Einlagen bei Knickfuss?!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mofisofi82 25.03.10 - 10:27 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Sohn hat Knickfüße, weshalb seine Orthopädin ihm Einlagen verschrieben hat.
Eine gute Freundin von mir meinte aber, dass ihr Orthopäde von Einlagen abgeraten hat.
Es sind übrigens nur diese ,,billigen'' Kassenpatienten-Schaumstoffeinlagen, wofür ein Fußabdruck reichte. Die Untersuchung bei der Ärztin dauerte auch nur 3 Minuten.
Haben wir die richtige Entscheidung getroffen?
Werde mir auf alle Fälle eine zweite Meinung einholen, doch leider verteilt der mit empfohlene Orthopäde erst Anfang April die Termine für Juni :-[ (Was mich überlegen lässt, unseren Sohn privat versichern zu lassen.)
Was meint Ihr?

LG
mofi #blume

Beitrag von mofisofi82 25.03.10 - 10:27 Uhr

Ach so: Er ist 5 Jahre alt!

Beitrag von funnybunny80 25.03.10 - 13:11 Uhr

hallo,

wenn du dir nicht sicher bist würde ich mir die meinung eines 2. arztes einholen.

lg
nadine

Beitrag von camosima 25.03.10 - 13:16 Uhr

Hallo mofi,

unser Sohn, jetzt 3 1/2, hat seid Oktober letzten Jahres die teuren Einlagen (ich glaube die heissen "Sensomotorische Einlagen" #kratz#kratz)

Wir haben diese jedoch nur über die Kasse bekommen, als uns das Sanitätshaus darauf aufmerksam machte, dass das Rezept des Orthopäden umgeschrieben werden müsse. Ich weiss jetzt leider den genauen Wortlaut nicht mehr, aber dadurch konnte das Sanitätshaus auch die teuren Sohlen abrechnen. Die Einlagen hätten so um die 120 - 150 € gekostet!#schock

Ende April haben wir wieder einen Termin beim Orthopäden, der dann schaut, ob die Einlagen schon was gebracht haben...

Er meinte jedenfalls damals, man kann bei so kleinen Kindern schon einiges richten und sollte es auf jeden Fall ausprobieren!

LG

Moni

Beitrag von knutschka 25.03.10 - 14:21 Uhr

Hallo,

meine Tochter trägt Einlagen, seit sie richtig sicher läuft - also inzwischen ein gutes Jahr. Wir haben Korkeinlagen, die von der Kasse bezahlt werden. Kosten pro Paar: um die 70€.

Heli hat sie, weil sie zusätzlich zu den Knickfüßen sehr lockere Bänder und somit eine Neigung zu X-Beinen hat. Im Winter hat sie die Einlagen nicht permanent getragen, da sie in die Stiefel nicht bequem gepasst haben und wir haben gleich einen Rückschritt gesehen. Fazit: wir haben neue Stiefel gekauft und nun läuft sie wieder gut!

LG Berna

Beitrag von annek1981 25.03.10 - 20:56 Uhr

Hi Berna,

lass mich raten, ihr seid auch bei Dr. Hieke? Timi & Lotte haben auch Korkeinlagen und in den Sandalen diesen eingearbeiteten Keil, wird bei uns alles von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings hatten beide im Winter in den Stiefeln keine Einlagen drin, da sie immer kalte Füße hatten und wir eine Thermoeinlage drin hatten. Ende April sind wir zur Kontrolle, mal sehen was er sagt.

Gehts Euch gut?

LG Anne

Beitrag von die_elster 25.03.10 - 15:05 Uhr

Hallo,

ich als Therapeutin würde das von Gangverhalten des Kindes abhänig machen.
Aber im Gundsatz bin ich für Einlagen und gleichzeitiger Fußgymnastig.
Da wenn der Fuß nicht richtig steht, sich die Probleme vom Kniegelenk über die Hüfte und bis zur Wirbelsäule ausbreiten können.
Eine Einlage muß aber nicht zwingend immer eine Dauerlösung sein und kann mit gleizeitiger Therapie auch dann irgendawann, je nach Befund abgeschafft werden.

Hol Dir aber noch eine andere Meinung ein das ist immer besser wenn Du Dir unsicher bist.

Lg Heike+Lindsey(*01.2007)+Ziva(*07.2008)#drache

Beitrag von kati543 25.03.10 - 15:59 Uhr

Mein Sohn hat auch Einlagen gehabt - 1 jahr lang. Die Einlagen haben 120€ gekostet. Aber da wir privat versichert sind, war das kein Problem. Mittlerweile kann er auch ohne Einlagen laufen. Er hatte natürlich noch Krankengymnastik gehabt.

