Hilfe! Meine Große wird zum Hypochonder!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von eisbaer.baby 29.03.10 - 11:48 Uhr

Hallo, Ihr Lieben!

jetzt war ich ja schon lang nicht mehr bei den kindergartenkindern unterwegs, weil wir eigentlich alles ganz gut im griff haben. der start mit der kleinen schwester hat gut geklappt, sie ist ja nun schon wieder 3 1/2 monate! aber jetzt steh ich langsam wieder vor einem immer größer werdenen problem, was mich so langsam wirklich ärgert und sauer macht:

meine große tochter (wird im august 5) wird zum hypochonder! ihr tut jeden tag was anderes weh, dabei sind manchmal die unmöglichsten sachen. vorzugsweise ist das, wenn einem von uns mal irgendwas weh tut - ich stoße mir beispielsweise die zehe an, dann kommt sie keine 5 minuten später, sie hätte sich jetzt gleich 3 zehen angestoßen und sie kann nicht mehr auftreten und überhaupt tut das viel mehr weh, als mein zeh vorhin.... papa hat halsschmerzen, sie hat nen halben tag später erkältungssymptome, die andere klinisch tot sein lassen...

aber eben nicht nur, wenn bei einem von uns was ist, einen tag hol ich sie aus dem kiga ab und sie behauptet, ihre finger wären angeschwollen #schock, am nächsten tag, kann sie ihr knie nicht mehr bewegen, am nächsten tag wäre ihr ohrringloch angeblich entzündet (da is nix), am nächsten tag hat sie kopfschmerzen - es ist echt fürchterlich!

und natürlich geht es ihr grundsätzlich schlechter als allen anderen, die wirklich etwas haben. sie dramatisiert jedes anstoßen und fängt immer wieder damit an, wie schlimm das doch war...

ich hab auch schon alle reaktionen meinerseits ausprobiert! ich hab sie bedauert, natürlich gepustet, je nach "krankheit" gekühlt oder gewärmt, gestreichelt etc. ich bin aber auch schon sauer geworden und hab ihr deutlich gesagt, dass sie mir damit echt langsam auf die nerven geht und dass sie damit aufhören soll!

ich weiß echt langsam nicht mehr, was ich tun soll!
auf ihre kleine schwester ist sie eigentlich nicht eifersüchtig - also sie sagt nix in der richtung und ist auch sehr sehr lieb zu ihr und ich geb mir auch arge mühe, sie nicht zu "vernachlässigen". ich hab auch schon gedacht, dass sie vielleicht dadurch aufmerksamkeit will, aber dann würde sie doch damit aufhören, wenn ich ihr klarmache, dass ich davon genervt bin und sie nicht verhätschelt wird...

nach finja's geburt hatte sie oft im kindergarten bauchschmerzen, ich bin dann mal mit ihr beim arzt gewesen und der meinte, das sei wohl eher psychosomatisch, weil der darm ihre schwachstelle ist (sie hat schon immer probleme mit dem darm und der verdauung) und sie eben auch psychische probleme dann darüber kompensiert bzw. rauslässt... das ist ja auch ok und da tröste ich sie auch und versuche mein bestes aber alles andere übersteigt so langsam mein verständnis!

hat damit vielleicht jemand erfahrungen und kann mir tipps dazu geben?

vielen dank für's lesen bis hierhin! ;-)

lg bianca

Beitrag von livinah 29.03.10 - 12:05 Uhr

Hallo!

Ich kenne das in abgeschwächter Form von meiner Tochter auch und kann eigentlich nur bestätigen, dass es in 99% der Fälle wirklich etwas mit der Aufmerksamkeit zu tun hat. Die Kinder wissen halt, dass Krankheiten immer beachtet werden, daher wird auch das am besten funktionierende Mittel gewählt. Tja, Augen zu und durch würde ich sagen und da du ja merkst, wann etwas wirklich nicht in Ordnung ist, würde ich bei den anderen Wehwehchen sagen: "Jaja, das wird schon bald wieder gut". Und fertig! Damit verliert das Ganze irgendwann den Reiz. Viel Erfolg!

Viele Grüße,

Livinah

Beitrag von bine3002 29.03.10 - 12:09 Uhr

Erstmal vorweg: Ein Kind mit 5 Jahren wird eher nicht direkt sagen, dass es eifersüchtig auf die Schwester ist. Sowas merkt man dann in anderen Bereichen, z. B. auch über solche Krankheitsgeschichten. Sie hat halt gelernt, dass sie mit Krankheiten Aufmerksamkeit bekommt. Und weil ihr Aufmerksamkeit fehlt, versucht es eben so.

