Schmerzen beim Stillen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von mimi3011 10.10.10 - 11:31 Uhr

Hallöchen,

bin jetzt seit ein paar Tagen von der Klinik zu Hause und hab ein paar Probleme beim Stillen.

Meine Kleine schläft beim Stillen oft ein, wenn ich sie wieder wegnehme will sie aber weitertrinken. Wenn sie dann einschläft nuggelt sie auch oft an der Brust. Dann nehme ich sie sofort wieder weg. Das Spiel geht dann eine Weile so und wenn sie dann wieder richtig saugt, tut mir die Brust weh. Die Brustwarzen sehen ganz gut aus aber er schmerzt mir so sehr. Meine Hebamme sagt, dass ich da durch muss, aber ich kann nicht. Zweieinhalb Stunden hab ich sie gestillt, sie war immer noch nicht satt, sodass ich ein Fläschchen geben muss.

Beim nächsten Stillen waren es dann wieder so und nach ein einhalb Stunden gab ich ihr die Flasche weil die Brustwarzen so brennen.

Habe einen Stilltee von der Hebamme bekommen und so eine Silberlösung und Salbe. Aber ich war so verzweifelt, dass ich nur geheult habe.
So macht es doch auch keinen Sinn. Würde es am liebsten alles hinschmeißen und einfach stillen, soweit es eben geht und dann zufüttern.

Was meint ihr was ich machen soll oder noch machen kann?

Grüße
mimi

Beitrag von muffin357 10.10.10 - 11:41 Uhr

wie wär es, wenn du öfter anlegst aber dafür kürzer?
(ich habe niemals länger als 10min je seite stillen lassen und zwischendrin zum wachmachen gewickelt)

du kannst nach 10min abdocken oder wenn sie einschläft und bis sie ganz weg ist, den kleinen finger geben? -- so kriegen deine BW wenigstens ne weile erholung, wenn sie eh nur nuckelt ... -- lege lieber alle 2std kürzer an, also dieses dauernuckeln, denn ohne richtiges saugen wird auch die milch nicht angeregt...

wär das mal ne idee? -- so kamen wir ganz gut rum ...

übrigens: wenn du fläschchen machst, wird deine brust weniger gefordert und produziert somit auch weniger milch: ein teufelskreis. -- wenn du ganz stillen willst, dass die milch auch reicht, dann lege öfter an, statt fläschchen zu kochen... nach 2-3 tagen hat sich die brust auf den mehrbedarf eingestellt und es geht wieder normal weiter ...

alles gute
tanja

Beitrag von mimi3011 10.10.10 - 11:54 Uhr

Hallo Tanja,

so habe ich es gestern abend versucht. Sie weggemacht sobald sie schlief aber dann hat sie gleich wieder geschrien. Hab sie auch meiner Mutter auf den Arm gegeben, so dass sie keine Milch riecht. Hab sie immer wieder neu angelegt, abgedockt sobald sie nuggelte, jemand anderem im Arm halten lassen. Das ganze ging dann zweieinhalb Stunden bis ich einfach nicht mehr konnte. Dann hat sie aus der Flasche noch 70ml getrunken. Sie ist eine Woche alt.

Grüße
Sonja

Beitrag von emmy06 10.10.10 - 12:25 Uhr

google mal nach clusterfeeding, dein baby verhält sich völlig normal....


lg

Beitrag von jahleena 10.10.10 - 16:38 Uhr

Clusterfeeding scheint der neue urbia Trend zu sein.
Wurde mir auch gesagt, als ich mich mit denselbem Problem rumgeschlagen habe. merkwürdigerweise scheint es mit der Flasche abhanden gekommen zu sein.
Und Problemherd war ein völlig anderer.

Beitrag von emmy06 10.10.10 - 17:43 Uhr

nö... das ist kein trend - und wenn doch, dann ein langanhaltender, denn mein großer sohn verhielt sich schon 2007 so und der kleine jetzt auch wieder...
clusterfeeding ist ein mögliches, völlig normales verhalten eines stillkindes....


lg

Beitrag von lilly7686 10.10.10 - 13:35 Uhr

Hallo!

Also erst mal such dir bitte eine Stillberaterin und vergiss die Hebamme!
Schmerzen sollen beim Stillen nicht sein, auch wenn die allgemeine Meinung ist, dass das eben so sein muss. Das muss nicht sein und sollte nicht sein!

Hier findest du Stillberaterinnen in deiner Nähe, die ehrenamtlich arbeiten, also kein Geld verlangen:
http://www.afs-stillen.de
http://www.lalecheliga.de

Lass dir beim Stillen mal zusehen. Vielleicht trinkt deine Kleine einfach nur falsch? Das ist der häufigste Grund, warum Brustwarzen schmerzen.

