Im Kigaalter schon lesen und schreiben lernen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mabo02 17.10.10 - 22:29 Uhr

Hallo ihr Lieben,

Unser Kleiner ist jetzt vier Jahre alt und seit einem haben Jahr interessiert er sich sehr fuer Buchstaben. Er kann nunmittlerweile das ganze ABC und er fängt jetzt an Woerter zu schreiben. Er hat im Kiga nun auch ein Schreibheft bekommen, wo er die Namen der anderen Kinder schreibt und auch seinen eigenen. Den kann er schon buchstabieren. Er weiß auch, dass in dem Namen Jessica 2 s drin sind. Leichte kurze Woerter kann er lesen, mit Hilfe.
Er macht das alles von sich aus.
Ich Frage mich nur, ob es ihm dann nächstes Jahr nicht zu langweilig wird. Wenn das so weitergeht kann er schon vor der Schule lesen und schreiben.
Im Kiga haben sie gesagt, wenn er es von sich aus will, soll man es auch unterstützen.

Was meint ihr?

Beitrag von 3erclan 17.10.10 - 22:33 Uhr

Hallo

lass ihn machen solange er möchte.

Finde es sehr gut dass der Kiga ihn da abholt von der Förderung wo er steht.

Beantworte ihm Fragen wenn er weilche hat.

lg

Beitrag von mabo02 17.10.10 - 22:36 Uhr

Er hat das Schreibheft bei den Vorschulkindern gesehen und wollte es auch probieren. Sie haben es ausprobiert und es ist genau seins. Er beschaeftigt sich auch zu Hause viel und gerne mit Buchstaben.

Ich lass ihn mal machen.

Beitrag von bine3002 17.10.10 - 22:35 Uhr

Oftmals legen Kinder nach dem ersten Interesse nochmal eine Pause ein. Bei meiner Tochter ist das gerade auch so. Sie fing genauso wie dein Sohn auch schon mit 3 Jahren an und hat das Prinzip jetzt verstanden (im Juli 4 geworden), d.h. sie kann Wörter nach Gehör schreiben.

Ich finde das in Ordnung, weil Kinder je nach Interessenlage vor der Schule viele Themen lernen, die sie später auch in der Schule behandeln. Beispiel: Das Kind fragt nach dem Wetter. Man erklärt es ohne darüber nachzudenken: "Ach nee, das ist ja ein Thema für den Physikunterricht..."

Also lass deinen Sohn machen. Wenn es ihm Spaß macht ist das doch super. Und in der Schule kann er dann Schönschrift üben.

Beitrag von zahnweh 17.10.10 - 22:39 Uhr

Hallo,

wenn er es von sich aus will, lass ihn.

Schule ist weit mehr als nur lesen und schreiben. Außerdem kann ein Ausbremsen oder ihn "ablenken" wollen zu noch mehr Frustration und späterer Verweigerung führen. Bzw. kommt dann die Frage auf: "als ich wollte durfte ich nicht und musste warten. Jetzt soll ich und will nicht mehr"
Kinder (Erwachsene auch) lernen am Leichtesten, wenn sie es von sich aus wollen und Freude dran haben. Vertröstet werden oder dann gebremst zu werden, nimmt die Freude erheblich weg und damit auch die Motivation.

Mal abgesehen davon, dass man ein Kind, das etwas lernen möchte, ohnehin nicht zu "stoppen" ist. Dann fragt er halt andere Kinder etc. und wird im Laufe der Zeit nicht mehr so oft zu den Eltern kommen, wenn er da auf "Hindernisse" stößt.

Als er laufen lernte, hat auch keiner gesagt, "nein, das sollst du noch nicht, warte noch ein halbes Jahr" :-p
so ist es mit dem Schreiben lernen auch. Wenn er möchte, ok. Wenn er nicht mehr möchte, auch kein Problem.

Dass du verunsichert bist, kann ich schon verstehen. Aber es gibt bei weitem Schlimmeres, als wenn ein Kind bei Schulstart schon lesen kann. (z.B. ein völlig demotiviertes Kind) ;-)

Beitrag von eishaendchen80 17.10.10 - 22:40 Uhr

ich habe jetzt nicht auf deiner VK geschaut woher du kommst aber hier in M-V weiss ich das man es gerne sieht wenn die Kinder schon schreiben können.
in einiger Hinsicht sogar lesen. es wird sogar vorausgesetzt.

Unser Großer ist jetzt 5 und kann seinen Namen schreiben, mittlerweile auch richtigherum. Zählen kann er auch schon bis 20 aber da er noch anderthalb Jahre in den KiGa geht wurde das erstmal "gebremst" was er macht ist gut aber wir "fördern" nicht.

So wie ihr das macht hört es sich ganz gut an, es ist seine gesunde Neugier bzw. gesundes Interesse.
Und wenn irgendwas "mehr" gemacht werden soll dann werden sie im KiGa schon mal das Gespräch suchen.

Beitrag von tinar81 18.10.10 - 08:41 Uhr

Hmm... Findest du es sooooo überragend wenn ein 5jähriges Kind seinen Namen schreiben und bis 20 zählen kann????

Ich finde das sollte für ein 5jähriges Kind ganz normal sein. Auch das Schreiben von einfachen Wörtern wie Mama, Papa, Oma, Opa u.ä. sollte schon funktionieren.

Sebastian ist jetzt gerade 5 geworden, schreibt seinen Namen schon lange alleine (mittlerweile auch das "S" richtig herum :-)) ) und auch die ganzen Namen aus der Familie.

