Stromanbieter wechseln: Lohnt sich das wirklich auf Dauer?

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Beitrag von moeriee 07.10.10 - 10:30 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Seit letztem Jahr bewohnen wir unser eigenes Haus und zum damaligen Zeitpunkt habe ich mich erstmals mit den verschiedenen Stromanbietern auseinandergesetzt. In den ersten drei Monaten waren wir beim regionalen Grundversorger (ovag Energie), der nach einem Vergleich bei Verivox / TopTarif aber wirklich recht teuer erschien. Ich verglich also die Preise und holte auch Erkundigungen über die verschiedenen Stromanbieter ein und veranlasste schließlich einen Anbieterwechsel zum 01.01.'10. Zwar war dieser neue Anbieter (Mainova) zwar nicht der günstigste aller Anbieter, aber wenigstens gab es über diese Gesellschaft nicht so viele negative Berichte zu finden. Der Wechsel klappte reibungslos. Doch schon nachdem die 6 Monate Preisbindung abgelaufen waren, gab es eine Preiserhöhung von 7,5%. Somit schmolz der Preisunterschied auf nicht einmal zwei Euro pro Monat, bei einem Verbrauch von 3.000 kW/h. Heißt konkret in Zahlen: Bei unserem Grundversorger hätten wir 710,65€ gezahlt und bei unserem neuen Anbieter 686,70€. Nun gut. Auch Kleinvieh macht Mist, mag sich so mancher denken. Das sehe ich ja prinzipiell auch so. Aber wenn ich jetzt der Werbung der diversen Vergleichsportale Glauben schenke, dann wundere ich mich doch ein bißchen. Angeblich sollen bis zu 400€ jährlich drin sein. #schock Wo kommen die denn her? Gut, die Marie ist ja auch kein Dummchen, also hab' ich erneut Preise verglichen. Ein Wechsel ist zum Anfang des nächsten Jahres möglich, da erst nach einem Jahr die Sonderzahlung (Neukundenbonus) von meinem "neuen" Anbieter Mainova ausgezahlt wird. Bei einem Vergleich fiel mir dann Folgendes auf:

Kalkuliere ich alle Dinge mit ein, die einmalig sind und sich erst einmal positiv auf den Endpreis auswirken (Kaution muss hinterlegt werden, es muss ein Jahr im Voraus schon alles bezahlt werden und der Neukundenbonus wurde schon abgezogen), dann liegt der günstigste Anbieter bei 412,90€. Macht also eine Ersparnis von 297,75€ im Vergleich zu unsere Grundversorger und 273,80€ im Vergleich zu unserem jetzigen Anbieter. Das Problem, das ich jedoch sehe, ist dass man über die meisten dieser Billigstromanbieter (TelDaFax, FlexStrom, priostrom, etc.) nichts, aber auch wirklich nichts Gutes findet. Pünktlich nach 6 Monaten werden die Preise erhöht (was die erst so hoch erscheinenden Preisdifferenz gleich wieder um einige Euro schrumpfen lässt). Um den attraktiven Neukundenbonus zu erhalten, wird vorausgesetzt, dass man seinen Vertrag nach dem ersten Jahr um mind. ein weiteres Jahr verlängert (anders ist es ja auch nicht möglich, da man für 12 Monate im Voraus zahlt). Im zweiten Jahr ist man dann natürlich wieder an die teureren Preise gebunden, egal wie hoch diese ausfallen. Zudem beschweren sich viele ehemalige Kunden, dass sie nach Vertragsende die Kaution, die sich meist auf 200€ beläuft, nicht ohne Weiteres zurückerstattet bekamen. Meist erst, nachdem ein Anwalt eingeschaltet wurde oder ein Mahnbescheid erlassen wurde, was natürlich alles mit weiteren Kosten verbunden gewesen ist (obwohl ich glaube, dass es den meisten Personen wirklich nur noch um das Prinzip ging, denn viele hatten schon gut 100€ für die "günstige" Kundenhotline hingeblättert, in der ihnen auf Nachfrage nur mitgeteilt wurde: "Ich lege jetzt auf! Guten Tag!" #schock Oder der Beitrag für 12 Monate wurde schon mal abgebucht, die Leute erhielten dann aber weiterhin den Strom des Grundversorgers, den sie dann zusätzlich zahlen mussten. Dem Geld mussten sie dann auch wieder hinterher rennen.

Viel mehr Optionen, um im Bereich Strom einzusparen, gibt es aber nicht. Sucht man gezielt nach Anbietern, die keine Kaution nehmen und bei denen man nicht schon ein Jahr im Voraus zahlen muss, komme ich zu folgendem Ergebnis:

Platz 1: Der Anbieter ist 95,94€ günstiger, als mein aktueller. Allerdings nur, wenn der Neukundenbonus von 125€ abgezogen wird. Ohne Neukundenbobus ist er fast 30€ teurer.

Platz 2: Der Anbieter ist 83,44€ günstiger, als mein aktueller Anbieter. Allerdings nur nach Abzug des Neukundenbonus von 75€ + der 375 kW/h, die man im ersten Jahr gratis erhält. Unter'm Strich ist also auch dieser Tarif teurer und zwar ganze 67€.