Dann: eine Silberlösung würd ich nicht auf die Brustwarzen geben! Dein Baby soll die Brustwarzen ja in den Mund nehmen. Welche Salbe hast du denn bekommen? Am Besten wäre eine aus reinem Lanolin. Das ist genießbar und muss somit vorm Stillen nicht abgewaschen werden.

Dass dein Baby ständig trinken will ist normal am Anfang.
1. Ist der Magen noch sehr klein, sodass nur wenig da rein passt. Der Magen eines 10 Tage alten Kindes ist etwa so groß, wie ein Hühnerei der Größe S. Also sehr sehr klein.
2. nennt man das auch Clusterfeeding, was dein Baby da macht. Google das mal. Das ist dazu da, die Milchproduktion anzukurbeln und auf den Bedarf deines Baby's einzustellen. Das ist wohl der erste Wachstumsschub, den dein Baby da durchmacht. Sobald der vorbei ist, und die Milchproduktion sich eingestellt hat, hört auch das Clusterfeeding wieder auf.
Nur wenn du jetzt immer Flasche gibst, dann wird sich die Milchproduktion nie auf dein Baby einstellen und du wirst immer zu wenig Milch haben. Also lass die Flasche weg.

Ich würde sagen, du legst dein Baby an. Sobald du merkst, dass es nur noch rumnuckelt, nimmst du sie weg. Du gehst dabei mit dem kleinen Finger zwischen Mundwinkel und Brustwarze. So löst du das Vakuum sanft. Wenn du das nicht machst, ziehst du die Brustwarze beim abdocken lang und das tut natürlich umso mehr weh.
Wenn dein Baby dann nochmal Hunger hat, legst du es eben wieder an.
Wie gesagt, das ist beim Clusterfeeding leider so, dass du abdockst, das Kind dann sehr schnell wieder trinken will. Aber da musst du einfach durch und dann geht das bald vorbei.

Aber lass auf jeden Fall eine Stillberaterin drauf schauen, ob du auch wirklich korrekt anlegst. Denn wenn dein Baby falsch trinkt, dann tun dir die Brustwarzen bald noch mehr weh, und dein Baby bekomm schlimme Blähungen, weil es beim Trinken Luft schluckt.

Alles Liebe!

Beitrag von lilly7686 10.10.10 - 13:37 Uhr

Ich hab grad gesehen, dein Baby ist 7 Tage alt.
Meine Kleine hatte das Clusterfeedig mit 8 Tagen. Nach 2 Tagen Dauerstillen wars vorbei ;-)

Beitrag von lucaundhartmut 10.10.10 - 14:36 Uhr

Liebe mimi,

lasse Dein Kind das Hunger- und Durstgefühl befriedigen und nehme es dann von der Brust, um diese zu schonen.
Will Dein Kind weiter saugen, biete einen Finger von Dir oder einen Schnuller an.

Zudem könntest Du auch Brusthütchen verwenden, um Deine Brustwarzen zu schonen.

"Meine Hebamme sagt, dass ich da durch muss.."
Das hört man leider von vielen Hebammen und Stillberaterinnen. Ein wirklich wenig mitfühlender Satz, der völlig fehl am Platz ist.
Streiche ihn aus Deinem Gedächtnis, denn keine Mutter sollte leiden müssen!

"Würde es am liebsten alles hinschmeißen und einfach stillen, soweit es eben geht und dann zufüttern."
Das wäre Dein gutes Recht und könntest Du jederzeit so machen.
Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden gehen vor!


LG
Steffi

Beitrag von tabi 10.10.10 - 21:35 Uhr

#klatsch#klatsch#klatsch
#nanana

Beitrag von jahleena 10.10.10 - 16:35 Uhr

Hallo Mimi,
Als Betroffene möchte ich dir auch was dazu sagen.
Bei mir war es exakt genauso wie bei dir. Der Kleine hörte nicht mehr auf zu nuckeln.. Ich hatte kaum bis gar keine Milch.. Meine Brustwarzen haben gebrannt, ich habe geheult wie ein Schloßhund. Ich dachte immer nur "Bitte Baby wach nicht auf und habe Hunger.."
Meine Hebamme hat alles mögliche probiert.. stillhütchen, abpumpen.. Ich hatte 7 Nächte die ich durchwacht habe, schmerzende Brüste, Unsicherheit ob das Baby satt wird..

