Kann ich meine Ehe noch retten?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von was tun? 18.03.10 - 10:29 Uhr

Irgendwann Anfang letzten Jahres habe ich mich nach umfangreichen Gesprächen und Diskussionen von meinem Mann (14 Jahre zusammen, verheiratet, 2 Kinder) getrennt und bin mit den Kindern ausgezogen.
Ich war damals nicht mehr glücklich, war mir meiner Liebe zu ihm nicht mehr sicher, stritten viel und häufig und redeten eigentlich immer aneinander vorbei.
1/2 Jahr später sind wir wieder zusammen gekommen. Ich wollte ihm/unserer Ehe einfach noch mal ne Chance geben und nicht einfach alles wegschmeißen.
Wir sind wieder zusammengezogen.
Kurze Zeit später dieselben Diskussionen, Streitthemen, Ansichten, Sex (er will immer, ich fast nie).
Dann kam nochmal so ein Knackpunkt (vor allem bei ihm). Seitdem hat er sich um 180 Grad gedreht. Wir reden wieder viel mehr, er interessiert sich auch für meine Sachen, wir verstehen uns soweit auch ganz gut ABER ich kann irgendwie seine Nähe nicht zulassen. Er will nun ständig z.B. beim Abschied statt nem normalen Küsschen nen Zugenkuss, möchte mit mir schlafen, nimmt mich öfter in den Arm ... Von mir bekommt er dafür Kälte, eine ablehnende Haltung. Das merkt er natürlich auch aber ich kann nicht über meinen Schatten springen, zumindest im Moment nicht.
Wir haben sehr verschiedene Ansichten und Zukunftspläne.
Ich weiß einfach gar nicht, ob ich diese Ehe noch wirklich will oder ob ich einfach nur Angst vor der Zukunft alleine habe.
Es tut mir auch so leid, dass er sich verändert hat und von mir so gut wie nichts kommt, aber auch diese Tatsache, dass er sich geändert hat, das wirkt auf mich irgendwie alles so gespielt/verstellt, das ist nicht ER!
Wenn es dann bei Diskussionen zum Thema Trennung kommt (weil er einfach nicht mehr kann), dann denke ich immer: reiß dich zusammen, versuche nochmal alles, du liebst ihn doch! Aber lange hält das immer nicht an. Ist das vielleicht einfach das Mitleid, die Angst vor dem Verlieren der Gewohnheit?
Och man, bitte gebt mir Tips, bevor ich alles kaputt mache!
Danke!

Beitrag von ttr 18.03.10 - 10:46 Uhr

zitat: Ich war damals nicht mehr glücklich, war mir meiner Liebe zu ihm nicht mehr sicher, stritten viel und häufig und redeten eigentlich immer aneinander vorbei.
dann:

Zitat: Es tut mir auch so leid, dass er sich verändert hat und von mir so gut wie nichts kommt, aber auch diese Tatsache, dass er sich geändert hat, das wirkt auf mich irgendwie alles so gespielt/verstellt, das ist nicht ER!


sag mal, weißt du eigentlich, was du willst???
egal, wie er es macht, er macht es eh falsch. wäre er der alte, würdet ihr nur noch streiten und du würdest dich trennen. jetzt ist es so, dass er sich geändert hat und es wirkt nur noch gespielt und das ist nicht er??

also manchmal frag ich mich echt, warum menschen zusammen sind.

wenn du seine nähe nicht zulassen willst/kannst..du ihm ne ablehnende haltung zeigst und er immer will und du fast nie....dann sollte man daran nicht festhalten. dann solltest du gehen und euch beiden eine chance auf ein glückliches leben ohne einander geben.

ihr wart bereits getrennt.... da hattest du die chance zu sehen, ob du ihn vermisst...der zweite versuch ist auch fehlgeschlagen... also zieh den schluss-strich......
ich denk, das ist das beste für alle beteiligten. er kanns dir eh nicht recht machen ;-)

alles gute

Beitrag von was tun? 18.03.10 - 11:01 Uhr

Danke für deine ehrliche Meinung.
Um auf deine Frage zu antworten: Nein, ich weiß (im Moment) nicht, was ich will.
Ja, er kann es mir nicht recht machen, aber ich versuche immer irgendwie daran zu glauben, dass es besser wird, rede mir alles irgendwie schön.
Wenn man vom Sex oder dem Küssen absieht, läuft es ja gut familiär. Aber das macht ihn natürlich nicht glücklich, das weiß ich!
Ich habe einfach Angst. Angst vor der Zukunft, Angst den Schritt zu breuen.
Und selbst wenn eine Trennung unabdinglich ist/wäre, vielleicht bin ich einfach noch nicht soweit?

Beitrag von xyz74 18.03.10 - 11:29 Uhr

hast Du schon mal darüber nachgedacht dir einen Coach zu holen, der DIR hilft aus Deinem Hamsterrad zu kommen?
Mir hat das sehr geholfen als ich in einer privaten Krise gesteckt habe.

Beitrag von was tun? 18.03.10 - 11:38 Uhr

Was ist/macht ein Coach?
Wo finde ich solch einen?

