Frage an Eltern eines hochbegabten und hochsensiblen Kindes

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von gismomo 30.04.10 - 15:10 Uhr

Hallo,

wie fang ich an? Ich probiers...

Mein ältester Sohn (2. Klasse, 7 Jahre alt) war in manchen Bereichen schon immer anders als andere Kinder. Ich halte mich eigentlich für ganz versiert in Erziehungsfragen und es gab dennoch viele Situationen, in denen ich mit meinem "Instrumentarium" bei ihm einfach nicht weiterkam und ratlos war. Ich habe diese Probleme definitiv nicht mit meinem jüngeren Sohn, der sich ganz anders verhält.

Dieses Anders-Sein fing im Babyalter an und zieht sich bis heute. Inzwischen weiß ich, dass er hochsensibel ist. Ich erläutere nicht ausführlich warum, das würde den Beitrag noch länger machen. Aber ich bin mir sicher, dass er es ist.

Die Hochsensibilität erklärt vieles und ich kann mit vielem bei ihm besser umgehen, seitdem ich darüber Bescheid weiß. Durch eine Buchempfehlung ist bei mir nun der Gedanke aufgekommen, dass er zusätzlich auch noch eine Teil-Hochbegabung haben KÖNNTE. Es ist so vieles beschrieben, was ich bei ihm wieder erkenne.

Ich dachte ja, ich spinne und höre das Gras wachsen; aber ich habe dann mit meinem Mann über den Verdacht gesprochen. Er ist ein sehr bodenständiger, praktisch orientierter Mensch und psychologischen Themen gegenüber sehr kritisch und misstrauisch eingestellt. Ich habe also damit gerechnet, dass er meine Vermutung eher als "Spinnerei" abtut. Er sagte jedoch, er hätte selber auch schon daran gedacht. Er will jedoch das Thema nicht weiter verfolgen, da er der Meinung ist, unser Sohn sei doch ganz glücklich so, wie es momentan ist, er hätte doch keine Probleme.

Ich sehe das jedoch anders. Momentan hat unser Sohn das Glück, dass das soziale Klima in seiner Klasse sehr gut ist. Das heißt, auch er mit seinem Anders-Sein ist akzeptiert. Er hat allerdings keine intensiven Freundschaften, sondern bezeichnet alle Kinder seiner Klasse als seine Freunde. Er kommt gar nicht auf die Idee, dass zu einer Freundschaft auch gehören könnte, dass man sich nachmittags trifft und nicht nur zwangsweise in der Schule. Er hat kein Bedürfnis danach, mit Kindern nach der Schule zu spielen.

Das liegt unter anderem daran, dass er häufig kein gemeinsames Spiel mit anderen Kindern findet. Er hat z.B. kein Interesse daran, die Eisenbahn aufzubauen oder Lego zu spielen oder eine sportliche Aktivität in einer Gemeinschaft durchzuführen (außer Schwimmen, aber das ist ja nun auch nicht wirklich eine Mannschaftssportart). "Spiele" laufen bei ihm über Sprache ab - d.h., er will Rollenspiele machen (Schule spielen, Theaterstücke einüben, Zauberervorführungen machen). Nur sehr wenige Kinder haben jedoch Lust, das mit ihm zu spielen. Ihn stört es nicht wirklich, wenn ein Kind nicht das spielen will, was er will. Dann spielt er das halt alleine. Er kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass ich der Meinung bin, dass es doch einfach schön ist, mit anderen Kindern etwas gemeinsam zu machen und das die Aktivität als solche doch nicht unbedingt immer im Vordergrund stehen muss.

