Diplomarbeit zu Vater-Kind Entfremdung nach Trennung

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Ob ihr gerade Vätermonate nehmen, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von krypa 29.05.10 - 12:57 Uhr

http://home.arcor.de/trennungseltern/do ... emdung.pdf



Auszug:


Mein persönliches Resümee läuft darauf hinaus, dass ich den Erkenntnissen der modernen
Vaterforschung entsprechend die Ansicht teile, dass ein häufiger und regelmäßiger Vater-Kind-Kontakt nach der Scheidung bzw. Trennung wichtig ist, weil er Unsicherheit sowohl bei
den Vätern, als auch bei den Kindern reduziert.
Ein regelmäßiger Vater-Kind-Kontakt hat fast ausschließlich positive Auswirkungen sowohl
auf den Vater, als auch auf das Kind. Für die meisten Mütter bestünde dadurch auch eine
Möglichkeit der Entlastung, leider jedoch ist mitunter das Verhältnis zum Expartner so
schwer belastet und von Kommunikationsmängeln gestört, dass die mütterliche
Kooperationsbereitschaft dem Vater gegenüber stark beeinträchtigt ist.
Ein häufiger Kontakt, speziell bei jüngeren Kindern, ist bindungsfördernd und somit letztlich
entfremdungshemmend. Wenn die Väter mehr Anteil an der täglichen Routine ihrer Kinder
nehmen dürften, so fiele es ihnen leichter das Kind und seine Welt einzuschätzen und zu
verstehen – sie hätten so vielleicht sogar die Chance ein Teil der Welt des Kindes zu bleiben
bzw. zu werden. Die vorliegenden Interviews untermauern, dass der „fehlende Alltag“ eines
der größten Probleme im Vater-Kind-Kontakt darstellt und eine Quelle für die Entstehung von
Entfremdung sein kann. (vgl. Kap. 3.3.)

Die Interviews, die im Zuge dieser Diplomarbeit entstanden, bestätigten weitgehend die
Erkenntnisse der modernen Vaterforschung. Hervorzuheben ist, dass tatsächlich der Großteil
der Väter sehr interessiert daran ist, an der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder aktiv
mitzuwirken.
Wenn ein Mann sich von seiner Partnerin trennt bzw. scheiden lässt, so weiß er mitunter noch
nicht um die möglichen Konsequenzen, die ihn erwarten. Im Allgemeinen ist es jedoch so,
dass es nicht Absicht des Vaters ist, sich von seinen Kindern scheiden zu lassen. Es kann aber
in besonders konfliktgeladenen Trennungsfällen dazu kommen, dass er sich als von-seinen-
Kindern-geschieden wiederfindet, weil er und seine Expartnerin es nicht geschafft haben eine
erfolgreiche Übereinkunft zu finden.

"Ist man sich selber fremd, dann ist man auch den anderen entfremdet." (" (Anne Morrow
Lindbergh, Muscheln in meiner Hand)

_______________________________________________


MfG krypa

Beitrag von zenturio 29.05.10 - 13:48 Uhr

Wie aber soll man z.B. entziehenden Müttern nahe bringen, dass der Umgang zwischen Kind und Vater wichtig ist und nichts mit persönlichen Differenzen oder Abneigungen zu tun hat? Meiner Ansicht nach wäre es auch wichtig, wenn beide Eltern nach einer Trennung in die Lage versetzt werden, den jeweils anderen als wichtig für das Wohl des gemeinsamen Kindes zu akzeptieren, anstatt sich fortwährend zu bekämpfen. Oft werden Trennungskinder therapiert, obwohl es die Eltern nötiger hätten.

Eine andere Frage stelle ich mir immer im Bezug auf diejenigen Väter, die sich erst gar nicht für ihre Kinder interessieren. Vielen scheint es schon während der Partnerschaft nicht zu gelingen, eine Bindung zum eigenen Nachwuchs aufzubauen. Woran liegt so etwas und was kann man dagegen tun? Um einer Entfremdung entgegenzuwirken muss sich der Vater schließlich auch um Umgang bemühen. Wenn man hier so liest, scheinen einige Väter aber gar kein Interesse daran zu haben. Da kann doch schon vorher keine wirklich tiefe Bindung zum Kind aufgebaut worden sein. Ist das eine Veranlagung bei Männern oder vielleicht fehlende Gelegenheit, eine persönliche Beziehung zum Kind aufzubauen?

