Haus im Rohbau kaufen?Welche Kosten noch dazu?

Archiv des urbia-Forums Haushalt & Wohnen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei "Finanzen & Beruf" aufgehoben". Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service "Die besten Haushaltstipps".

Beitrag von schnurzel1510 16.04.10 - 20:22 Uhr

Hallo,

da wir keinen dicken Geldbeutel haben und nicht neu bauen wollen, schauen wir nach Alternativen, z.B. Bestandsimmobilien.
Nun haben wir ein Haus gefunden, welches sich im Rohbau befindet (Dach und Fenster vorhanden, inkl. 500m²Grundstück ), für 49.000€. Ist dieser Preis realistisch?
Welche kosten für ca.120m² Wfl. würden noch anfallen?

Für viele Meinungen bzw. Erfahrungen wären wir dankbar!

MfG, Schnurzel1510

Beitrag von wolke151181 16.04.10 - 22:02 Uhr

Hallo Schnurzel!

Ich würde sagen, wenn euch die Raumaufteilung und die Wohngegend zusagt, dann nehmt den Rohbau.

Ich würde allerdings nicht am falschen Ende sparen und das Objekt auf Baumängel untersuchen lassen. Wisst ihr, warum der Rohbau verkauft werden soll?

Wir wohnen in einer ländlichen Gegend, in der die Grundstückspreise relativ gering sind. Ein Grundstück in dieser Größenordnung kostet schon 50000 Euro.
Wir bezahlten für unseren 558 m² großen Grund 52.000 Euro, teilerschlossen!

Was noch an Kosten zur Fertigstellung hinzukommt, ist schlecht zu sagen, weil jeder andere Wünsche hat.
Ich würde mit noch zusätzlich ca. 150000 Euro rechnen.


LG Claudia

Beitrag von lany 17.04.10 - 12:19 Uhr

Hallo!

Wie lange steht der Rohbau schon als Rohbau da?

Das wäre die ersten Frage die ich stellen würde.

Dann warum wird er verkauft?

Es kommen natürlich noch einige Kosten dazu.

Wenn der Bau in Ordnung ist, und das Grundstück auch, würd ich es nehmen, denn für den Preis bekommst Du sonst höchstens das Grundstück.

LG Eva

Beitrag von minniemaus77 17.04.10 - 18:10 Uhr


Wenn ihr das Grst. mitkauft ( also keine Erbpacht oder ähnliches) kommen erst mal 4 % Grunderwerbsteuer ,Notarkosten ,Grundbucheintragungskosten richten sich nach Notar Std./Lohn und Kostenpauschalen des Amtes.

Dann welche Heizung wollte ihr Öl, Gas ;oder gekoppelt mit Solar ?
Was könnt ihr selber machen ,also wie handwerklich seid ihr ,braucht ihr für den Innenausbau (Trockenbau,Fliesen/Laminat,Sanitäranlagen ) Handwerker oder könnt ihr das selber ?
Wie hoch sind eure Anspüche ,es gibt billige Fliesen ,es gibt sehr teure Fliesen etc.
Das Haus sollte erstmal bewohnbar sein ,die Außenanlagen könnt ihr dann machen ,wenn wieder Geld da ist .

Wenn man ganz viel selber machen kann ,und genügend Zeit hat kannst du mit 50.000€ Materialkosten +deine eigene Arbeitleistung rechnen .Und damit kommst du schon richtig weit .Oberstes Ziel ist es Preise vergleichen,ruhig erstmal durch alle Baumärkte der Gegend flitzen und dann Vergleichen !!!

Wir haben auch selber gebaut ,Rohbau ,Innenausbau ,Außenanlagen und mittlerweile kann ich im Schlaf sagen in welchem Regal vom Baumarkt XYZ was liegt ;-)

Beitrag von schnurzel1510 17.04.10 - 21:22 Uhr

Dankeschön Euch allen, für Eure Antwort.
Sind noch am Recherchieren.Sind auch irgendwie unentschlossen...Naja, nichts überstürzen.

Jedenfalls herzliches Danke!

Beitrag von minimind 18.04.10 - 13:46 Uhr

Hi Schnurzel,

überleg dir das gut.

Du hast einige Gewerke, die nicht einfach mal so zu machen sind, für die du also ohnehin Firmen brauchst:
z.B. Rohinstallation Sanitär und Elektrik, Trockenbau, Innenputz, Estrich, Aussenputz.

Du wirst alles allein anfragen, vergeben, koordinieren und kontrollieren müssen. Die Gewährleistung liegt bei dir.

Sowas ist- ohne fachlichen Sachverstand ( denn ja, du wirst von den Gewerken eher larifari bedient werden wenn du die Ausführungsrichtlinien nicht kennst ) eine Reise ins Ungewisse.
Also: Baugutachter unbedingt erforderlich!

Für Eigenleistung wird REGELMÄSSIG unterschätzt:
1. der Zeitaufwand für einen Laien ( nach Feierabend und am Wochenende ist etwas anderes als 6 Mann 8 Std/ 5 Tage ), ausserdem müssen bei EGL viele Dinge 2x gemacht werden wg. fehlender Fachkenntnis. Ergebnis: jahrelanges wohnen in einer Baustelle.
2. der finanzielle Aufwand: Baumarkt IST teurer als Großhandel, viele Maschinen oder Geräte müssen gekauft oder geliehen werden.

und: sag mir mal, in welcher Dicke und Wärmeleitgruppe wirst du die Dämmung unter dem Estrich wählen? Sind die Türstürze hoch genug dafür? Welchen U- Wert haben die eingebauten Fenster? Wie stark musst du die Dachschrägen dämmen damit das Haus am Ende der ENEV 2009 entspricht? Werdet ihr entsprechend des Erneuerbare-Energien-Gesetz ausführen oder lieber die Dämmung verstärken?

mein guter Rat an dich: lasst die Finger davon.
Wenn ihr es vernünftig haben wollt kostet es genauso viel wie "normal" neu bauen. Denn DANN habt ihr wenigstens jemanden, der für Baumängel gerade zu stehen hat !

liebe Grüße
Petra (Bauleiterin ;-) )