Das ist doch kein harmonisches Familienleben hier

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ichmagnichtmehr 20.04.10 - 20:35 Uhr

Hallo zusammen,

vorab ich bin kein Fake. Ich habe mich nur gerade unter einem Zweitnick angemeldet da ich doch besser anonym bleiben möchte:-(

Wie mein Nick schon sagt, ich mag nicht mehr. Ich hatte mir alles, aber auch wirklich alles anders vorgestellt. Seit unser Kind vor 2,5 Jahren zur Welt kam erkenne ich meinen Mann nicht mehr wieder. Ich dachte immer er wird bestimmt ein ganz toller Papa. Aber mittlerweile ist die rosarote Wolke geplatzt und alles was bleibt ist Frust.

Gekümmert hat er sich bislang schon immer wenig. Nachts aufstehen als unser Kind noch ein Baby war? Hat er vieleicht zweimal gemacht. Und seit unser Kind eine extreme Mama Phase hatte hat er sich aus allem rausgezogen. Wickeln, ins Bett bringen, Zähne putzen. Mein Mann macht nichts mehr. Das Baden habe ich Ihm aufgezwungen. Mehr tut er dann aber auch nicht.

Mein Leben hat sich mit der Geburt unseres Kindes völlig verändert. Er führt sein Leben wie bisher. Er steht nie auf wenn unser Kind nachts weint, er nimmt sich das Recht heraus morgens immer länger zu schlafen. Ich bin diejenige die jeden Morgen mit unserem Kind aufsteht. Mein Mann liegt im Bett und würde ewig schlafen wenn ich mir nicht zur angewöhnt hätte, ihn kurz nach unserem Aufstehen einfach rauszuschmeissen. Ich habe Ihm öfters angeboten, er kann gerne länger schlafen. Wenn das gleiche auch für mich gilt, sprich er dafür dann auch mal früh mit unserem Kind aufsteht und ich dafür länger schlafen könnte.... Tja es tut sich seit 2,5 Jahren nichts.

Er schläft generell immer bis auf den letzten Drücker. In der Woche steht er morgens auf, wäscht sich, zieht sich an und geht aus der Tür. Ein harmonischer Morgenbeginn? Pfüh...

Ich bin mittlerweile so dermassen gefrustet. Ich rede mir hier den Mund fuselig, doch es ändert sich nichts. Er redet sich z. Bsp. damit raus das unser Kind ja so auf Mama fixiert ist (wenn er denn mal redet)( Meistens bekomme ich nichtmal ne Reaktion). Bei Ihm würde es ja immer brüllen. Ja klar wenn ich keinen Bezug zu meinem Kind habe und immer alles auf Mama abwälze dann ist das ja wohl logisch.

Leute ich habe mittlerweile echt so eine Wut in mir, das ich irgendwann platze. Manchmal habe ich das Gefühl er wollte einfach nur ein Kind weil das ja so sein muss. Das Kinder aber nicht immer nur Freude machen sondern auch mal Arbeit hat er wohl nicht bedacht.

Ganz schlimm sind auch die ständigen Sprüche wenn unser Kind mal bockt (wie aktuell letzten Mittwoch beim Baden). Da wird dann in Gegenwart unseres Kindes der Spruch losgelassen: Warum sind wir nur mit so einem Kind gestraft#schock

Im gleichen Atemzug denke ich mir: Warum ist unser armes Kind nur mit so einem Vater gestraft?

Oh Mann das war jetzt wirklich lang und ich glaube nicht das das ernsthaft jemand liest aber es hat mir geholfen Frust abzubauen.

Ich danke euch

LG

ichmagnichtmehr

PS.: Trennung ist keine Option (auch wenn ich schon ernsthaft darüber nachgedacht habe).

Beitrag von nina1609 20.04.10 - 20:53 Uhr

Darf ich fragen, warum Trennung keine Option ist? #kratz
Du kümmerst dich um alles und sehr harmonisch geht ihr als Paar dann wohl auch nicht mehr miteinander um, oder?

