Ist das wirklich noch normal?! Selbstverletzendes Verh. bei Wutausbr.

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von kiwi-kirsche 25.06.10 - 19:21 Uhr

Hallo,
ich habe ja vor einiger Zeit schonmal geschrieben, dass mein Sohn ab und zu aus langeweile mit dem Kopf gegen Türen und Wände schlägt...
Aber das, was hier seit 2 Tagen läuft kann doch einfach nicht mehr normal sein...

Er ist in letzter Zeit SEHR nörgelig und einfach unausstehlich...aber das ist nicht das Thema....immer wenn Niklas wieder einen Wutausbruch bekommt schlägt er seinen Kopf mit einer Riesenwucht gegen den Boden oder Tischbeine und -Kanten......Und das ist WIRKLICH heftig!!!!!
Teilweise schlägt er sogar absichtlich mit den Zähnen auf die Tischkante sodass man richtig hören kann wie die Zähne aufschlagen...
Und das macht mir RICHTIG Angst!!!!

Kennt jemand hier solche Ausbrüche?!
Werde, wenn es nicht besser wird wohl bald einen Arzt aufsuchen.....

Achja... Niklas ist gerade erst 1 Jahr geworden!

besorgte Grüsse
Kiwi

Beitrag von amadeus08 25.06.10 - 19:29 Uhr

also es schadet bestimmt nichts, wenn Du das mal ansprichst beim Kia, aber ich habe immer wieder gelesen, dass die Ärzte davon ausgehen, dass sich kein Kind absichtlich wirklich heftig verletzt, auch wenn es manchmal heftig aussieht. Meiner hat sich auch eine Zeitlang superheftig nach hinten geworfen. Seither nehme ich ihn wann immer es geht vorher aus der Situation (ist jetzt 13 Monate), denn im Regelfall weiß ich wann er einen Wutanfall bekommt, sprich wenn ich ihm was wegnehmen muss, was er überhaupt nicht haben darf zum Beispiel. Entweder versuche ich ihn dann auf etwas anderes aufmerksam zu machen und es richtig spannend zu gestalten in Bezug auf meine Stimme oder ich halte ihn so fest, dass er sich nicht wehtun kann, bzw, wirbel ihn dann ein bisschen in die Luft und meistens hat er dann doch sofort Spaß dabei. Das ist das einzige was hilft, wenn er erst einmal sauer ist, dann wirft er sich halt auch mit voller Wucht nach hinten und je nach Bodenbelag kann das heftig sein.
Allerdings ist noch nie wirklich was passiert und das wollte ich Dich auch fragen. Du schreibst zwar, dass es heftig aussieht und Du zum Beispiel auch hörst, wie die Zähne aufschlagen, aber ist denn schonmal was passiert ?? (also ich hoffe natürlich nicht!)......ich meine Zahn raus, Beule am Kopf oder dergleichen???
Ansonsten würde es vielleicht die Theorie vieler Kia unterstreichen, dass die Kids sich halt doch nicth was wirklich schlimmes antun.
Lg und ich kann gut verstehen, dass Du besorgt bist!

Beitrag von kiwi-kirsche 25.06.10 - 19:34 Uhr

Hallo,
danke für die schnelle Antwort;) Beulen und Co holt er sich dabei ständig....heute sind es 3....
Das Zahnfleisch hat heute auch etwas geblutet, da er damit irgendwie komisch an der Tischkantne vorbeigeschrabbt ist, glaube ich....
Ich weiß nur nich, wie lange er das weitermachen würde, wenn ich ihn nicht gleich davon abhalten würde...
Ab und zu haut er sich auch einfach mit den Händen gegen den Kopf

Ich bin wahrscheinlich etwas zu ängstlich deshalb, aber das kommt vielleicht davon dass meine Ma in einem Heim f. geistig behinderte Menschen gearbeitet hat und es da ein Mädchen gab, das sich immer selbst verletzt hat....

Mal schauen wie das weiterläuft...

Beitrag von sanaundfinn 25.06.10 - 20:48 Uhr

Hallo :-)

mein mittleres Kind war/ist in der Trotzphase sehr heftig. Wenn er wütend war, ist er z. B. in einem Affenzahn mit seinem Gesicht gegen eine Wand gelaufen oder hat in's Sofa gebissen oder einfach nur so mit den Zähnen geknirscht (von einem Schneidezahn fehlt sogar ein bisschen) und sich gekniffen... Es war schlimm das zu sehen... und alles wegen Kleinigkeiten.
Er war (und ist es noch) da allerdings schon drei - also gerade dabei zu entdecken, dass er eine eigenständige Persönlichkeit ist und meiner Meinung nach völlig aus der Bahn geraten.

