Neffe ist total verzogen

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 19:04 Uhr

Hallo!

Selber habe ich keine Kinder und ich bitte darum, davon abzusehen mir das hier unter die Nase zu reiben ;-)

Es geht um meinen Neffen, er wird diesen Monat 9 Jahre alt. Seit meine Schwester wieder solo ist, hat sie sich komplett auf ihren Sohn versteift, sie bemuttert ihn mehr als es gut ist, finde ich und der Rest der Familie auch. Der Junge isst nicht mehr richtig, weil er lieber auf Süßigkeiten und Chips und Co zurück greift. Meine Schwester meint, verbieten könnte sie es ihm ja nicht. Er isst zwar in der Schule, aber zu Hause ist es jedes Mal ein Drama. Wenn er bei den Großeltern ist, wird natürlich - auf seinen Befehl hin - was anderes gekocht, was er dann am Ende doch nicht essen will. Das nächste Problem ist der Fernseher. Ich sehe ja ein, dass das Angebot heute besser ist als zu meiner Zeit und leider hat er keine Freunde in der Straße, aber ich finde es zu viel. Gerade bei den Großeltern. Wenn er durch den Garten rein ommt ist der erste Weg zum Fernseher, er nimmt Opa die Fernbedinung aus der Hand und schaltet um. Ich hätte von meinem Vater (Opa) eine auf den hintern bekommen, wenn ich sowas versucht hätte! Wenn er Mist gemacht hat, hat er eigentlich TV-Verbot, aber nicht bei Opa. Mein Vater rettet sich mit der Aussage, die Erziehung wäre ja nicht seine Sache, darum solle seine Mutter sich kümmern. Meine Mutter, also Oma, ist da schon anders. Wenn sie nein sagt, dann bleibt es auch dabei. Natürlich ist sie einiges weicher als sie es bei uns war, er hatschon Narrenfreiheit. Ist ja auch ok, hatte ich bei meiner Oma auch, aber in Grenzen.
Zum Glück ist es mittlerweile etwas besser, seit er Tabletten gegen ADHS nimmt.

Das nächste Problem ist dann, das der Junge sich mir gegenüber total seltsam verhält. Wir hatten, bis vor ca. einem Jahr ein sehr gutes Verhältnis, aber jetzt ist es nur noch Stress. er antwortet nicht wenn ich ihn was frage, er ignoriert was ich sage, spielt mich aus etc. Das er, aufgrund seiner Entwicklung, phasenweise komisch drauf ist, ist ja ok. Aber über ein Jahr? Teilweise ist es aber auch meine Schwester, die ihm sagt ich bin ein Kasper. Für meine Schwester spielt Geld eine große Rolle, das war auch bei der Auswahl der Paten der ausschlaggebende Faktor. Geld habe ich nicht, also bin ich nichts wert. Unterstütz wird das dann von meinem Vater, indem er dem Jungen sagt, er könnte ruhig machen und sollte nicht hinhören was ich sage. Oft passiert das, wenn es ums Mittagessen geht. es wird in der Küche gegessen, also wird im Wohnzimmer der Fernseher aus gemacht. Und schon kommt Opa daher und macht den Fernseher wieder an. Mittlerweile grinst mich das Kind dann auf eine so ekelhafte Art an, dass es mich echt erschreckt.

Vielleicht bin ich da sturr, aber ich musste damals auch normal antworten, wenn ich gefragtwurde. Sicher hat man Leute, mit dnen man kann und solche, mit denen man eben nicht kann. Aber bisher hatten wir ein super Verhältnis.

Wie soll ich mich dem Jungen gegenüber verhalten? Ich finde die eisige Kälte langsam echt belastend. Verstehe das einfach nicht.

Beitrag von metalmom 02.10.10 - 19:30 Uhr

Hi!
Du kannst ihn nicht leiden, er kann Dich nicht leiden - geht euch aus dem Weg.
Problem gelöst.
LG,
Sandra

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 19:41 Uhr

Entschuldige mal, natürlich kann ich ihn leiden! Das ist jetzt ja echt mal der Hammer! Wie kommst Du darauf, dass das nicht so ist??? er ist der einzigste Neffe den ich habe und natürlich liebe ich ihn!

Beitrag von metalmom 02.10.10 - 19:52 Uhr

Lies Dir Dein Posting mal aufmerksam durch.

