Klavier spielen lernen: ich brauche einen Rat

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Beitrag von brokkoli 06.05.10 - 06:01 Uhr

Guten Morgen zusammen,

meine älteste Tochter ( 7) möchte gern Klavier spielen lernen. Sie ist immer ganz begeistert, wenn ihre Lehrerin im Musikunterricht etwas vorspielt.

Grundsätzlich unterstütze ich diese Idee. Ich habe nur "praktische" Bedenken.

Zum einen weiss ich nicht, ob Klavier ein geeignetes Einsteiger-
instrument ist, da meine Tochter noch keine Noten kennt. Dies ist auch erst im 2. Halbjahr des nächsten Schuljahres Unterrichtsstoff. Ich selber bin auf diese Gebiet nicht so firm, dass ich es ihr erklären könnte.

Zum anderen bräuchten wir für´s regelmäßige Üben auch ein Instrument.
Was ist aber, wenn sie nach kurzer Zeit kein Interesse mehr hat, oder vielleicht überhaupt kein Talent zum Musizieren. Funktioniert die Anfangszeit auch ohne eigenes Klavier? Könnte ich stattdessen für den Anfang ein gebrauchtes Keyboard besorgen?

Wie sind eure Erfahrungen, habt Ihr Tipps für mich?

Gruß und Dank im voraus

Brokkoli

Beitrag von hanni1963 06.05.10 - 07:43 Uhr

Hallo Brokkoli,

meine Tochter hat auch in diesem Alter angefangen.

Notenlehre gehört zum Klavierunterricht.

Ein Klavier kann man mieten, wir haben damals ein E-Piano gekauft.

Ein Keyboard eignet sich nicht besonders da es nicht genügend Tasten hat.

Unterstüzen kann ich meine Tochter nicht, Noten sind für mich wie chinesische Schriftzeichen.;-)

Meine Tochter spielt nun seit sechs Jahren Klavier und seit drei Jahren Geige und das bei Eltern die unmusikalisch sind.
Sie besucht den musischen Zweig im Gym. und ich denke sie wird später irgendwas mit Musik machen.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

LG
Hanni

Beitrag von kasa76 06.05.10 - 08:00 Uhr

Hallo! Mein Sohn hat vor zwei Jahren mit dem Klavierspielen angefangen. Er ist jetzt acht. Er wollte es auch unbedingt. Also haben wir ihn angemeldet. Auch ich habe keine Ahnung von Noten und ein Klavier zu Hause hatten wir auch nicht. Zum Üben braucht Deine Tochter aber ganz dringend ein Instrument. Nur die Unterrichtseinheiten reichen nicht aus. Wir haben ein Keyboard mit Klaviertastatur und Anlauttechnik (oder -automatik?). Die Klavierlehrerin empfiehlt, dass die Kinder jeden Tag üben sollten, wenigstens 10 - 15 min am Anfang. Das schaffen wir allerdings auch nicht, weil mein Sohn noch in zwei Sportvereinen ist. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon so manches mal am Verzweifeln war, weil er bei den Noten nicht weiter wusste und ich ihm nicht weiter helfen konnte. Und erfahrungsgemäß ist es das Verkehrteste dann zu sagen, er soll es so machen, wie er denkt. Dann prägt er es sich bis zur nächsten Unterrichtsstunde falsch ein und das wieder raus zu bekommen ist schwierig. Anonsten klappt das mit dem Selberlernen aber ganz gut.

Vielleicht könnt ihr ja für den Anfang ein Instrument leihen, damit Deine Tochter dann immer noch entscheiden kann, ob das Ganze wirklich etwas für sie ist. Denn das viele Üben ist nicht zu unterschätzen. Und die Noten lernt sie übrigens im Klavierunterricht.

Liebe Grüße, Katja

Beitrag von blufi 06.05.10 - 08:13 Uhr

Hi, also mein Sohn hat mit 6,5 Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Ich kann auch keine Noten lesen, allerdings mein Mann. Noten kann mein Sohn jetzt lesen, hat er alles durch das KLavier spielen gelernt. Wir sind sehr zufrieden mit den Leistungen von ihm. Jeden Tag üben bekommen wir leider nicht hin, denn das läst die Zeit nicht zu. Aber wir passen auf, dass er wenigestens 2-3 mal übt, dann eben auch länger. Wir wollen auch keinen Stress machen, es soll ihm Spass machen. Ein Klavier benötigt Ihr schon, denn wenn keines da ist, verliert das Kind auch den Spass, denn einmal in der Woche Unterricht ist dann zu wenig. Wir haben ein gebrauchtes E-Piano gekauft, mit dem Gedanken, sollte er doch keine Lust haben, können wir es wieder verkaufen und haben nicht so viel Verlust. Naja, jetzt ist es so, dass ich gerne ein Piano kaufen möchte und mein Mann aber meint, dass E-Piano langt vollkommen. Mein Sohn spielt jetzt übrigens knapp drei Jahre, mal übte er mehr, mal weniger. Das musst Du halt auch bedenken, dass Du das Kind teilweise auch mal anhalten musst, weil es nicht von allein lernt. Aber wenn er dann ein Lied zu Muttertag einstudiert hat, dann weißt Du, warum Du das machst. Also, viel Spass und Glück bei Deiner Entscheidung, LG blufi

Beitrag von kat30 06.05.10 - 08:16 Uhr

Hallo Brokkoli,

unsere Tochter lernt Keyboard mit der Option nach 4 Jahren auf Klavier umzusteigen. Fand ich ganz gut, das Keyboard ist in der Anschaffung nicht so teuer wie ein Klavier, falls die Begeisterung nach einem Jahr wieder weg ist.