Beitrag von krypa 29.05.10 - 16:21 Uhr

Hallo zenturio,


Vieles im Mutter-Vater-Kind – Beziehungsgeflecht geschieht unterbewußt. Die Balance darin ist sehr heikel, weil das Geschehen emotional stark 'aufgeladen' ist. Dabei ergeben sich Nähe und Distanz zum Kind auch sehr stark geprägt vom mitgegrachten und sich darauffolgend anhand des Kindes entwickelnden Selbstbewußtsein der Eltern.


Entziehende Mütter haben meist ein störanfälliges Selbstbewußtsein und verspüren einen (unwiderstehlichen) Drang, ihre 'Macht' über das Kind durch Ausgrenzung des Vaters zu sichern, auch wenn sie (verdrängt/geleugnet) wissen, dass ihr Handeln schädlich fürs Kind ist. Oft werden daraus auch ganz besondere 'Erziehungstheorien' entwickelt, die der Selbstrechtfertigung dienen.

Sich entziehende Väter erleben ihre Beziehung zu ihren Kindern als überfordernd. Selbstanspruch und Glaube an die eigenen Möglichkeiten verleiten sie zu Rückzügen. Oftmals finden sie auch in der (anfänglich) erfahrenen mütterlichen (Über-) Macht einen willkommenen Anlaß, sich zurückzuziehen.

Mütter haben per se eine besondere Nähe zu ihren Kindern. Sie werden darin auch bei Ämtern, Hilfsorganisationen, mit immensen Geldmitteln und im öffentlichen Tenor unterstützt und bestärkt.
Es fehlen entsprechende ausgleichende Bestärkungen für Väter. Väter werden immer noch als beziehungslose Alimentierer, verantwortungslose Drückeberger und bedeutungslose Nähefiguren ihrer Kinder dargestellt und behandelt.


Mfg krypa

Beitrag von zenturio 30.05.10 - 19:23 Uhr

Hallo Krypta,

aus eigener Erfahrung und von meinem Empfinden her, kann ich bestätigen, dass man als Trennungsvater immer gegen das traditionelle Rollenverständnis der Menschen ankämpfen muss. Interessant, dass ausgerechnet hier die Emanzipation halt gemacht zu haben scheint. Das Thema wird meines Erachtens sehr schnell politisch, denn wenn Du von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen sprichst - diesen Anspruch unterstelle ich mal, bei einer Diplomarbeit - so ist es doch wohl dringend geboten, derlei Informationen in die Rechtsprechung einfließen zu lassen. Beschäftigt man sich aber mit dem Thema oder ist gar selber betroffen, so verliert man den Glauben daran, dass Justitia sich um die weitreichenden Folgen ihrer Entscheidungen Gedanken macht.

Die Rechtsprechung hat in meinen Augen keine Antwort auf entziehende Mütter und sich entziehende Väter. Vielleicht werden hier die Grenzen der Justiz deutlich, aber ich verstehe auch das Dilemma. Angemessene Diagnose- und Therapiemaßnahmen im familiären Umfeld dürften sehr aufwändig sein, die Kosten der Folgen von Trennungstragödien mangels geeigneter Erhebungsmethoden hingegen kaum zu beziffern.

Einen weiteren Hemmschuh bei der Umsetzung eines "intelligenteren" Familienrechts vermute ich in verschiedenen politischen Interessen. Es erscheint mir manchmal so, als ob Menschen mit einer konservativen Grundeinstellung ehr bereit sind, das traditionelle Rollenverständnis von Mann und Frau im Familienrecht zu überdenken, als das bei feministisch orientierten Anhängern aus dem linken Spektrum der Fall ist. Diese scheinen Gleichstellung nur für Frauen in Chefetagen zu befürworten, nicht aber für getrennte Väter gegenüber ihren Kindern. Da ist auf einmal das traditionelle Versorgerprinzip wieder oberstes Gebot und Kinder gehören selbstverständlich zur Mutter. Diese oppurtunistische Haltung ist in weiten Teilen schon in die Gesellschaft eingeflossen. Das Nachsehen haben nicht nur die Väter, die um ihre Kinder kämpfen müssen, sondern auch die Mütter, die den desinteressierten Vätern ihrer Kinder hinterherlaufen müssen. Denn sie stehen auch verlassen und ohne Hilfe da, weil "Männer nun mal so sind". Diese Gleichgültigkeit in der Gesellschaft ist das Problem, dabei müssen alle mit den Folgen leben.