Wenn ein Kind sich nicht auf seine Spielvorschläge einlässt, sucht er sich etwas, was er alleine machen kann - ohne, dass es ihn sonderlich stört. Das heißt, er liest dann oder er studiert einen neuen Zaubertrick ein oder er macht ein Wissensquiz oder erfindet irgendwas. Wenn das, was er sich vorstellt, nicht funktioniert (eine Erfindung z.B.), weil er nur Alltagsmaterialien zur Verfügung hat, die zu wenig für das geeignet sind, was er machen möchte, ist er unheimlich frustriert und absolut aus dem Gleichgewicht. Er gibt dann auf, anstelle es auf eine andere Art und Weise noch einmal zu probieren. Das hat sich allerdings schon verbessert, seine Ausdauer ist größer geworden.

Das Auffälligste ist seine Sprache und seine Merkfähigkeit. Die Sprachentwicklung war schon von Anfang an auffällig, er hat sehr früh sehr gut gesprochen. Er verwendet viele Fremdwörter - wenn er ein neues Wort kennen lernt wird das in seinen Wortschatz aufgenommen. Häufig bin ich überrascht darüber, welche Wörter er kennt; viele, die in unserer täglichen Alltagskommunikation nicht vorkommen, hat er irgendwo gelesen, wie er mir auf Nachfrage hin erzählt. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass Kinder viele schwierige und wenig gebräuchliche Wörter in ihrem "Lieblingsgebiet" kennen, aber bei ihm ist die Anzahl auffallend und auch, dass es nicht nur auf sein Lieblingsgebiet begrenzt ist. Er kann dann die Bedeutung des Wortes jeweils auch sehr gut erklären.

Ich habe nicht den Eindruck, dass er im mathematischen Bereich genauso ist. Er hat nicht unbedingt Interesse an mathematischen und logischen Knobeleien, nicht mehr jedenfalls als andere Kinder seines Alters.
Aber er hat ein großes Interesse an allem, was mit Sprache zu tun hat und mit naturwissenschaftlichen Phänomenen (Wetter, Astronomie, Energie). Er hat eine nahezu unheimliche Merkfähigkeit, er liest einen Text durch und kann ihn dann in großen Passagen fast wortwörtlich wieder geben. In der Schule hat jedes Kind im Unterricht ein Buch vorgestellt. Er hat dies freiwillig zuhause stundenlang mit Begeisterung vorbereitet, geübt und dann präsentiert. Anstelle der veranschlagten 5 Minuten brauchte er 20, weil seine Präsentation so umfangreich war; und selbst diese Version war noch gekürzt, da es sonst absolut den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte. Er war sehr stolz darauf, weil die Lehrerin ihn sehr gelobt hat und er eine "Eins Plus" bekommen hat und die Präsentation einmal vor der eigenen Klasse und dann noch mal vor der Parallelklasse vortragen durfte.

Er erlebt Gefühle sehr intensiv, manchmal wird er fast davon überrollt. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat ist er felsenfest davon überzeugt und man kommt nicht mit Argumenten an ihn heran. Er hat für jedes Argument ein Gegenargument. Oft musste ich anerkennen, das seine Argumentation schlüssig ist. Dennoch trifft er aus mangelnder Erfahrung heraus falsche Entscheidungen, weil er ja eine logische Begründung für seine Entscheidung hat und deshalb nicht verstehen kann, weshalb ich ihm mit meiner Erfahrung sage, dass es so nicht funktionieren kann. Ich bin schon dazu übergegangen, ihn sehr viel einfach machen zu lassen. Anders lässt er sich sowieso nicht überzeugen.

Schwierig wird es natürlich dann, wenn etwas zu gefährlich ist, um ihn eigene Erfahrungen machen zu lassen. In solchen Momenten haben wir die "Super-Gaus" in unserem Miteinander, aber es geht nicht anders, das müssen wir dann durchstehen, aber es ist extrem kräftezehrend.

Warum ich ihn gerne testen lassen würde:

Mag sein, er ist momentan noch damit zufrieden, dass er alleine spielt, wenn andere Kinder kein Interesse daran haben, mit ihm das zu spielen, was er spielen möchte. Aber das wird sich sicherlich irgendwann ändern. Was, wenn er dann nicht gelernt hat, sich auf andere Kinder einzustellen oder einfach auf irgendeine Art und Weise damit umzugehen?

