Umgangsrecht, muß ich das?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von superschatz 09.10.10 - 10:10 Uhr

Hallo,

mein Ex-Mann und ich (Scheidung ist noch nicht durch, weil er sich ziert) leben seit gut 1 1/2 Jahren getrennt, ich habe mich damals getrennt, weil es nicht mehr ging. Vertiefen brauche ich das nun nicht.

Wir haben einen gemeinsamen Sohn, der gerade mal 3-4 Monate als war, als wir uns getrennt haben. Einen Monat nach der Trennung ist er eher unfreiwillig ausgezogen (auf seinen Wunsch hingegen aber 300 km weit weg), seitdem aber weg. Mein Sohn und ich wohnen nun seit knapp 2 Wochen in einer neuen Wohnung.

Er hat in der Vergangenheit den Umgang sehr, sehr spärlich wahrgenommen, mal war er 2 Wochenenden im 2 Wochen Abstand da, dann wieder monatelang nicht. Die längste Zeit war mal 4 Monate. In der Zeit hat er mich zwar ab und zu mal gefragt, wie es dem Kleinen geht, sonst kam aber nichts bzw. wenig rüber.

Der Umgang fand bisher immer in "unserer" Wohnung statt, er war dann entweder von freitagabend bis Sonntagmittag da. Oder von Samstagmittag. Er hat in der Zeit bei uns auf dem Sofa übernachtet und hat bei uns gegessen, zu dem allem bin ich nicht verpflichtet, das sieht er anders. Ich war einfach froh, dass er sich mal gekümmert hat.

Nachdem es bei den Umgangswochenenden aber immer zu Streit kam und er meinte den Larry markieren zu müssen, habe ich ihm nach Umzug mitgeteilt, dass der Umgang so zumindest vorerst nicht mehr stattfinden wird. Ich möchte ihn nicht in unserer neuen Wohnung haben. Wir fühlen uns hier so wohl und ich genieße es echt, hier mal keine schlechten Erinnerungen und eine vergiftete Stimmung zu haben.

Er meint nun, wie ICH mir den Umgang vorstelle, wenn er ja nicht mehr in die Wohnung dürfte. Tja, meine Antwort war nur, dass ER sich was überlegen soll. Er darf unseren Sohn sehen, wann er will, muß sich dann halt etwas überlegen, wo er ihn sieht. Sein Kommentar war nur: "Ich sehe es aber nicht ein, 4 Stunden auf einem kalten Spielplatz zu hocken."


Ich bin doch nicht verpflichtet, ihm den Umgang zu organisieren, oder?

Zudem bin ich echt nicht daran interessiert, dass er irgendwann ständig beim Umgang in unserer Wohnung hockt, auch wenn ich einen neuen freund habe.

Den Kleinen mitnehmen geht ja schlecht, da er dann alleine 600 km mit ihm an einem Umgangswochenende fahren würde. Derzeit hat er nicht mal ein Auto. Zudem hat er echt keinerlei Beziehung zu seinem Sohn. Paul sagt nicht Papa zu ihm und vermisst ihn auch nicht, jedenfalls zeigt er es nicht, wie bei z.B. Oma/Opa usw., daher habe ich ihn desöfteren darum gebeten, regelmäßiger aufzutauchen, damit Paul sich an den Umgangswochenenden auch noch an ihn erinnern kann. Dann kommt das Übliche, "kein Geld - keine Zeit, aber ich würde ja sooo gerne." .

Verhalte ich mich echt so schlecht?! Ich stehe dem Umgang doch echt nicht im Wege. Ich spiele nur einfach nicht mehr seine Spielchen mit.


Das Jugendamt ist in die ganze Sache gar nicht involviert. Er hat es mir zwar desöfteren "angedroht", hat es dann aber natürlich nicht gemacht. Dort hätte er sicherlich ja auch schlechte Karten. Kurz nach der Trennung waren wir mal dort. Mein RA sagte mal zu mir, dass ich ihn nicht zwingen könnte, den Umgang wahrzunehmen, das stimmt ja auch.