Beitrag von papadaddy 13.07.16 - 14:20 Uhr

https://www.facebook.com/groups/196541614034310/?fref=ts schau mal hier rein... es geht so vielen so!!

Beitrag von karna.dalilah 30.05.10 - 21:13 Uhr

Oh ich bin sicher, dass der Kv meines Strolches
"...mehr Anteil an der täglichen Routine nehmen würde...".....
Sofern
er dafür keine "Leistung" zeigen muss
sprich
ich im das Kind vor die Tür setzen und wieder abholen, Probleem des Kindes selber löse und am Besten Spass-Unternehmungen finaziere.
Logischerweise hätte ich das Kind umgehend wieder abzuholen, wenn er seine Games spielt, sein Radio moderiert oder zuseinen verschiedenen Treffen geht :-D

In der Hinsicht finde ich die Studie ein bisschen zu allgemein.

Ich weiß es gibt andere Väter, die sich aktiv am Leben ihrer Kinder beteiligen und hart dafür gekämpft haben und trotz 170 Tage Reglungen und gemeinsamen Sorgerecht um die simpelsten Informationen wie Leistungsstand in der Schule ect kämpfen müssen.
Ich kenne aber auch einige Familien wo es nach einer gewissen Orientierungszeit nach der Trennung gut funktioniert.

Um das was du schreibst muss man etwas am Bewußtsein beider Elternteile etwas ändern.
Wie bitte willst du das anstellen?
Hast du da Lösungsansätze?

Karna

Beitrag von elsa345 30.05.10 - 21:25 Uhr

Hallo,
es geht nicht um solche Männer wie Deinen Exmann. Es geht um Väter, die leiden wie die Hunde, weil sie ihre Kinder nicht sooft sehen können wie sie möchten. Diesen Vätern wird von heute auf morgen das Liebste genommen und sie haben keine oder wenig Chancen gegen die sich querstellende Mutter.
Gruß

Beitrag von karna.dalilah 31.05.10 - 08:22 Uhr

auch meinem Ex ist das Kind genommen und er sagt er hätte gelitten ihm wäre das Liebste genommen - nur will er nichts für diese Bindung zum Kind tun!- da liegt der Unterschied!

Schön das es solche Studien gibt nur wem ist damit geholfen?
Wo sind Lösungsvorschläge?

Was nutzt die beste Studie...zumal sie ja nichts Neues belegt....

Beitrag von krypa 31.05.10 - 09:43 Uhr

Hallo karna.dalilah,

Dein Ex ist vielleicht auch ein Beispiel für jene Väter, die eben nicht die Kraft/Motivation/Selbstsicherheit haben, um in Nachtrennungssituation sich um ihr Kind zu 'kümmern'. Dazu müsste man ihn auch genauer kennen.

Aber, 1. ist das wohl schon gelaufen und alle 'Fehler' sind schon gemacht und die Gräben gezogen und 2. gibt es eben für viele Menschen immer wieder eine neue Zukunft, die Du (leider) schon hinter Dir hast in dieser Hinsicht.

Man wird nicht für jeden Fall eine probate Lösung haben, aber es ist nie verkehrt, bekannte Erkenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.

Das ist zudem eine Diplomarbeit, die durchaus auch Neues in der Auswahl der 'Probanden' und Kriterien im Zuge sich ständig wandelnder Verhältnisse zutage fördert.

Was hast Du denn gegen solche Arbeiten? Würdest du Väter gerne abgewertet sehen wegen Deines Ex? Was nützte es Dir, Deinem Kind und Deinem Ex?

Ist es nicht eher angebracht in Deiner Situation, solche Erkenntnisse weiter und intensiver zu propagieren, um andere vor den gleichen Fehlern/Schwächen zu bewahren? Ist nicht jeder 'Unfall' Anlaß für Verbesserungsideen?

Analysiere doch mal selbst ohne Zorn und Tadel die Situation Deines eigenen Kindes.

