Mann glaubt, Lungenkrebs zu haben! Will nicht zum Arzt!

Archiv des urbia-Forums Gesundheit & Medizin.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von amanda82 27.03.10 - 09:33 Uhr

Hallo!

Mein Mann glaubt, Lungenkrebs haben zu können, weil er seit 14 Jahren raucht.

Nun ist es aber so, dass er ständig glaubt, irgendwelche ernsten Krankheiten haben zu können. Der Auslöser ist oft eine Nachrichtenmeldung vom Tod irgendwelcher Leute und dann beginnt er zu googlen, woran sie gestorben sind und dann hat er Angst, dass er es auch haben könnte. Er googelt sich dann krank - nach Symptomen und Aussichtschancen usw.

2008 hatte er während unserer Ehe eine 3-monatige Affäre und ungeschützten Verkehr. Dann war er im Winter mehrmals nacheinander krank (was ja nun mal so ist im Winter mit 2 Kindern zuhause sowieso) und meinte, HIV zu haben. Dann wird er aggressiv, depressiv und erstmal weiß keiner, was los ist und warum er solche Launen hat. Dann spricht man so lange auf ihn ein, bis er mit der Sprache raus rückt, aber ich kann ja dann auch nicht mehr machen, wie ihm zu sagen, er soll halt zum Arzt gehen und es wird schon nicht so sein #schein Naja, wenn es so wäre, würde er es nicht wissen wollen und #bla

Problem: Es beschäftigte ihn natürlich nahezu täglich und er trank mehr und mehr Alkohol, um zu "vergessen" und leider gehört er dann zu der Kategorie Mensch, die im "Suff" aggressiv werden. Jetzt im Dezember hab ich ihn dann dazu verdonnert, endlich zum Arzt zu gehen und einen Test machen zu lassen. Es war einfach auch kein Zustand mehr - immerhin hat er es 1,5 Jahre mit sich rumgeschleppt #augen

Ende vom Lied: natürlich negativ!

Statt nun froh zu sein (und Mitte letztens Jahres hatte er bereits mit Rauchen aufgehört und nach 3 Monaten Abstinenz wieder angefangen), glaubt er nun Lungenkrebs zu haben. Er hat leichten Raucherhusten, ja! Aber nun rennt er ständig rum, spuckt in ein Tuch und schaut, ob es blutig ist. Er googelt ständig wegen den Symptomen, kennt sich mittlerweile ja auch schon gut aus ... statt dann eben wieder mit rauchen aufzuhören (letztes Jahr hatte er übrigens auch aufgehört, weil er glaubte Lungenkrebs zu haben) ...

Naja, ich hab ihm natürlich gesagt, dass er doch dann bitte zum Arzt gehen soll und ich komme auch mit usw., aber er meint ständig, er wolle es nicht wissen, weil man daran sowieso stirbt. Ich hab ihm schon mehrmals gesagt, dass man im Anfangsstadium sehr wohl was machen kann und da er ja auch keinerlei Symptome hat (außer eben ab und an mal morgens etwas Husten), würde es, wenn überhaupt, auch ganz bestimmt das Anfangsstadium sein #bla

Nein, das will er nicht und in 3 Jahren ist er eh tot, er würde ja nur höchstens 35 Jahre werden usw. Find es eben blöd, weil er ja dabei auch in keinster Weise an uns denkt. Klar, will man nicht wissen, wenn man so was wirklich hat, aber erfahren würde er es schließlich sowieso.
Verstehe eben nicht, wie er sich lieber jahrelang fertig macht und weiter raucht, statt zum Arzt zu gehen und es auszuschließen (wovon ich jetzt einfach mal ausgehe). Seine Oma ist zwar an Lungenkrebs gestorben, leider, aber sein Vater, der über 30 Jahre lang sehr starker Raucher WAR, ist kerngesund! #schwitz

Leider hat mein Mann nun zusätzlich auch erfahren, dass sein Langzeitinsulin (er ist Typ-I-Diabetiker) angeblich krebserregend sein soll und nun glaubt er umso mehr, tatsächlich Krebs zu haben. Ich hab dann nur sagen können, dass ja viele Sachen krebserregend sind und das nicht heißt, dass man auch wirklich davon Krebs bekommt, nur dass eben ein Risiko besteht ... was will ich auch sonst sagen.

Mein Problem ist, dass sich das auf unsere ganze Ehe und Familie auswirkt, weil er mit sich selbst nicht so recht klar kommt und uns leider mit runter zieht.

Würd ihn so gern verdonnern, zum Arzt zu gehen, aber kann ihm ja nicht sein Leben vorschreiben.
Habt ihr noch nen Tipp???

#danke

LG Mandy

Beitrag von drusilia 27.03.10 - 10:18 Uhr

Du solltest ihn vllt. eher zum Psychiater schicken. Denn normal ist das Verhalten nicht mehr (meiner Meinung nach). Allein schon das mit dem HIV Test, er muß sich doch auch im klaren sein dass er seine Kinder damit hätte gefährden können. Und dann zu Trinken um zu Vergessen ist auch echt das Letzte euch gegenüber. Mein Mann ist zwar auch hypochondrisch veranlagt, aber so schlimm ist es echt nicht.

Und: wenn er Angst dass sein Analoginsulin Krebs erzeugt dann soll er bei der Pharmafirma anrufen, die können ihm das hervorragend erklären dass dem nicht so ist.