Mich nervt diese Geschichte nur noch... #augen


LG
Superschatz

Beitrag von petite27 09.10.10 - 10:46 Uhr

Huhu,

Ich kann dir zwar nichts rechtliches oder so dazu sagen.

Aber mir gehts ganz ähnlich wie dir gerade.
Allerdings kommt Sebastians Vater soweit er kann regelmäßig.
Heisst jedes Wochenende, einmal den Samstag, einmal den Sonntag...und die Entfernung liegt bei so ca. 80 km.

Heisst, er übernachtet dann auch nicht hier, sondern ist halt von frühs bis abends hier.

Auch ich habe so angefangen....weil ich mir damals sehr unsicher war ob er mit dem Kleinen klarkommt....einfach aus Angst um unser Kind.

Inzwischen ist es für mich ne arge Belastung in hier in meiner Wohnung zu haben. Es sind unschöne Dinge in dieser Beziehung passiert, und es macht mich ganz schön fertig ihn immer und immer wieder in meine Wohnung lassen zu müssen.
Ich weiss, ich müsste es nicht, Niemand kann uns zwingen dass wir das machen....aber gerichtlich anzufangen ist ja nicht grade das Ziel.

Ich will es jetzt nach und nach versuchen auszuschleichen.
Heute werde ich z.b. für drei Stunden putzen gehen. (so lange war er bisher noch nicht mit ihm alleine). Wenn das klappt, dann mach ich nächstes WE gleich wieder was, und das will ich langsam verlängern.

Bis man sieht, er schafft es alleine....und dann soll er sich , spätestens wenn es wieder wärmer wird nächstes Jahr, selber mal was überlegen, was er mit dem Kleinen draussen oder woanders machen kann an seinen Tagen.

Ob das so klappt...naja...aber auf ewig will ich das auch nicht so weiterlaufen lassen.
Vor allem hab ich hier Abends das totale Chaos in der Bude.

LG

Beitrag von superschatz 09.10.10 - 14:09 Uhr

Hallo,

vielen dank für deine lieben Worte. Dann sind wir ja sozusagen Leidensgenossinen.

Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für dich ist. ich für meinen Teil kann mittlerweile klar sagen, dass ich über ihn hinweg bin und ich bin echt froh, wenn die Scheidung endlich durch ist.

Ich finde es eine gute Idee, dass du ihm nun im gewohnten Umfeld alleinigen Umgang gewähren willst. So wird dein Kleiner nicht aus dem Umfeld gerissen.
Ich könnte das nicht. Ich würde meinen Ex keine Minute alleine in der Wohnung lassen. Ich hatte schon ein ungutes Gefühl als ich beim letzten Umgangswochenende einen Unfall hatte und gute 6 Stunden im KH war. Er gewährt mir keine Privatsphäre und hätte nach wie vor keinerlei Probleme in meinen persönlichen Dingen zu wühlen bzw. auch Dinge aus der Wohnung zu entwenden. In der Trennungsphase hat er diverse Dinge mitgenommen, die uns zusammen gehörten. Wegen anderen Dingen will er mich nun anzeigen wegen Diebstahl, er weiß aber auch, dass er sich damit lächerlich machen würde. Er möchte Geschenke zurück und so ein Mist. #augen

Kümmert er sich in der Zeit wo er da ist denn gut um euren Sohn?
Bei 80 km Entfernung lässt sich der Umgang ja auch ein bisschen besser planen und gegebenenfalls später auch Übernachtungsumgang beim Vater planen.

LG
Superschatz

Beitrag von silbermond65 09.10.10 - 10:46 Uhr

"Ich sehe es aber nicht ein, 4 Stunden auf einem kalten Spielplatz zu hocken."

