einzige Möglichkeit, herauszufinden, ob bei einer Widerholung dieses Experiments wieder der gleiche Gegenstand unter Strom steht, ist dummerweise, wieder alle Gegenstände einmal zu berühren. Erst, wenn sie das 3-4 Mal wiederholt haben, würden Sie die Sicherheit erlangen, ja - Gegenstand B steht ständig unter leichtem Strom. Viel viel komplizierter wird das ganze, wenn jedes mal ein anderer Gegenstand unter Strom steht. Abstrahieren Sie das mal auf die Erziehung von Kindern.

Beitrag von huddelduddeldei 18.03.10 - 15:00 Uhr

Wow! #ole

Haben Sie zufällig ein Buch geschrieben, was ich mir bestellen kann? #hicks

Beitrag von jazzbassist 18.03.10 - 17:52 Uhr

Ich könnte mir kein Buch über Erziehung vorstellen, dass - auf einer allgemeinen Ebene - mehr helfen könnte als die, die es bereits gibt. Für den Rest sind Familien, Umfelder und Situationen, in denen Kinder aufwachsen, viel zu individuell, als darüber ein Buch schreiben zu können. Und natürlich auch die Kinder selbst. Die meisten Probleme bei kindliche Verhaltensmuster liegen leider gerade in diesen Individualitäten.

Ein 6-Jähriger, der allmittaglich mit seinen Eltern im Kampf um die Hausaufgaben in den Ring steigt, kann dafür unzählbar viele Gründe haben. Vielleicht neid, weil der jüngere Bruder als Kindergartenkind diese Pflicht (Hausaufgaben) noch nicht hat und daher im Garten spielen darf. Vielleicht Frust, weil der große Bruder mit seinen Hausaufgaben immer nach zehn Minuten fertig ist und dabei auch noch alles richtig hat und er selbst dafür eine ganze Stunde braucht und die Hälfte davon dann noch falsch ist. Vielleicht hat er einfach keine Energie mehr, da die Schule schon so lange ging und er erst eine längere Pause braucht. Vielleicht ist es einfach nur ein Machtkampf, um den "neuen" Stiefpapa etwas zu provozieren und um dort neue Grenzen zu testen. Vielleicht möchte er durch sein Verhalten nur Aufmerksamkeit - weil die Mama plötzlich wieder Ganztags arbeitet und folglich weniger Zeit für das Kind übrig bleibt und das Kind begriffen hat: "Ha - mit den Hausaufgaben habe ich Mama jeden Abend eine ganze Stunde für mich alleine." Vielleicht ist das Kind damit wirklich überfordert und die Eltern deuten es falsch. Vielleicht ist es Druck, weil die Eltern erwarten, dass die Hausaufgaben immer zu 100% richtig und schön geschrieben sein müssen und das Kind diese Erwartungshaltung einfach (noch) nicht erfüllen kann. Vielleicht ist es Angst, weil die Lehrerin in der Schule (für dieses Kind individuell) falsch reagiert, wenn die Hausaufgaben mal fehlerhaft sind. Vielleicht ist er auch der Klassenbeste und hat einfach keine Lust, weil er dafür kein Lob mehr bekommt, da die Lehrerin ihn bei der Kontrolle der Hausaufgaben nicht mehr dran nimmt (i.S.v. du hast doch eh immer alles richtig). Oder der - als Klassenbester - bestehende Druck, diesen Posten auch behalten zu "müssen". Vielleicht ist das Kind absolut unterfordert mit diesen Hausaufgaben und langweilt sich dabei zu tode. Vielleicht haben die Eltern auch nur im Eifer des Gefechts vergessen, das Kind überhaupt mal darüber aufzuklären, warum es eigentlich auf eine Schule gehen muss und welche Auswirkungen das auf das spätere Leben haben wird. Möglicherweise gibt es gar medizinische Ursachen für dieses Verhalten. Oder das Kind kann die Hausaufgaben gar nicht lösen, da sein Platznachbar in der Schule ihn ständig ablenkt und er so nur den halben Unterricht mitbekommt. Oder er wird dort bereits von anderen Kindern gehänselt und hat überhaupt keine Lust mehr auf Schule. Vielleicht kann er sich in der Schule einfach nicht konzentrieren, da er bloß nicht ausgeschlafen ist. Oder schlechter/unruhiger Schlaf, da er zu viele (oder für sein Alter falsche) Medien konsumiert und diese nicht verarbeiten kann. Vielleicht träumt er bei den Hausaufgaben nur rum, da er in die Vorpubertät gekommen ist und merkt, dass sich sein Körper irgendwie ändert und ihn das beschäftigt. Oder ihm liegen ganz andere Fragen auf dem Magen, die ihm jegliche Konzentration für Hausaufgaben rauben.

Die Liste, die wir alleine für dieses einzige Problem aufzählen könnten, ist unendlich lang; und so geht es mit den meisten Problemen. Das Einzige, was wir mit Bestimmtheit wissen, ist, dass es eine Ursache dafür geben wird, warum jeden Mittag die Hausaufgaben in einem Debakel enden. Leider bedarf jede Ursache einer ziemlich individuellen Lösung oder herangehensweise der Eltern. Ich wüsste nicht, wie ein Buch hier Eltern, die mit einem 6-Jährigen Kind vor genau diesem Problem stehen, irgendwie helfen könnte. Denn die einzige Hilfestellung, die man geben könnte, wäre: "Versuchen Sie herauszufinden, warum die Hausaufgaben für ihre(n) Sohn/Tochter alltäglich zu einem Problem werden und dann ändern sie diese Ursache." Das klingt irgendwie nach einen guten Spruch für chinesische Glückskekse. Ich stelle mir das nicht als sonderlich hilfreich vor.

