SS nach Totgeburt??????

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von zwack 30.05.10 - 11:29 Uhr

Hallo meine Tochter Emma wurde in der 32. ssw am 19.05.2010 um 1.27 still geboren - meine Trauer ist unendlich, aber mich beschäftigt der gedanke an eine neue SS doch (vielleicht etwas früh??) - weiss wer Rat oder wo ich infos bekomme, oder ist jemand in ähnlicher situation?!

- ist die Wahrscheinlichkeit einer Risikoss/erneuten Totgeburt/Behinderung jetzt größer (bin über 35 Jahre; hatte 2007 einen abgang in der 8. ssw; wurde gleich wieder ss mit sara - heute 22 Monate alt und kerngesund; jetzt Totgeburt, wobei Ursache unbekannt)

- kann ich im Vorfeld irgendwelche Vorkehrungen treffen, dass so etwas nicht wieder passiert bzw. welche Untersuchungen gibt es um eine intakte ss zu bestätigen und ob mit baby alles passt?

- wie lange soll/muss/darf ich warten, falls wir uns zu weiteren Kindern entscheiden

- wie kann ich mit meinen Ängsten in einer ss umgehen wie geht ihr damit um; war ja doch schon im 8. Monat - weiss einfach nicht ob ich so stark bin nochmals so einen verlust zu verkraften - ist ja erst so kurz her...

Sorry, ist lang geworden, aber mir brennt sovieles auf der seele....

Beitrag von verruecktewelt 30.05.10 - 12:15 Uhr

Hallo du,

erst einmal tut es mir ganz doll leid, dass du deine Emma zu den Sternen ziehen lassen musstest und ich wünsche dir/euch ganz viel kraft, um dieses traurige ereignis zu verarbeiten.
Ich kann dir nur aus eigener erfahrung sagen, dass es mir sehr geholfen hat, mir mit der trauer und der verarbeitung zeit zu lassen. wir haben im frühjahr 2009 unsere tochter in der 22. ssw verloren und wir waren uns einig, dass dieses traurige jahr erst einmal vorüberziehen muss, bevor wir über einen erneuten kinderwunsch nachdenken.
das hat uns gut getan und ich hatte das gefühl, dass wir so unser verlorenes kind in unser leben einbeziehen können.
jetzt bin ich wieder schwanger (in der 19. ssw) und auch wenn es manchmal nicht einfach ist, so kann ich die schwangerschaft genießen und mich auf mein zweites kind einstellen.
was mir auch sehr geholfen hat, war, mit meinem freund, meinen eltern und schwiegereltern und meinen besten freunden über den verlust zu reden.
was das medizinische angeht, kann ich dir leider nicht viel sagen. aber wenn du eine hebamme oder einen frauenarzt hast, dem du vertraust, wende dich mit deinen fragen an ihn. mir wurde damals empfohlen, mindestens so lange mit einer erneuten schwangerschaft zu warten, wie die schwangerschaft des verlorenen kindes gedauert hat (bei mir also 22 wochen). dies wohl eher aus psychologischer sicht, weniger aus medizinischer.
ich bin der meinung, dass ein kind das andere nicht ersetzen kann und deshalb war ich erst einmal nicht frei für ein zweites kind. jetzt habe ich den verlust in mein leben integriert und glaube, dass ich deshalb auch mit meinen ängsten besser umgehen kann.
am anfang meiner zweiten schwangerschaft dachte ich, dass ich bestimmt wahnsinnige angst haben werde, aber irgendwoher nehme ich doch das vertrauen, dass diesmal alles gut geht! also, trotz deines unglücks gibt es irgendwann ganz bestimmt wieder hoffnung für dich!!!

ich wünsche dir alles alles gute!