MfG krypa

Beitrag von karna.dalilah 31.05.10 - 16:06 Uhr

Ich habe nichts gegen solche Arbeiten, ich sehe diese ohne Lösungsansätze nur nicht als Nutzen.
Diese Arbeit bringt ja nichts Neues zu Tage!
Mir fehlt allerdings, dass BEIDE Elternteile lernen müssen miteinander zu kommunizieren (übereinander tun sie es mit Sicherheit oft genug)

Ich werte Väter nicht ab. Die Väter die sich nicht kümmern, werten sich selber.
Meine Kinder haben eine ganz andere Bindung zu mir wie zu ihrem Vater.
Ich bin nun mal Mama und Papa ist Papa.
Da kommen wir Frauen eben nicht drumrum.

Was meinen Strolch betrifft so wächst er ohne leiblichen Vater auf,
aber bis vor kurzem nicht ohne Bindung zur väterlichen Familie (leider ist die Urgroßmutter nun verstorben)
er hat eine männliche Bezugsperson, die die väterlichen Pflichten im vollen Umfang trägt,
er weiß von seinem leiblichen Vater und er wird bei uns Papa aus xx genannt
Briefe EMails Fotos ect hat er in einer Schatzkiste, die er selten begutachtet, aber vielleicht ist es später mal wichtig für ihn.
Das Kind wächst in einem festen Familiengefüge auf und fühlt sich wohl.

Wenn unser Strolch Fragen stellt und später den Wunsch hat den Vater zu sehen, werde ich den Vater verstärkt darauf ansprechen und ihn bitten diese Treffen dem Kind zu ermöglichen.

Die momentane Situation ist:
2x im Jahr eine E-Mail, welche umfangreich beantwortet wird incl Bilder.
Ich habe häufigere Mails eingestellt, da Antworten/Nachfragen ausbleiben und ich dann echt nicht weiß soll ich noch was schreiben oder interessiert es ihn nicht- mir fehlt einfach Rückmeldung.
Paarebene ist abgeschlossen.

Ehrlich ich habe gar keine Idee ob es im Moment Sinn macht, da viel Energie und Kraft zu investieren, da einfach kein Feedback kommt.
Im Prinzip heißt jede Antwort auf Nachfragen:
Ja er hätte Interesse das Kind zu sehen aber keine Möglichkeiten.
Wenn du Ideen hast, dann her damit. Vielleicht war mein Weg zu gradlinig zu sehr schwarz/weiß

Beitrag von krypa 31.05.10 - 18:21 Uhr

Hallo karna.dalilah,

nun, Du hast doch offenbar was gegen ''solche Arbeiten'', sonst hättest Du Dich nicht so negativ hier über die Arbeit zu Wort gemeldet. Zudem tritt ''Neues'' in solchen Arbeiten eher in Nebendetails und gewissen Erkenntnisvarianten auch nur bei genauerem Lesen zutage. Möglicherweise scheust Du den engeren Kontakt zu der belastenden Problematik und hast nicht die Kraft, Dich mit den evtl. kränkenden Inhalten zu beschäftigen.

''Lösungsansätze'' habe ich in meiner ersten Antwort auf zenturio schon angedeutet.
Lösungen lassen sich natürlich auch nur in genauer Analyse der Einzelfälle finden. Lösungen sind auch sehr oft unbequem für beide Seiten. Oft wollen die 'Mächtigeren' in einem Beziehungsgeflecht gar keine echten Lösungen, sondern nur Scheinlösungen.

Ich habe Dir nicht unterstellt, Du würdest Väter ''abwerten'', ich habe lediglich gefragt, ob Du sie gerne abgewertet sehen würdest. Das ist ein feiner Unterschied. Dass Du diesen unterschlägst, offenbart, dass Du da eine interne Diskrepanz verdecken möchtest.

Einige Fragen stellen sich hier auch noch: warum besteht momentan kein Kontakt zum leiblichen Vater Deines Kindes und warum soll es darauf ankommen, ob das Kind einen Kontaktwunsch äußert? Eine weitere Grundfrage ist, ob ihr die gemeinsame elterliche Sorge habt und wie die Trennung verlief.