Ja,dann hat er halt Pech gehabt.
Du mußt ihn nicht seine Umgangstage in deiner Wohnung verbringen lassen.
Soll er sich halt was einfallen lassen für die Zeit.
Stell klare Regeln auf,macht feste Zeiten ab und entweder er hält sich daran ,oder er läßt es bleiben.
Vielleicht solltest du ja mal ein beratendes Gespräch mit dem JA führen.Einfach mal die Sachlage schildern und schauen,was sie dir raten.

Beitrag von karna.dalilah 09.10.10 - 10:57 Uhr

Hallo Superschatz,

ich habe den Umgang auch eine zeitlang in meiner Wohnung stattfinden lassen.
Nie wieder!
Angenehm war es nur für den Herrn Papa.

Das dein Ex nun natürlich wieder solch bequemen Voraussetzungen "erwartet" war ja schon voraussehbar oder? ;-)

Natürlich bist du nicht dafür verantwortlich den Umgang zu organisieren, zu gestalten oder gar zu finanzieren.
Er hat die Entfernung geschaffen, somit ist es sein Problem.

Ganz offensichtlich kann/will er nicht viel Energie in die Entwicklung einer Vater-Kind-Beziehung stecken.
Lass ihm die Türen offen- sollte mal ein Sinneswandel geschehen.
Ich würde ihm das so mitteilen und entspannt zurücklehnen- schauen was passiert.

Das Leben ist zu kurz, als die Probleme der Anderen zu seinen eigenen zu machen.

Alles Gute
Karna

Beitrag von ppg 09.10.10 - 11:56 Uhr

Es stimmt schon, das DU dafür verantwortlich bist den Umgang zu ermöglichen. Und ja, das wird bei den Gerichten auch so einseitig gesehen. Der KV kann auflaufen wann er will.

Und 4 Stunden Umgang im Winter bei Sturm, Regen Schnee oder Frost auf einem Spielplatz halte ich weder für den Mann - am allerwenigsten für das Kind zumutbar.

Wenn andere Möglichkeiten wie Schwimmbad, Indoorspielpark etc ausfallen und es auch keine Freunde oder Familie gibt, die da einspringen würden, dann könntst Du auch den Umgang mit Hilfe und in den Räumen des Kinderschutzbundes gestalten. Allerdings sind die Wartelisten daort lang und die Kosten pro Umgang betragen so ca. 30 € die zu teilen wären - da es ja auch andere Alterbativen gibt.

Ich persönlich würde meinem Kind zuliebe in Eigenregie ein Unterhaltungsprogramm ausarbeiten, was den Kind und den Witterungsbedingungen angemessen ist und den Vater mit kind dann dort hinschicken - z.B. Zirkus etc.

Ich bin immer erstaunt darüber, das viele Mütter lieber auf ihr Recht pochen, anstatt von ihrem eigenen Kind Schaden abwenden und diesem einen schönen Tag ermöglichen.

Ute

Beitrag von petite27 09.10.10 - 12:10 Uhr

huhu,

also ich kenne mich mit dem Rechtlichen jetzt noch nicht so aus, wie gesagt, bisher haben wir Alles ohne Gericht und Anwälte geregelt.

Aber der KV kann auflaufen wann er will??
Das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Oder wird von allen alleinerziehenden Müttern erwartet dass sie zu Hause parat stehen falls der KV es grade im Sinn hat vorbei zu schauen?
Das hiesse ja der betreuende Elternteil müsste sich mit Allem anpassen, so wie du das schreibst...oder was meintest du mit dem Satz?

Und ich kann auch nicht sehen dass die Mutter in diesem Fall nur auf ihr Recht pochen will.

Jetzt stell dir doch mal vor du hättest vielleicht eine blöde Beziehung hinter dir, bist froh von diesem Mann weg zu sein....und dann schläft er bei dir in der Wohnung auf dem Sofa.
Mir gehts schon mit diesem einen Tag pro Woche nicht gut, wenn er auch noch hier übernachten wollte, wäre aber definitiv Schluss.

