Will nicht im Outbound Callcenter arbeiten - Sperre?

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Beitrag von pandakind 19.03.10 - 19:10 Uhr

Die Arge hat uns nachdem wir gefragt wurden, ob wir telefonieren können, Stellenprofile gebaut, in denen wir eine Callcenter-Stelle suchen.

Jetzt rennen uns die Zeitarbeitsfirmen die Tür ein - wollen uns allerdings alle an zwei große Callcenterdienstleister vermitteln, bei denen wir uns eh direkt bewerben sollten. Eine Firma habe ich mir jetzt angesehen (wobei man einem nicht die Arbeitsplätze sondern große Loftbüros zum Vorstellungsgespräch zeigte). Telefoniert wird Outbound. Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen. Beim Test im Bewerbungsgespräch bekam man schon einen Gesprächsleitfaden und da sah ich dann das erste Mal, was ich befürchtet hatte. Es geht um Verkauf auf einer Schiene, bei der Informationen weggelassen werden. Vorher musste ich so eine

Mit Überzeugungsversuchen an sich hätte ich noch kein Problem, aber das ist für mich wie jemanden Anlügen und das soll ich dann 8 h pro Tag, 5 Tage die Woche machen.

Meine Frage jetzt: Kann ich die Stelle ablehnen, ohne eine Sperre zu erhalten von der ARGE, wenn die Stelle direkt von der ARGE vorgeschlagen wurde?

Inwieweit darf ich der ARGE vom Geschäftsgebahren dieser Firma erzählen, wenn ich ja eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschrieben habe?

Bevor hier der große Hass aufflammt: Ich schäme mich zutiefst, ALG 2 zu beziehen und nehme jede Putz- oder Helferstelle an - egal ob sonntags oder im Schichtbetrieb. Aber es ist doch echt krank, das blaue vom Himmel zu erzählen, wenn der Kunde mit den AGBs, die er zugeschickt bekommt eh wieder widerrufen kann.

Ich überlege, ob ich direkt einen Termin mit dem Sachbearbeiter beim Amt machen kann, um denen das mitzuteilen und damit die das schriftlich nicht missverstehen, dass ich das ablehne.

Beitrag von michaela91 19.03.10 - 19:29 Uhr

hallöchen,
also ich würde des de arge sagen weil ich sowas unverschämt finde von solchen firmen!!!
lg ela

Beitrag von honolulumieze 19.03.10 - 19:32 Uhr

Selbst wenn du die Stelle antreten musst, bist du doch ganz schnell wieder raus, indem du dich am Telefon unmöglich benimmst. Wenn du keinen einzigen Vertrag abschließt, werden die dich bestimmt schnell wieder entlassen. Aber vielleicht suchst du dir dann doch lieber schnell die Putzstelle...

Beitrag von julimausi1983 19.03.10 - 19:49 Uhr

Hallo,

ich habe eine Weiterbildung "Call Center Agent" mitgemacht.
Habe auch ein Praktikum absolviert und den ganzen Sch... mitgemacht von Text lesen und schnell (und vor allem so betont, wie die es haben wollten) vorlesen.

Es ging da auch um Verkauf. Ich habe ganze 2 Stunden den Leuten immer denselben Text daher"vorgelesen" und ich hab mir immer gedacht: Gut, dass die so schlau sind und abgelehnt haben.
Nächsten Tag bin ich mit Bauchschmerzen hingegangen und habe denen gesagt, dass ich echt nicht mehr kann und nach den 2 Stunden "aufschwatzen" fertig mit den Nerven war.

Mein Tipp:
Rufe deinen Sachbearbeiter an. Sag ganz offen, dass du dir das vor Ort angesehen hast und um was es geht.
Da reichte es bei mir schon: Es geht um den Verkauf von XY-Sachen.
Hab dann gesagt, dass ich es nervlich nicht schaffe auch nur 1 Anruf zu tätigen und jemanden etwas aufzuschwatzen, wovon ich selber überzeugt bin, dass mein Gegenüber das überhaupt nicht braucht.
Verkauf liegt mir nicht und anderen Leuten etwas aufschwatzen, das mach ich nicht. (Zitat vor dem SB: Das möchte ich nicht, ich denke sie möchten soetwas auch nicht und anderen Leuten möchte ich dies auch nicht zumuten, etwas von mir aufgeschwatzt zu bekommen - sowas macht man einfach nicht)

Seitdem ist bei mir Ruhe und auf Stellenangebote was (Call Center) Verkauf betrifft, muss ich mich seitdem nicht mehr bewerben.

