Bin mit meinem Leben unzufrieden

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von von sinnlos 09.05.10 - 15:59 Uhr

Hallo,

ich möchte mich heute mal bei euch aus jammern.
Es gehört eigentlich nicht ins Forum Partnerschaft aber ein bisschen hat es auch damit zutun.

Ich bin jetzt fast 28 Jahre jung, verheiratet und habe ein Kind was nächstes Jahr schon in die Schule kommt #schmoll
Mein Leben finde ich als sinnlos und ich fühle mich auch Wertlos.
Eine Kindheit hatte ich nicht wirklich. Habe noch zwei Geschwister, einen großen und einen Kleinen Bruder und seit ein paar Jahren eine Kleine Schwester.
Ich hab mich nie mit meinen Geschwistern gut verstanden. Mein Großer Bruder ist 3,5 Jahr älter als ich und wurde immer bevorzug weil er der Älteste war und er durfte immer alles machen. Mein Kleiner Bruder ist 2 Jahre und 2 Monate jünger als ich und war der Liebling der Familie weil er das Nesthäkchen war und ein Mama Kind. Wenn wir mal misst gebaut haben, habe ich es immer abbekommen.
Wir wurden viel von unseren Eltern geschlagen und angeschrien. Schreien standen bei uns auf der Tagesordnung. Mit knapp 6 Jahre wurde ich von unseren Babysitter e und musste 1,5 Jahre in ein Kinderheim gehen. Das Jugendamt hat damals meinen Vater verdächtig und deswegen musste ich ins Heim. Meine Eltern haben lange für mich gekämpft das ich wieder nachhause kommen durfte. Als meine Eltern beweisen konnten dass es nicht mein Vater war, durfte ich wieder heim.
Aber von da an ging es mir nicht mehr gut. Ich wurde nicht mehr beachteten und haben mehr als zuvor abbekommen. Mir wurde immer vorgehalten das ich die Familie kaputt gemacht habe.
Ich hab dann eine Zeit lang bei meiner Oma gewohnt und meine Oma war für mich eine Ersatz „Mama“.
Als Kind habe ich zur meiner Oma immer „Mama“ gesagt, was meine Mutter gestört hat und somit habe ich wieder viel abbekommen. Ich wurde nachts aus dem Bett gezogen während ich geschlafen habe und habe mein Po mit eine Kochlöffel voll bekommen.
Als ich dann Älter wurde, wurde ich nicht mehr so oft geschlagen aber von früh bis abends angeschrien.
Meine Eltern sind mit uns oft Umgezogen. Fast jedes Jahr sind wir um gezogen und immer wieder mussten wir uns neue Freunde suchen.
Mein Papa war schwer Krank und wurde früh zum „früh Rentner“. Mein Mutter hat nie wirklich was gearbeitet wenn dann nur „schwarz“ aber eine Lehre oder so hatte sie nicht.
Irgendwann sind wir in einem kleinen Ort gezogen, dort mieteten meine Eltern ein Haus, wo drin wir auch über 10 Jahre gewohnt haben.
Meine Eltern hatten nicht viel Geld, den mein Vater konnte durch seine Krankheit nicht arbeiten und meine Mutter wollte nicht #kratz. Wir haben von Sozialhilfe gelebt und mussten oft zur Tafel. Aber wir konnten ein Mal im Jahr in die Tschechei fahren und dort für zwei Wochen Camping Urlaub machen. Wir als Kinder fanden es im Großen uns ganz gut bis auf das unsere Eltern immer betrunken waren und wir auf gefallen sind.
In der Schule hatte ich nie wirkliche Freunde gehabt. Ich hab mich zwar mit ein paar gut verstanden aber denen ihre Eltern wollten nicht das sie mit mir Verkehren.
Ich habe mir dann Freunde von weiter weg gesucht und war viel Unterwegs. Meine Eltern interessierte es nicht wo ich mich rum getrieben habe. Irgendwann Mal habe ich auch Drogen aus probiert was meine Eltern aber nicht gestört hat.
Als ich in der 9 Klasse Hauptschule war, ist mein Vater an seine schwere Krankheit verstorben. #heul Ich war mitten in der Quali Prüfung als er verstorben ist.