Vorschläge machen finde ich auch eine gute Idee....manche Väter wissen mit den Kleinen wirklich manchmal einfach noch nichts anzufangen.
Allerdings würde ich es dann auch bei den verschiedenen Vorschlägen belassen und kein festes Programm planen.
Dann geht was schief, es gibt Krach unterwegs, es gefällt nicht, was weiss ich...und wer ist dann wohl Schuld? ne danke. ^^

Beitrag von ppg 09.10.10 - 12:33 Uhr

Das hiesse ja der betreuende Elternteil müsste sich mit Allem anpassen, so wie du das schreibst...

Mehr oder weniger: Ja
Wenn der umgang gerichtlich ausgefochten werden wird. Die Väter haben derzeit beinahe Narrenfreiheit, während Alleinerziehenden Müttern sehr schnell Ordungsgelder in Schmerezhafter Höhe aufgebrummt werden ( bei meiner Freundin waren es 500€ bei einem verpassten Termin, die im Wiederholungsfall zu zahlen gewesen wären )

Ich kann Frauen sehr gut verstehen, wenn sie ihren Ex Mann nicht sehen wollen, aber die Gefühle der Mutter stehen nunmal nicht zur Diskussion.

Es geht hier einzig und allein um die Kinder, die das Recht auf BEIDE Elternteile haben. Und das Elternteil bei dem das Kind lebt hat dieses bedingungslos zu fördern! Dazu muß ich den KV nicht in meine Wohnung lassen - es gibt auch billige Hotels - aber ich kann doch nicht einfach Kind und Vater bei Wind und Wetter in die Kälte jagen. Welche Mutter will ihren Kind sowas zumuten, blos weil sie mit dem Kindesvater nicht mehr parat kommt?

Ute

Beitrag von petite27 09.10.10 - 12:47 Uhr

wow, also ich habe bisher eigentlich immer eher das Gegenteil gehört.
Heisst, dass viele Mütter eher machen konnten was sie wollten, teilweise den Umgang vereitelt haben usw, und die Väter oft gekämpft haben und trotzdem kaum eine Chance hatten.
(im Bekanntenkreis)
Hat sich da gesetzlich denn so viel verändert?

Also dieses "bedinungslose" Fördern, nein, sorry, dem kann ich da so nicht zustimmen.
Natürlich geht es bei dem Ganzen um die Kinder, und darum ihnen so gut wie möglich den Umgang mit beiden Elternteilen zu ermöglichen.
Und natürlich fände ich es auch nicht richtig Kind und Vater bei Regen oder eisiger Kälte nur raus zu jagen....aber davon spricht doch auch keiner.
Aber.....bedingungslos....also NUR noch zurückstecken, das eigene Wohl vergessen ....nein. Irgendwo ist man ja wohl auch noch selber Jemand, man hat ein Recht auf Privatsphäre und darf ja wohl auch noch auf seine eigenen Bedürfnisse achten.

Und mir kommen durchaus die gleichen Gedanken wie der TE.....nämlich was wäre denn, wenn man selbst wieder einen Partner hat.
Bei mir bahnt sich da z.b. evtl grade etwas an (bin damit noch sehr vorsichtig), wenn es weiterhin gut gehen sollte, dann wird das erstmal eine Fernbeziehung und er könnte auch meist nur für ein Wochenende zu uns kommen.

So...meinst du ich will dann da jedesmal meinen Ex einen kompletten Tag mit hier in der Bude hocken haben??
Sehr schöne Vorstellung.....
Vielleicht könnten sich die beiden ja dann bei einem Kaffee nett unterhalten...nein Danke. :-p

Ich weiss ja nicht was du für eine Situation hast, ob du auch alleinerziehend bist, ob du vielleicht noch ein sehr gutes Verhältnis zum KV hast. (falls ihr getrennt seid)
Das sind schon Dinge die du da auch sehen musst.

