Immobilienkaufvertrag - wie lange kann man zurücktreten?

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Beitrag von alexa1973 17.10.10 - 09:41 Uhr

Hallo!

Wie lange kann man von einem unterzeichneten Immobilienvertrag zurück treten?
Bis zu vollständigen Beurkundung?
Und wann genau ist eine Immobilie vollständig beurkundet?

Danke für Eure Antworten!

LG
Alexa

Beitrag von werner1 17.10.10 - 10:05 Uhr

Hallo,

Was ist daran so unklar ?
Eine Immobilie ist verkauft, wenn Käufer und Verkäufer unterschrieben haben, und der Notar seinen Stempel auf den Kaufvertrag drückt.
Dass im Vertrag ein Rücktrittsrecht vereinbart wird, ist äusserst ungewöhnlich.

Freundliche Grüsse Werner

Beitrag von zwiebelchen1977 17.10.10 - 10:21 Uhr

Hallo

Wie zurücktreten? Glaube kaum, das das geht. Zumal für den, der zurücktritt, extreme Kosten kommen.

Bianca

Beitrag von vwpassat 17.10.10 - 12:24 Uhr

Was meinst Du, wozu Verträge da sind?

Beitrag von zweiflerin 17.10.10 - 12:30 Uhr

Du kannst bis zu notariellen Beurkundung zurück treten. Allerdings musst Du damit rechnen, dass der Verkäufer dann Schadenersatz für entstandene Kostern verlangt. Der Eigentumsübergang ist mit der Eintragung ins Grundbuch vollzogen.

Beitrag von miau2 17.10.10 - 12:50 Uhr

Hi,
im Normalfall wird ein Immobilienkaufvertrag beim Notar unterschrieben und gilt damit als beurkundet. Das Eintragen ins Grundbuch usw. ist erst der nächste.

Guck doch mal in deinen Vertrag, was da steht. Ich habe unseren gerade nicht vorliegen, aber ich meine mich zu erinnern, dass da ein Passus drin steht (kann mich aber auch täuschen). Vielleicht steht es in Eurem ja auch drin.

Kostenlos würde das ganze im Normalfall mit Sicherheit nicht ablaufen. Denn ein prinzipielles "Rücktrittsrecht" wie z.B. beim Fernabsatzgesetz (Kauf im Internet z.B.) gibt es dabei nicht.

Die Frage ist sicher auch, WARUM man zurücktreten will. Wenn man es will, weil man doch meint etwas besseres gefunden zu haben ist das evtl. eine komplett andere Sache als wenn man z.B. herausgefunden hat (oder meint es zu haben) dass der Vekäufer über wesentliche Dinge getäuscht hat. In diesem Fall würde ich einen Anwalt empfehlen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von myimmortal1977 17.10.10 - 17:57 Uhr

Die Infos, die Du von den anderen Schreibern bekommen hast, sind nicht ganz richtig.

Eine Immobilie ist nicht erst verkauft, wenn der Notarvertrag unterschrieben wurde.

Du gehst schon rechtsgültig einen bindenden Vertrag ein, wenn Du als VK das Haus anbietest und einen Interessen ziehst.

Oder anders herum, wenn Du Dein mündliches echtes Kaufinteresse für eine angebotene Immobilie bekundet hast.

Der VK einer Immobilie ist rechtlich bindend, wenn er anberaumt wird, nicht erst dann, wenn er notariell beurkundet ist.

Das unterscheidet einen Immoblienkauf von anderen Kaufverträgen.

LG Janette

Beitrag von werner1 17.10.10 - 18:14 Uhr

#Du gehst schon rechtsgültig einen bindenden Vertrag ein, wenn Du als VK das Haus anbietest und einen Interessen ziehst. #

Das sind ja ganz interessante Möglichkeiten.
Ich setze ein Inserat in die Zeitung, und der Erste, der anruft, ist verpflichtet, die Immobilie genau zu diesem Preis zu kaufen.
Und die Notarkosten werden auch noch gespart.

Dann habe ich bis jetzt wohl immer einen Fehler gemacht.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von myimmortal1977 18.10.10 - 13:48 Uhr

Dann sollte man sich mit dem BGB auskennen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2817480&pid=17829123&bid=28

Beitrag von fensterputzer 17.10.10 - 19:03 Uhr

Sehr interessant!!! Ich habe ein 8Familienhaus und vor 3 Jahren ein Einfamilienhaus gekauft, dazu habe ich ungefähr 50-60 Objekte besichtigt und war ungefähr 10 mal in Preisverhandlungen . Nach deiner völlig idiotischen Meinung muß ich jetzt 10 Objekte bezahlen???