Beitrag von metalmom 02.10.10 - 19:57 Uhr

Das nächste Problem ist dann, das der Junge sich mir gegenüber total seltsam verhält.

... aber jetzt ist es nur noch Stress. er antwortet nicht wenn ich ihn was frage, er ignoriert was ich sage, spielt mich aus etc.

Das er, aufgrund seiner Entwicklung, phasenweise komisch drauf ist, ist ja ok. Aber über ein Jahr?

Teilweise ist es aber auch meine Schwester, die ihm sagt ich bin ein Kasper.
Geld habe ich nicht, also bin ich nichts wert.

Mittlerweile grinst mich das Kind dann auf eine so ekelhafte Art an, dass es mich echt erschreckt.

Vielleicht bin ich da sturr, aber ich musste damals auch normal antworten, wenn ich gefragtwurde.

Merkste was?

Beitrag von pollypo 02.10.10 - 19:36 Uhr

Hallo

Siehst du den Jungen jeden Tag?
Lebt ihr alle zusammen in einem Haus?
Oder woher weisst du über das Verhalten des Jungen so gut Bescheid?

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 19:42 Uhr

Ich wohne seit zwei Jahren nicht mehr zu Hause. Habe bei meinen Elter gewohnt und meine Schwester in der anderen Doppelhaushälfte. Wir stehen uns in der Famillie nah, deshalb sehe ich ihn mindestens einmal die Woche.

Beitrag von pollypo 02.10.10 - 19:51 Uhr

Alles klar,

ich würd die ganze Situation nicht zu arg sehen.

Er ist 9 Jahre (hab grad meine Zicke vor Augen #schock#zitter#schwitz:-) einfach nur gruselig im Moment #zitter),
er hat ADHS und weiss wahrscheinlich selbst nicht so ganz was mit ihm los ist (hab da grad ein Kind mit ADHS vor Augen welches ich nicht wiedererkannt habe nach der Tabletteneinstellung#heul),
er wächst zur Zeit ohne Vater auf und testet seine Grenzen aus.

Und die Sache mit Oma und Opa, das ist nunmal so dass die Enkel dort einen besonderen Status haben und sich viel erlauben dürfen was es zuhause nicht gibt.
Ob das jetzt gut oder nicht gut ist steht auf einem anderen Blatt.

Aber da denke ich solltest du dich als Tante raushalten, das ist Sache deiner Schwester.

Gruss, die Polly #winke

Beitrag von jazzbassist 02.10.10 - 19:54 Uhr

An der Erziehung der „Eltern“ kann man oftmals leider wenig ändern, wenn dort selbst keine Einsicht herrscht. Zumal sich Mütter - was ich auch hier auf Urbia eigentlich täglich merke - sehr schnell angegriffen fühlen, wenn es um ihre Kinder geht. Da Ihr Beitrag impliziert, dass man mit Ihrer Schwester nicht vernünftig reden kann - warum gehen Sie dem ganzen Theater nicht einfach aus dem Weg? Es muss ja nicht für immer sein - aber - ich würde da einfach mal für ein paar Wochen auf Distanz gehen und bei Nachfrage ehrlich antworten, warum sie nicht mehr zu besuch kommen. Ich würde mich so z.B. nicht von meinem Bruder oder meine Nichten oder meinen Eltern behandeln lassen. Denn ich würde mir dann "unerwünscht" vorkommen.

Wenn Einsicht bei Ihrer Schwester da ist, würde ich ihr einfach erklären, was man z.B. anders machen könnte; vielleicht ein Buch zum Thema Erziehung kaufen - oder - wenn das Verhalten des Kindes ganz extrem auffällig ist, einfach mal gucken, ob man nicht mal gemeinsam einen Termin bei einer Erziehungsberatungsstelle findet.