Beitrag von ppg 09.10.10 - 13:04 Uhr

wow, also ich habe bisher eigentlich immer eher das Gegenteil gehört.
Heisst, dass viele Mütter eher machen konnten was sie wollten, teilweise den Umgang vereitelt haben usw, und die Väter oft gekämpft haben und trotzdem kaum eine Chance hatten.
(im Bekanntenkreis)

Das war mal: Heute urteilen die Gerichte extrem Vatrerfreundlich. Da bekommen Alkoloker und vorbestrfte Gewalttäter unbetreunten Umgang mit dem Kind. Die Mutter mögen von ihnen Krankenhausreif geschlagen worden sein, solange sie den Kindern nichts getan haben bekommen solche Väter unbetreuten Umgang.

Das was früher einseitig Mütterlastig war ist krass ins Gegenteil verkehrt.

Also dieses "bedinungslose" Fördern, nein, sorry, dem kann ich da so nicht zustimmen.

Ob Du dem zustimmst ist egal: Zeigst Du vor Gerichte keinen Kooperationswillen kann Du sogar Dein Sorgerecht verlieren.

Irgendwo ist man ja wohl auch noch selber Jemand, man hat ein Recht auf Privatsphäre und darf ja wohl auch noch auf seine eigenen Bedürfnisse achten.


Natürlich, ohne Frage. Ich will meinen Ex auch nicht in meiner Wohnung haben, kann ich gut nachvollziehen. Aber dann ist es eben an Dir Alternativen zu finden die für Dich, den Kindesvater und vor allem das beteidigte Kind annehmbar sind. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn sonst hat man als Mutter sehr schnell die A...karte der Umgangshinterziehung, selbst wenn der KV sich über Monate nicht gemeldet hat und Dir als Mutter der erstbeste Terminvorschlag nicht gepasst hat. Männer brauchen dafür heutzutage nur noch einen mittelmäßigen Anwalt.



Mein KV ist übrigens psychisch krank, und es sind Dinge vorgefallen, bei denen ich ihm meine Kinder niemals wieder über Nacht geben würde. Aber meine Kinder sind groß ( 13 und 15 ) sie entscheiden selbst ob sie bei Ihrem Vater schlafen wollen - und sie wollen eben nicht und sagen ihm das auch deutlich persönlich.

Wären meine Kinder jünger hätte ich echte Probleme, den gerichtlich käme ich mit einem Übernachtungsverbot nicht durch.


Das ist alles heute sehr schwierig für Mütter geworden. Wollen wir hoffen das Justizias Waagschale in absehbarer Zeit ins Gleichgewicht kommt.

Schönes Wochende

Ute

Beitrag von superschatz 09.10.10 - 13:56 Uhr

"Es geht hier einzig und allein um die Kinder, die das Recht auf BEIDE Elternteile haben. Und das Elternteil bei dem das Kind lebt hat dieses bedingungslos zu fördern! Dazu muß ich den KV nicht in meine Wohnung lassen - es gibt auch billige Hotels - aber ich kann doch nicht einfach Kind und Vater bei Wind und Wetter in die Kälte jagen. Welche Mutter will ihren Kind sowas zumuten, blos weil sie mit dem Kindesvater nicht mehr parat kommt? "

Wenn du das so interpretiert hast, dann hast du mächtig was missverstanden. ich will hier niemanden stundenlang auf einen Spielplatz jagen. Das war SEINE Reaktion darauf, als ich ihm schlichtweg gesagt habe, dass er vorerst nicht in die Wohnung kommt. Und ich sollte dazu noch erwähnen, dass er sich in der Umgangszeit kaum kümmert. Er saß rum, hatte sogar sein Laptop an den Wochenenden mitgebracht, hat vielleicht eine Windel gewechselt und sonst nichts. Das wollte ich eben nicht erwähnen, weil dann wieder gekommen wäre, dass ich ja nur auf dem Kindsvater rumhacke und solche Dinge nichts zur Sache tun.
Wie du schon erwähnt hast, gibt es soviele Dinge die man machen kann, auch ohne Auto und ohne Geld bzw. mit wenig Geld. Der Kindsvater zahlt derzeit nur den halben Unterhalt und liegt mir ewig in den Ohren, dass er ja so wenig Geld hätte. Das ICH allerdings diverse Ausgaben mehr habe und es nicht einsehe, ihm dann ein Wochenendprogramm zu sponsoren versteht er nicht.
Spazieren gehen, fehlanzeige.
Zoo oder ähnliches - fehlanzeige, das kostet ja Geld und ist ohne Auto ja sooo umständlich, weil man nicht direkt bis vor den Zoo fahren kann und halt ein bissl mit dem Bus und Zug unterwegs ist.
Selbst als er noch sein Auto hatte, wollte er einen Zoobesuch absagen, weil es etwas grau am Himmel war und etwas kühler. Da saß mein Sohn noch im Buggy mit dickem fußsack, ihm war das Wetter ein fach nicht "genehm".

