Sinn oder Schwachsinn? Erst das Grundstück kaufen und später bauen?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von nadjamitronja 18.04.10 - 22:33 Uhr

Hallo erstmal!
Folgendes: Bei uns im Dorf gibt es schon Grundstücke, aber eigentlich nur eine Siedlung, wo wir gerne hinziehen würden. Dieses eine Grundstück um das es geht steht erst seit ein paar Monaten zum Verkauf. Es sind 713qm und sie sollen 65000€ kosten. Es ist unser Traumplatz, die Größe passt, direkt in der Nähe meiner Eltern, verkehrsruhige Lage usw. Kurz gesagt: wir haben Schiss, dass uns jemand das Grundstück vor der Nase weg kauft.

Wir 'sparen' erst seit Anfang des Jahres richtig (vorher haben wir uns nicht wirklich mit dem Thema bauen beschäftigt und uns einiges gegönnt...). Wir haben 3 Bausparer, div. Rentenversicherungen, einen Aktienfond (an den wir momentan natürlich nicht ranwollen) und ein paar andere fest angelegte Gelder. Manches davon müsste man ja mit einrechnen lassen können, oder?
Wenn wir ca 300€ monatlich an Rate zahlen würden könnten wir trotzdem noch nebenbei fürs Häuschen bissle was sparen. Wir wollten eh noch EK ansparen und ca in 2,5 Jahren erst das Bauen anfangen.

Gibts vielleicht jemanden, der es so gemacht hat? Oder isses ehr Blödsinn, so zu handeln?? Mein Mann wäre sofort Feuer und Flamme- ich stehe der Sache ehr etwas skeptisch gegenüber...

Danke für jede Antwort...

Nadja

Beitrag von tiffysb 19.04.10 - 06:07 Uhr

Hallo Nadja,

bei Grundstücken ist das immer so eine Sache. Im Prinzip kannst Du natürlich jetzt kaufen und später dann irgendwann einmal bauen.

Allerdings, und jetzt kommt der Haken, kann es sein, dass es auf Grundstücken eine Bebauungspflicht gibt. D. h. es kann sein, dass, wenn Ihr das Grundstück gekauft habt, innerhalb einer gewissen Frist bauen MÜSST ! Das sollte Euch aber die Gemeinde/Stadtverwaltung oder auch der Verkäufer sagen können.

Wie das mit der Finanzierung aussieht kann ich leider nicht sagen, ich würde hier mal mit der Bank sprechen. Notfalls könnt Ihr ja eine kurze Zinsfestschreibung und eine geringe Tilgung vereinbaren und dann alles auf einen Schlag tilgen, wenn die Bausparverträge fällig werden. Ist dann halt nur die Frage wie das Haus noch finanziert werden soll.

Also ich würde hier erstmal mit der Bank reden.

Liebe Grüße
Tiffy

Beitrag von pinky82 19.04.10 - 10:27 Uhr

lol, Dann zäunt sie es so lange ein und stellt ne Kuh drauf#rofl

Beitrag von kiernan 19.04.10 - 09:14 Uhr

hallo nadja,

ja, wir :-)
wir haben es so gemacht.

mein männe kam ende 2006 auch mit der wüsten idee um die ecke, ein grundstück zu kaufen ... noch dazu eigentlich eher ein kleiner privatwald als ein grundstück zum bebauen... #schock
ich habe ihn zunächst für verrückt erklärt. aber es war für die größe (knapp 1200qm) echt ein "schnäppchen" (82000 euro), ruhige gegend (hase und igel sagen sich echt gute nacht). und da wir beide in unserer heimat bleiben wollten und die grundstücke prinzipiell hier ganz gut und eigentlich teurer weggehen, haben wir uns das nicht entgehen lassen.

mit welcher rate wir bei diesem kredit eingestiegen sind, weiß ich gar nicht - mein mann ist der finanzmensch. hat gerechnet und gerechnet .... einen teil des kredites hatten wir abgezahlt, als wir 2009 mit dem bauen angefangen haben, den rest vom grundstückskredit umgeschuldet in den fürs haus.

es gibt vorteile und nachteile ... ist natürlich erstmal nur eine kostenposition, es sei denn, ihr nutzt es so wie wir am wochenende ... wir hatten zu ostern 2007 ein kleines holzhaus draufgestellt und haben viel zeit am wo-ende dort verbracht ... wenn es aber definitiv EUER grundstück ist, dann halte ich es nicht für blödsinn.

ich würde es auch jederzeit wieder so machen...