Du schriebst in einem anderen Posting hier :***''auch meinem Ex ist das Kind genommen und er sagt er hätte gelitten ihm wäre das Liebste genommen - nur will er nichts für diese Bindung zum Kind tun!- da liegt der Unterschied!''***
Was meinst Du damit, er wolle nichts für diese Bindung zum Kind tun? Was müsste er denn tun?
Hatte er am Anfang denn die Möglichkeit zur Bindung zum Kind? Warum hat ihm denn die Kraft gefehlt, sich um eine Bindung zum Kind zu bemühen?

Du siehst, viele Fragen(leider). Ich zweifle Deine Darstellungen nicht an, nur ich bin bei solchen Problematiken gewöhnt, tiefer nachzuforschen, um das Leck zu finden.

Oft habe ich bei defekten Vätern folgende Motive gefunden:

1.in ihrer Kindheit gequälte Väter
2.suchtkranke/-gefährdete Väter
3.alleinerzogene Väter
4.alleinerzogene Mütter
5.Mütter, die in ihrer Bindung zum Kind eine symbiotische Betonung haben
6.Mütter, die mit ihrer engen Bindung zum Kind wenig Raum für eine weitere Bindung des Kindes lassen

Es gibt noch viele andere Motive. Deren Aufzählung würde hier zu weit führen in ihrem analytischen Ansatz und möglicherweise verletzende Aufdeckungen und Deutungen provozieren.
Das geht in einem öffentlichen Forum nicht.

MfG krypa

Beitrag von karna.dalilah 31.05.10 - 18:32 Uhr

kann ich dir per PN antworten?

Beitrag von krypa 31.05.10 - 18:43 Uhr

Hallo karna.dalilah,

ja, kannst du. Ich kann natürlich nicht immer in Stundenfrist antworten.

MfG krypa

Beitrag von starshine 10.06.10 - 12:45 Uhr

Ach Du Schande! Mein Ex faellt gleich in 2 Kategorien "suchtkrank&gefaehrdet" und "alleinerziehend gross geworden"... Die Katze beisst sich eben immer selber in den Schwanz. Ich habe nun nur die Chance meine kids stark zu machen und selbstbewusst, damit sie das Uebel nicht weiter tragen...

Manchmal koennte einem so etwas glatt den Mut rauben...

Beitrag von krypa 10.06.10 - 13:03 Uhr

Hallo starshine,

die tiefergehende Frage ist, warum sich 2 Menschen zur Hervorbringung eines Kindes gefunden haben.
Defizitäre Väter haben es da 'leichter', weil sie schnell in Distanz zu den Kindern geraten in einem Teufelskreis von Selbstanspruch und Versagen.

Die entsprechenden (zeitweise) ae Mütter sind irgendwann einmal der Klebrigkeit ihrer Symbiose mit den sich oft haßbesetzt ablösenden Kindern ausgeliefert. Natürlich gibt es da in gelingenden neuen dauerhaften Partnerschaften eine evtl. Linderung, aber die Defekte in den Wurzeln der Kinder bleiben bestehen, auch wenn sie repariert erscheinen und sich niemand ''Gedanken machen'' muß => man/frau sieht die Wunde nicht mehr, weil man/frau ein Pflaster dafür hat.
Die Wunden werden erst wieder 'sichtbar' (gefühlt) wenn die Kinder selber wieder Kinder bekommen.
'Fehler' sind dann am schädlichsten wenn man/frau sich gezwungen fühlt, sie zu leugnen und zu verdrängen. Trauer ist da besser, denn man/frau kann ja immer davon ausgehen, dass man/frau wirklich das Beste gewollt hat.

MfG krypa

Beitrag von elsa345 31.05.10 - 21:10 Uhr

Was erwartest Du? Liebe und Zuneigung wächst mit dem Zusammenleben und das hast DU und nicht der Vater. Im Normalfall bekommt der Vater alle 2 WE ein Kind, daß 14Tage mit der Mutter eine Menge erlebt hat, was diese auch 14Tage mehr zusammen geschweißt hat. Nun soll sich in 48h genau das gleiche entwickeln? Das ist doch unrealistisch.
Der Lösungsansatz ist sehr einfach. Einfach NUR an das Kind denken, seine eigenen Verletzungen und Befindlichkeiten absolut außen vor lassen, keine Eifersüchteleien, wenn neue Partner dazu kommen, keine bösen Worte über das andere Elternteil, niemals Streit vor dem Kind und immer nur beste Miene auch zum bösesten Spiel.

