Probleme mit Familienkasse, brauche eure Hilfe!

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Beitrag von mani62726 30.04.10 - 12:21 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mein Schwager hat ein paar Probleme mit der Bewilligung seines Kindergeldes und ich hoffe, ihr könnt uns helfen.

Folgender Sachverhalt:

Benny, der Bruder meines Freundes, ist im Juni 2009 18 Jahre alt geworden. Im November 2009 erhielt seine Mutter ein Schreiben der Familienkasse, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass der Anspruch auf KiGeld neu geprüft werden muss (ist ja auch verständlich).

Benny ist geht seit einiger Zeit nicht mehr zur Schule, bezieht ALG2, ist depressiv und computerspielsüchtig. Dies wurde vom Jugendamt bestätigt und er wurde zur Behandlung in eine Klinik aufgenommen.

Allerdings machte er dort 1 Woche lang einen Hungerstreik und aß nichts mehr. Daraufhin wurde er wieder entlassen. (ist ca. 2 Jahre her).

Die Mutter steht in regelmäßigem Kontakt zum Jugendamt, Benny hat ab August 2010 wieder einen Schulplatz.

Der o.g. Sachverhalt wurde der Familienkasse mitgeteilt, die Schreiben vom Jugendamt sowie die Schulbescheinigung wurden beigelegt.

Nun kam ein Schreiben der Fam.Kasse mit der Aufforderung, die Mutter solle von 08/08 bis 11/09 ca. 2700 EUR an Kindergeld zurückzahlen, da Benny nicht zur Schule ging.

Allerdings hat doch jedes Kind unter 18 Anspruch auf Kindergeld, oder sehe ich das falsch? Wie kann die Familienkasse nun das Geld zurückfordern?!

Hinzu kommt, dass er ein Schreiben erhalten hat, mit der Bitte, seine Bankdaten nochmals zu bestätigen, falls es zu künftigen Zahlungen kommen sollte. Er hat weder eine Ablehnung noch eine Zusage über Zahlungen ab 12/09 erhalten.

Hätte er dann ab 08/10 wieder Anspruch auf Kindergeld, weil er dann wieder zur Schule geht?

Hätte er ständigen Anspruch auf KiGeld wenn durch einen Amtsarzt o.ä. bestätigt werden würde, dass er psychische Probleme hat? (Anscheinend nützt die Feststellung vom Jugendamt allein nichts.)

Ich blicke da selbst nicht mehr ganz durch, vielleicht kann mir jemand von euch helfen!

#danke schonmal für eure Antworten.

LG

Marion

Beitrag von goldie99999 30.04.10 - 12:43 Uhr

http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/f9840.htm

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/Veroeffentlichungen/Merkblatt-Sammlung/MB-Kindergeld.pdf


"Hätte er ständigen Anspruch auf KiGeld wenn durch einen Amtsarzt o.ä. bestätigt werden würde, dass er psychische Probleme hat? (Anscheinend nützt die Feststellung vom Jugendamt allein nichts.) "

https://www.socialsecurity.be/CMS/binaries/target_groups/citizen/dgph/vogelvlucht/de/kindergeld-fur-kinder-mit-erkrankung-oder-behinder.pdf

Nein, eher nicht, aber ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen- dabei kann man ja nichts verlieren.

LG, Goldie


Beitrag von carochrist 30.04.10 - 12:52 Uhr

Also wenn man unter 18 ist bekommt man ohne wenn und aber Kindergeld. Punkt, da kann die Familienkasse auf und nieder hüpfen wie sie lustig ist.

Ständig Kindergeld (also auch über die Altersgrenzen hinaus) bekommt man nur Kindergeld wenn man behindert ist. Ob dies allerding in diesem Fall hier ausreicht weiß ich nicht. Ich denke aber fast nicht. Denn soweit ich weiß muss es sich um Behinderungen handel wo das Kind sein Leben lang versorgt und betreut werden muss (also eine "klassische" körperliche Behinderung). Und die Behinderung muss vor dem 27. Lebensjahr auftreten (wäre hier ja so)

Anspruch auf Kindergeld nach dem 18. Lj. hat man

1. Wenn das Kind keine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatz antreten konnte - ist bei euch nicht gegeben
2. Das Kidn ein FSJ oder ähnliches macht - ist bei euch auch nicht
3. das Kind befand sich zwischen 2 Ausbildungabschnitten (Z. b. wenn man fertig mit Ausbildung ist und wartet bis September wird und die Ausbildung anfängt), aber max. 4 Monate - auch nicht bei euch
4. das Kind war ohne Arbeitsverhältnis UND als Arbeitssuchend gemeldet - War er das?
5. Das Kind hat eine Behinderung (siehe oben)
6. Das Kind hat Zivi oder Bund gemacht (in dieser Zeit bekommt man zwar kein Kindergeld aber der Anspruch auf Kindergeld verlängert sich um diesen Zeitraum)

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen. Meine Erfahrung bisher ist das bei der Familienkasse viele Pfeifen rumsitzen. Augen zu und durch, und sich nicht unterkriegen lassen.