liebe grüße
verrücktewelt

Beitrag von morgaine01 30.05.10 - 12:28 Uhr

Hallo!
Ich fühle mit Dir und es tut mir unendlich leid,was Du durchgemacht haben musst#liebdrueck
Ich hoffe,Du kannst auf liebe Menschen zählen,die Dich auffangen und Dir Halt geben können in dieser schwierigen Zeit.Ich hatte Mitte März eine Fehlgeburt mit anschließender As in der 10.Ssw und auch bei mir war der Wunsch nach einer erneuten SS gleich nachher riesengroß...#schmoll
Allerdings bin ich draufgekommn,dass mein Mann wohl noch nicht soweit war und bei der Kontrolluntersuchung sechs Wo drauf meinte mein superlieber Frauenarzt,dass ich zwar schon wieder schwanger werden dürfte,er es aber besser finden würde,wenn ich mir keinen Druck mache.Er meinte sehr einfühlsam,dass ich die vorhergegangene Fehlgeburt verkraften müsse und eine neue SS kein Ersatz für das verlorengegangene Baby sein solle.Und um etwas zu verarbeiten braucht es leider Zeit...wieviel Zeit das ist,nun dafür gibt es kein Schema F,das ist von Frau zu Frau unterschiedlich.
Bitte nimm Dir Zeit,Dich von Deinem Sternchen auch emotionell zu verabschieden, rede viel darüber und weine,wenn Dir danach ist!
Nimm Dir einfach die Zeit,die Du brauchst,Dein Sternchen wird Dir immer nah sein!
Du solltest Dir keinerlei Stress machen wegen Deinem Alter,ich selber bin älter als Du und bin sicher nicht die einzige hier im Forum!Lass Dich durch NiCHTS unter Druck setzen!
Alles Liebe wünsch ich Dir von ganzem Herzen,
#herzlichDeine Patricia

Beitrag von maxi03 30.05.10 - 16:43 Uhr

Hallo,

erstmal eine #kerze für deinen stern.

Ich wa in einer ähnlichen Situation. habe 09/08 meine Zwillinge (extremfrühchen aus der 26. SSW) zu den Sternen gehen lasssen müssen. beide haben noch kurze Zeit auf der Neo gelebt.

Die -sehnsucht nach einer "neuen" SS kann ich gut nachvollziehen, denn deine alte war ja noch nicht beendet. du hättest ja noch einige Wochen vor dir gehabt.

Ich bin zwar kein Mediziner, aber ich glaube nicht, dass das Risiko einer erneuten fehlgeburt steigt. Es steigt halt alles mit zunehmenden Alter.

Welche Vorkehrungen kannst du treffen? du kannst alle vorsorgeuntersuchungen mitmachen und aufgrund deiner Geschichte anstatt alle 4 Wochen halt alle 2 wochen zum Arzt gehen, die FD machen alssen, mehrere Doppler und CTGs. Viel mehr ist da nicht zu machen.

Wie lange du warten musst solltest du am besten mit deinem FA besprechen.

Wie mit den Ängsten umgehen? Du kannst dich einer Gruppe anschliessen oder eine Therapie oder Kur machen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Ich habe den Schritt zu einem weiteren Kind gewagt und bin "belohnt" worden.

auch bei mir war kurz nach dem Tod die Sehnsucht nach einem Kind sehr stark. Aus medizinsichen Gründen durfte ich aber mind. 3 Monate (hatte eine schwere Not-Sectio) nicht SS werden. Letztendlich habe ich nach 5 Monaten bei meiner FÄ nachgefragt und bin mit ihr zusammen den Weg gegangen.
SS wurde ich dann knap 9 Monate nach dem Tod der beiden. Ich war teilweise 2x wöchentlich beim Arzt und hatte die ganze SS über sper Angst das Kind zu verlieren. Diese Angst kann und konnte mir keiner nehmen. Ich lag dann insgesamt (ob berechtigt oder nicht) 4x im KH wegen Cervixinsuffizienz mit Trichterbildung, habe dann in der 29. SSW einen Cerclage Pesssar bekommen. Insgesamt habe ich die letzten 12 Wochen der SS gelegen und habe dann auf wnsch bei 37+0 holen lassen. die woche vorher war ich täglich bem CTG.

In der Zeit zwischen den SS habe ich allerdings eine Therapie gemacht und meinen eigenen Weg der Trauer gefunden. Diesen habe ich strikt verfolgt. Das hat mir sehr geholfen.

Ich wünsche dir, dass auch du deinen eigenen Weg findest.