Seine Emotionalität macht ihm das Leben manchmal extrem schwierig. Ich habe jetzt schon einen Horror vor der Pubertätszeit. Ich möchte unbedingt rechtzeitig wissen, wie ich angemessen damit umgehe, und nicht erst, wenn es so weit ist und sich alles noch mehr verschärft. Zumal wir in unserer Familiengeschichte durch Depressionen ausgelöste Suizidfälle haben, also evtl. eine Veranlagung für seelische Labilität vorhanden ist.

Ich habe selber in meiner Kindheit/Jugend sehr negative Erfahrungen in der Schule und im Elternhaus gemacht, was schulische Leistungen und Interessensgebiete anging. In der Schule war ich in meinen Lieblingsfächern die "Streberin", was dazu geführt hat, dass ich mich um nicht mehr aufzufallen nicht mehr am Unterricht beteiligt habe und meine guten schriftlichen Noten niemandem gezeigt oder aber, wenn nachgefragt wurde, abgetan habe. Ich war aber sehr traurig darüber, dass ich das so machen musste, und habe mir immer gewünscht, ich hätte jemanden, mit dem ich diskutieren könnte.

Ich war in Deutsch, Philosophie und Sprachen sehr gut, dagegen hatte ich in Mathe nur eine Vier.
Ich möchte meinem Sohn gern Ähnliches ersparen, da ich es heute noch sehr schade finde, dass ich damals nicht selbstbewusster war und ich mir dadurch die Freude an etwas selber genommen habe, was mir sehr viel bedeutet hat. Ich habe dann halt "heimlich" die Bücher über Philosophie etc. gelesen, die mich interessiert haben, hatte aber niemanden, mit dem ich darüber reden konnte.

Vielleicht kann mir ja jemand helfen, die Situation zu beurteilen. Ich würde mich übrigens nur äußerst ungern an unseren Kinderarzt wenden, da ich nicht als eine dieser typischen Mütter mit "Eiskunstläufersyndrom" dastehen will - ihr wisst schon, eine dieser überehrgeizigen Mütter. Aber ich habe wirklich Angst dass ich meinem Sohn manchmal nicht gerecht werde und ich will nicht, dass er sich genauso unverstanden fühlt wie ich als Kind und Jugendliche.

Danke im Voraus.

K.

Beitrag von gismomo 30.04.10 - 15:19 Uhr

Ergänzung:

Ich glaube ich habe nicht wirklich meine Frage ausformuliert: Ich wüsste gerne, ob es sinnvoll ist, einen Test zu machen; und wenn ja, wer ihn durchführt bzw. an wen ich mich wenden kann. Ist es sinnvoll, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, ohne dass man vorher mit dem Kinderarzt gesprochen hat? Kann der Test auch ohne Einverständnis bzw. Empfehlung des Kinderarztes durchgeführt werden?

Beitrag von 3erclan 30.04.10 - 16:06 Uhr

Hallo

auf was möchtest du ihn jetzt genau testen lassen??

Beitrag von gismomo 30.04.10 - 16:12 Uhr

Auf Hochbegabung.

Beitrag von 3erclan 30.04.10 - 16:13 Uhr

Hallo

evlt beim Kinder und Jugendpsychiater

oder in einem Extra Insitut für HB

Gibt es evlt ne Selbsthilfegruppe

lg

Beitrag von gismomo 30.04.10 - 16:30 Uhr

Hallo,

hast du evtl. konkrete Adressen? Gibt es ein Extra Institut für HB? Das war eigentlich meine Frage, weil ich selber auch nichts Konkretes gefunden habe. Deshalb hoffte ich, betroffene Eltern könnten mir konkret weiterhelfen.

lg
K.

Beitrag von 3erclan 30.04.10 - 16:32 Uhr

woher kommt ihr???