LG Caro

Beitrag von .roter.kussmund 30.04.10 - 13:13 Uhr

"Denn soweit ich weiß muss es sich um Behinderungen handel wo das Kind sein Leben lang versorgt und betreut werden muss (also eine "klassische" körperliche Behinderung). Und die Behinderung muss vor dem 27. Lebensjahr auftreten (wäre hier ja so) "

dafür gibts den anspruch auf grundsicherung... aber.. im gleichen moment beantragt das grundsicherungsamt die abzweigung des kindergeldes bei der familienkasse. :(

Beitrag von mani62726 30.04.10 - 13:30 Uhr

"Also wenn man unter 18 ist bekommt man ohne wenn und aber Kindergeld. Punkt, da kann die Familienkasse auf und nieder hüpfen wie sie lustig ist. "

So habe ich mir das auch gedacht, allerdings verstehe ich dann nicht, warum die Familienkasse das Geld zurückfordern will?!

"4. das Kind war ohne Arbeitsverhältnis UND als Arbeitssuchend gemeldet - War er das? "

Nein, die sind davon ausgegangen, dass er zur Schule geht.. Keine Ahnung, wie die ARGE bzw. Familienkasse da drauf kommt, vorallem ohne Schulbestätigung.

Die Familienkasse besteht darauf, dass sie Bewerbungsbemühungen sehen möchten. Allerdings wurde ja das Schreiben vom JA beigelegt, sowie sein letztes Zeugnis...

Ich kann das nicht nachvollziehen, dieser Junge ist nachweisbar depressiv und hat psychische Probleme, es wurde eine mobile Betreuung beantragt, er will ab August wieder zur Schule gehen und die Familienkasse zahlt trotzdem nicht, sondern fordert noch Geld zurück...

Es geht also um 11/09 bis jetzt (wobei ich mich auch frage, warum sie erst seit November nicht mehr zahlen, wenn Benny doch im Juni 09 volljährig geworden ist...).

Sry nochmal für das viele Geschreibsel, aber mir ist diese Angelegenheit zu verwirrend...

Diese ganze Bearbeitung zieht sich jetzt schon ewig hin und keiner von der FamKasse kann ne Auskunft geben...

Danke für deine Antwort!

Beitrag von goldie99999 30.04.10 - 13:34 Uhr

Wurde denn schon ein Widerspruch verfasst? Ich würde auf einen Vor- Ort- Termin zur Klärung bestehen.

Es muß ja auch eine Rechtsgrundlage genannt werden... liegt Dir das Schreiben vor?

Beitrag von mani62726 30.04.10 - 13:49 Uhr

Nein, leider liegt mir das Schreiben nicht vor... Muss ich mal meinen Schwager direkt fragen. Bzw. seine Mutter, denn er bekommt ja keinerlei Auskunft.

Vor-Ort-Termine hatten sie schon 2, einmal wurde gesagt, dass sie das ganze noch prüfen und das 2. Mal wurden sie einfach weggeschickt, sie sollen doch auf das Schreiben warten (soweit ich das weiß).

Was muss denn in diesem Widerspruch drinstehen? Also muss man dort irgendwas beachten oder sollten wir einfach nochmal den Sachverhalt schildern?

Meinst du, es bringt was nen Anwalt einzuschalten? Oder mal mit dem Teamleiter von denen zu sprechen?

Es geht hier halt um viel Geld...

Achja, kann man ALG2 beziehen, wenn man NICHT arbeitssuchend gemeldet ist und volljährig ist?

LG

Beitrag von carochrist 30.04.10 - 14:14 Uhr

Das weiß ich nicht. Aber ich würde vermuten, dass die Beziehung von ALG 2 immer damit gekoppelt ist das man Arbeitssuchend ist (es gibt natürlich Ausnahmen wie Elternzeit oder ähnliches).

Beitrag von carochrist 30.04.10 - 14:00 Uhr

Genau das denke ich auch! Man muss direkt zur Familienkasse in diesem Fall und denen alles nochmals genau erklären, wann er 18 geworden ist, von wann bis wann er in der Klinik war, usw. Vielleicht haben die ja irgendwas durcheinander gehauen.

Beitrag von mani62726 30.04.10 - 14:44 Uhr

Okay, dann werden wir es nochmal so versuchen.

Ich danke dir für deine Hilfe und gebe dir Bescheid, wenn du magst, was sich ergeben hat.

Wünsche dir ein schönes Wochenende.

LG