LG Maxi

Beitrag von morla29 30.05.10 - 21:28 Uhr

Hallo Zwack,

ersteinmal möchte ich dir sagen, dass es mir sehr leid tut, was Euch passiert ist und eine Kerze für deine kleine Emma anzünden.

Mir ging es ähnlich: Ich hab meine kleine Verena in der 31. ssw gehen lassen müssen. Sie ist am 29. Januar 2010 (am Geburtstag ihres Papas) still zur Welt gekommen.

Ob es ein erhöhtes Risiko einer stillen Geburt gibt, hängt wahrscheinlich davon ab, was der Grund war, warum die Kleine gehen musste. Bei uns z. B. war es schlicht und einfach ein Folsäuremangel.

Zu deinem 2. und 3. Punkt musst du dich an deinen Frauenarzt wenden. Vielleicht auch an einen zweiten, um mehrere Meinungen zu hören.

Die Angst wird da sein bei einer nächsten ss. Aber vielleicht holst du dir psychologische Hilfe für die Trauerarbeit und dann auch für die nächste Schwangerschaft.

Ich mach grad eine Therapie und es hilft mir sehr gut.

Ob wir es nochmal "wagen" wissen wir noch nicht so genau.

Ich wünsche Euch alles Liebe und gute und viel Kraft für die nächste Zeit.

Viele liebe Grüße
morla
mit Ramona 4,5 und Christina fast 3
und Sternenmädchen Verena (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

ps kannst mich auch gerne anmailen, falls du dich austauschen möchtest

Beitrag von plia28 01.06.10 - 10:59 Uhr

Hallo,

hatte Dir neulich schon geschrieben.

Unser Sohn ist vor fast 11 Wochen gestorben/ geboren worden und wir denken auch sehr stark an eine neue Schwangerschaft, an ein anderes, lebendes Kind.

Laut meinem Frauenarzt soll ich frühestens im Dezember schwanger werden - also mindestens 9 Monate warten. Der Muttermund sei durch die voll ausgetragene Schwangerschaft unseres Sohnes noch zu weich (nicht nur bei mir, sondern generell) dass eine Frühgeburt drohe.

Ein anderer Frauenarzt, bei dem ich jetzt auch war und der mich und meine Familie schon lange kennt (aber leider weit weg wohnt) meinte, ich solle 2-3 Zyklen abwarten und dann sähe er keine Probleme.

Ich bin jetzt etwas verunsichert. Meinem Frauenarzt traue ich eh nicht mehr, er hat sich im Nachhinein als absolut gefühllos und unmöglich erwiesen: plötzlich ist der Tod unseres Sohnes ein "unerfreuliches Ereignis" für ihn.
Ich suche jetzt einen neuen Arzt, bei dem ich auch in einer Folgeschwangerschaft jederzeit kommen kann und der ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen besitzt.
Ich denke, ich würde gerne im Spätsommer wieder loslegen. Allerdings muss ich mich im Juli noch einmal auf eine mögliche Blutgerinnungsstörung untersuchen lassen, erst wenn alles geklärt ist, legen wir dann los.

Was das Risiko angeht: das liegt mit Sicherheit auch daran, woran Deine Emma gestorben ist. Habt ihr eine Autopsie machen lassen?
Ansonsten gibt es ja auch oft anscheinend so etwas wie einen plötzlichen Kindstod im Bauch, den kann man nicht nachweisen. Da gibt es wohl kein Wiederholungsrisiko, aber ich bin keine Expertin.

Was die Ängste angeht- ich weiss es nicht. Ich glaube für mich, dass ich einen wirklich guten Arzt brauche, der mir eben die Gewissheit gibt, jederzeit zu Ihm zu kommen und mir aber auch das Gefühl gibt, dass schon alles gut laufen wird.
Ich glaube aber, dass die Angst einfach trotzdem da sein wird, bei mir vermutlich bis zum Schluss. Das kann man nicht wirklich verhindern und nur nach Möglichkeit versuchen, seinem Körper zu vertrauen.
Weiss nicht, ob das so klappt.

Wünsche Dir alles Gute,
Plia