Ich habe mich da echt sehr lange zusammengerissen, weil ich so gerne gesehen hätte, dass Paul auch einen "Papa" in seinem Leben hat, den hat er aber nicht. Und das liegt nicht an mir.

Nun überlegt er schon kräftig, wie das nächstes Jahr mit dem 2. Geburtstag ist, weil er ja schließlich keine Schlafunterkunft hat und kein Auto, womit er flexibel wäre. Meinst du, er verschwendet auch nur einen Gedanken "an ein billiges Hotel" und Bus und Bahn? Den 1. Geburtstag hat er einen Tag vorher abgesagt, weil er ja plötzlich Husten bekommen hätte. Da hatte er sein Auto noch.

Ein Grund warum ich ihn übrigens absolut nicht in der Wohnung haben will, ist die Tatsache, dass bei seinem letzten Besuch mal wieder die Polizei da war, weil er meinte tun und lassen zu können was er will und das in meiner Wohnung. Auch die Beziehung war schon mindestens 10 Polizeieinsätzen und 2 Wohnungsverweisungen geprägt. Sowas hole ich mir nicht mehr in die Hütte. Und ich habe mich echt zusammengerissen und der letzte Besuch hat doch mal wieder gezeigt, dass es echt nichts bringt.

Verstehst du jetzt, warum es mich ankotzt, dass er sich wie selbstverständlich auf diesem Vollpensionswochenende ausruhen will?

Beitrag von ppg 09.10.10 - 14:13 Uhr

Ich kann deinen Frust gut nachvollziehen und Dir nur raten, alle Gegebenheiten mit Datum und Urzeit zu dokumentieren. Am besten zeugen hinzuziehen.

Das Problem bei der Sache ist, das in dem Moment wenn er auf Umgang klagt DU (!!!!!) die schlechten Karten hast - egal wie die Umgänge in der Vergangenheit waren oder ob er sich überhaupt nicht gekümmert hat. Du als Mutter bist immer die böse! Und Unterhalt hat nunmal nichts mit Umgang zu tun.

Jetzt sind immer die Mütter die blöden, die automatisch unter Generalverdacht stehen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=2820392

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=2826296

Da hat eine Mutter sehr berechtigte Sorge um das Kind, und nicht nur mit Teilnahms - und Ideenlosigkeit des Vaters zu kämpfen. Und????

Sei weiterhin kooperativ und mach die Faust in der Tasche, das kann ich Dir nur als Tip geben. Juristisch ( oder auch unter Einschaltung des Jugendamtes ) hast Du nicht den Hauch einer Chance etwas zu verändern.