Und so geht es weiter. Lässt man nun diesen Neukundenbonus außen vor, dann gibt es kaum noch Stromanbieter, die günstiger sind. Und wenn, dann haben sie eine Preisfixierung bis zum 31.12.2010 (hieße: Bis unser Vertrag beginnt, sind die Preise wahrscheinlich schon wieder erhöht worden) oder von max. 6 Monaten. Dann ist eine max. Ersparnis von 42,26€ drin, wenn der Preis (trotz Preisbindung, die nur bis zum 31.12.2010 gilt) für 12 Monate gleich bliebe. Achte ich auf eine Preisbindung von mind. 12 Monaten, so schmilzt meine Ersparnis auf ganze 26,51€. :-(

Alles in allem bleibt da bei mir nur Ernüchterung. Denn so schön sich das mit dem "Sparen beim Strom" auch anhören mag: Ein richtig großes Einsparpotential hab' ich hier nicht entdeckt. Wie schon gesagt: Kleinvieh macht auch Mist! Keine Frage! Aber ich finde nicht, dass sich 2 oder 3€ im Monat so sehr im Geldbeutel bemerkbar machen, dass es sich lohnt, stundenlang Anbieter zu vergleichen und zu recherchieren, wem man sein Geld bedenkenlos überweisen kann und von welchem Anbieter man besser die Finger lässt. Wirklich sparen kann man (wenn man mal die eigene Reduktion von Energie außen vor lässt) eigentlich nur dann, wenn man jährlich den Anbieter wechselt und dort den Neukundenbonus einfährt (Frage: Wie lange braucht man wohl, um alle günstigeren Anbieter durchgemacht zu haben, denn dann gibt es keinen Neukundenbonus mehr!?) oder man gute Nerven hat, und man riskieren kann, seinem Geld bei unseriösen Anbietern hinterher zu rennen. Die wirklich seriösen Anbieter nehmen sich preislich fast nichts.

Nun meine Fragen: Wie empfindet ihr das? Lohnt sich ein Wechsel auf Dauer? Wie oft wechselt ihr? Würdet ihr einen Anbieter, bei dem bisher alles glatt lief, wegen 20 oder 30€ im Jahr wechseln? Wie ist eure Meinung?

Ich bedanke mich im Voraus für eure Antworten! #danke

Liebe Grüße #herzlich

Marie

Beitrag von nakiki 07.10.10 - 10:37 Uhr

Hallo!

Nein, einen Wechsel würde ich nicht vornehmen, wenn ich mit meinem jetzigen Anbieter sehr zufrieden bin und die Ersparnis minimal wäre.

Wir sind aber auch bei einem Ökostromanbieter (Lichtblick) und zahlen daher schon etwas mehr.

Die beste Art Stromkosten zu sparen ist, den Verbrauch zu senken. Wenn ihr zu zweit 3.000 kWh verbraucht, ist das sehr viel. Soviel verbrauchen wir zu viert.

Gruß nakiki

Beitrag von xyz09 07.10.10 - 11:02 Uhr

Vielen Dank für deinen Bericht, der genau das ausführlich erzählt, was ich mir neulich gedacht habe. Ich habe (wie du) bei verifox verglichen. Alle Anbieter, die deutlich preiswerter als unser jetziger (eon avacon) sind, muss man im Voraus bezahlen, eine Kaution hinterlegen und haben vernichtende Kritiken im Netz bekommen. Ich habe hier (in Kurzform) dieselbe Frage gestellt ("Welchen Stromabieter habt ihr und seid ihr zufrieden) und nur eine Antwort bekommen. Mein Resumee: Ich bleibe vorerst beim regionalen Anbiter und vergleiche in einem Jahr noch mal neu.

Bin gespannt, zu welchem Entschluss du kommst.

Viele Grüße
xyz

Beitrag von manavgat 07.10.10 - 11:28 Uhr

Ich wechsel jedes Jahr, an all meinen Standorten, meine Privatwohnung, Geschäftshaus meiner Mum, Privathaus meiner Mum.

Insgesamt 2 Stunden Aufwand und 800 Euro Ersparnis jedes Jahr. Ob das am Wechselbonus liegt oder nicht, ist mir egal. Ist auch Geld.

Ich nehme jedoch keine Anbieter mit Vorkasse oder Kaution! und: seit dem Ärger mit Flexstrom, die nicht nur mir das Guthaben einfach nicht ausgezahlt haben.... gebe ich immer an, ich würde weniger verbrauchen. Lieber zahle ich ein wenig nach.

Gruß

Manavgat

Beitrag von wemauchimmer 07.10.10 - 11:30 Uhr

Also ich glaube inzwischen auch, daß man nicht so ohne weiteres so viel einsparen kann wie einem das Vergleichsportal vorrechnet, weils doch an viele Haken und Ösen gebunden ist.
Allerdings ist das Wechseln wichtig, um überhaupt die Strompreise in Schach zu halten. Hätte es diese ganzen Wechselmöglichkeiten nicht gegeben, wäre der normale Strom vom normalen Grundversorger heute mit Sicherheit weitaus teurer. Man sagt ja, diese ganze Ökostromförderung (Photovoltaik usw) hat den Strom extrem verteuert und nur aufgrund des Wettbewerbs merkst Du es noch nicht. Heißt also, die Stromkonzerne verdienen heute weniger als früher an den Kunden. Und klar, die Grundversorger haben heute doch auch alle(?) einen günstigeren Tarif eingeführt, den man sofort bekommt, wenn man sich überhaupt für die Preise interessiert (also so ist es jedenfalls bei der EnbW).
Im Umkehrschluß sollte man also durchaus auch das "Kleinvieh" mitnehmen, denn sonst werden die Stromversorger schnell wieder unverschämt.
LG

Beitrag von crashsa 07.10.10 - 11:30 Uhr

Hi Marie.

Je günstiger der Anbieter desto schlechter der Service.

Willst du ein Jahr lang Ärger oder ein Jahr lang kein Stress??

Such es Dir aus....

LG
crashsa#schein