Du hast Recht der Immobilienkauf unterscheidet sich von anderen Kaufverträgen dadurch das er notariell beurkundet werden MUSS!!! um Zustande zu kommen.

Beitrag von myimmortal1977 18.10.10 - 13:50 Uhr

Maßgeblich bei dieser Aussage ist, dass sich rechtsverbindliche Geschäfte schon durch Ankündigung schließen.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2817480&pid=17829123&bid=28

Beitrag von parzifal 18.10.10 - 00:42 Uhr

Das ist Nonsens.

Ein Immobilenkaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung um bindend zu sein.

Beitrag von myimmortal1977 18.10.10 - 13:52 Uhr

Um die Besitzstandsverhältnisse zu klären, ja. Auch um die Rahmenbedingungen im Vertrag zu klären ja, aber nicht, wenn es um die Frage geht, wann wird ein Geschäft anberaumt und wann ist es rechtsverbindlich.

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2817480&pid=17829123&bid=28

Beitrag von werner1 18.10.10 - 16:07 Uhr

Und der Verkauf wird deshalb beim Notar gemacht, weil das so schön feierlich ist, und weil er ein besseres Papier hat.
Das ist ganz genauso wie beim Heiraten, das macht man aus den selben Gründen beim Standesamt.

Beitrag von parzifal 19.10.10 - 15:55 Uhr

Man sollte sich nicht auf das Gebiet des Rechts begeben, wenn man so gar keine Ahnung hat.

Ich finde es erschreckend, wenn Du auf Kritik Deine Aussagen nicht überprüfst, sondern daran mit herebeigezogner Begründung festhältst.

Ich glaube selbst ein juristischer Laie weiß mittlerweile, dass ein Grundstückvertrag zur Wirksamkeit der notariellen Beurkundung braucht.

Wie kann man da hartnäckig daneben liegen?

Da hilft es auch nicht irgendwelche Paragrafen zu nennen, wenn man nicht in der Lage ist einen Sachverhalt unter diese zu subsumieren.

Aus den von Dir zitierten Paragrafen ist nicht entnehmbar, weshalb unter von den von Dir behaupteten Bedingungen bereits ein rechtsgültiger Vertrag geschlossen worden sein soll.

Diese gehen am Thema vorbei.

Maßgebend sind die §§ 125 und 311 b BGB!

Und aus diesen ist gerade ersichtlich, dass kein bindender Kaufvertrag zustande kam.

Wenn schon ein schriftlicher Kaufvertrag nichtig ist, wie kann dann ein bekundetes Interesse dies sein? Dies langt ja regelmäßig noch nicht einmal für den Schluss eines mündlichen Vertrages.

Davon zu trennen ist die Frage, ob Schadensersatzansprüche bestehen, wenn man alle zu einem Notartermin antanzen lässt und dann plötzlich "niet" ruft (was regelmäßig zu bejahen sein wird).

Deshalb wird daraus aber noch nicht ein bindender Vertrag!

Du wirfst einfach alles wild durcheinander. Bedenklich ist, dass Du das selbst auf Hinweis nicht merkst, sondern stur an Deiner Meinung festhältst.

Beitrag von teufelchen05 18.10.10 - 15:43 Uhr

Hallo!
Ich finde es äußerst bedenklich, was Du hier so an vermeintlichen Rechtskenntnissen verbreitest! Mit welcher Qualifikation trittst Du denn hier auf?

Ich bin promovierte Volljuristin und muss Dir deutlich widersprechen.

Im Gegensatz zu Kaufverträgen über bewegliche Sache (Auto, Brot, Buch etc.), die mündlich geschlossen werden können (durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen - Angebot und Annahme, 433 BGB) muss ein Kaufvertrag über eine Immobilie, um wirksam zustande zu kommen, notariell beurkundet werden, 311b BGB. Erst für die Eigentumsübertrsgung ist die Einigung und Auflassung erforderlich.

Keinesfalls kommt nach deutschem Recht ein Kaufvertrag über eine Immobilie auf dem von Dir beschriebenen Wege zustande. Die von Dir imverlinkten Threat zitierten Gesetzesnormen behandeln Pflichtverletzungen beim Abschluss von Verträgen und deren Rechtsfolgen - nicht das Zustandekommen von Verträgen.

Es gibt eben gute Gründe dafür, dass soetwas wie das Rechtsberatungsgesetz gibt....

Grüße, das teufelchen.

Beitrag von parzifal 18.10.10 - 00:46 Uhr

Mir ist nicht klar, was Du mit "bis zur vollständigen Beurkundung" meinst?

Nach notarieller Beurkundung ist regelmäßig kein Rücktritt möglich.