Und nun zeig mir die Eltern, die das können! Es sind die allerallerwenigsten und bei denen läuft es auch sehr gut mit den Kindern. Leider sind wir nunmal Mensch und damit auch emotional gelenkt und es wird ein Traum bleiben, daß Kinder nicht unter Trennungen leiden.

Es gibt auch eine Studie, in der festgestellt wurde, daß Männer viel eher bereit sind, die finanzielle Verantwortung zu tragen, wenn der Umgang mit den Kindern regelmässig und problemlos läuft. Ich finde, das ist bezeichnend.

Beitrag von karna.dalilah 01.06.10 - 10:28 Uhr

Ich unterstelle meinem Ex auf gar keinen Fall, dass er keine Zuneigung oder Liebe dem Kind gegenüber empfindet.
Das ist eine Anmaßung allen Vätern und Müttern gegenüber, die ihre Kinder nicht bei sich wohnen haben und auch selten sehen.

Gefühle wie Zuneigung und Liebe wächst mit dem Zusammenleben?
Dann entwickeln Väter und Mütter die ihre Kinder in KH nur besuchen diese nicht?
Dann entwickeln Väter die ihre Kinder in den ersten Monaten nur stundenweise besuchen diese Gefühle nicht?

Ich denke das sich Liebe und Zuneigung mit die einzigen Dinge sind, die nahezu unabhängig sind vom Ausmass des Umganges.

Vielmehr haben Et bei denen die Kinder leben in der Vertrautheit, in der gegenseitigen Einschätzung Vorteile dem anderen Et gegenüber.

"Es gibt auch eine Studie, in der festgestellt wurde, daß Männer viel eher bereit sind, die finanzielle Verantwortung zu tragen, wenn der Umgang mit den Kindern regelmässig und problemlos läuft. Ich finde, das ist bezeichnend."
Das finde ich auch sehr bezeichnend!!!
Der Unterhalt ist vom Umgang getrennt zu betrachten- ist es nicht das was den Müttern gepredigt wird, wenn sie über den Umgang den dem Kind zustehenden Unterhalt einfordern/erpressen wollen?
Und nun wird es hier wieder in den Zusammenhang genommen, weils gerade so paßt???
Nach dem Motto, ja ich würde ja zahlen, wenn ich dafür auch was bekomme....

Ich weiß das den Mächten sei Dank nicht alle Väter so denken

Diese Studie stellt Väter die so denken, auf die selbe Stufe mit den Müttern, die denken ich würde ja dem Vater den Umgang gestatten, wenn er Unterhalt bezahlen würde....

Karna

Beitrag von krypa 01.06.10 - 12:01 Uhr

Hallo karna.dalilah,

natürlich gedeihen, wachsen und festigen sich Zuneigung, Liebe und Verbundenheit a u c h mit der Intensität, Häufigkeit und Ungestörtheit des Umgangs!

Es ist zudem ein weit verbreiteter Irrtum, der natürlich mit unserer Gesetzeslage zusammenhängt, dass Umgang und Unterhalt nichts miteinander zu tun hätten. Ungestörter Umgang, d.h. gelebte und erlebte Nähe stärkt natürlicherweise auch die Bereitschaft zu Leistungen fürs Kind.

Wenn mensch sieht, wies Kind gedeiht, dazulernt, welche Bedrängnisse, Gefährdungen und Kümmernisse es durchlebt, dann erst kann mensch erleben und erfahren, welchen Sinn die Leistungen ausmachen. Übrigens: in Spanien z.B. muß ein Elternteil, dem der Umgang verwehrt wird, keinen Unterhalt bezahlen.

Umgang gestatten und wahrnehmen in Anbetracht erhaltenen und gezahlten Unterhalts sind zweierlei Schuh: die Problematik ist nicht symmetrisch!


MfG krypa

ps: meine Antwort auf Deine PN kommt voraussichtlich heute abend

Beitrag von karna.dalilah 01.06.10 - 12:30 Uhr

mit dem AUCH im ersten Absatz gehe ich voll mit.
All diese Dinge nur von der Intensität des Umganges abhängig zu machen finde ich unvollständig, weil es umgekehrt heißen würde, dass Väter denen ein intensiver Kontakt zum Kind nicht möglich ist, könnten/würden keine Liebe zu ihnen aufbauen.

