Mein Sohn grüßt nicht

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von keep.smiling 04.10.10 - 20:40 Uhr

Hallo,

mein 3 jähriger, welcher eigentlich ein sehr aufgewecktes Kerlchen ist und seit Ewigkeiten schon toll reden kann, grüßt nicht.
Im Kindergarten, wo er sich eingelebt hat, sagt er weder richtig hallo noch tschüß und genauso ist das bei seinen Freunden und unserer Familie.
Ich finde das unmöglich. Ich habe das Gefühl, da geht es mal wieder um Macht und Grenzen, weil wir natürlich immer sagen, er soll sich verabschieden (muß ja nicht mal hingehen, Hand geben oder so). Würden wir das einfach ignorieren, würde sich das viell. son selbst ergeben ???????????????????????????????????
Aber wir können ja nciht einfach nichts dazu sagen, wenn er sich so verhält, kommt auch blöd.

Jetzt hoffe ich mal wieder auf eure Tips und sage schonmal DANKE #liebdrueck

LG ks

Beitrag von sternenzauber24 04.10.10 - 20:47 Uhr

Warum sagt Ihr es denn immer wieder? Da fühlt er sich doch nur unter Druck, und daraus wird tatsächlich ein Machtspielchen!

Ich würde ihm immer ein gutes Vorbild sein, das wird kommen..

LG,
Julia

Beitrag von keep.smiling 04.10.10 - 20:53 Uhr

Warum sagt Ihr es denn immer wieder?

Weil man so etwas von einem 3 jährigen erwarten kann bei Menschen, die er kennt und täglich sieht.

Weil es mir peinlich ist / unangenehm, wenn mein Kind andere so ignoriert und wenn ich nichts dazu sage, denkt sich eh jeder "was für eine Erziehung"

#gruebel

Beitrag von sternenzauber24 04.10.10 - 21:00 Uhr

Aber er ist gerade mal Drei!

War es denn schon immer so, das er Fremde ignoriert hatte?

Ich würde ihn ermuntern, aber nicht ständig ermahnen. Und was andere denken ist doch Schnuppe, das wird noch kommen.

Der eine fängt ganz früh an, z. B. mein Großer hat es schon sehr früh gemacht, oder meine Tochter jetzt mit Zwei sagt auch freundlich Hallo!
Und mein jetzt fast 4 jähriger sagt es erst jetzt, und?
Jeder ist da anders und vielleicht schämt er sich noch zu doll?

Beitrag von nana141080 04.10.10 - 20:48 Uhr

Hallo!

Vorleben,eiinfach vorleben:-D
Und manchmal ermutigen.;-)

Mehr würde ich nicht machen!

LG Nana

Beitrag von tragemama 04.10.10 - 20:59 Uhr

Ich denke (aus meiner Erfahrung), dass man Kindern in dem Alter nichts aufzwingen kann. Ich würde den Druck rausnehmen, ihn nicht versuchen, zu zwingen - geht ja eh nicht, oder? Wir leben das vor, deshalb macht Kathrin das eigentlich auch. Ich wäre aber noch nicht auf die Idee gekommen, sie (womöglich noch vor anderen Leuten) zu schimpfen, wenn sie nicht grüßen möchte.

Andrea

Beitrag von keep.smiling 04.10.10 - 21:02 Uhr

was heißt schimpfen, ich sage halt, er soll tschüß sagen, ich forder ihn ganz normal auf und dann gehen wir eben ohne

Beitrag von celi98 04.10.10 - 21:06 Uhr

hallo,

meine tochter mag auch nie tschüß sagen. ich habe inzwischen herausbekommen, woran es liegt. sie macht das nur bei personen, di sie mag (familie, erzieher). ich glaube, sie hastt es , wenn einer geht oder wenn sie gehen muss. sie will nicht und daurm sagt sie auch nicht tschüß. ich denke, das wird mit der zet scon kommen, ich werde sie einfach weiterhin dazu ermuntern.

lg sonja

Beitrag von keep.smiling 04.10.10 - 21:09 Uhr

und wie kommst du darauf? / bist du darauf gekommen?