Wenn Ersteres für Sie nicht in Frage kommt, würde ich einfach wieder etwas an der Beziehung mit ihren Neffen arbeiten. Manchmal muss man da als Erwachsener einfach den ersten Schritt gehen, wenn ein Kind sich hier, auf Grund einer etwas verqueren Erziehung, ziemlich seltsam benimmt. Vielleicht unternehmen Sie am Wochenende einfach mal etwas mit ihm alleine, damit er von selbst merkt, dass es sich ja doch lohnt, hier etwas umgänglicher mit seiner Tante zu sein. Man kann hier unzählige Dinge mit einem Kind in diesem Alter unternehmen. Es ist sicherlich ein Kinderspiel, dass Fernsehprogramm zu schlagen :-p

Ich würde das Verhalten Ihres Neffen schon als auffällig bezeichnen; andererseits ist (was ihre Erklärung über die aktuellen Verhältnisse angeht) es auch irgendwie normal, dass er sich so verhält; da er halt genau so erzogen wird. Das können Sie ihrem Neffen leider nicht vorwerfen - sie können ihm nur Ihre Sicht auf die Dinge beibringen. Das ein „freundliches“ Miteinander ein viel schöneres Miteinander ist, als eine „eisige Kälte“. Aber - erziehen können ihn in erster Linie eigentlich nur die Eltern.

Beitrag von alpenbaby711 02.10.10 - 20:16 Uhr

Ich gebe dir recht der Bengel ist ein Rotzlöffel, aber ein total unterzogener. Solange deiner Schwester aber versagt in der Erziehung einschließlich deiner Eltern wirst leider nichts machen können.
Ela

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 20:25 Uhr

Ich denke, es liegt zum größten Teil an meiner Schwester. Er wollte zum Beispiel gerne bei mir schlafen, sie sagte, das geht nicht weil ich verantwortungslos bin. Stimmt nicht, außerdem habe ich zeitweise mit Babysitting Geld verdient (was nicht heißen muss, das ich ein Profi bin, schon klar).

Als ihre beste Freundin geheiratet hat, hat es Monate gedauert, bis sie sich zu mir als Babysitter durchringen konnte. Es ist natürlich nichts passiert, war mit ihm bei Mc D´s und er wollte, das ich a morgen auch da bin, wenn er aufwacht. Wenn wir alleine sind, kommen wir super klar, auch wenn Oma da ist. aber sobald Opa oder seine Mutter da ist geht es nicht mehr. Opa sagt zu allem Ja und Amen und Mutter gluckt auf ihm rum.

Beitrag von alpenbaby711 02.10.10 - 20:30 Uhr

Da würde ich dann behaupten das der Junge nicht weiß was er tun soll und unsicher ist weil ihm von allen SEiten ja ständig Sachen eingeredet werden bezüglich dir und überhaupt. Er braucht eigentlich klare Regeln, Abmachungen und dann weiß er auch woran er ist.
Ela

Beitrag von sassi31 03.10.10 - 02:35 Uhr

Ein Problem scheint zu sein, dass deine Schwester dich schon nicht ernst nimmt. Und genau das vermittelt sie durch ihr Verhalten und ihre Aussagen auch ihrem Sohn. Ergo, er nimmt dich auch nicht ernst. Das dein Vater ihm Narrenfreiheit gewährt, macht das Ganze leider nur schlimmer.

Ich würde auch mal eine Zeit lang einen Bogen um das Kind machen. Seid ihr gleichzeitig bei deinen Eltern und er benimmt sich schlecht und nervt dich dadurch, würde ich ihn entweder komplett ignorieren oder einfach gehen. Mit dem Hinweis, ich komme wieder, wenn der Junge nicht da ist und es ruhiger zugeht.

Der Neffe meines Ex hat sich genauso verhalten, wie du es beschreibst. Der hatte die Narrenfreiheit bei seiner Mutter. Und der andere Onkel (nicht mein Ex), der viel auf den Jungen aufgepasst hat, wurde nicht ernst genommen. Weil die Mutter immer wieder im Beisein des Kindes ihren Bruder ins Lächerliche gezogen und sich über ihn lustig gemacht hat. Der Junge hat das dann so übernommen. Ich selber war zwar auch einige Male genervt von dem Verhalten des Kindes, aber er konnte ja nichts dafür, dass man ihm keine Grenzen aufzeigt. Eingemischt habe ich mich nie. Außer, er hat mich zum Beispiel gehauen, weil er das lustig fand. Dann habe ich ihm sehr deutlich gesagt, dass ich das nicht möchte oder beim nächsten Mal ja durchaus zurück hauen könnte. Er hat dann sofort aufgehört. Bei seinem Onkel hätte er gelacht und weiter gemacht.
Alles in Allem war er bei mir immer sehr lieb und umgänglich. Hat durchaus auch gehorcht, wenn ich ihm was gesagt habe. Essen war eine Katastrophe, so wie bei deinem Neffen. Aber dann musste er halt hungern, bis er wieder zuhause war (das waren wenige Stunden, keine Tage).