Dann müßte ich ja meinem Ex unterstellen er liebt das Kind nicht.
Ich weiß, dass er eher zu bequem ist und uralten Verhaltensmustern unterlegen ist.
Mit fehlender Liebe hat das nichts zu tun.
Was ausbleibende Unterhaltszahlungen betrifft:
Das zeugt für mich für fehlendes Verantwortungsbewußtsein, das zeigt er ja an sich selber. Denn auch er bestreitet den Lebensunterhalt für sich nicht selber und lebt lieber in den Tag hinein, vor dem Pc usw und füllt damit sein Leben. Verantwortung übernimmt er nicht mal für sich selber.

Karna

Ps Nachtrag zur PN
Ich habe die alleinige elterliche Sorge

Beitrag von krypa 01.06.10 - 13:07 Uhr

Hallo karna.dalilah,

Umkehrschlüsse im Familienbereich sind ganz selten zutreffend.

Ein vom Betreuungselternteil vereitelter nicht stattfindender Umgang ist etwas völlig anderes als ein durch Umstände und Defizite selbstbestimmter nicht stattfindender Umgang.

Übergreifende Einwirkungen eines Elternteils auf den Umgang des anderen Elternteils werden als Bevormundung und (unzulässige) Einflüsse erlebt. Grundsätzlich stellen sie Übergriffe dar, weil sie in eine nicht eigene Beziehung hineinwirken.

Ver-antwortung ist immer auch Teilhabe an den Wirkungen der Verantwortung.

Mfg krypa

ps: Dacht ich mir schon. Mir liegt es aber fern, mit hätte, wenn und aber da heran zu gehen.

Beitrag von elsa345 02.06.10 - 00:07 Uhr

Du magst es so sehen, meine Erfahrungen sind andere.
Ich vergleiche es mal mit der Liebe zwischen Erwachsenen, die wächst auch mit der Zeit. Es ist leichter sich nach 2Wochen, als nach 20Jahren zu trennen, die Verbundenheit ist nämlich viel größer.

Väter denen der Umgang verwehrt oder erschwert wird, sehen irgendwann nur noch eine monatliche Abbuchung auf ihrem Konto, bei fkt. Umgang sehen sie aber auch, was mit diesem Geld geschieht und was der andere ET dafür leistet. Ist es verwunderlich wenn Erstere irgendwann genervt und unwillig sind? Ich denke, das ist normales menschliches Verhalten. Für eine Leistung erwarten wir eine Gegenleistung, wenn diese absolut ausfällt werden wir sauer.

Die Gegenleistung in diesem Fall ist das Erleben dürfen und Anteil am Leben des Kindes. Eine KM erwartet ja auch unter allen Umständen die Leistung des Vaters, sie erbringt ja auch eine. So sollte man vielleicht auch mal die Sache betrachten. Wenn beide Seiten daran ab und an denken, klappt es meist auch ganz gut mit den Kindern. Aber Du kannst nicht bestreiten, daß es genügend Mütter gibt, die es den Vätern verdammt schwer machen. Diese Väter haben leider wenig Chancen sich zu wehren. Die Regelung in Spanien finde ich sehr gut, ich wette dort gibt es bedeutend weniger Kinder, die ohne Vater großwerden müssen. Das ist für mich eine Gesetzgebung zum Kindeswohl. Hier streiten Väter mitunter Jahre vor Gericht um Umgang und wenn sie dann irgendwann Recht bekommen, sagen die Kinder nein, weil sie vorher jahrelang von den Müttern beeinflusst worden sind. Schrecklich für alle Seiten. Ich denke solche Nummern würden sich einige Mütter dreimal überlegen, wenn es sofort nach Umgangsvereitelung im nächsten Monat kein Geld gäbe. Manchmal muß der Gesetzgeber eben zu solchen drastischen Mitteln greifen und Erwachsene wie kleine Kinder bevormunden, um sie vor sich selbst zu schützen.