LG

Beitrag von bamboo 04.10.10 - 21:09 Uhr

hallo,

ich habe meinen sohn auch regelmäßig drauf hingewiesen, guten tag oder tschüss zu sagen.
gerade im kindergarten hatte er seine erzieherinnen zu grüßen.
da muss man auch nicht mit den kindern schimpfen (wie unten beschrieben) sondern ich habe anfangs meinem sohn gesagt, er soll bitte grüßen: schau, ich sage XXX auch guten tag.
auch heute erinnere ich meinem fünfjährigen sohn ab und an, dass er nochmal übers kindergartengelände rennen soll, um sich von allen zu verabschieden.

mein tipp, bleib dran. was kinder im jungen alter nicht lernen, wird ihnen sicher später nicht zufliegen oder zu selbstverständlichkeiten werden.

kann mich erinnern, dass ich früher auch noch ne weile gewartet habe, bis er sich verabschiedet hatte. vorher sind wir nicht gegangen. all das kam aber nicht im befehlston von mir sondern einfach als selbstverständlichkeit, die ich von ihm erwarten kann.

gruß

Beitrag von cori0815 04.10.10 - 21:22 Uhr

hi KS!

Ich habe mir angewöhnt, dass ich alle möglichen Leute grüße, denen ich beim Spazierengehen mit den Kindern treffe. Deshalb hat es automatisch auf meine Kinder abgefärbt: sie grüßen artig und selbstverständlich.

Allerdings ist es bei uns "auf dem Dorf" auch so, dass man relativ häufig den gleichen Leuten auf den gleichen Wegen begegnet. Und wenn man sich eh x mal pro Monat über den Weg läuft, kennt man sich auch wirklich bald so gut, dass man sich grüßen kann.

Also: grüße! Dann grüßen auch dein Kind. Und ignoriere einfach eine Zeitlang seine Gruß-Verweigerung. Aber WENN er mal grüßen sollte, dann lob ihn in einer ruhigen Minute dafür ganz intensiv, aber ohne einen Hype daraus zu machen.

Lg
cori

Beitrag von sternenzauber24 04.10.10 - 21:27 Uhr

Super geschrieben!

Beitrag von cori0815 04.10.10 - 21:39 Uhr

Danke!

Beitrag von kerstinkueken 04.10.10 - 21:56 Uhr

Meine Tochter reagiert überhaupt nicht auf Ansprache von anderen Menschen. Sie braucht immer eine Stunde, bis sie auftaut. Vielleicht ist er einfach schüchtern.

lg

Beitrag von keep.smiling 04.10.10 - 22:05 Uhr

Das ist er auch, wenn er wohin kommt. er reibt dann gerne die Augen oder so. Aber nach nem Kindergartentag mal tschüß sagen ist ja nicht zu viel verlangt.
lg

Beitrag von manu10.04.76 05.10.10 - 11:29 Uhr

Da haben unsere Kleinen im Kindergarten ein schönes Ritual ;-)
Es wird ein Abschiedslied gesungen und das geht zum Schluß so: Tschüß, Tschüß, Tschüß und alle winken während sie zum Ausgang gehen ;-)
Da macht jeder mit und keiner muss noch extra Tschüß sagen ;-)

Mia ist auch eine sehr schüchterne und ich bin sehr stolz, dass sie jeden Morgen zur Erzieherin geht und ihr die Hand gibt und ein guten Morgen haucht ;-)
Allerdings wurde das so von den Erzieherinnen "anerzogen". Sie gingen die ersten Monate einfach selbst auf die Kinder zu, setzten sich zu den Kindern auf eine Höhe, streckten die Hand aus und meinten guten Morgen. Mal streckte Mia die Hand aus und mal nicht. Das braucht alles Zeit.
Und bei den Verwandten klappts manchmal und manchmal eben nicht. Und bei Fremden verlange ich es schon mal gar nicht.
Ich mochte als Kind auch niemandem die Hand geben und auch Heute noch graust es mich hin und wieder davor, je nachdem wer vor mir steht. Aber ich überwinde mich und strecke die Hand aus, gehört sich eben so.
Und ich weis, dass Mia das auch irgendwann macht. Und wenn sich Leute denken was für ein unerzogenes Mädchen, dann sollen sie sich das denken..... Ich weis, dass Mia immer hilfsbereit, höflich, nett und gut erzogen ist.
Nur fremde Leute mag sie eben nicht und die ignoriert sie generell.
Man muss fremde Menschen auch nicht mögen. Damit hab ich kein Problem. Ich hätte eher ein Problem, wenn sie zu jedem freiwillig rennen würde und gegebenfalls noch mitgehn....