Beitrag von xyz74 18.03.10 - 12:40 Uhr

das war damals mein Coach:

http://www.karin-willeck.de/

auf ihrer Seite kannst Du erfahren wie ein Coach arbeitet.

Hier ist noch ein Link zum Verband:

http://www.deutscher-nlp-coaching-verband.de/coaches/


Anhand Deiner PLZ findest Du sicher jemand in deiner Nähe.

Du kannst aber auch mal in den Gelben Seiten schauen oder nach einem Coach in Deiner Stadt gogglen.

Beitrag von jeannylie 18.03.10 - 11:53 Uhr

Hi,
wie war das denn in dem halben Jahr als Ihr getrennt wart? Warst Du da erleichtert? Hast Du ihn vermisst?
Mit dem Gefühl kannst Du doch sicher arbeiten..
Klar, die Angst allein zu sein oder die Familie kaputt zu machen, das hat man automatisch und wahrtscheinlich auch eine gehörige Portion Frust darüber einfach nur gescheitert zu sein....
ABER: Wenn Du meinst Du liebst ihn noch (was ich nicht glaube nach Deinen Erzählungen) dann solltest Du Dir in irgendeiner Form Hilfe holen, sei es extern, durch Freundinnen, Bücher etc. aber dann mußt Du daran arbeiten und ihm auch davon erzählen! Damit er weiß was mit Dir los ist. Der Weg geht dann nur gemeinsam!

Du schreibst jedoch, die Nähe ist Dir zuviel, Sex willst Du nicht, Zukunftsansichten sind verschieden. Also eigentlich alles genau das, was eine Beziehung von einer Freundschaft unterscheidet.
Wenn Ihr beide damit leben könntet, könnte man es ja auch so versuchen - aber es zeigt sich ja jetzt schon deutlich das er eine völlig andere Sichtweise hat.
Ich weiß nicht wie alt Du bist, aber im Zweifel sollte man sich immer fragen ob man die nächsten 40 Jahre noch so leben will.
In Deinem Post gibtst Du schon fast selbst die Antwort.
Manchmal ist es besser sich zu trennen um dann die Chance auf ein ehrlicheres/besseres/ erfüllteres zu leben.
LG
Jeannylie

Beitrag von was tun? 18.03.10 - 12:01 Uhr

Hallo Jeannylie!

Danke für deine Antwort.
Ich (wir, 2 Kinder) kamen allein gut klar.
Ich fühlte mich auf jeden Fall freier, musste nicht irgendwas machen (Pflichtsex), was ich nicht wollte.
Ja, ich habe ihn vermisst, aber ich denke, dass es nicht er als Mensch/Partner war, sondern eher das Gefühl, nun alleine zu sein.
Wir haben auch zu dieser Zeit immer wieder Gespräche geführt und als es dann in die Richtung "richtige Trennung" ging, habe ich eigentlich immer nur darauf gewartet, dass es ausgesprochen wird.
Ich würde mit der Situation, wie sie jetzt ist (ohne viel Nähe) klar kommen, er nicht und das ist sein gutes Recht.
Er versteht im Moment aber vielleicht auch noch nicht, dass ich ihn (wenn es so bei meinen Gefühlen bleibt) nicht mehr glücklich machen kann.
Ich bin 32 und habe wirklich keine Lust in 20 Jahren immer noch auf dem jetzigen Standpunkt zu sein.
Aber vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit für eine Trennung?
Wenn ja, dürfte ich doch nicht zweifeln oder?

Beitrag von weiß ich nicht 18.03.10 - 12:56 Uhr

Hallo...

Mir geht es momentan genauso...
Ich weiß auch nicht was ich tun soll...

Beitrag von jeannylie 19.03.10 - 13:29 Uhr

Hi,
ich glaube dass sehr viele Deiner Gründe für eine Trennnung sprechen. Du fühltest Dich befreiter, kein Pflichtsex und nochmal 20 Jahre so leben willst Du nicht.
Das sind ausreichend Gründe... meines Erachtens.

Ich glaube das was in Deinem Kopf vorgeht ist nicht die Liebe zu Deinem Mann, sondern hat etwas damit zu tun das man nicht gerne "scheitert" bzw. sich ja mal versprochen hat "in guten wie in schlechten Zeiten" oder "als Frau mit Kindern bleibt man besser beim Mann". So ein ganzer Haufen gesellschaftlicher Konventionen.
Ich glaube das sind alles die falschen Gründe und würde es nicht machen. Aber ich hab mir auch 18 Jahre angucken können wie meine Mutter GENAU DIESEN Fehler gemacht hat. Zweifel hast Du immer.
Aber letztlich ist es wie immer im Leben - du mußt Dich entscheiden - und abwägen was Dir wichtiger ist.
Die Freiheit selbst zu entscheiden, sich nicht mehr gezwungen oder unter Druck zu fühlen - mit dem Nachteil manchmal allein zu sein; oder eben dieses in Kauf zu nehmen dafür das halt abends einer auf der Couch sitzt mit dem man quatschen kann.
Letzlich kann Dir das keiner abnehmen.
Aber meine Meinung - wie bereits erwähnt - du würdest Dich sicherlich besser fühlen wenn Du es erst hinter Dir hättest.