Da hab ich meinen jetzigen 1,- Job doch lieber. Dort arbeite ich 8h am Tag (aber nicht 5 Tage die Woche) und habe dort mehr Spaß an der Arbeit als die 5 Stunden in dem Call Center mit dieser Tätigkeit.

Ich hoffe,
ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.

LG
und
viel Erfolg!

PS: Wie das mit der Sperre aussieht, kann ich dir leider nicht sagen. Aber versuch erstmal mit deinem Sachbearbeiter zu sprechen. Vielleicht ist es ja dann ok.

Beitrag von king.with.deckchair 19.03.10 - 20:03 Uhr

Ich kenne eigentlich keinen Kollegen, der so etwas mit einer Sanktion belegen würde. Denn es ist ja wirklich so, dass man für solche Jobs einfach "der Mensch dafür" sein sollte.

"Ich überlege, ob ich direkt einen Termin mit dem Sachbearbeiter beim Amt machen kann, um denen das mitzuteilen"

Genau das würde ich tun. Und gleichzeitig bei der ZA-Firma nachfragen, dass sie dir bitte nach Möglichkeit andere Jobs vorschlagen.

Gruß
Ch.

Beitrag von dropsi_2 20.03.10 - 12:31 Uhr

Hallo,

ich hab 6 Wochen in so einem Call Center gearbeitet und danach war klar: nie wieder!

Das mit der Verschwiegenheitserklärung ist nicht doof, denn die wissen, dass das, was die dort machen, gesetzlich nicht sauber ist. Soweit mir bekannt, darf niemand mehr unaufgefordert jemanden anrufen, um etwas zu verkaufen, außer derjenige hat ausdrücklich solchen Werbemaßnahmen zugestimmt. Da ändert meiner Ansicht auch die Tatsache nichts, dass die Call-Center nicht mehr mit unterdrückter Rufnummer anrufen dürfen.

Es ist für mich auch nicht nachvollziehbar, dass die Agentur für Arbeit/ARGE solche Arbeitgeber überhaupt noch unterstützt. Es mag welche geben, die sauber arbeiten, aber grundsätzlich würde ich, wenn überhaupt nur Inbound telefonieren. Denn da nötigt man niemanden, sondern beantworten freiwillige Anfragen.

Um aber zum Thema zurück zu kommen. Ich an Deiner Stelle würde weiter suchen und mit Deinem Sachbearbeiter sprechen, dass Du Dich damit nicht wohlfühlst und Deine Bedenken äußern. Brauchst ja nicht direkt Internas ausplaudern.

Alles Gute!

Beitrag von woodgo 20.03.10 - 14:15 Uhr

Hallo,

ich habe in einer arbeitslosen Phase meines Lebens auch ne Qualifizierung zum Call Center Agent gemacht, und ich war der Meinung, solange man nicht Outbound telefonieren muß, ist es ganz o.k. Dann habe ich für ein Jahr in einem Call Center gearbeitet#schock Und nach dem Jahr habe ich gesagt, NIE WIEDER. Bei uns ging es locker zu, kein Druck, alles Easy und dennoch fand ich die Aufschwatzerei von Verträgen oder Losen so schlimm, daß ich mir geschworen habe, nie wieder in einem Call Center zu arbeiten.
Ich denke, da die ARGE im Alleingang quasi ein Stellenprofil als Call Center Agent erstellt hat, hast Du aus das Recht, abzulehenen. Falls nicht, setz Dich einen Tag da hin, telefoniere unmöglich und es hat sich erledigt.

LG

Beitrag von manavgat 20.03.10 - 14:27 Uhr

Inbound kannst Du nicht verweigern, Outbound schon. Imho.


Ich würde mir vom Arzt ein Attest ausstellen lassen, dass Du aus psychischen Gründen nicht in der Lage bist, Leute am Telefon anzulügen und/oder ihnen Dinge aufzuschwatzen, die sie nicht brauchen und dass Du die Ablehnung die Dir bei diesen Telefonaten entgegenschlägt nicht verkraftest.

Das müsste reichen.

Sollten Sie Dich sperren, widersprichst Du der Sperre.

Du musst mit der ARGE jeden Pups schriftlich machen, da verschwindet auch gerne mal was oder es ist angeblich nie gesagt worden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von vwpassat 20.03.10 - 15:23 Uhr

Einen kriminellen Job muss man nicht annehmen. Und nichts anderes ist es.