8.Geburtstag und der Papa kommt nicht...

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von julia3ho 17.10.10 - 13:06 Uhr

Hallo Ihr Lien,

ich muss mich mal bei Euch ausweinen...

Mein Sohn wird heute 8 Jahre alt, nachher kommen ein paar Kinder und die engsten Verwandten - nur der Papa, der kommt nicht.

Zur Vorgeschichte: Ich bin alleinerziehend, schon lange war klar, dass mit unserem Kind "etwas nicht stimmt". Nach Jahren der Rennerei von Ärzten zu Psychologen zu Psychiatern und wieder zurück haben wir dann irgendwann endlich eine klare Diagnose bekommen.
Autismus.
Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, endlich Klarheit, endlich Hilfe, endlich die richtigen Therapien und Integrationsstunden.
Nur sein Papa, der kam mit der Diagnose garnicht klar - er will kein behindertes Kind. Ich verstehe das nicht, es ändert doch nichts an seinem Sohn - nur wissen wir jetzt endlich, was genau los ist. Aber das Kind bleibt doch trotz Diagnose das gleiche.
Erst war er furchtbar wütend auf die Ärzte, dann auf mich, weil ich unser Kind "zu den Ärzten geschleppt" habe. Und letzendlich ist er seither wahnsinnig wütend und enttäuscht von seinem Kind. Ein Kind das nichts für seine Krankheit kann und dringend Hilfe und Liebe seiner Eltern braucht.

Seit der Diagnose hat der Papa kein Wort mehr mit seinem Kind gesprochen, ruft nicht an, holt ihn nicht mehr ab...

Wir werden den Tag heute versuchen so gut es geht zu genießen, aber einer fehlt und hinterlässt eine schmerzhafte Lücke.

Ich bete, dass er irgendwann umdenkt und die Liebe zu seinem Sohn wieder in sein Herz lässt.
Armes Kind.

Danke fürs Lesen und liebe Grüße
Julia



Beitrag von kuschelpauli 17.10.10 - 13:26 Uhr

Hallo,

also erstmal alles Liebe und Gute für deinen Sohn zum Geburtstag. Ich kann sowas echt nicht vertstehen, wie kann man sein eigenes Kind aufgrund einer Diagnose nicht mehr lieben? Da fehlen mit nur noch die Worte. Ich habe selber ein Kind mit einem genetischen Defekt, aber für mich ist er nicht behindert sondern etwas besonderes. Er macht so viel durch, muß soviel ertragen... das ist doch wohl schon Strafe genug. Sein Papa und ich haben uns auch getrennt, aber er kümmert sich um den Kleinen so gut es geht. Und vorallem liebt er ihn über alles. Ganz gleich ob er nun gesund wäre oder nicht.

Ich denke ohne ihn seid ihr echt besser dran, mit seiner Denkweise würde er eurem Kind nur weh tun. Aber so sind manche Menschen leider, sie beschänken ihre Sichtweise nicht auf die inneren Werte, sondern nur auf bestimmte Fakten. Nur weil er Autist ist heißt es doch noch lange nicht das er deswegen ein schlechter ist als gesunde Kinder.

Ich wünsche euch heute einen super schönen Geburtstag und ärgere dich nicht über sein ignorantes Verhalten.

GLG Birthe und Paul ;-)

Beitrag von sandra7.12.75 17.10.10 - 15:07 Uhr

Hallo

Mensch,das tut mir leid für euch.Ich weiß garnicht was ich schreiben soll.

Feiert schön ist irgentwie doof zu schreiben.:-(

Ich sehe eigentlich immer das pos.in den Dingen.Könnte ja sein das er wegen seinem Fehlverhalten ein schlechtes Gewissen hat und sich jetzt nicht traut.

Trotzdem ist es für dich,die den ganzen Stress alleine wuppen muß keine Entschuldigung,du mußt auch damit zurechtkommen.

Ich hoffe das er als Vater noch mal zur Vernunft kommt.

Euer Kind kann nichts dafür.

Versucht euch einen tollen Tag zu machen.

lg

Beitrag von 3erclan 17.10.10 - 15:17 Uhr

Hallo

Herzlichen Glückwunsch für deinen Sohn!!!!!!!!!!!