Beitrag von nochmal 30.04.10 - 20:44 Uhr

www.dghk.de

www.pfiffikus-berlin.de

Beitrag von mel130180 30.04.10 - 16:11 Uhr

Hi,

vielleicht ist dein Sohn hochbegabt, vielleicht aber auch nicht.

Viel größere Sorgen würden mir seine Defizite im Sozialverhalten machen, die absolut nicht auf seine besondere Intelligenz begründet sein müssen. Das würde ich als erstes abklären lassen, vor allem wenn du davon sprichst, dass psychische Erkrankungen in deiner Familie gängig sind.

Gruß
Mel

Beitrag von gismomo 30.04.10 - 16:28 Uhr

Hi Mel,

danke für deine Antwort.

Defizite im Sozialverhalten hat er nicht. Was den Punkt angeht, habe ich mit seiner Klassenlehrerin gesprochen. Er ist voll in der Klasse integriert, sein Verhalten den Lehrern und den Mitschülern gegenüber hat die Lehrerin als sehr gut bezeichnet (als es um die Verbalbeurteilung zum ersten Halbjahr in diesem Schuljahr ging).

Mir geht es, was sein Sozialverhalten angeht, um Folgendes: Seine Interessen unterscheiden sich von denen seiner Klassenkameraden. Er interessiert sich für Musik, Bücher, naturwissenschaftliche Experimente. Er wirkt nach außen hin überhaupt nicht schüchtern, er redet sogar sehr viel und oft. Es besteht eher die Gefahr, dass er manchmal "besserwisserisch" wirkt - und ich ihm einfach nicht begreiflich machen kann, dass dies bei anderen Kindern so ankommen könnte. Er versteht das einfach nicht. Bisher hatte er, auch bedingt durch die sehr gute Klassengemeinschaft, keine Probleme damit. Ich will aber diesbezüglich alles ausschließen, was ich beeinflussen kann. Momentan finden es die anderen Kinder noch toll, dass er fürs Diktat nie was üben muss und trotzdem immer null Fehler hat. Oder dass seine Buchpräsentation gut war. Und solche Dinge eben, ich könnte noch mehr Beispiele aufzählen. Aber wenn das nicht so bleibt (und davon gehe ich mal aus) und irgendwann die Zeit kommt, wo die Guten die Streber sind (um es mal vereinfacht auszudrücken), dann möchte ich einfach nicht, dass er etweder dadurch ein Außenseiter wird oder aber sich nicht mehr traut, sich am Unterricht zu beteiligen.
Er lernt gerne und ich will, dass das so bleibt, und dass er nicht das Gefühl hat, sich für gute Leistungen schämen zu müssen.

Er ist nicht unglücklich damit, dass er keine anderen Kinder zum Spielen hier hat. Er findet das OK so. Das war schon im Kindergarten so. Ich befürchte aber, dass er irgendwann damit Probleme bekommen könnte. Und ich will einfach wissen, wie ich damit umgehen kann. Er ist beliebt bei anderen Kindern. Er will nur nicht zuhause mit ihnen spielen. Auch in der Schule spielt er in der Pause nicht gerne Verstecken und Fangen. Und bei Jungs läuft nun mal viel über den Sport. Alle Jungs seiner Klasse spielen Fußball - außer ihm.

Wie erlebst du denn dein hochbegabtes und hochsensibles Kind? Sind Ähnlichkeiten festzustellen? Da ich noch so wenig Erfahrung mit dem Thema habe, freue ich mich über Erfahrungsberichte.

lg
K.

Beitrag von geelinde 30.04.10 - 17:17 Uhr

In Passagen erinnert mich Dein Sohn an meine Tochter. Die ist zwar sehr feinfühlig und empathiefähig, aber nicht hochsensibel (so wie ich das sehe). Aber sie ist hochbegabt (soweit ein enstprechender Test mit 6 Jahren länger Gültigkeit besitzt, das muss natürlich irgendwann nachgeprüft oder vernachlässigt werden).