In einem Forum ist das hingegen einfacher, da man zumindest schon mal (meistens) einen oberflächlichen Familienstand (dank Visitenkarte) hat; man kann anhand des jeweiligen Beitrags - oft zwischen den Zeilen / Schriftbild / Ausdrucksweisen / Umgangsformen / Frühere Beiträge etc. - unheimlich viele (teils auch sehr intime) Informationen über den Hilfesuchenden herausfinden und das alles grenzt ein mögliches Problem bereits ziemlich gut ein. Manchmal schreiben die Hilfesuchenden die Ursache auch bereits; sehen sie nur noch nicht; oder kennen die, aber wissen dann nur nicht richtig mit ihr umzugehen.

Und eigentlich geht es bei Problemen eigentlich immer und immer wieder nur darum: Herauszufinden, warum ein Kind plötzlich in seiner individuellen Situation nicht mehr mit seinen Eltern koopierieren kann. Der Rest, der danach kommt, ist eigentlich ziemlich einfach da oft logisch. Wenn ein Kind im Unterricht nicht mehr mitkommt, weil es von Tischnachbar ständig abgelenkt wird, braucht man keinen Erziehungsratgeber, um auf die Idee zu kommen, die beiden kids einfach auseinander zu setzen. Das löst das Problem viel einfacher, als das Kind dann bei jeder schlechten Note mit Stubenarrest zu bestrafen und sich dann nach einigen Monaten noch immer zu fragen: "Irgendwann muss er es doch mal begreifen."

Beitrag von engelchen28 18.03.10 - 19:36 Uhr

die logische konsequenz für mich wäre, dass er dann nicht alleine in sein zimmer darf. tür immer auf, mama immer dabei. dann kann sowas erstens nicht passieren und zweitens merkt er, dass er dann eben nicht alleine sein darf.

lg
julia

Beitrag von ayshe 18.03.10 - 22:41 Uhr

ich habe als kind auch tapeten abgerissen, abgepult.
der grund: es hat mir einfach tierischen spaß gemacht.


mach ihm doch ein stück mit tapete fertig, die er abreißen kann, auf ein brett oder so.

kinder haben eben ein völlig anderes schönheitsempfinden, deshalb verstehen sich kinder und erwachsene in diesen dingen eben nie.

ist genauso, daß echt manche eltern ausflippen, wenn sich ein kind an den haaren rumgeschnippelt hat.
das kind findet es aber ganz okay.

sie finden vieles erst dann so schrecklich wie wir erwachsenen, wenn wir es ihnen lange genug eingeredet haben.



ich würde ihm sagen, daß er es nicht wieder tun soll, weil ich es heile einfach schöner finde.
bestrafen würde ich ein so kleines kind dafür echt nicht.

Beitrag von butler 19.03.10 - 14:03 Uhr

Es ist doch erleichternd zu wissen das ander das auch tun.
Meiner hat es 2x gemacht. Beim ersten mal habe ich ihm gesagt das ich traurig bin da er unser haus kaputt macht ( er kam auch gleich an "Mama ich hab dich doch so doll lieb") Und kurz erklärt das man das nicht macht
Beim 2. mal habe ich geschimpft und ihm für weiteres Tapetenabrupfen angedroht das ich für neue tapete sein Laufrad auf den Trödel verkaufe. (Da er schon mit auf dem Trödel war weiß er das Mama da Sachen verkauft)
lg.

Beitrag von taewaka 19.03.10 - 15:21 Uhr

puh.

also "warum" bei einem 2,5jährigen zu fragen ist auch nicht angebracht.
zu strafen auch nicht.
und sandmännchen zu gucken mMn auch nicht, vor allem, wenn das kind sogar noch wenig spricht.

und wieso ist ein 2,5jähriges kind bei wut alleine in seinem zimmer?
und warum sagt ein 2,5jähriges kind von sich aus, dass es jetzt wieder "lieb" ist, damit man nicht mehr böse ist.

lieb ist man also, wenn man funktioniert.

und wenn man wütend ist und eine lösung darin sieht die tapete abzureißen, dann ist das keine gute strategie.
und wenn man gute laune hat und langeweile gleichzeitig und die tapete abreißt, weil dann endlich mal wieder was los ist, ist das auch keine gute strategie.
mist ... man muss also "lieb" sein, brav, konform, artig.

und warum bringt dich ein 2,5jähriges kind auf die palme?

oh man, ich habe weder zeit noch nerven hier alles im detail zu erläutern.
aber ich denke ein grundlegend anderer umgang mit kindlichem verhalten und eigenen ansprüchen würde solche situationen verhindern.
es ist nämlich ziemlich schade, wenn ein so kleines kind angesichts des drucks eher auf "durchzug" stellt, anstatt gemeinsam nach lösungen zu suchen. mit etwas zeit kann mMn in einer intakten eltern-kind-beziehung jede situation lösen und klären ... letztendlich sind wir die erwachsenen ... auf die palme klettern, schimpfen und böse sein ... sind dann wohl eher die ausnahmen, wenn man überfordert ist.

sein verhalten ist weder schlimm, noch böse.
er scheint nichts mit sich anfangen zu können oder sich zu langweilen. gib ihm papier, dass er zerschneiden und zerreißen kann. nimm ihn in den arm, wenn er die tapete abgerissen hat und sag ihm, dass du ihn lieb hast und dass ja irgendwas grad ganz blöd gewesen sein muss, dass er die tapete kaputt machen "musste". sei mehr mit ihm im kontakt und in beziehung ... dann glaube ich nicht, dass er an die wand geht.