lg,
kiernan







Beitrag von joy1975 19.04.10 - 09:35 Uhr

Grundsätzlich finde ich daran nichts falsches, Voraussetzung:
- Ihr seid wirklich sicher, dass ihr auch in 2-3 Jahren noch dort bauen/leben wollt. Ich hätte im Alter unter 30 z.B. mein Leben jobtechnisch nicht so überschauen können. Ich bin in den letzten 10 Jahren 8 mal umgezogen und habe 5x den Job gewechselt. Hätte ich da ein Grundstück gekauft, ich hätte jetzt einen Klotz am Bein.
- Ihr könnt die Raten stemmen und parallel noch EK ansparen. Am besten wäre es, ihr könntet das Geld privat (Eltern etc.) leihen, dann spart ihr euch wenigstens die Zinsen etc. - So sehr ich mein Haus mag, ich ärgere mich jeden Monat, dass die Hälfte meiner Hausrate allein für die Bank ist.
- Es gibt keine Bebauungspflicht innerhalb der nächsten 12 Monate. Erkundigt euch auch unbedingt, welche Bebauungsvorschriften (wieviel Geschosse etc.) es generell für das Grundstück gibt. Ist es schon erschlossen oder kommen die Kosten noch zusätzlich auf euch zu?

Beitrag von nadjamitronja 19.04.10 - 10:23 Uhr

Wir sind sehr sesshaft ;-) und sind uns ganz sicher, das wir auf alle Fälle im Ort bleiben wollen.
Auch wegen der Arbeit meines Mannes ziehen wir nicht um. Er hat immer eine 2 wöchige Schicht und fährt die in der Regel mit einem Mietauto an. Den Anfahrtsweg bezahlt da immer die Firma.
Wegen der Bebauungspflicht müssen wir nochmal nachfragen. Nach einem Jahr möchten wir noch nicht bauen, weil wir erst mehr EK ansparen wollen...

Meine Eltern könnten uns teoretisch einen Teil geben- aber nicht die volle Summe. Und dann müssten wir den Kredit UND meine Eltern abzahlen... Dann wärs schon nimmer so einfach, so noch was auf Seite zu legen. Weil ich meine Eltern nicht mit 200€ abspeisen wollte...

Das Grundstück ist jedenfalls voll erschlossen.

Beitrag von gr202 19.04.10 - 14:06 Uhr

Ein Vorteil wäre, daß Ihr Grunderwerbssteuer nur auf den Grundstückpreis zahlt. Wenn Ihr später baut, müßt ihr das nicht mehr zahlen.

Wenn man ein Haus auf FGrundstück kauft, zahlt man nämlich Grunderwerbssteuer für den gesamten Betrag.

Gruß
GR

Beitrag von theda 20.04.10 - 12:41 Uhr

Stimmt, und da kann schon ein bisschen zusammenkommen was man da spart #pro

Beitrag von wolke151181 19.04.10 - 20:54 Uhr

Hallo Nadja!

Ja, wir machen es so. Wir sind uns gerade heute mit dem momentanen Eigentümer des Grundstücks einig geworden. #huepf

Allerdings wollen wir erst das Grundstück abbezahlen und dann erst bauen. Der Vorteil: Man hat dann das Grundstück als Eigenkapital.

Es gibt nur sehr wenige Banken, die "nur" Grundstücksanschaffungen finanzieren! Und unter 50.000 Euro finanzieren die gar nicht. Dh. wenn ihr einiges an Eigenkapial schon angespart habt und nur z.B. 30.000 Euro benötigen würdet, dann müsstet ihr trotzdem die Summe von 50.000 Euro finanzieren. #aerger Leider ist das bei uns der Fall.

Auf Grundstücken in Baugebieten, die von der Gemeinde erschlossen worden sind, besteht fast immer Bauzwang. Bei uns hier muss man nach 5 Jahren fertig und eingezogen sein. Sicherlich gibt es Unterschiede!


Ich drück euch die Daumen, dass es so klappt, wie ihr euch das vorstellt!


LG Claudia

Beitrag von mama_in_baden 19.04.10 - 22:23 Uhr

Hi,

würde das Grundstück kaufen, wenn es euer Traumgrundstück ist.

Sollte aber wertbeständig sein. Solltet ihr merken, dass ihr nicht genügned EK aufbauen könnt, sollte sich das Grundstück zum gleich oder höheren Preis verkaufen lassen.

30% von Kosten Grundstück + Haus sollte ihr als Eigenkapital mitbringen für eine solide Finanzierung.

Gruß
Angela