IHc kenne das auch der Papa von meinem kleinen haute auch ab nachdem es nach der Geburt nicht gut ausgeschaut hat und keiner wusste wie er sich entwickelt und was er an Spätfolgen hat.

Du bist eine sehr starke Mutter und du kannst stolz sein auf dich das alles alleine geschafft zu haben.

Ich renne mit meinem noch zu den testterminen weil ich auch dasGefühl habe dass noch was versteckt ist was die Ärzte noch nicht gefunden haben aber dasVerhalten spricht dafür!!!

Kopf hoch und pustet ganz festdie Kerzen aus

lg

Beitrag von lepidoptera 17.10.10 - 18:41 Uhr

Hallo Julia,

der Vater meiner Tochter hat sich einen Tag vor ihrer Herz-OP per Mail von ihr abgewendet und ist seit dem nicht mehr gekommen um sie zu besuchen, geschweige denn hat er mal gefragt, wie es ihr nach der Herz-OP oder generell ging.

Vorher hatten wir die Probleme, dass er Diagnosen von Ärzten angezweifelt hat und sich eingeredet hat, dass sein Kind normal entwickelt und gesund ist. Auch als ihre Entwicklungsverzögerung immer größer wurde und sich im Vergleich zur gleichaltrigen Cousine immer deutlicher zeigte, dass etwas nicht stimmte, hat er es kleingeredet. Ich denke, dass er es durch die Herz-Op einfach nicht mehr verdrängen konnte, dass seine Tochter eben doch anders ist.

Ich hab mal gelesen, dass viele Väter damit Probleme haben, die Behinderung ihrer Kinder zu akzeptieren und solange keine Diagnose vorliegt können sie es auch noch gut verdrängen.
In Eurem Fall liegt jetzt aber eine Diagnose vor, die der Vater Deines Sohnes nicht mehr verdrängen und leugnen kann. Vielleicht braucht er wirklich einfach nur etwas Zeit um alles zu verarbeiten. So, wie Du es geschrieben hast. Wenn er es jahrelang verleugnet hat, wird das bestimmt eine ganze Weile dauern.

Ich kann Deine Traurigkeit absolut verstehen und hoffe für Euch, dass der Vater Deines Sohnes bald wieder merkt, dass sein Sohn sein Sohn ist, ganz egal welche Diagnose es jetzt gibt.

Ich hoffe ihr hattet trotzdem einen schönen Geburtstag. #torte #fest

LG Lepidoptera

Beitrag von manavgat 17.10.10 - 19:03 Uhr

Dein Sohn hat diesen "Vater" nicht verdient.

Gruß und trotzdem einen schönen Geburtstag.

Manavgat

Beitrag von julia3ho 17.10.10 - 20:40 Uhr

Hallo!

ich danke Euch sehr für die lieben Worte!

Wir hatten wirklich eine schöne Zeit, auch ohne den Papa.
Und das soll jetzt das Motto sein um auch in Zukunft positiv mit der Situation umzugehen: Wir machen es uns schön und genießen einander.

Und allein sind wir nicht, es waren viele Verwandte da, die mit uns gefeiert und tatkräftig zugepackt haben. Meine Schwester hat sogar ein Kinderfeuerwerk mitgebracht, das wir zum Abschluss auf der Straße gezündet haben.
Da ist kein Platz für Traurigkeit!

Vielen Dank nochmal und erschöpfte, aber zufriedene Grüße nach einem Tag, der mit Schwermut anfing und mit Leichtigkeit endet!

Julia

Beitrag von alpenbaby711 23.10.10 - 15:19 Uhr

Mein Sohn hat auch Autismus und mein Mann tut sich auch etwas schwer damit aber wie dein EX so verhält er sich nicht. Vielleicht hätte dein Ex die Fassade von normalen Kind so aufrecht erhalten können trotzdem dessen Verhalten. Vielleicht braucht er einfach auch nur Zeit bis er damit klar kommt. ABer trotzdem tut sowas weh. SChließlich habt ihr jetzt mehr Klarheit was ja gut ist. Ich wünsche euch alles gute und du machst es richtig das Kind ist schließlich immer noch das gleiche.
Ela