Werden die Papas nach der Trennung idealisiert?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von ciocia 27.04.10 - 12:16 Uhr

Hallo,

wir haben zwar nie zusammen gelebt, aber der Vater ist immer präsent. Er ruft die Kleine täglich an, sie reden immer sehr lange am Telefon, erzählen sich Blödsinn, lachen. Haben ihre eigenen Themen, andere als Mama und Tochter:-)

Wir wohnen in unterschiedlichen Städten, sie sehen sich so alle 2,3 Wochen. Trotzdem ist der Papa der tollste und beste. Klar, er macht nur Spass, kommt zum Spielen usw.

Wenn wir in der Stadt sind, sieht jeder junge Mann dem Papa ähnlich.

Ist das gut oder schlecht? Ich habe Angst, dass je älter das Mädchen wird, desto toller wird der Vater in ihren Augen sein. Leider ist er gar nicht so "ideal" wie ihn meine Tochter sieht. Ich denke, wenn wir zusammen leben würden, würde es auch anders aussehen.

Ich habe jetzt schon Angst, dass sie irgendwann mal sagt, dass sie jetzt zum Vater will, weil ich geschimpft habe oder so.

Wie verhalten sich gerade ältere Kinder wenn Eltern getrennt leben?
Gruß
eva

Beitrag von frau.mecker 27.04.10 - 12:56 Uhr

Natürlich werden Wochenend-Papas idealisiert.
Schliesslich darf man "alles", bekommt tolle Geschenke und macht auch noch tolle Sachen.
Man steht als Kind im Mittelpunkt, bekommt Zuwendung und volle Aufmerksamkeit des Vaters.

Hier mal die Geschichte meiner Nachbarin.
2 Kinder
getrennt
Vater wohnt in einer größeren Stadt,w urde nochmal Vater von Zwillingen
Nachbarin auch neu verheiratet, ein gemeinsames Kind.

Beide wollte zum Vater, weil es ja dort viel besser war. Der Vater immer so nett und immer Zeit und immer Geld.
Tja sie ermöglichte es ihnen dort hin zu gehen.
Meldete sie aus der Schule ab.
Kündigte die Wohnung die eigens für die beiden angemietet wurden und zahlte Unterhalt.

Sechs Wochen später waren sie neutralisiert wieder da#gruebel

War klar!
mfg

Beitrag von petra1982 27.04.10 - 13:26 Uhr

Wenn ich sowas lese denk ich man sollte doch auch im Sinne der Kinder handeln, also mit alles dürfen beim Papa viel süssis viel geld ausgeberei, lang aufbleiben.

Ich finde auch Väter die die Kinder nur am We haben sollten ihren Kindern Werte vermitteln.

Meinem Mann seine Kinder haben bei uns genauso Regeln wie bei Ihrer Mutter zuhause. sSie müssen bei uns genauso zwischen 19.30 und 20 Uhr ins Bett (mit ausnahmen wenn geburtstage sind) oder Ihr Spielzeug aufräumen, oder Zimmer aufräumen. Ich finde das wichtig.

Und was bei uns klar ist, wenn die Kinder von sich aus kommen wollen, also ganz, ist dies ok, aber nicht wenn sie mit Ihrer Mutter ein Problem haben wenn sie was wollen und nicht bekommen, und dann denken bei uns wäre dies anders.

Beitrag von purzel21 27.04.10 - 13:07 Uhr

Ja, ich glaube schon, dass die Kinder die Papatage wohl anders sehen als wenn ihr noch zusammen wärt. Wie vor mir schon geschrieben: Der Papa macht dann eben was Tolles, es gibt mal zusätzliche Sachen usw. Bei der Mama herrscht eben größtenteils Alltagsleben und da finden die Kids es eben bei Papa meist toller und lustiger.

Und ich denke auch, dass es eben anders wäre, wenn ihr alle noch zusammenleben würdet. Da würde ja danna auch sozusagen nur Alltag herrschen. Klar, macht man mal was zusammen, aber es ist eben nicht das Gleiche. ;-)

Ich glaube aber nicht, dass du dir da große Sorgen machen musst. Klar, wird es Phasen geben wo deine Tochter vielleicht lieber zum Papa will, aber auch sie wird irgendwann merken, dass es nicht nur Unterhaltungsprogramm ist...meist wenn sie dann älter wird, ändern sich die Ansichten.

LG

Beitrag von janamausi 27.04.10 - 15:35 Uhr

Hallo!

Ich glaube auch, dass Papas idealisiert werden. Sie haben ja fast nur die schöne Zeit mit dem Kind und den Rest (Alltag etc.) kriegen die Kinder ja vom Papa nicht mit.

Aber ich denke auch, die meisten Kinder kommen gut damit klar und äußern auch nicht den Wunsch zum Papa zu wollen, weil der Alltag ja auch eine gewisse Sicherheit, Gewohnheit für das Kind ist.

Was ich allerdings nicht möchte (und es hat sich auch bei uns nicht so ergeben), dass der Papa täglich anruft. Der Papa ist ein fester "Bestandteil" im Leben meiner Tochter, aber dennoch gehört er nicht zu unserem alltäglichen Leben dazu.

LG janamausi

Beitrag von jimmytheguitar 28.04.10 - 23:03 Uhr

Ich kenne auch so einen Fall! Der Papa ist der Bruder meines LG und hat nur das erste halbe Jahr mit der Mutter zusammengelebt. Die Tochter war etwa jedes zweite WE bei ihm bzw. eigentlich mehr bei der Oma. Dort war es immer toll für sie weil es eben nicht alltäglich war. Jetzt hat sie sich vor etwa 3 Wochen dafür entschieden für immer zum Papa zu siehen und wurde vorgestern umgemeldet. Sie ist übrigens 9 Jahre alt.

lg