Beitrag von aliciakommt 02.10.10 - 20:27 Uhr

Also ich bin ehrlich gesagt mehr als verwundert über die anderen Antworten bisher.

Da ist also ein kleiner Junge, der ohne seinen Vater aufwächst, eine Mutter hat, die sich weigert, diese Rolle zu erfüllen und ihn zu erziehen, der sich von Chips und Süßigkeiten ernährt, nur vor der Glotze hängt und im zarten Alter von fast 9 Jahren Tabletten gegen ADHS nimmt und sein familiäres Umfeld im Griff hat und das Kommando übernimmt.

#schock#schock#schock

Und da ist dann die gängige Meinung: *schulterzuck* halt dich aus der Erziehung raus?

Wenn der Junge in 5 Jahren auf die schiefe Bahn gerät (nicht, dass das zwingend passiert, ich sage nur WENN), dann ist das Geschrei wieder groß. Und "man hätte doch" und "Jaja, schwierige Kindheit, das nützt nun auch niemandem was mehr" und so weiter..

Ich finde, es ist deine Pflicht, etwas zu unternehmen. Deiner Schwester ins Gewissen zu reden. Deinen Eltern ins Gewissen zu reden. Eine Familienberatungsstelle aufzusuchen. Einen Kinderpsychologen zu kontaktieren.

Der Kleine braucht Hilfe- und nicht noch jemanden, der wegschaut.

Viele Grüße von Aliciakommt

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 20:52 Uhr

Danke!
Das habe ich schon oft versucht, bei meinem Vater stoße ich auf taube Ohren, er weigert sich, konsequent zu sein, meine Schwester geht sofort an die Decke. Meine Mutter sieht die Sache sehr ähnlich wie ich, sie hat auch versucht mit meiner Schwester zu reden (ohne Erfolg) und streitet sich ständig mit meinem Vater, weil der permanent alles untergräbt.

Seit die Ehe schief lief und jetzt geschieden ist, hat sich meine Schwester krampfhaft an ihn geklammert, damit hat sie ihm aber auch leider eingetrichtert, das nur Mama alles hin kriegt und wichtig ist und das er der "Mann" ist und bestimmen kann. Beides ist Humbug, wie soll er denn wissen, was frei ist? Er kann den Mann im Haus nicht ersetzen. Außerdem reagiert die Umwelt langsam auch auf sein Verhalten, in der Schule ist er der Meinung, man müsste sich nicht melden oder mitschreiben, wenn der Lehrer eine Frau ist. Er ist jetzt schon eine wansinnig zickige und komplizierte diva und ich mache mir Sorgen.

Dienstag hatte meine Mutter Geburtstag und er sollte mir eigentlich beim Abwaschen helfen (klar hätte er nichts tun müssen, mir und ihm war einfach langweilig). Ich hörte nur eine Tür knallen und wie er die Treppe rauf rannte. Oben hat er sich dann hingesetzt und geweint. Ehrlich, ich verstehe nicht warum. Die Idee, das er helfen soll kam nicht von mir, davon habe ich erst hinterher erfahren. Er kam vorher kurz in die küche und ich sagte aus Spaß, er könnte jetzt ja aufräumen. Das sage ich auch über mein Auto und ob er nicht Lust hat, für mich hier und dort hin zu fahren. Er WEIß, dass das Spaß ist.

Wenn wir alleine sind ist alles super, wir machen Spaß und Blödsinn. Ich habe ihm Quatsch beigebracht etc. Aber ist meine Schwester da, gibt´s Stress.

Beitrag von mirja 06.10.10 - 21:05 Uhr

Seit die Ehe schief lief und jetzt geschieden ist, hat sich meine Schwester krampfhaft an ihn geklammert, damit hat sie ihm aber auch leider eingetrichtert, das nur Mama alles hin kriegt und wichtig ist und das er der "Mann" ist und bestimmen kann.

Das nennt man seelischen Missbrauch an Kindern! Würd ich deiner Schwester so mal sagen, sie schadet ihrem Kind nicht nur durch die fehlende Erziehung, sondern auch dadurch, dass sie ihm eine Rolle aufdrückt, welche dieser Junge weder erfüllen soll noch kann.

Deine Schwester sollte die Trennung anderweitig verarbeiten.