Ich bin nicht mehr zur Schule gegangen und habe nur noch geschwänzt.
Die Schule interessiere es nicht warum ich nicht kam und man bekam von der Schule nie ein Beleid.
Ich habe die Schule mehr oder weniger hin geschmissen und bin auf die Hauswirtschaftschule gegangen. Meine Mutter musste dann aus dem Haus ausziehen weil sie es alleine nicht bezahlen konnte. Sie ist dann mit mir und mein kleinen Bruder in eine Stadt gezogen und mein großer Bruder ist in eine andere Stadt gezogen.
Da ich aber auf der Hauswirtschaftschule war musste ich mir eine Wohnung suchen weil die Wohnung von meiner Mutter zu weit weg war von der Schule.
Ich bin dann wieder in den Ort gezogen wo wir die letzten Jahre gelebt haben zu einem Bekannten. Von meinem Bekannten seine Stieftochter wohnte über mir und war in der Gotik Szene. Eines Tages haben sie in der Wohnung gezündelt und ihr ganze Wohnung und meine Wohnung brannten ab. Ich habe alles verloren und mein Bekannter hat mir nichts von der Versicherung gegeben. Ich bin wieder in eine tiefes Loch gefallen und wusste nicht was ich machen sollte. Hatte keine Wohnung und die Hauswirtschaftschule habe ich auch nicht geschafft. Ich war arbeitslos und obdachlos.
Ich bin dann wieder zu meiner Mutter gezogen die mich aber spüren lassen hat das ich bei ihr nicht willkommen bin.
Nach ein paar Monaten habe ich einen alten Freund getroffen und wir liebten uns. Ich bin zu ihm gezogen und mir ging es das erste Mal seit Jahren wieder gut. Doch die Beziehung hielte nur 2 Jahre und ich bin wieder aus gezogen. Ich habe mir dann eine Wohnung gesucht der meine Mutter wollte mich nicht mehr aufnehmen. Ich lebte von Hartz 4 und habe einen ein Euro Job gemacht. Irgendwann mal habe ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt.
Wie verliebten uns und sind nach einen halben Jahr zusammen gezogen. Er wusste nicht aus was für einen Elternhaus ich kam und ich konnte ihn gut was „vor spielen“ was meine Finanziellen Mittel anging. Seine Eltern konnten mich von Anfang nicht leiden und ich war immer ein Dorn im Augen für denen.
Seine Eltern hatten viel Geld, den seine Mutter hatte ein eigens Geschäft und sein Vater arbeite im öffentlich Dienst. Als mein Mann zuhause ausgezogen war, hat seine Mutter mir die Schuld gegeben und gesagt ich würde ihr, ihr Kind weg nehmen #kratz
Nach ein paar Monaten als wir zusammen gezogen waren, erzählte ich meinen Mann woher ich stamme, wie meine Kindheit war und was für Eltern ich hatte. Aber mein Mann hat das alles nicht interessiert und liebte mich einfach als Person.
Mein Mann erzählte dann was von sich und wer sein Vater ist. Ich war geschockt nachdem ich erfahren habe wer sein Vater ist. Ich dacht er macht mit mir jetzt Schluss da ich ja aus einen Armenhaus kam, doch er liebte mich weiter und wollte sogar Kinder mit mir.
Ich wollte auch Kinder haben und das ich mein Leben eh als sinnlos betrachten hatte, dachte ich mir das ein Kind mein Leben bereichen würden und ich hätte endlich eine Aufgabe. Denn ich hatte ja keine Abschluss, keine Ausbildung und war Arbeitslos.
Nach ein paar Monaten wurde ich dann Schwanger und mir ging es das erste Mal in meinen Leben gut. Ich wusste auf ein Mal warum ich war derer Welt bin und das mich jemand bräuchte. Ich bin als mein Kind geboren ist total auf die Mutterrolle auf gegangen und fühle mich als würde ich wieder zur Gesellschaft gehören.