Jetzt sagst Du sicher: "Ja, aber sie bekommt doch Aufmerksamkeit und wir kuscheln ganz viel etc.!" Das glaube ich dir ohne dass Du es sagen musst. Sie hat aber eine kleine Schwester und da es naturgemäß eben so, dass die mehr Aufmerksamkeit bekommt. Deine Große muss jetzt lernen damit umzugehen und das braucht Zeit.

Versucht doch mal ein kleines Ritual zu finden, das für alle Arten von Krankheiten hilft: Drück sie ganz fest an dich, puste das Aua weg, gib einen Kuss drauf und dann belasse es dabei. Du kannst auch noch eine XXL-Packung-Pflaster kaufen und überall welche drauf kleben. Danach würde ich nicht weiter darauf eingehen.

Ich weiß, dass es schwer ist, dann zu beurteilen, ob jetzt wirklich etwas weh tut oder nicht. Ich kann dir aber versichern, dass Du den Unterschied merken wirst.

Meine Tochter ist auch so ein kleiner Hypochonder und hat damit angefangen als sie sich im Kindergarten nicht wohl fühlte. Anfangs klagte sie auch über Bauchweh und ließ sich dann abholen. Später war es dann mal der Fuß oder gleich das ganze Bein und zwar vor allem dann, wenn sie etwas machen sollte, wie z. B. in der großen Runde etwas erzählen.

Beitrag von unipsycho 29.03.10 - 12:17 Uhr

>>>aber dann würde sie doch damit aufhören, wenn ich ihr klarmache, dass ich davon genervt bin und sie nicht verhätschelt wird... <<<

falsch.
Denn für Kinder ist Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit. Egal ob Schimpfen, oder Loben. Klar mag man lieber gelobt werden, aber Schimpfen ist immer noch besser als gar nichts...

Mein Sohn hat das auch ne Zeit lang gemacht. Er hat gemerkt, dass mir seine Füße wichtig sind. Um Schuhe und Kinderarzt wird ein riesiger Tanz veranstaltet, damit seine Füße auch ja keinen Schaden nehmen, weil wir Eltern da vorbelastet sind.
Also taten ihm auf einmal ständig die Füße weh #augen Zum Glück war er da 2,5 Jahre alt und hat dieses Spiel bei den Erziehern noch nicht angewendet, so dass wir schnell herausgefunden haben, wie "schlimm" seine "Fußschmerzen" sind.

Ich glaub, da hilft nur Ignoranz. Das fängt auch schon bei euch selbst an. Schenkt euren Schmerzen auch keine Beachtung.
"Leiden" wird viel zu oft als alarmsignal gedeutet und somit wird ihm wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als "Nicht-Leiden" - also dem funktionierenden Alltag.
Ich habe das Gefühl, dass du schon weißt, dass ihre Schmerzäußerungen eine Forderung nach mehr Aufmerksamkeit sind. Und dass du auch schon richtig begriffen hast, dass du den Zirkus beenden kannst, indem du ihr die Aufmerksamkeit gibst, die sie benötigt.
ABER: kann es sein, dass dir sowas häufig erst auffällt, wenn sie mal wieder "simuliert"? Dass dir dann gleich der Gedanke kommt "Oh jeh, sie macht es immer noch, sie braucht mehr aufmerksamkeit!"

Aufmerksamkeit hat sie in der Situation bereits genug. Die braucht sie da auch gerade nicht.
Versuch mal sie für alle Kleinigkeiten, die sie richtig und ruhig macht, zu loben.
Wenn sie ruhig in ihrem Zimmer spielt
wenn die gesittet am tisch sitzt
wenn sie lieb zur schwester ist

wenn sie sich mit dir unterhält gehe auf das gespräch ein
führt ein festes ritual ein, was NUR ihr gehört. Bei so kleinen geschwistern ganz wichtig, weil man als mama oft froh ist, dass die große allein ins bett gehen kann, und man noch soooo viel mit dem baby machen muss.

Beitrag von baerchen9 29.03.10 - 12:18 Uhr

Hallo Bianca,

jedes große Geschwisterkind zeigt seine Eifersucht anders. Deine Große kämpft mit diesen Zipperlein um Aufmerksamkeit.

Diese ersten Monate mit einem kleinem Geschwisterchen sind hart für die Großen, auch wenn sich die Eltern trotzdem noch sehr oft mit ihnen beschäftigen. Aber es ist nunmal plötzlich ein kleines Baby da, das sehr oft die Eltern beansprucht.

Ich würde an deiner Stelle kein allzugroßes Drama daraus machen. Einen kurzen Satz dazu sagen, "alles wird gut" und dann vielleicht versuchen abzulenken. Schimpfen bringt in diesem Fall wahrscheinlich sogar das Gegenteil.

Hoffe für dich, dass diese Phase schnell vorbeigeht.

LG
Claudia