Sie spielt ganz anders, die Interessen liegen völlig anders als die ihrer Klassenkameraden, der Wortschatz ist schon fast erschreckend und und und. Da erzähle ich Dir nichts neues.
Was ich Dir aber aus eigener Erfahrung sagen kann: so ein Test ändert nichts an Deinem Kind oder Euren Problemen. Er ändert nur DEINE Ansicht des Ganzen. Mir persönlich hat es viel geholfen, nach dem Ergebnis mein Kind anders einzuschätzen. Ich reagiere heute oft anders als noch vor anderthalb Jahren. Und daher haben wir unsere Probleme (die übrigens etwas anders gelagert sind als bei Euch) besser im Griff.

Wir sind für die Leistungsdiagnostik an die Schulpsychologin herangetreten. Da ging dann alles auch recht schnell: Antrag über die Klassenlehrerin, Vorgespräch zwischen Schupsy, Klassenlehrerin und mir, Test, Auswertung (wieder mit Eltern und Lehrerin) - alles in allem vier Wochen.
Positiver Nebeneffekt: die Lehrerin ist mit im Boot und fördert sie ganz toll.

Bei Fragen: immer drauflos :-)

LG, Gerlinde

Beitrag von nochmal 30.04.10 - 20:39 Uhr

Hallo,

deine Beschreibung bezüglich deines Sohnes, kommen die unseren Sohnes sehr, sehr nah.

Unser Sohn wurde mit 5 Jahren als hochbegabt eingestuft, er kennt sich in vielen Dingen besonders gut aus, er hat zu jeder Frage eine Antort.

Ich finde das Sozialverhalten deines Sohnes nicht verwerflich, es ist ganz normal.

Uns hat Pychologe es so erklärt:

Es gibt Hochbegabt, Normale und Zurückgeblieben.

Von den Normalen verlangt man nicht, das sie mit den Zurückgebliebenen spielen, lernen usw (es gibt Sonderschulen).
Von Hochbegabten verlangt man allerdings, das sie mit den Normalen spielen, lernen usw.
Allerdings ist für diese Kinder dies genauso ein Schritt zurück, wie bei den Normalen.

Ist man Zurückgeblieben schmeissen sie dir jede Therapie hinterher, ist man jedoch hochbegabt, muss man allem hinterher rennen.

Mein Sohn ist glücklicherweise auch in seiner Klasse voll integriert, aber so ein echten Freund hat er da nicht.
Ich fragte ihn, warum er nicht mit den anderen spielt und seine Antwort war einfach: sie verstehen mich nicht.

Jetzt immer Sommer ist es einfacher, auf dem Wasserspielplatz ist mein Sohn der macher ...... ererklärt und die anderen bauen ;-)

Wir haben im Förderkreis einige Gleichgesinnte getroffen und seitdem hat er auch einige Freunde mit den er sich nachmittags treffen kann und auch möchte.

Mein Kleiner ist nicht hochbegabt und auch da freue ich mich, nun kann ich die Welt auch mal wieder von der einfach Seite neu entdecken :-)

Gruss

Beitrag von lisasimpson 01.05.10 - 00:23 Uhr

Hallo!

Na dsa war ja mal ne ausführliche schildernung:)

Ob es dir oder deinem sohn etwas bringt, ihn testen zu lassen kann ich dir nicht beantworten und das wirste auch vorher nicht wissen.
vielleicht solltest du dir überlge, welceh konsequenz welches testergebnis für dich (und somit für ihn) hätte und dann abwägen.
Ich habe die erfahrung gemacht, daß diese "zahlen" im IQ test viele kinder stark fesseln. sie definieren sich stark über diese eine zahl und das kann durchaus problematisch werden.
aber ich höre raus, daß du gerne ein anderes lernumfeld für deinen sohn hättest (gibt es dsa bei euch i nder nähe und wie sähe das praktisch aus?)- das kann ic hgut nachvollziehen..


wer testet?
also eigentlich jeder psychologe, jeder sonderpädagogische dienst, jeder schulpsychologe, jeder Kinder- und Jugendspychiater, jede (erziehungs- oder auch Begabungs(psychologische)) beratungsstelle.