LG Manu

Beitrag von knutschka 04.10.10 - 22:30 Uhr

Hallo,

ich finde es "schlimmer" sich nicht zu verabschieden, als sich nicht zu begrüßen. Ich glaube, ich sage selbst nicht jedem "Guten Tag", sondern begrüße die Leute auch gerne mal mit "Na, wie geht's?"

Verabschieden gehört allerdings dazu - meine Tochter muss allerdings nicht jedem die Hand geben, es reicht, wenn sie winkt oder einfach laut "Tschüß" sagt.

Sie hat auch nicht immer Lust darauf, aber ich sage dann immer, dass das unhöflich ist und wenn man öfter unhöflich ist, darf man nicht mehr zu Besuch kommen. Das hilft dann immer recht gut.

Ignorieren würde ich es nicht - das hilft eigentlich nur, ein unerwünsches Verhalten abzubauen - in eurem Fall müsste aber eins aufgebaut werden (momentan tut er ja einfach nichts und würde das Ignorieren nicht zwangsläufig als solches wahrnehmen, sondern vielleicht auch als Duldung seines Verhaltens).

Manchmal hilft es auch, die Kleinen einfach auf den Arm zu nehmen und sie sich dann begrüßen oder verabschieden zu lassen.

LG berna

Beitrag von plda0011 05.10.10 - 00:20 Uhr

Ist schwer euer Kind mal eben so einzuschätzen. Meins grüßt auch nur sporadisch, wenn es interessa daran hat und nicht gerade ein Schmetterling vorbeifliegt oder so...

Je nach Situation schubse ich seine Aufmerksamkeit dann aber nochmal zur grüssenden Person und bitte ihn noch "Hallo" oder eben "Tschüss" zu sagen. (Wenn sich grad dreissig Leute auf einer Feier gegenseitig begrüßen, halte ich es z.B. nicht für nötig, dass er jedem die Hand gibt. Aber wenn die Oma grad eine Stund auf ihn aufgepasst hat und nach Hause fährt, dann soll er sich schon verabschieden.)

Im Kindergarten bestehe ich und auch die Erzieherinnen darauf, dass mit Hand geben gegrüsst wird. Das ist da sozusage das Übergaberitual. Erst wenn sich ein Kind verabschiedet hat (und die Erzieherin die entsprechende Abholperson gesehen hat) darf es gehen. Da macht er es auch.

Also mein Tipp, wenn es dir sehr wichtig ist: (klingt jetzt doof) Zwing ihn halt dazu. Wenn du es ne Weile durchziehst, sollte es eigentlich irgendwann laufen.

Wenn nicht: lass ihn doch einfach. Ich finde es in den meisten Situationen nicht wirklich nötig, dass ein dreijähriger brav alle Leute grüsst. Zwar höflicher, aber nicht zwingend nötig. (Manche Leute sind auch einfach schüchtern und fühlen sich dabei unwohl.)

LG

Beitrag von keep.smiling 05.10.10 - 10:45 Uhr

Tja, was heißt zwingen, ich kann ja schlecht ne Stunde da stehen und warten bis der Herr sich mal begnügt zu verabschieden.

Und von dem Händegeschüttel halte ich ja gar nichts - die perfekte Art in der Grippezeit alle anzustecken.

Ich erwarte ja nchtmal, dass er hingeht und jedem die Hand gibt - einfach ein freundliches Tschüß mit Blickkontakt, mehr will ich gar nicht.

Ich werde es jetzt bleiben lassen, denn solche Situationen hatten wir doch schon mal, je mehr man auf wa spocht, desto weniger klappt es.