Besorg dir Fachwissen (in Form von Büchern oder Internetausdrucken) und leg ihr das mal vor. Vielleicht wacht sie dann auf! Unglaublich, was manche Leute mit ihren Kindern anstellen.#schock

Ich würde auch mal in einer ruhigen Minute und ohne Schwester deine Eltern zur Brust nehmen und ihnen mal klarlegen, dass sie auch eine Verantwortung tragen (auch wenn sie nicht offiziell Erziehungsberechtigte sind)

Schön, dass du dich einsetzt, bleib dran!

Beitrag von schwarzesetwas 02.10.10 - 21:42 Uhr

Wegen Fernsehen und Essen eine Beratungsstelle?

Na klar.

Du hast doch keine Ahnung von der Situation vor Ort und kommst wegen solcher Banalitäten, die meiner Meinung daher rühren, dass Tante nichts mehr zu sagen hat und sich deswegen ausgegrenzt fühlt...
Klar.

:-)

Beitrag von annie-johnson 02.10.10 - 23:44 Uhr

Nein, es geht darum, dass der Junge mir mehr und mehr aus dem Weg geht und sich mir gegenüber seltsam verhält. Und ja, ich finde sehr wohl, dass er auf seine Tante, also mich, manchmal hören sollte.

Alles klar?!

Beitrag von sassi31 03.10.10 - 02:39 Uhr

Das klingt ja ganz toll, was du so schreibst. Aber wie soll sie das machen, wenn ihre Schwester sie schon nicht ernst nimmt und der Vater ebenfalls alles besser weiß?

Ins Gewissen kann man nur Leuten reden, die auch mal zuhören wollen. Wer schon von Beginn an garkeine Kritik oder Sichtweisen anderer hören möchte, macht einfach dicht und ignoriert deren Aussagen. Und einen Kinderpsychologen kann sie auch nicht einfach einschalten. Oder soll sie den ohne Kind kontaktieren?

Manche Leute sind einfach beratungsresistent. Da kannst du dir den Mund fusselig reden und erreichst nichts.

Beitrag von kawatina 02.10.10 - 23:23 Uhr

Hallo,

vielleicht nervst du mit deiner Fragerei #kratz


LG
Tina

Beitrag von acey 03.10.10 - 11:27 Uhr

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Mein Neffe ist auch fast 9 und vom gleichen Kaliber, wenn nicht noch einen Grad schärfer. Er ist das erste Enkelkind meiner Eltern und meine Ansicht zu ihm hat sich auch nicht geändert, seitdem ich selbst Kinder habe.

Allerdings im Gegensatz zu Deiner Schwester, unternehmen seine Eltern null (immerhin wurde ja Dein Neffe schon auf ADHS diagnostiziert, oder?) - alles ist toleriert und trotz Empfehlungen von Kindergarten und später Schule, haben sie alles abgeblockt und er ist in keinerlei Behandlung. Jetzt ist es schon soweit, dass sogar die Eltern seiner Mitschüler Hilfe angeboten haben (er wird in der Schule gemobbt, hat keine Freunde und hat es wirklich nicht leicht) - alles fällt auf taube Ohren.

Einige haben hier empfohlen, Deiner Schwester mal ins Gewissen zu reden. Dieser Schuss ging bei uns nach hinten los. Mein Bruder und Frau haben mit allen (meinen Eltern, uns, den Paten und Tanten/Onkel auf der anderen Familienseite und Freunden) Kontakt abgebrochen. Sie gehen kaum aus dem Haus und mir tut mein Neffe eigentlich nur noch leid, auch wenn er in der Vergangenheit mir, meinen Eltern und auch meiner Tochter (damals 1 Jahr alt) aggressiv gegenüber geworden ist.

Meine Mama hat schon viele Tränen deshalb verloren - mein Papa und ich haben resigniert, auch wenn ich mir wirklich wünsche, dass ihm geholfen wird - nur müssen das seine Eltern zuerst erkennen.

Ich denke, es ist sicher nicht einfach für Deine Schwester - gerade weil sie mit dem Jungen auch noch alleine dasteht. Wie ist denn das Verhältnis zwischen den beiden? Respektiert er seine Mama oder kann er mit ihr auch umspringen, wie er will?