Damit meine ich natürlich nicht alle Mütter, und ich weiß auch, daß nicht alle Väter gut für ihre Kinder sind und von denen ferngehalten werden müssen. Also immer differenziert betrachten!
Gruß

Beitrag von karna.dalilah 02.06.10 - 06:58 Uhr

och gegen das spanische Gesetz ist mit der Einzelfallreglung(der Umgang dem Kindeswohlschadet-bei gewaltbereiten Vätern z.B) nichts einzuwenden.
Dann bitte mit dem Zusatz, dass ein Vater sich dem Kind nicht ohne Konsequenz dem Kind entziehen darf. z.B Zusatzzahlungen auf ein Sparkonto für das Kind oder für die Allgemeinheit.
Es gibt nämlich auch gut Väter, die den Kontakt zu ihren Kindern nicht oder unregelmäßig halten aus Gründen wie, ich fahre da zur Grillparty, ach ich fahre da in den Urlaub mit Freunden, ach das ist mir zu anstrengend ect.
Dem Kindeswohl kommt ein solches Verhalten ebensowenig entgegen, wie das Fernhalten umgangswilliger Väter

Beitrag von badguy 01.06.10 - 14:14 Uhr

Ich denke, den letzten Satz musst du dahin gehend spezifizieren, dass nicht nur der Umgang gemeint ist, sondern auch die Art und Form der Betreuung, des Einsatzes, der für das gemeinsame Kind gebracht wird.

Wenn ich den Vater des Juniors meiner Freundin höre, wie er vor versammelter Familie sagt, dass er jeden Cent des Unterhalts gern zahlt, weil er weiß, dass das gemeinsame Kind optimal betreut ist, dann ist das in meinen Augen ein Zeichen größter Wertschätzung für den geschiedenen Partner. Ich bin überzeugt, dass das beiden Elternteilen gut tut und nicht den üblen schalen Beigeschmack vom Ex-Partner hinterlässt.

Beitrag von elsa345 02.06.10 - 00:11 Uhr

Natürlich auch das, wenn Du als Vater erlebst, daß dein Kind nicht vernünftig groß gezogen wird, du noch tausend Dinge neben dem Unterhalt bezahlen mußt, weil das Kind sonst leiden würde, sinkt die Bereitschaft zum zahlen natürlich auch. Aber damit komm mal ner Mutter um die Ecke hier, dann gehts aber los!
Deckung.....

Beitrag von badguy 02.06.10 - 07:51 Uhr

Mir geht es weniger um das Zahlen, sondern eher um die Einbindung bei Entscheidungen, in die Dinge des Alltags. Zum Beispiel: Die Ex kommt um die Ecke und klärt dich darüber auf, dass der Sohn Gitarre spielen will. Stört dich ja als Vater nicht. Auf meine Äußerung, ich könnte eine sehr gute Anfängergitarre günstig kaufen, kommt der Kommentar "Alles schon gekauft, Einzelunterricht ist auch schon vertraglich abgeschlossen, kostet alles zusammen xy!". Oder wenn die Klamotten und Schuhe ständig zu groß und nur bei Discountern (meine nicht C&A) gekauft werden, damit sie länger halten, dann käst dich das an.
Du läufst mit den Kindern durch die Stadt und hörst die ganze Zeit nur, welche Dönerbude gut, welcher China-Imbiss die besten gebratenen Nudeln hat, das frustet.
Nach außen spielt Mutter sich als liebende und fürsorgende Mutter auf und wenn du in die Hefte schaust, dann weißt du, dass da niemals reingeschaut wird.
Leistung gegen Leistung, Barunterhalt gegen Betreuungsunterhalt. Als ich mich vor 11 Jahren für Kinder entschieden habe, war mir klar, dass ich für min. 18 Jahre eine große Verantwortung übernehme und oft zurück stecken muss. Nur erwarte ich das auch von der Kindesmutter.

Trotz aller eigenen Erfahrungen darf man aber auch den Blick für das Positive nicht verlieren, muss auch die Dinge sehen, die entweder im eigenen Stall oder woanders gut laufen und sollte nicht blindwütig alle Mütter und Väter über einen Kamm scheren.

Hier bei urbia ist das so, dass man nur eine Äußerung machen muss, die eine Userin so halbwegs auf sich beziehen kann und schon wird stumpf und stupide oben drein geschlagen.