LG und danke für deine Antwort

ks

Beitrag von visilo 05.10.10 - 06:24 Uhr

Tja da wirst du nicht viel machen können. Hab hier einige Male gelesen man soll es vorleben. Bei uns hat das nichts gebracht. Wir grüßen auch jeden Nachbarn aber Sohnemann ( bald 6) denkt nicht daran. Ich Kiga wird er gezwungen zu grüßen und zu verabschieden, das passiert dort nur sehr wiederwillig.
Ich denke irgendwann wird es wohl kommen. Wenn es mir sehr wichtig ist das er die eine oder andere Person grüßt dann zwinge ich ihn dazu, sonst lasse ich ihn machen was er will.

LG
visilo

Beitrag von juniorette 05.10.10 - 08:26 Uhr

Hallo,

natürlich empfinde ich es auch als wünschenswert, dass Kinder lernen, zu grüßen und sich zu verabschieden. Auch bin ich der Meinung, dass Kinder um so leichter lernen je jünger sie sind.

AAAAAAAAABER:
es kann so viele Gründe haben, warum Kinder nicht grüßen.

Mein Sohn ist bei Leuten, die nicht den Status "Vertrauensperson" bei ihm haben (= kennt er gut und mag er) extrem schüchtern. Klar habe ich anfangs gesagt "sag doch mal Hallo/Tschüß", aber das hat es nur noch schlimmer gemacht (war mir auch sehr peinlich). Und für seinen Kindergartenbusfahrer ist es sicher nerviger, einer "Sag doch mal Tschüß"-Diskussion beizuwohnen als zügig weiterfahren zu können (wobei dieser Busfahrer ohnehin kein Vorbild für freundliches Verhalten ist).

Es wird ja so oft die Ehrlichkeit von Kindern gelobt (oft auch, wenn das nicht angebracht ist). Ich kann noch (!) damit leben, dass mein 4jähriger Sohn zeigt "nein, dich will ich jetzt nicht grüßen/verabschieden" - es ist noch eine Sympathiesache bei ihm.
Aber ich merke auch, dass er immer offener Leuten gegenüber wird, die er nicht so oft sieht. Ich denke, das wächst sich aus. Trotzdem werde ich sicher in einer ruhigen Minute mal wieder das Thema "Hallo/Tschüß" ansprechen, freundlich und ohne Druck.

Ein Nachbarsmädchen von mir (8 Jahre) hat erst dieses Schuljahr angefangen, mich zu grüßen, davor hat sie nie den Mund aufgekriegt. Hab ich auch nie als schlechtes Benehmen, sondern als extreme Schüchternheit interpretiert.

LG,
J.

Beitrag von tanteju78 06.10.10 - 21:38 Uhr

Hallo,

ich denke, Vorleben ist das beste! So haben wir es auch geschafft, unserem Sohn (4,5 Jahre) das "Danke" beizubringen, wenn er zb in der Apotheke ein Tütchen Bonbons bekommt oder beim Metzger ein Stück Wurst.

Ich habe einfach an seiner Stelle immer freundlich lächelnd "Danke" gesagt und ein ebenso freundliches Lächeln dafür erhalten. Irgendwann sagte mein Sohn dann auch ganz leise "danke" und wurde dafür dann angelächelt. Mittlerweile ist es für ihn selbstverständlich, laut, deutlich und lächelnd Danke zu sagen! Übrigens gesagt habe ich ihm NIE, dass er Danke sagen soll. Das kam von ganz alleine: Lernen am erwachsenen Vorbild.

Und genauso wird es im Kindergarten funktionieren. Jetzt ruft er schon manchmal ein allgemeines Tschüss in Richtung der Erzieherinnen und Erziehen, in ein paar Wochen wird er bestimmt gezielt "Tschüss Tanja"
sagen---so wie ich es ja auch immer mache :-)

Vielleicht versucht ihr es auch so? Nehmt Druck, Machtspiele usw raus und lebt es ihm einfach vor!
Klar wird das nicht von heute auf morgen klappen, aber bestimmt in inigen Wochen.

LG,
Ju