LG Nina

Beitrag von ichmagnichtmehr 20.04.10 - 21:05 Uhr

Hallo Nina,

danke Dir für die Antwort und klar darfst Du fragen.

Weisst Du auf der einen Seite würde ich am liebsten wirklich abhauen. Aber ich habe Ihn ja nicht geheiratet weil ich gerade Lust dazu hatte. Ich liebe Ihn trotz alledem. Ich bin endlos wütend, fühle mich mehr oder minder im Stich gelassen aber ich bin nicht soweit das ich aufgeben könnte. Solange wie ich das für mein Kind vertreten kann, gebe ich hier nicht auf das sich mal was bessert. Er war doch vorher auch nie so.... Scheinbar braucht er nicht einen sondern hundert A.... tritte...

Naja die Harmonie ist hier schon bis auf wenige Zeiten futsch.

LG
Silke

Beitrag von linagilmore80 21.04.10 - 09:39 Uhr

Das ist Unsinn was Du redest! Du hast immer noch die Hoffnung, er steht morgen auf und hat sich in den Traumprinzen zurückverwandelt.

Ich habe zwei Kinder gebraucht um zu verstehen, dass meine Ex-Mann ein egoistischer Faulpelz ist. Dein Posting hätte im Übrigen von mir sein können.

Zieh für ein paar Tage aus und lass ihn auflaufen! Da werden dann die meisten wach.

LG,
Lina

Beitrag von aliciakommt 20.04.10 - 20:56 Uhr

Macht ne Paartherapie #herzlich

Beitrag von ichmagnichtmehr 20.04.10 - 21:07 Uhr

Na das Gesicht möchte ich sehen wenn ich Ihm mit dem Vorschlag komme

Er hat doch keine Probleme#augen

Meinst Du sowas hilft?

Danke und Gruss

Silke

Beitrag von aliciakommt 20.04.10 - 21:10 Uhr

Ich bin sicher, dass es hilft! Und eben, er hat keine Probleme sonst hätte ich ja auch vorgeschlagen, dass er ne Therapie macht. Ihr als Paar habt Probleme- und es geht nich darum, Schuld zuzweisen, sondern Lösungen zu finden #herzlich

Beitrag von lisasimpson 20.04.10 - 22:11 Uhr

das haste schön geschrieben!
kann mich da voll und ganz anschließen

lisasimpson

Beitrag von xyz74 20.04.10 - 21:11 Uhr

---------
Ich rede mir hier den Mund fuselig, doch es ändert sich nichts.
--------

Genau DESHALB ändert sich auch nichts!
Eine Frau die redet ist ungefährlich und wird nicht für voll genommen.
Männer reagieren auf Taten nicht auf Worte!
Das haben mir schon zig Männer bestätigt.

Beitrag von ingdir 20.04.10 - 21:44 Uhr

Hallo!
Traust du dir/deinem Mann/deiner Tochter zu, mal für ein Wochenende wegzufahren?
Buch doch ein Wellness-Wochenende und dein Mann ist ganz alleine mal für eure Tochter zuständig.
Und spann ab sofort deinen Mann mehr ein!

Viel Glück!
LG Ingdir

Beitrag von mimi08152004 20.04.10 - 23:06 Uhr

Hallo du!
Ich kenne das..ich hab auch alles allein gemacht, mein Mann hat nur gemault (kein Sex mehr, schlecht gleaunte Frau) er hat aber seine Hobbies und Kontakte pflegen können (und dürfen!) und ich?
Auch ums Kind hat er sich kaum gekümmert (ich hab gestillt, was sollte er da aufstehen, aber danach hab ich ihm immer wieder gesagt, dass er mal was machen soll, wenn ich mal ausfalle..tja..)
Und dann hab ich mir mit ner Freundin ein freies WE gegönnt, 400km weit weg :-p mein Mann war tierisch angepisst (sorry) weil nix geklappt hat.. ach..
Es wurde dann langsam besser, ich dachte, ok, unsere Ehe steht wieder sicherer...und ich wurde wieder schwanger
ein Wunschkind! Mein Mann wollte auch selbst unbedingt noch eines...aber ich fand damals den Zeitpunkt so früh, grad hatte sich alles eingeregelt..