Mein Mann und ich haben dann geheiratet und waren eine glückliche kleine Familie. Wir suchten uns eine größere Wohnung und mein Mann hatte auch einen festen Job.
Doch nachts hatte ich Albträume von meiner Kindheim, vom Kinderheim und fühle mich wieder Wertlos. Die Verwandtschaft von meinen Mann haben mich oft spüren lassen dass ich nicht zu ihrer Familie gehöre und sagen heute noch dass ich mein Mann sein Leben versaut hätte und er nie ein Kind wollte.
Mein Mann und ich wollten eigentlich noch ein zweites Kind habe aber es ging es Fanziel nicht weil mein Mann eine Weiterbildung machten musste, dann ging es nicht weil mein Körper nicht so funktionierte wie es sein soll und dann hatte ich noch 2 FG´s.
Mein großer Bruder sagte zu mir nach der 2 FG das ich nicht der Mensch bin wo seine Kinder haben sollten und ich es doch kapieren soll dass ich nur für ein Kind bestimmt bin.
Wieder fühle ich mich Wertlos als würde ich nicht in die Welt passen.
Ich mache mir Vorwürfe dass ich kein Abschluss habe und keine Ausbildung. Habe nachts Albträume deswegen. Und wenn ich immer hör was mein Mann als so auf der Realschule gemacht hat, wie z.B. Abschlussfahrt usw. kommen mit die Tränen und werde ganz Depri.
Gerne möchte ich die Zeit zurück drehen und mein Leben anders gestalten als es war aber leider geht das nicht. Mich belastet es sehr das ich in meinen Leben nichts erreicht habe und mich macht es jeden Tag fertig. Mein Kind kommt nächstes Jahr in die Schule und ich sitze immer noch zuhause auf der Couch und mach mich selber fertig.
Manchmal denk ich mir das mein Mann und mein Kind ohne mich besser dran wären denn ich bin eh nichts wert und werte auch nie was wert sein. Gerne möchte ich was arbeiten aber leider bekomme ich nichts weil ich keine Referenzen habe.
Ich möchte auch gerne noch ein zweites Kind aber was wird die Gesellschaft dazu sagen? Will die Alte mal nichts arbeiten? Will die nur Kinder in die Welt setzten und den ihr Leben auch versauen wie das von ihre Mann?!.
Ich hasse mich dafür dass ich mein Leben so zerstört habe und ich hoffe mal das ich es bei mein Kind alles besser mache als meine Eltern gemacht haben. Ich liebe meine Eltern aber diese Kindheit hätten sie mir Ersparen können auch wenn es mir als Kind ab uns zu gut ging und ich auch schöne Erinnerung habe.
Mein Mann möchte so gerne jetzt ein zweites Kind aber ich weiß nicht ob das richtig ist denn eigentlich möchte ich ja was arbeiten aber ich bekomm ja eh nichts. Ich schicke im Monat über 20 Bewertungen weg aber davon kommen vll. 2 Absagen und die anderen melden sich es gar nicht. Uns würde es besser gehen wenn ich auch arbeiten würde denn mein Mann hat ja seit Monaten Kurzarbeit und uns fehlt das Geld. Ich bin froh das ich meine Schwiegereltern habe die uns ab uns zu aus helfen auch wenn sie mir es immer wieder vorwerfen und mich spüren lassen das ich nicht zu der Familie gehör sondern nur mein Kind.
Mein Mann und ich haben viel streit in der Ehe weil seine Eltern sich bei uns einmischen und vor allem in der Erziehung. Ich habe imentfekt gar nichts zu sagen und wenn seine Eltern mich an greifen steht er oft nicht hinter mir….
Ich weiß das mich mein Mann liebt aber manchmal behandelt er mich herab gesehen und ich fühle mich als wäre ich nichts Wert, wenn er immer im streit sagt das ich was arbeiten gehen soll oder das ich faul bin. Mein Mann lässt es mich auch oft spüren was er schon alles erricht hat und was er hatte. Ich weiß das er es nicht mit absticht macht aber es verletzt mich doch sehr…