Ute

Beitrag von silbermond65 09.10.10 - 15:25 Uhr

Ich bin nicht in der Lage der TE,denn der "Vater" meiner 3 1/2 jährigen Tochter kümmert sich nicht.
Aber ich sag jetzt trotzdem mal was dazu.
Ich hab ihm immer wieder angeboten sie zu sehen (will er nicht ) ,aber er würde hier garantiert NICHT auflaufen dürfen ,wie ER lustig ist.
Und ich kann mir auch NICHT vorstellen,daß irgendein Richter so einen Quatsch befürworten würde.
Das würde ja bedeuten,daß als ich als Mutter entweder ständig nur zu Hause sitze und warte "kommt er ,kommt er nicht " oder bei irgendwelchen Aktivitäten mit dem Kind immer damit rechnen muß ,diese abzubrechen,weil "Papi" plötzlich dazwischenplatzt.
Ein Vater der Lust auf sein Kind und Spaß daran ,mit dem Kind was zu unternehmen,der wird sich seine Gedanken machen ,wegen dem "Bespaßungsprogramm" und sich nicht bei der Mutter in der Wohnung "ausruhen" ,denn da läuft ja eh alles wie von selbst.

Wenn andere Möglichkeiten wie Schwimmbad, Indoorspielpark etc ausfallen und es auch keine Freunde oder Familie gibt, die da einspringen würden, dann könntst Du auch den Umgang mit Hilfe und in den Räumen des Kinderschutzbundes gestalten. Allerdings sind die Wartelisten daort lang und die Kosten pro Umgang betragen so ca. 30 € die zu teilen wären - da es ja auch andere Alterbativen gibt.


Warum soll SIE sich darum kümmern? Sorry,aber er ist doch weggezogen.
Und mal ehrlich,er wird da wo er zuvor gewohnt hat,doch wohl einen Freund /Bekannten haben bei dem er die paar Stunden mit dem Kleinen unterkommen kann.Ansonsten gibts auch günszige Pensionen.

Ich bin immer erstaunt darüber, das viele Mütter lieber auf ihr Recht pochen, anstatt von ihrem eigenen Kind Schaden abwenden und diesem einen schönen Tag ermöglichen.

Ja,in so einem Fall würde ich auch auf mein Recht pochen.ICH ermögliche meinem Kind schöne Momente,aber ich würde das nicht noch für einen einfallslosen,lustlosen KV tun.

Beitrag von ppg 09.10.10 - 16:17 Uhr

Nein, da hast Du mich missverstanden.

Wenn aber Dein KV nach zwei Jahren nun kommt und sagt ich will mein Kind sehen und Du sagst dann "Nein" kann er klagen und wird dann in diesem Ungangsverfahren auch uneingeschränkt Umgang bekommen. Vollkommen egal ob er sich zwei Jahre lang nicht gekümmert hat

Natürlich kann er nicht von heute auf morgen Zugang verlangen oder du Freizeitaktivitäten abbrechen müßt nur weil der Vater anruft.


Aber wenn er Umgang hat, dann mußt Du das Kind auch aushändigen:
Auf welches Recht willst Du da pochen - alle Rechte diesbezüglich liegen nunmal beim Vater. Und in dem Fall ist keine Mutter verpflichtet Freizeitaktivitäten zu organisieren - aber meinem Kind zuliebe würde ich es schon tun.

Natürlich könnte der KV das Kind ja auch zu Freunden oder Bekannten mitnehmen. Aber wenn ich weiß das es dort nur vorm Fernseher geparkt wird?

Ute

Beitrag von petite27 09.10.10 - 18:04 Uhr

Aber wenn er Umgang hat, dann mußt Du das Kind auch aushändigen:

Das ist doch auch absolut ok so. :-)

Ich schreibe nochmal, weil ich dich da wohl vorhin auch missverstanden habe.
Dass man den betreuten Umgang vom Jugendamt nicht so ohne Weiteres bekommt, gibt es aber auch schon ne Weile.
Zumindest hatte ich auch danach gefragt gehabt und hatte keine Chance.
Den gibt es nur, wenn der KV aktuell Drogen nimmt, schwer alkoholabhängig ist, oder dem KIND gegenüber gewalttätig wurde.
Aber das wurde mir wie gesagt schon vor 1,5 Jahren vom JA erzählt.

Ich finde es teilweise zwar etwas krass....denn wenn ich daran denke, welche Ängste ich um das Kind hatte....furchtbar.
Und dann steht man da und hat das Gefühl alle lassen einen damit alleine.
Aber naja, ist halt so, dann muss man selber gucken dass man für eine Betreuung sorgt.