Ich hab wieder gestillt und meinem Mann damit quasi jede Verantwortung genommen..aber..
danach hab ich ihn einfach gnadenlos singespannt...ich bin im Elternausschuss vom Kindergarten, ich geh mal weg, auch übers WE (das tut SO gut!), ich benenne ihm Aufgaben
Es holpert auch jetzt wieder und immer noch..aber es ist besser als beim ersten Kind
Handle, rede nich nur.Auch ich will meine Ehe nicht aufgeben, wir haben auch über eine Paartherapie nachgedacht, dass kann wirklich sehr hilfreich sein!

Meiner hatte auch Sprüch drauf...."das Kind hasst mich" war einer#gruebel
nein..das Kind hasst dich nicht, es ist nur frustriert, weil von dir nix kommt! war meine Antwort

Ich wünsch euch alles gute!

LG

Beitrag von oma.2009 21.04.10 - 07:42 Uhr

Hallo du!

Mein Vorschlag: wenn dein Kind am Wochenende mal wieder fruüh wach ist, hol´es ins Bett und gib ihm mal die Chance, seinen Papa "wachzuquälen" Leg du dich in der Zeit daneben und versuche weiter zu schlafen. Der wird schon aufstehen, wenn es ihm zuviel wird. Dann schick das Kind gleich hinterher mit den Worten: Papa macht dir jetzt das Frühstück. Danach ziehst du die Kleine an und schickst sie mt dem Papa alleine auf den Spielplatz. Spann ihn ein, rede nicht viel, laß Taten folgen. Das dauert etwas, bis Männer kapieren, wie das gemeint ist, aber es wird. Kann ich dir versprechen (da mußte mein Mann damals auch durch). Und wenn DAS schon mal geklappt hat, nimmste dir den nächsten Schritt vor: fahr mal einen ganzen Tag lang weg, danach dann auch mal über Nacht. Laß die Beiden mal allein ihr "Ding" durchziehen, es bringt nichts, wenn DU immer parat stehst. Männer brauchen diese Art von "Aufforderung" manchmal. Es geht übrigens auch mit 2 Kindern!!! Irgendwann stillst du ja nicht mehr und vorher kannste das Kleinste mitnehmen!

LG und viel Erfolg


Beitrag von frauke131 21.04.10 - 09:08 Uhr

Ich glaube das Problem, wenn Männer sich aus der Erziehung zurückziehen, liegt oft bei der Mutter.

In unserem Freundeskreis haben einige Männer, auch vor dem Elterngeld, Erziehungsurlaub genommen und die Frauen sind arbeiten gegangen. Mein Schwager war sogar ganz zu Hause mit meinem Neffen, weil meine Schwester noch studiert hat.
Mein Mann war der erste, der unsere Kinder wickelte, weil ich erschöpft im Bett lag. Außerdem genießt jeder Mann in unserem Freundeskreis die Zeit allein mit dem Kind, auch wenn es klein ist. Der Punkt ist: Die Frauen beziehen sie von anfang an mit ein und fordern dies auch! Zudem gehen alle Frauen hier, teilweise Vollzeit, arbeiten und da sind sie angewiesen auf die Mitarbeit der Männer!

Wenn aber die Frau zu Hause bleibt, ist es häufig so, dass die Väter auch nicht an die Kinder rankommen und es der Frau nie recht machen. Ich weiß nicht, ob es ein Ost-West- Unterschied gibt, aber die wenigen Männer aus dem ehemaligen Westen haben eine andere Vostellung vom Vatersein, als unsere Ostmänner. Die Arbeit macht dort die Mutter und Papa ist für Späßchen verantwortlich, ansonsten aber hilflos.

