Wie schaffe ich es ausgeglichener zu werden?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von egi76 10.05.10 - 13:45 Uhr

Hallo zusammen!

Kurz zur Situation: ich habe 2 Kinder (4/1/2 und 2/1/4 Jahre alt) und verheiratet.
Ich bin nach den 8 Wochen Muschu sofort wieder voll arbeiten gegangen und habe die Kinder bis zu einem Jahr mit ins Büro genommen (selbständig). Danach passte eine Tagesmutter bzw meine Mutter auf die Kinder auf. Die Große geht seit 1/1/2 Jahren in den Kiga.

Ich liebe meine Kinder sehr, aber ich bin irgendwie total unglücklich,weil ich oft wegen Kleinigkeiten laut werde oder mir der Gedultsfaden reißt, wenn z.B. beim Abendessen zum x-ten mal ein Glas (i.d.R. ohne Absicht) umgeschmissen wird.

Ich bin oft gestresst und genervt. Morgends die Kinder fertig machen, dann noch manchmal vor der Arbeit oder in der Mittagspause einkaufen, und wenn ich um halb 5 nach Hause komme, fordern einen natürlich die Kinder.
Wenn die Kinder abends im Bett sind, mache ich den Haushalt (waschen, bügeln, sauber machen...., einmal die Woche gönnen wir uns schon eine Putzfrau).

Natürlich hilft mir mein Mann, eigentlich kann ich mich nicht beschweren.
Und trotzdem bin ich oft nur noch müde, unausgeglichen und irgendwie nicht glücklich.
Kennt ihr das Gefühl. wenn man in sich nur Leere spürt?

Ich möchte mich endlich wieder auf meine Kinder freuen, Spaß am Zusammenleben haben, nicht immer nur müde sein und nicht immer alles perfekt haben.
Ich glaube,ich muss mir mal psychologische Hilfe suchen, oder?

Wie werde ich wieder mit mir und meinem Leben zufrieden??

#danke

Egi

Beitrag von mondgurke 10.05.10 - 14:21 Uhr

Hallo Egi,

ich glaube du musst dir einfach hin und wieder Zeit für dich nehmen!!
Ich kenne es von mir, mache auch nie etwas bis ich irgendwann platze.
Mach irgendwas. Geh ein paar Stunden weg, Kaffee trinken, bummeln, mit Freundin, alleine.. egal... Oder einfach mal in die Wanne mit nem guten Buch...
Es hilft wirklich!!
Wenn dein Mann dich so gut unterstützt wird er sicher auch nichts dagegen haben mal was mit den Kids allein zu unternehmen. Du darfst diese Zeit eben nicht für Haushalt etc. verschwenden, alles liegen lassen, Füsse hoch...

Ich weiß wie schwer das fällt. Denke immer daran was noch alles erledigt werden muss und und und... aber irgendwann geht es nicht mehr.

Und es wird natürlich auch deinen Kindern und deinem Mann zugute kommen, wenn du wieder entspannter bist... vielleicht hilft dir der Gedanke... du tust es ja im endeffekt nicht nur für dich!

GLG Danie

Beitrag von karupsel 10.05.10 - 14:51 Uhr

Ich glaube nicht, dass Du psychologische Hilfe brauchst...
Du bist einfach nur Mutter und selbständig noch dazu. Mein Freund ist auch selbständig und ich weiß, dass es da nicht einfach ist.
Das Wichtigste ist, dass Du Dir Zeit für Dich schaffst!!!
Mach was, nachdem die Kinder im Bett sind und lass den Haushalt liegen, den kannst Du auch noch am nächsten Tag machen.
Da ich auf Grund der Selbständigkeit vom meinem Freund fast alles allein machen muss, habe ich es mir so eingerichtet, dass ich nach der Arbeit alle Sachen erledigt wie Arztermin, Einkäufe, Saubermachen. Mein Kleiner geht aber auch sehr gern in den Kindergarten#huepf so dass ich kein schlechtes Gewissen dabei habe. Wenn ich ihn dann abhole, haben wir noch 1-2 Stunden Zeit, die wir intensiv miteinander verbringen und wenn er nach dem Abendbrot im Bett ist, mach ich noch ein paar Kleinigkeiten im Haushalt und so gegen 19.00 Uhr ist für mich Schluss. Da mach ich dann wirklich was für mich...