Der Unterricht wird in der Schule, jedoch von einem externen Lehrer angeboten. Vorkenntnisse (z. B. Noten) waren nicht erforderlich.

Kat

Beitrag von luka22 06.05.10 - 08:33 Uhr

Eine Bekannte hat ihr Kind - 1. Klasse - auch seit einem Jahr im Klavierunterricht angemeldet. Sie haben kein eigenes Klavier, sondern ein Keyboard zum Üben. Nun ist es so, dass sie nun ein Klavier braucht, weil die Tastatur des Keybordes nicht mehr reicht und außerdem spielt es sich nun mal auf dem Keyboard ganz anders als auf dem Klavier. Obwohl der Tochter das Musizieren großen Spaß macht, muss sie das Kind jetzt abmelden, weil sie für ein Klavier einfach keinen Platz haben! Das verstehe ich nicht so ganz. Unter diesen Umständen hätte ich mein Kind nicht angemeldet.
An deiner Stelle würde ich so verfahren: Für das erste Jahr etwas mieten oder tatsächlich mit einem Keyboard behelfen und wenn du siehst, dass das Interesse da ist, kann man über einen Kauf nachdenken!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von yamyam74 06.05.10 - 08:54 Uhr

Mein Sohn hat zwar ziemlich spät angefangen, weil er sein Talent mit 14 wohl selbst entdeckt hat:-)
Aber der Nachbarssohn meiner Schwester ist auch 7 und spielt schon seit 2 Jahren.

Zu den Kosten:
wir haben ein Klavier gemietet, das kostet uns 39 Euro im Monat.
Unterricht bekommt er bei einem Privatlehrer, da ich schon schlechte Erfahrungen mit Musikschulen gemacht habe (mein Ältester spielt Schlagzeug nun auch bei Privatlehrer).
Der Unterricht fürs Klavier kostet uns 75 Euro im Monat.

Das mit dem mieten ist praktisch, denn wenn Dein Kind doch keine Lust mehr hat, dann brauchst Du es nur wieder abholen lassen und bei einem Privatlehrer hat man keine Knebelverträge wegen Kündigungsfristen u.s.w.

LG

Beitrag von jasahe 06.05.10 - 08:55 Uhr

Hallo Brokkoli!

Mein Sohn spielt seit drei Jahren Klavier. Du kannst es mieten, aber ein Keyboard reicht auf keinen Fall. Das sollte dir jeder seriöse Klavierlehrer sagen. Der Klang ist ein ganz anderer und die Kinder lernen ja auch, eine bestimmte Betonung in die Musik zu legen. Der Lehrer bringt dem Kind die Noten bei, keine Angst. Die Kinder lernen es auch sehr schnell. Ich kann meinem Kind auch nicht helfen; war aber auch noch nie notwendig. Normalerweise hat er mehr als ein Stück auf und wenn er bei einem nicht weiter weiß, dann übt er halt das andere mehr.

LG

Beitrag von bluehorse 06.05.10 - 09:37 Uhr

Hallo,

Klavier ist ein gutes Einsteigerinstrument, weil man relativ schnell Erfolge hat. Auch Noten wird deine Tochter schnell lernen. Aber wie schon die anderen geschrieben haben, ohne eigenes Klavier ist das nichts. Bei unserer Musikschule ist das Voraussetzung, alternativ gibt es wohl ein günstigeres elektronisches Klavier, das den gleichen Anschlag bietet (den ein Keyboard nicht hat).
Ich habe ein Klavier hier stehen, nur hatten meine Kinder kein Interesse daran, klavierspielen zu lernen. Sie haben sich für andere Instrumente entschieden. Aber ich denke, man sollte seinem Kind das Wunschinstrument ermöglichen, wenn es geht. Und es hängt viel von einem guten Musiklehrer ab, der die Kinder motiviert. Dann verlieren sie auch nicht die Lust am Spielen (und Üben).

LG bluehorse

Beitrag von brokkoli 06.05.10 - 11:39 Uhr

Hallo,

vielen Dank für eure Tipps und Erfahrungen.
Ich wusste gar nicht, dass man auch ein Klavier mieten kann.

Ihr habt mir sehr geholfen.

Gruß
Brokkoli

Beitrag von reuter81 06.05.10 - 11:57 Uhr

Hallo,

mein Sohn (9) spielt auch seit 1,5 Jahren Klavier.
Ich habe Ihn vorher zwei Monate in den Unterricht geschickt,
damit er sich auch sicher ist, das es für ihn das Richtige ist und ich
nicht ein Klavier kaufe und er die Lust verliert.

Wir haben ein Einstiegsklavier gekauft (3000 EUR). Mieten kann man
auch bei uns in der Nähe aber nur eine bestimmte Zeit, dann muß man es kaufen oder wieder abgeben. Wir haben uns für den Kauf entschieden. Preislich gibt´s nach oben ja gar keine Grenzen. #schwitz

Noten konnte mein Sohn, da er vorher schon 2 Jahr Blockflötenunterricht hatte. Ich bin nach wie vor begeistert von dem Instrument u. mein Sohn hat Spaß. Jeden Tag 15-30 Minuten üben klappt auch meistens.

Von Keyboards u.ä. hat die Klavierlehrerin abgeraten. Kann ich auch verstehen.

LG