Sorry das es so lange geworden ist aber ich muss mir das alles von der Seele schreiben, den das schreiben hilft mir meistens einen klaren Gedanken zu bekommen.
Ich danke euch fürs „zuhören“

lg von sinnlos

Beitrag von anja1968bonn 09.05.10 - 17:17 Uhr

Hi.

habe gerade leider nicht viel Zeit für eine ausführliche Antwort, würde Dir aber ganz dringend empfehlen, eine Therapie zu machen - was Du an Ballast aus Deiner Kindheit rumschleppst, lähmt Dich und führt dazu, dass Du Dich klein, schwach und wertlos fühlst. Und daran würde auch ein zweites Kind sicher nichts ändern: Lass Dir helfen, mit Deinem bisherigen Leben klar zu kommen - das ist ein schwerer Weg, aber es wird nicht besser, wenn Du den Kopf in den Sand steckst und hoffst, dass die Liebe Deines Mannes oder auch Deine Rolle als Mutter Dich glücklich machen.

Offenbar ist auch Dein Mann mit der Situation überfordert: Einmischung seiner Eltern, die Dich nicht akzeptieren, weil er sozusagen "nach unten" geheiratet hat; auch ihm fehlt es an Selbstbewusstsein, zu Dir zu stehen und mit der Situation klar zu kommen.

LG

Anja

Beitrag von romy1311 09.05.10 - 18:50 Uhr

hallo,

als erstes #liebdrueck
ich möchte dir jetzt nicht viel schreiben, möchte dir auch zu einer therapie raten und dir anbieten, das wenn du jemanden zum austauschen brauchst mir gerne über vk schreiben kannst.

eines solltest du dir aber merken: du bist auf deine weise wertvoll egal was andere sagen oder dich spüren lassen.

lg

Beitrag von apfeltasche 09.05.10 - 19:52 Uhr

Ich kann dir auch sagen wie die anderen Fraue hier,lass dir Psihologisch helfen damit du deine Kindheitstrauma verarbeiten kannst.
Da du keine Ausbildung hast kannst trotztem was zum Arbeiten finden,wenigst paar Stunden in der Woche wenn du das wirklich willst!
Wie zum Beispiel;Zeitungsaustragen,
Büros,Treppenhauser,Privat putzen? Da gibts jede menge leute die sowas suchen aber daführ brauchst du keine Bewerbung nur Mut.
Zeitung kaufen und anrufen oder selber Anzeige anonsieren?
Aber daführ must du zuverlässig,pünktlich sein ,und so kommst du an dein Geld. Du kannst dich an etwas anderes konzentrieren und dein mann steht nicht mehr so unter Druck.
Ich kann dir nur sagen das du dein Glück mit deinem Mann nicht verspielst weil er liebt dich so wie du bist.

Wenn du magst kannst mir über PN schreiben.
Ich hatte das leben wie du und nur meine Positive einstellung hat mich geretet,ich könnte dir so viel schreiben.

Sandra

Beitrag von sandra7.12.75 09.05.10 - 20:04 Uhr

Hallo

Lass dich mal drücken#liebdrueck.Dein Mann ist selber überfordert mit der ganzen Situration.Meinem Mann ging es ähnlich als ich einen Burnout hatte.Er hat viel gelesen und konnte mich dann verstehen.

Ich habe allerdings eine Ausbildung aber werde nie wieder in dem Job arbeiten gehen da das mein grösstes Problem war.Ich bin jetzt einmal die Woche ehrenamtlich bei der Caritas und bin da im Verkauf.

Ich würde dir auch raten eine Therapie zu machen.

lg

Beitrag von elsa345 09.05.10 - 22:35 Uhr

Du bist 28 Jahre jung, genau und nicht 88Jahre alt.
Entweder Du heulst jetzt noch ein paar Jahre, dann ist Dein Mann auch weg und seine Familie hatte recht. ODER, Du bewegst jetzt Deinen Hintern und machst etwas und zwar erstmal einen vernünftigen Schulabschluss und dann eine Ausbildung. Dein Kind ist ab nächstes Jahr in der Schule, da hast Du zumindestens vormittags Zeit. Also höre auf zu jammern und packe es an, denn sonst machst Du Dich und Deine Familie unglücklich. Und nun los!!!