Es hat mir die ganze Eingewöhnungazeit mit meinem Baby versaut. Anders kann man es nicht sagen.
Ich habe am 7 Tag einen Strich drunter gemacht, alles für Flaschennahrung gekauft und angefangen damit zu füttern. Meine Milch geht langsam weg und es geht mir besser. Mein Mann kann auch mal füttern und ich kann das Wochenbett noch ein bisschen ausnutzen!

Natürlich hätte ich mir noch eine Stillberaterin suchen können, eine Stillgruppe und dies und das und blablabla.. Aber so ist es mit wirklich allem was dein Baby betrifft.
Wenn du losgehst und dir eine Tragehilfe kaufen willst, dann hörst du von 40 Leuten mindestens 100 unterschiedliche Meinungen.
Vom anmischen der Milch, bis zur Schnullerfrage, Schlafen, Windelmarke.. Etc etc .. Jeder wird dir was anderes sagen. Versuch ein bisschen auf dein Gefühl zu hören und dich nicht unbedingt gerade denen anzupassen die dir vllt antworten.

Ich taste mich selber gerade erst daran ein bisschen auf mich zu hören.. Auf mich und auf mein Baby. Im Team wissen wir schon was gut füreinander ist.

Das Nichtstillen war eine schwere Entscheidung, aber irgendwann mal eine Entsxheidung zu treffen war wichtiger, als diese Unsicherheit. Das bringt auch Ruhe rein.

Und zu deiner Milchfrage: kaltes abgekochtes Wasser und heisses Wasser in der Thermoskanne bereit halten. 2/3 heisses Wasser, Pulver rein, mixen.. Dann kaltes dazu, nochmal mixen.. Dann bist du sehr nahe an den 37 Grad. Ich hab noch ein Thermometer und lasse es dann im kalten Wasserbad die paar Sekunden runterkühlen.

Liebe Grüße,
Jahleena und Liam 10 Tage

Beitrag von steffi0413 10.10.10 - 20:48 Uhr

Hallo Mimi,

eine Stillberaterin ist eine super Idee. Sie kann vor Ort das Anlegen, die Saugtechnik, deine Brüste usw. anschauen. Stillen darf nicht weh tun, das wird in den meisten Fällen durch nicht korrektes Anlegen (BW nicht genug tief im Mund) verursacht und kann in den meisten Fällen koerrigiert werden.
Bis dahin ein paar Fragen, vielleicht werden wir "klüger"...
Ist mit der Zunge, Mund deines Babys alles ok? (zB. kein kurzes Zungenbändchen?)
Sin deine Brüste rund und ungefähr gleich? Hattest Du keine Brustoperation? Sind die während der Schwangerschaft grösser geworden?
Sind deine Brustwarzen nach dem Stillen genau so rund als vorher oder "schreg abgeschnitten" als ein neuer Lippenstift oder ähnlich wie ein Pflaumenkern? Tun Dir die BW auch dann weh, als sie anfängt zu trinken oder erst nach dem Einschlafen und Wieder-Trinken?
Schau dir bitte diesen Film über korrektes Anlegen an, vielleicht hilft Dir ein bisschen: http://www.youtube.com/watch?v=89G62Ycfhqc
Wieviel nasse Windel hat die Kleine in 24 Stunden? Wieviel mit Stuhl?
Wie oft trinkt sie jetzt in 24 Stunden? Bietest Du immer beide Brüste an? Wieviel Zufütterung bekommt sie jetzt? Spürst Du beim Stillen den Milchspendereflex (komisches Ziehen in der Brust und oder von der anderen Brust fängt an die Milch zu tropfen)? Siehst Du dass sie anfängt zu schlucken?
Habt ihr früher auch Flasche verwendet?
Hat sie keine Gelbsucht? Wie lange ist sie wach in 24 Stunden?

Wenn sie beim Trinken zu schnell einschläft, kannst du folgendes versuchen: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof - als ob ein Gumiball wäre - zusammen und halte ein bisschen so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss und sie fängt wieder an zu schlucken.

LG
Steffi

Beitrag von taufrisch 10.10.10 - 20:53 Uhr

Hallo,

bei mir war es am Anfang auch sehr schmerzhaft. Mein Sohn (jetzt 8 Wochen) hat einen sehr starken Saugreflex. Zum Glück trinkt er nicht so langsam, aber die Brustwarzen haben sehr geschmerzt.
Wir haben dann mit einem Schnuller angefangen, meine Hebamme hat den von Budni (Hausmarke) und den von Mam empfohlen.

Aber tatsächlich muss die Brust sich auch daran gewöhnen.Das wird aufhören zu schmerzen. Halte durch! Hör nicht auf zu stillen.#liebdrueck