Beitrag von silbermond65 09.10.10 - 18:09 Uhr

Okay,dann hab ich dich missverstanden.

Beitrag von janamausi 10.10.10 - 09:19 Uhr

Hallo,

Du musst zwar den Umgang zwischen KV und Kind fördern, aber Du musst den KV nicht in die Wohnung lassen wenn Du nicht willst.

Umgang zu ermöglichen heißt nicht, dass Du dem KV die eigene Wohnung zur Verfügung stellen musst.

Auf Grund dessen gibt es schon in manchen Städten extra Vereine, die Übernachtungsmöglichkeiten, Mitfahrgelegenheiten und Betreuungsmöglichkeiten für die Väter schaffen (eben damit das Kind nicht 4 Stunden bei Sturm etc. auf den Spielplatz muss). Auch Zentren für allein Erziehende, Mütterzentren etc. bieten in vielen Städten Räume, Aktivitäten etc. für Väter die ihren Umgang ausüben an.

Wenn Mutter und Vater nicht miteinander auskommen ist es fürs Kind auch nicht zum Vorteil wenn der Umgang in der Wohnung der Mutter stattfindet.

LG janamausi

Beitrag von ciocia 09.10.10 - 14:12 Uhr

Hallo,

das ist so eine verzwickte Situation. Da das Kind noch so klein ist, ist es echt nicht einfach. Ich habe meinem Ex auch ermöglicht sich in meiner Wohnung aufzuhalten. Allerdings ist meine Tochter schon 4 und hat auch bei ihm bzw seinen Eltern übernachtet. Sie wohnen 160km weit weg. Ich mach das aber nicht mehr mit (in meiner Wohnung). Ich wäre sonst nie über den Kerl hinweg gekommen. Es war einfach für ihn- hat bei uns bisschen gespielt, gegessen und war weg. Das Kind muss auch lernen, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sind und jeder sein Leben, seine Wohnung hat. Ich bin der Meinung, dass ein Vater das Kind an seinem Leben teilnehmen lassen soll. Ich gebe meine Tochter nicht alle 2 Wochen zu ihm, seltener- dafür aber für 4 Tage oder so. Dann lohnt sich noch der weite Weg. Aber in meiner Wohnung will ich den Mann nicht mehr haben, ich bin schon eh in Therapie deswegen, es ist mein geschützter Raum.

Meine Tochter wollte dann schon, dass der Papa zu ihr kommt und hier mit ihn spielt. Ich habe ihr erklärt, dass Mama und Papa sich nicht gut verstehen und sich nicht so gern haben, sie soll lieber zu ihm fahren und dort spielen. Sie hat dann nicht mehr nachgehakt.

finde eine Lösung bei der du dich auch gut fühlst..

lg

Beitrag von zahnweh 09.10.10 - 20:55 Uhr

Hallo,

den Umgang kannst du ihm nicht streichen, aber in deine Wohnung musst du ihn auch nicht lassen.

Anfangs war der Umgang bei uns auch in der Wohnung (nie über Nacht!), bis er Mist gebaut hat. Beim Jugendamt haben wir uns dann beraten lassen. Die konnten ihn auch nicht davon abbringen, ER hielt sich mit seinem Verhalten auch weiterhin im Recht.

Mit dem Jugendamt zusammen haben wir dann eine für alle sinnvolle Lösung ausgehandelt. Allerdings hatte er dann keine Lust mehr und seither gibt's auch keinen Kontakt mehr.

Für Umgangsgespräche fand ich das Jugendamt sehr hilfreich, weil die sich
- rechtlich auskennen
- als Mediatoren agieren
- beide mal ihre Wünsche und Machbarkeiten nennen können
- der gefundene Kompromiss, SCHRIFTLICH festgehalten wird
- in eurem Fall haben sie sicher auch Tipps wegen der Entfernung. Ihr seid sicher nicht die erste Familie, die soweit auseinander wohnt.