Mir hat die Distanz sehr geholfen. Wenn er nicht mit Dir sprechen will, würde ich ihn auch lassen. Ich würde Deine Schwester keine Vorhaltungen machen, aber ihr vielleicht sagen, dass Du gerade im Umgang mit ihm sehr unsicher bist - vielleicht kommt damit ein Gespräch zustande.

Alles Gute,
Acey

Beitrag von annie-johnson 03.10.10 - 12:17 Uhr

Ok agressiv ist er, zum Glück, nie geworden. Und natürlich hat es keinen Sinn mit miener Schwester zu reden, beimir sagt sie, ich hätte keine Kinder und somit keine Ahnung, und bei userer Mutter wird es einfach ignoriert. Eine Zeit lang haben sie es versucht, da wurde konsequent nein gesagt, gerade beim Essen. Absurdes Thema eigentlich, aber da zeigt es sich am stärksten. Eine Zeit lang wurde also gesagt, es wird gegessen was auf den Tisch kommt (alles Dinge, die er bis vor einem Monat noch geliebt hat), es gab Gemecker und auch Tränen, aber im Endeffekt hat es geholfen. Das wurde dann schnell wieder verworfen und jetzt werden vorsorglich drei oder mehr Sachen gekocht, in der Hoffnung, dass er etwas davon isst. Ich kann mich an meine eigene Kindheit gut erinnern, wir hatten das Thema jeden Sonntag. Braten. Ich mag einfach kein Fleisch, noch nie. Also habe ich von selbst Kartoffeln und Gemüse gegessen und meine Eltern wurde sauer. Nach Jahren (!!!) haben sie es dann aufgegeben und meine Mutter ist freiwillig auch mal auf Huhn umgestiegen, nicht zuletzt weil mein Vater einen hohen Cholesterinspiegel hat. Ich seh ja ein, das man als Enkel Narrenfreiheit hat, die hatte ich bei Oma auch, aber auch ich hatte da Grenzen. Und geschadet hat es nicht.

So, jetzt denke ich einfach mal weiter, and die schuke zum Beispiel. Wie oft eckt er jetzt schon an, wenn er auf Biegen und brechen seinen Willen durchsetzten will und seine Freunde nicht verstehen warum er ausrastet. Wie ist es dann später, in der weiterführenden Schule?

Zu seiner Mutter hat er ein sehr sehr enges Verhältnis, er schläft in ihrem Bett, macht nachts den Fernseher aus, wenn sie eingeschlafen ist. Er ist ein Stück weit auch Ersatz für einen Partner. Als sie noch verheiratet war, hat sich mein ehemaliger Schwager ein paar mal bei mir ausgeweint. Auch ihn hat es angekotzt, dass es nur noch sie und den Jungen gab. Er lief nebenher. Das Selbe erzählte mir ihre beste Freundin, die sich seit dem derbe von ihr distanziert hat. Auf der einen Seite hat meine Schwester oft gesagt, sie möchte auch mal wieder weg gehen, wenn wir ihr angeboten haben, auf das Kind auf zu passen, sagte sie, das geht nicht, sie müsste immer bei ihm sein. Nein! Unsere Eltern wohnen im selben Haus, aber Eingang auf der anderen Seite, es ist kein Problem, das einer oder beide in er Wohnung meiner Schwester sind. Aber trotzdem, das geht nicht. Sie wird immer bitterer.

Beitrag von anira 03.10.10 - 12:35 Uhr

das problem ist die Fam allen Voran der Opa

Beitrag von schlumpfine2304 06.10.10 - 12:15 Uhr

früher war alles anders!
vergiss bitte, das die selben verhaltens- und erziehungsfragen wie damals gelten. damit kannst du heute keinen blumentopf mehr gewinnen!

zieh dich zurück, wenn dir das verhalten und die erziehung nicht passt. du wirst nichts verändern. du bist nicht seine mutter. die ist für die erziehung ihres kindes zuständig.

bei oma und opa genießen die meisten enkelkinder narrenfreiheit. man muss die erziehung der eltern vom verwöhnen der großeltern deutlich distanzieren. das kind muss den unterschied kennen.

mir passt das verhalten meines neffen (und dessen familie) auch nicht. da ist viel verpfuscht worden. aber es ist nicht mein sohn und er ist jetzt auch nicht so verkorkst, dass ich das jugendamt informieren müsste. er wird halt anders erzogen als meine eigenen kinder. ich nehme das so hin und gut ist.

lg a.