Gehst Du arbeiten? Ich meine nicht als zuverdienende Ehefrau auf 400€-Basis sondern richtig! Verlange von Deinem Mann, dass er mithilft, allerdings wird das schwer, wenn Du Hausfrau und er Geldverdiener ist. Ich würde es nicht einsehen , im Haushalt zu helfen, wenn mein Mann die ganze Zeit zu hause ist. Kinderbetreuen ja.

Bezieh ihn mit ein, geh mal weg und lass ihn mit dem Kind allein zu Hause.

Beitrag von ichmagnichtmehr 21.04.10 - 09:22 Uhr

Hallo Frauke,

danke Dir für die Antwort. Na ob es jetzt einen Ost/West Unterschied gibt kann ich auch nicht sagen. Aber es würde schon passen. Bei uns läuft es wirklich nach dem Schema: Mann meint er bringt das Geld und die Frau soll sich ums Kind kümmern#aerger

Die ersten anderthalb Jahre hat er sich ja gekümmert. Ich habe Ihn von Anfang an mit einbezogen. Auch wenn er mal keine Lust hatte unserem Kind die Flasche zu geben, habe ich Ihm gesagt sie zu.... Aber seitdem halt die starke Mama Phase da war ist der Ofen hier komplett aus. Seitdem bleibt fast alles an mir hängen....

Ich gehe arbeiten. Zwar nicht Vollzeit aber von Montags bis Mittwochs von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr. Wenn ich dann abends um 18:30 Uhr nach Hause komme, wird schnell gegessen (gut ich muss meinem Mann zugute halten das er zwei Tage lang kocht) und danach muss ich auch schon unser Kind bettfertig machen (umziehen, waschen, Zähne putzen und das Kinderzimmer vorbereiten). Spätestens um halb acht muss schlafenszeit sein, da wir morgens um halb sieben schon wieder aus dem Bett müssen...

Also ist es nicht so das ich halt den ganzen Tag zu Hause sitze und nix besseres zu tun habe;-)

LG
S....

Beitrag von frauke131 21.04.10 - 09:43 Uhr

So war das nicht gemeint, dass war eher allgemein geschrieben. Ich würde auch nicht sagen, dass alle "Westmänner" so denken und alle "Ostmänner" aufopferungsvolle Väter sind.
ABER bei den wenigen Westmännern ist das Verständnis ein anderes. Natürlich gibt es ja auch Ostmänner die sich einen Dreck kümmern.

Da Du selbst drei Tage voll arbeitest, musst Du ihn einfach mehr einbinden, denn Du hast ja auch ein Recht auf einen Feierabend, selbst wenn es "nur" 3 Tage sind.

Da ich im Oaten aufwuchs, kennen wir es ja nicht anders, als mit 2 Vollzeitarbeitenden Eltern, wobei auch da einige Frauen mehr gemacht haben als die Männer. Mein Vater kam zur gleichen Zeit, wie meine Mutter. Er holte uns oft ab, unternahm allein was mit uns.

Meine Schwester war trotz aller Bemühungen ein Mamakind, das hat aber nichts mit der Person zu tun. Ich war immer Papakind. Das solltest Du Deinem Mann klar machen, es hat nichts mit ihm zu tun, aber er muss sich bemühen, nicht den Anschluss zu verlieren!

Beitrag von xmarcix 21.04.10 - 10:02 Uhr

hallo,


dein mann und dein sohn müssen sich ja quasi kennenlernen. ich würde dir raten das die beiden jeden abend eine festgelegte zeit zusammen verbringen. bsp. immer um 19 uhr bis 19.30 uhr. in dieser halben stunde spielen die beiden- das kind bestimmt das spiel und die regeln. das heißt diese zeit soll schöne zeit sein und keine lern zeit. egal was das kind sich aussucht. diese zeit darf auch nicht gestört werden, also kein telefon etc. wichtig ist das dein mann sich dann auch auf das spiel des kindes einlässt auch wenn er etwas "falsch" macht.

die "schöne zeit" wird von therapeuten angewendet um die beziehung zwischen eltern und kind zu stärken.


lg marcela