Ich war dann mit ihm bei einer Homöopathin, mit der ich eine Stunde gesprochen habe. Ich sollte erzählen, was für ihn typisch ist - einfach alle Merkmale. Nicht nur charakterlich, sondern auch, dass er während der Einschlafphase stark schwitzt etc.
Sie hat dann die passenden Globuli ermittelt - er hat die drei Tage genommen und es hat wirklich gewirkt. Natürlich bekam er ab und zu noch Trotzanfälle, aber ich konnte ihn ablenken - er war nicht mehr blind vor Wut und nicht mehr so autoaggressiv.
Weiterhin war es wichtig, dass ich seine Gefühle spiegelte und verbalisierte. Wenn er wütend wurde habe ich gesagt: "Du bist wütend! Sag mir bitte warum du wütend bist!" oder "Du bist traurig! Sag mir bitte warum du traurig bist!" Manchmal habe ich auch meine Vermutung geäußert: "Ich glaube du bist wütend, weil..." Mein Sohn konnte selbst noch nicht sagen wie er sich fühlte und für ihn war es eine Erleichterung, dass ich es aussprach. Er wurde/wird dann ganz ruhig und hat sich an mich gekuschelt und wir konnten über sein Problem "reden".
Du kannst mit deinem natürlich noch keine Unterhaltung führen, aber irgendwie kommuniziert ihr ja trotzdem... und vielleicht findet ihr ja so einen Weg.

Liebe Grüße und alles Gute,
Sana.

Beitrag von whiteangel1986 25.06.10 - 19:32 Uhr

Das klingt echt heftig und ich habe damals deinen Betrag verfolgt. Mit der ansicht, das dein Kind wohlgemerkt "erst" 1 Jahr geworden ist, denke ich nicht das es was ernstes ist. Hat möglicherweise mal einer von euch anfangs evtl. mit lachen, spaßig darauf reagiert? Das er es macht um eure aufmerksamkeit zu bekommen? Vielleicht merkt er, wenn er sich wirklich arg weh tut, das ihr vor sorge ihn in den arm nehmt oder so. Das dolle an die wand schlagen uns so, denke ich sogar das es nicht zwingend mit absicht ist. Weint er hinterher? das es weh tut? Wenn ja, denke ich das er das nur leicht wollte und das durch noch mangelnde genauigkeit zu heftig wurde. Wenn nicht, macht er es nur damit er aufmerksamkeit bekommt denke ich. Vielleicht reagiert ihr eher, bevor er einen wutausbruch bekommt und sagt STOP!!! "Komm beruhig dich!" in einem kräftigeren Ton bevor er ausrastet.
Und wenn er aus wut sich weh tut, dann einfach sagen "selber schuld, dann lass es doch sein"....So mache ich das, wenn cih vorher was sagte und er macht es doch. Aber absichtlich verletzter tut sich meiner zu glück nicht.

Alles Gute WhiteAngel

Beitrag von abns2008 25.06.10 - 19:37 Uhr

Hallo Kiwi!

Also, das mit dem Kopf irgentwo dagegen hauen beim Bocken kenn ich schon auch...Meine Dergels hatten auch so ihre "Macken"!

Aber das was dein Niklas veranstaltet hört sich schon ziemlich heftig an.
Und er ist ja echt noch richtig klein, bei uns fanden solche Aktionen erst so um den 2. Geburtstag rum statt.

Ich würds auch mal nem Kinderarzt schildern!

Ganz liebe Grüße,

Nicole

Beitrag von miezibuh 25.06.10 - 21:02 Uhr

Erleichternd zu hören, dass es anderen auch so geht. Meine Tochter ist fast 1 Jahr alt. Sie kann so wütend werden, dass sie sich auf den Boden kniet und den Kopf auf den Boden haut. Wenn ihr was nicht passt, kann sie sich auch notfalls bis zum Übergeben in hysterische Schreianfälle steigern. Ansonsten ist sie eine total Liebe. Ich glaub nicht, dass du dir Gedanken machen musst. Du hast da wohl auch ein extrem temperamentvolles Kerlchen.

Beitrag von e-milia 25.06.10 - 21:29 Uhr

Also mein Kleiner (13 Monate) haut sich auch immer mal den Kopf mit Absicht an, wenn er wütend wird. Und dann weint er natürlich, weil es echt wehtut, zumindest sieht es so aus. Er hat sich dabei aber noch nie wirklich verletzt.
Ein anderer Junge aus unserer Krabbelgruppe macht das auch und zwar so heftig, dass er schlimme Beulen und Kratzer davon trägt.
Dein Kind ist also definitiv nicht das einzige, dass seine Schmerzgrenze nicht wirklich einzuschätzen vermag.
Ich denke unserer Kinder wollen damit unserer Aufmerksamkeit bzw. ihren Willen durchsetzen, weil sie "gelernt" haben, dass wir mit Fürsorge auf solche Aktionen reagieren bzw. überhaupt reagieren. Da sie nicht sprechen können, zeigen sie uns damit, was sie denken.
Das Einzige was bei uns und übrigens auch bei meiner Bekannten geholfen hat, ist konsequentes Ignorieren. Fällt einem natürlich total schwer, weil sie sich ja tatsächlich wehtuen dabei, aber ich habe gemerkt, dass Aufmerksamkeit alles nur viel, viel schlimmer macht.
Ich handhabe es nun so, dass ich sofort deutlich 'Nein' sage, wenn ich merke, dass er vor hat sich gleich nach vorne oder hinten zu werfen. Tut er es dann doch, bemühe ich mich nichts zu machen.
Klappt natürich nicht immer, weil er mir so leid tut.
Aber sein Kopfanschlagen ist tatsächlich bereits viel seltener geworden.
Vielleicht klappt es ja bei euch auch, wenn du es übers Herz bringst.
LG