klar kannst du das ohne absprache mit dem kinderarzt machen- das ist kein problem.
da du offenabr kein Erziehungsproblem hast, da eigentlich alles in butter ist und du nur etwas über den Iq und die folgen wissen möchtest, würde ich dir zu einer begabungs(psychologischen) beratungsstelle raten.
die können euch dan nauch weiterhelfen falls schulwechsel oder anders angestrebt wird

Alles Liebe
lisasimpson

P.s. ich fand es sehr schön zu lesen, wie einfühlsam und wohlwollend du das "anders sein" deines sohnes beschreibst- man merkt, daß dir das nicht fremd ist und du sehr viel verständis dafür hast!

Beitrag von lisasimpson 01.05.10 - 00:24 Uhr

ach ja- und nciht zu vergessen natürlich
http://kids.mensa.de/ueber-mensa-kids-juniors/

lisasimpson

Beitrag von katzeleonie 02.05.10 - 19:37 Uhr

Hallo,

Dein Bericht könnte in den meisten Teilen meine Tochter sein.
Mit einem Unterschied: Sie hat schon immer Freunde und ist beliebt und war auch beim Spielen mit anderen unauffällig.

Sie war auch schon immer sehr aufgeschloßen, hat sich für alles und jeden interessiert, völlig ungrwöhnlich für das jeweilige Alter. Ebenfalls früh gesprochen und sehr früh Fremdworte benutzt, oder sich eben stark gewählt ausgedrückt, auch Worte, die wir nicht benutzen.

Sie hob sich schon im Kiga völlig von den anderen Kindern ab, liebte aber ihre Freundin und ihren Freund sehr, heute mit 11 noch, obwohl sie in einer anderen Schule ist. Und verstand sich auch mit allen anderen, obwohl sie anders war. Heute auch noch.

Wir haben sie in ihrem anders-sein-bestärkt, aber sie deswegen nicht in den Himmel gehoben. Und es war/ist zeitweise schon sehr schwer zu handhaben. Also in Schule und mit Freunden völlig normal und bei uns sehr schwierig, da sie bei allen eigene Ideen hat und nicht hört. Nur wenn eine Erklärung ihr einleuchtend ist,schwer sehr schwer für uns. Der Kidoc erklärte es uns so, daß sie sich hier bei uns abfängt, ihr anders-sein auslebt, ohne anzuecken.

Die Noten waren in der Grundschule sehr gut, jetzt im Gymi denke ich, es ist sehr ok so.

Unser Kinderarzt sagte mir irgendwann, als sie so 5 war, er denkt, sie ist teilhochbegabt. Alle Anzeichen sprechen für ihn dafür. Wir denken es auch. Waren aber der Meinung, wenn alles so unauffällig bleibt, wie es ist, dann laßen wir nicht testen. Wozu auch? Sie ist anders und darf anders sein, was ändert da irgendein Test. Der macht nur Druck und man ist anders und das will man in dem Alter gar nicht.
Wir wissen ja, wenn sie sehr aufgedreht und anstrengend ist, daß wieder einmal Chaos in ihrem kleinen Köpfchen herrscht, weil sie sich mit Dingen beschäftigt, die sie einfach überfordern. Sonst ist es ja ein ganz normales Mädchen, bei dem die Pubertät natürlich die Sache auch sehr schwierig macht, wie Du schon richtig vermutest.

Hätte es Probleme gegeben, wie das bei EUch ist, denke ich, hätte ich auch etwas unternommen. Also eben entweder Langeweile in der Schule und dadurch auffällig oder Auffälligkeiten in der Gemeinschaft. Wenn Du Bedenken hast, daß es sich nicht von alleine gibt, laß es testen und unternimm etwas, wenn nicht, laß es lieber.
Ich würde zuerst mit dem Arzt sprechen, der Dein Kind am besten kennt, dann könnt ihr weiter sehen.

Alles Liebe
Anja