Beitrag von fussverbieger 27.03.10 - 11:44 Uhr

Dieses ist mein Lieblingsthema, weil ich seit etlichen Jahren auf Kinderfüße spezialisiert bin.

Es gibt zum Thema Fußverfall, Statik und Einlagen unterschiedliche Meinungen.
Es gibt vielfach die kinderärztliche Aussage "das wächst sich von selbst heraus" - das ist die ublogischste und falscheste Meinung.
Es gibt den Glauben an die Wirkung von Sensomotorischen Einlagen und weil die nach einem Standartleisten maschiniell gefrästen Weichschaumeinlagen für das Sanitätshaus äußerst gewinnbringend sind, sind diese Einlagen in den letzten Jahren zum Renner geworden. Beim Knickfuß können Weichschaumeinlagen generell zu mehr Schaden als Nutzen führen und darum sollte man es sich wirklich überlegen, ob man das seinem Kind antun will (Das googlen nach dem "Schwammtuchfilm" wird so mancher betroffenen Familien die Augen öffnen).

Neben Weichschaum wird Kork- Leder gerne als Kasseinlage akzeptiert und verschrieben (häufig ab Schugröße 35/36).

Ich kenne aus meiner Praxis heraus das Schamgefühl der Kinder, die Kork- Leder Einlagen tragen. Zum einen ist es das Problem mit der geringeren Schuhauswahl, weil die Einlagen nicht in jeden Schuh passen und zum anderen ist es die Tatsache, dass das klassische Orthopädie Leder in den Augen der modebewussten Kinder irgendwie "krank" aussehen (sagte mir gestern eine 11 Jährige) und weil Leder sich schnell dunkel verfärbt, werden die Einlagen nach einigen Monaten nur noch als ekelig empfunden.

Dabei gibt es heute Materialien und Anpassungsmöglichkeiten, die sogar mit echten Korrektureinlagen, die für einen stärkeren Knick- Senkfuß unbedingt zu empfehlen sind, das Thema Schuhkauf kaum Grenzen setzen!
Korrektureinlagen in Ballerinas waren noch vor fünf Jahren nahezu undenkbar,- heute lieben die Kinder die geraden Schuhe, das bequeme Laufen und den schönen Gang, der mit echten Korrektureinlagen zwangsläufig entsteht.

Häufig kommen aber auch Kinder zu mir in die Praxis, denen Einlagen verschrieben wurden, obwohl die Füße allein mit Gymnastik und einem natürlichem Laufverhalten ausreichend gestärkt werden können!

Problem: Die ausführliche Fuß- und Statikuntersuchung mit Gangbildauswertung etc. dauert mindestens 15 Minuten und danach folgt das Beratungsgespräch bezüglich der Gymnastikübungen (die werden in der Praxis natürlich gezeigt) und der Auswahl der Einlagen. Ab einem gewissen Alter sollte das Kind alleine entscheiden dürfen, welche Bezugsmaterialien und Farben gewünscht werden. Das ist ganz wichtig, um das Kind für das Tragen der Einlagen zu sensibilisieren. Vorab kann ich verraten, dass weder der klassisch bunte Kinderbezug noch das Orthopädieleder auf den oberen Rängen der Wunschlisten zu finden sein werden....

Wer mit seinem Kind den normalen "Kassenweg" beschreitet, wird beim vorherigem Blick auf die Uhr oft feststellen, dass der Besuch in der Praxis des Orthopäden oft länger als eine Stunde Zeit beansprucht, die eigentliche Fußuntersuchung und Beratung ist meist aber schon nach drei Minuten abgeschlossen!
Der Blick in das Wartezimmer und das Gesundheitssystem in Deutschland sind der Grund dafür, dass dem Arzt die Zeit für eine ordentliche Untersuchung + Beratung fehlt.

Fazit: Die Eltern sollten sich besser privat bei einem Fußfachmann der alten Schule beraten lassen. Das kostet nicht viel - ich biete solche Dienste sogar ab 2010 an jedem Dienstag Nachmittag kostenlos an, denn der Dienstag ist bei uns am Schönberger Strand nun ganzjährig als der Tag des gesunden Kinderfußes auserkoren worden.

Wer nicht die Zeit und Lust für die Tour zur Ostsee hat, findet auf Kinderbeine.de demnächst reichlich Infos und Tipps!