LG und ich hoffe er bessert sich

Beitrag von heffi19 27.03.10 - 11:10 Uhr

Bzgl. des Insulins: Es ist wohl tatsächlich so, dass man von Lantus z.B. (weiß ja nicht ob es sich darum handelt) mittlerweile immer mehr Abstand nimmt, weil es wohl wirklich krebserregend sein soll.

Ansonsten kann ich nur zustimmen...

Beitrag von sausi72 27.03.10 - 12:06 Uhr

Hallo,
mein Arzt sagte mir, dass es sowohl Studien gibt, die diesen Verdacht bestaetigen, als auch Studien, die den Verdacht nicht erhaerten koennen.
Aber mein Arzt verordnet Lantus seitdem auch nicht mehr.

LG Sausi

Beitrag von amanda82 27.03.10 - 12:21 Uhr

Ja, er spritzt Lantus, will sich aber umstellen lassen. Nur dafür muss er eben auch mal zum Arzt. Er verschiebt immer wieder die Termine und hat immer neue Ausreden, die ich eigentlich jedes Mal widerlegen könnte ...

Eine Überweisung zum Psychologen hatte er schon bekommen, aber da will er auch nicht hin. Immerhin wäre er nicht verrückt. #schmoll

Weiß auch nicht mehr, wie ich ihm helfen soll. Momentan sind wir in einer Paartherapie, eben weil es immer mal wieder Probleme gibt und dann keiner so recht weiß, wie man damit umgehen soll. Ich hoffe sehr, dass er während der Therapie erkennt, dass es andere Möglichkeiten gibt, Probleme in den Griff zu bekommen. Wird sicher noch langwierig werden, aber ich bin fest entschlossen, dass wir das gemeinsam durchstehen.

Beitrag von geli0178 27.03.10 - 23:19 Uhr

Hallo,

kann es sein das Dein Mann unter Panikanfällen leidet? Vielleicht geht Ihr mal gemeinsam zum Arzt, denn immerhin schränkt es auch Dein Leben mit ein.

Meine Oma hat übrigens 40Jahre ein bis zwei Schachteln geraucht, aufgehört und 10Jahre später ist sie an Lungenkrebs gestorben. Am Tage ihres Todes sagte uns der Arzt das es besser gewesen wäre sie hätte nicht aufgehört mit rauchen, sondern nur auf die Hälfte reduziert. Nach der langen Zeit hatte sich der Körper an das Nikotin gewöhnt. Syntome hatte meine Oma fast keine, sie war ein wenig kurzatmig, aber das ist bei alten Leuten fast normal.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von herzensschoene 28.03.10 - 01:38 Uhr

so ein schwachsinn. der arzt sollte schleunigst seine zulassung zurückgeben.

maren

Beitrag von amanda82 28.03.10 - 11:01 Uhr

Ehrlich gesagt glaube ich, wenn sie nicht aufgehört hätte, wäre sie nicht erst 10 Jahre danach an Krebs gestorben, sondern bestimmt schon 2-3 Jahre ...

An das Nikotin hat sich der Körper auch schon nach 1 Jahr rauchen gewöhnt - abgewöhnen kann, man es sich dennoch und es ist alle mal gesünder ...

Auch Ärzte, die behaupten, in einer SS sollte man nicht abrupt mit dem Rauchen aufhören, reden meiner Meinung nach totalen Stuss! Je länger ich rauche, umso höher ist das Risiko für Krankheiten oder eben im Fall einer SS einer Fehlgeburt ... Einen Entzug machen beide durch - wer in der SS nicht aufhört, tut seinem Baby damit keinen Gefallen, denn es muss dann außerhalb des Mutterleibes eigenständig einen Entzug durch machen und das ist ja wohl viel schlimmer! Nur mal so nebenbei ...

Der Arzt hat ne Macke!

LG Mandy

Beitrag von herzensschoene 28.03.10 - 01:49 Uhr

hallo mandy,

erstmal will ich dir sagen, dass es nicht deine aufgabe ist, deinen mann zu therapieren.
dein mann hat eindeutig ein psychisches problem. er nutz diese angst vor krankheiten, um aufmerksamkeit zu erhalten.
das macht er nicht mit absicht. er hat gelernt, dass es das schnellst mittel ist, um aufmerksamkeit zu erlangen. aufmerksamkeit ist eines der wichtigsten grundbedürfnisse. haben kinder im frühesten kindesalter gelernt, dass auf ihre natürlichen bitten nach aufmerksamkeit nicht reagiert wird. legen sie sich ein verhalten zurecht, mit dem sie aufmerksamkeit erregen. das kann am anfang ganz unauffällig sein, im erwachsenen alter zu solchen situationen führen, die du gerade mit deinem mann durchmachst.

nun zu deinem satz, "das stehen wir gemeinsam durch" genau dieser satz unterhält das problem deines mannes. er ist sich hundertprozentig sicher, dass er machen kann was er will und er hat trotzdem die volle aufmerksamkeit für sich.

das mit der paartherapie ist eine sehr gute idee. vielleicht kannst du sie nutzen, um deinem mann deutlich zu machen, das du ihn liebst, er aber mit seinem verhalten eure beziehung aufs spiel setzt. genau dass, was du hier geschrieben hast, solltest du ihm im geschützten rahmen der therapie auch sagen.

viele grüße maren