Mach Dich nicht fertig#schwitz und wenn mal ein Glas umfällt, dann bleib ruhig. Das ist am Anfang schwer, aber nach einer gewissen Zeit wirst Du merken, dass alles viel relaxter ist, wenn Du es auch bist...

Ich drück Dir die Daumen, dass es bald besser geht

LG
Karupsel mit M (2,5 Jahre)

Beitrag von gismomo 10.05.10 - 21:16 Uhr

Hallo,

ich glaube, es gibt viele kleine "Teilchen", die insgesamt eine bessere Situation schaffen.
Zum einen: Deine Kinder sind wirklich noch sehr klein. Es wird entspannter, wenn sie älter sind!

Da du voll berufstätig bist, würde ich mir an deiner Stelle noch mehr Unterstützung von außen suchen. Ein Mal die Woche eine Haushaltshilfe ist schön, aber geht es nicht noch öfter? Mir wäre es das wert - auch wenn es mehr Geld kosten würde. Du brauchst auch irgendwann mal einen Feierabend!

Ich arbeite 50% und mache abends nur noch wenig im Haushalt. Auch wenn ich einen anstrengenden Tag hatte (Stress im Beruf) kann ich mich meistens zusammenreißen und solange freundlich zu den Kindern sein, bis sie im Bett sind - weil ich weiß, dass ich danach Zeit für mich habe, für ein heißes Bad oder ein entspanntes Glas Rotwein und einen schönen Film. Wenn ich dagegen (was manchmal leider auch vorkommt) abends noch arbeiten muss, dann habe ich eine Laune bis in den Keller hinein...

Kannst du deine Kinder noch bewusst genießen? Ich hatte eine Phase, in der ich so gestresst war, dass mir bei der Frage die Tränen gekommen sind. Ich konnte es nämlich wirklich nicht mehr, weil ich so ausgepowert war. Da habe ich die Notbremse gezogen und drei Gänge runtergeschalten. Wozu hat man Kinder, wenn es nicht diese kostbaren Momente gibt, in denen man einfach nur glücklich ist, weil sie da sind? Und in denen man jeden Moment, den man mit ihnen zusammen ist, genießt wie nichts auf der Welt?
Mir hilft es, wenn ich mich dann abends beim Ins-Bett-Bringen noch eine Weile zu ihnen hinlege, sie anschaue, sie sich an mich kuscheln und wir uns anlächeln. Da spüre ich intensiv, was sie mir bedeuten.

Du brauchst mehr Zeit für dich. Dann kannst du auch deine Kinder wieder genießen.

Ich habe damals entsprechende Ratgeber-Literatur gelesen, bis ich mir mein "Alltags-Paket" aus vielen verschiedenen Vorschlägen zusammengeschuster hab. Man kann das nicht so einfach auf jemanden anderen übertragen, da jeder anders ist - aber es hilft, entsprechende Literatur zu lesen und das für sich passende herauszusuchen.

Wichtig ist, dass du auf dich achtest: Was nervt dich ganz besonders? Was tut dir gut, ohne viel Aufwand (man muss nicht zwei Wochen in den Urlaub gehen, um sich zu erholen, aber man muss herausfinden, welche Art der Entspannung/Belohnung für einen selbst am effektivsten ist). Und die Zeit dafür musst du dir nehmen, es geht leider nicht anders.
Mein Allheilmittel war lange Zeit die Badewanne - als meine Kinder im Alter deiner Kinder waren, hatte ich eine Phase, da hab ich jeden Abend gebadet - mit ätherischen Ölen wie Lavendel etc. Das war für mich genau das, was mir geholfen hat. Anderen hilft Sport oder Yoga.

Du musst aufhören zu denken, du könntest den ganzen Tag deinen Pflichten nachkommen, ohne dir auch etwas zu leisten, was dir guttut. Das kann auf Dauer leider nicht gut gehen.

Vielleicht hilft dir wirklich eine psychologische Beratung. Bei mir hat das Lesen und Umsetzen enstprechender Literatur geholfen. Aber wenn nicht, hätte ich auch eine psychologische Beratung in Anspruch genommen.

lg
K.