Und er ist bei uns in der Kindergartengruppe von den Vorschulkindern der Jüngste (kommt im Sept. in die Schule und wird im Oktober 6), und einige die da drinne sind, können schon einfache Worte lesen, das Erste Rechnen wird auch schon geübt etc.....

"Bremsen" sollte man so eine wissbegiehrigkeit übrigens niemals. Auch wenn er noch 1,5 Jahre in den KiGa geht - einfach immer das machen lassen was sie wollen. Wenn sie mit 5 lesen lernen wollen, bitte schön, dann sollen sie..

LG Martina

Beitrag von eishaendchen80 18.10.10 - 09:32 Uhr

ja Max kann das auch bzw. sie fangen erst im Januar damit an.
Ausserdem denke ich das es reicht wenn er seinen Namen schreiben kann weiss wie seine Familie heisst wo er wohnt und bis 20 zählen reicht völlig aus. Er ist ständig draussen unterwegs und es ist gar nicht in seinem Interesse noch mehr wissen zu müssen. zumindest nicht so viel. Dafür haben wir viel Naturkunde draussen in der Anwendung. Wir schauen uns viele Tiere an, Insekten und Kriechtiere. ausserdem soll er noch spielen und "Kind" sein sagt auch die Erzieherin im KiGa. Was er kann ist gut mehr kann er aber muss nicht.

Und ja ich finde es toll das er es kann und fehlerfrei, es soll ja noch was für die Schule übrig bleiben. Was sollen sie denn mit sich anfangen wenn sie "schon alles können was in der 1. Klasse gelehrt werden soll"
Ich denke es reicht völlig aus und wenn er mehr will dann kriegen wir das immer noch hin.

Beitrag von daviecooper 18.10.10 - 10:10 Uhr

Hallo!

Ich bin Grundschullehrerin in Schleswig-Holstein und bin gerade überrascht über deine Aussage:

"hier in M-V weiss ich das man es gerne sieht wenn die Kinder schon schreiben können.
in einiger Hinsicht sogar lesen. es wird sogar vorausgesetzt."

Wer sagt denn das, das Lesen vorausgesetzt wird? Die Lehrer? Die Eltern? Das Schulgesetz? Der Kindergarten?

Bei uns lernen die Kinder in der 1. Klasse lesen. Wer es schon kann, wird differenziert gefordert, wer nicht lesen kann, lernt es bei uns. Kein Kind MUSS lesen oder schreiben können, wenn es eingeschult wird. Im Normalfall können ca. 10-20% der Kinder einer Klasse schon lesen, wenn sie in die Schule kommen. Die anderen können es nicht (höchstens Wortbilder erkennen, aber nicht sinnerfassend lesen).

LG

daviecooper

Beitrag von eishaendchen80 18.10.10 - 12:50 Uhr

hieß es gerade im Gespräch mit einigen Müttern deren Kindern diesjahr eingeschult wurden. und beim Doc wurde es erwähnt das es schon ist wenn "Kinder schon einiges können"

Ich will Max auch nicht dumm halten aber ich hoffe schon noch ihn mit andren Sachen beschäftigen zu können damit er einiges in der Schule lernt

Beitrag von tauchmaus01 17.10.10 - 22:42 Uhr

Hallo,
mittlerweile denk ich dass es nicht soooo unnormal ist.
Meine Kleine hat mit gerade 4 ihre erste kleine Geschichte geschrieben, die aus 2 langen Sätzen besteht.

*ANIKA WAR AINGESPERT. UNT DAN KAM EIN PRINZ UNT HAT SI BEFRAIT.*

So ging es dann immer weiter. Keine Ahnung, andere in ihrer Gruppe kenn alle Dinos auswenig auf LAtein und wissen ob sie Fleisch oder Pflanzenfresser sind, wieder andere kennen sich unheimlich gut mit Autos aus in dem Alter.

Unsere Kinder finden eben Buchstaben toll.
Sie liest auch schon seit dem 4. Lebensjahr sinnfreie Worte die man aufschreibt: LILANU, FANTAPI usw. oder eben BAUM, LESEN, BUS....

Sie ist heute 5, kommt nächstes Jahr in die Schule und hat keine Zeit sich zu langweilen, denn die Welt besteht aus mehr als Lesen und Schreiben. Kindern die sich mit anderen Dingen super auskennen, wird auch nicht langweilig nur weil sie nun alle Dinos kennen.

Freu Dich über Dein Kind aber bewerte es nicht über. Bei uns gibt es oft Grund zum lachen deshalb. Neulich war Elternabend und die Erzieherin zeigte mir ein Bild von Tine. Sie hat einen Hund gemalt der gerade sein Geschäft erledigt. Oben schwebt eine Fee . Neben der Fee eine Sprechblase :"IGIT. DAS IST EKLISCH#rofl"

Das Wunder Kind kennt eben keine Grenzen.
Leider wird heute so getan als wären "solche" Kinder gleich hochbegabt und müßen getestet werden um glücklich zu werden. Ich denke dass HB seltener ist als manche "hoffen" ?? und Kinder einfach ihre Neugier ausleben.

Viel Freude noch mit Deinem Buchstabenwissbegierigen Kind.....es gibt solche tollen Hefte für Vorschulkinder und Erstklässler, vielleicht wäre das mal was für ihn???

Mona;-)#winke

Beitrag von mabo02 17.10.10 - 23:41 Uhr

Danke euch fuer eure Antworten.
Ich lasse ihn nun machen. Ich wuenschte ich hätte als Kind mal mehr Spass am lernen gehabt. Das will ich ihm nicht nehmen.
Hochbegabt ist er sicherlich nicht. Das wäre auch nichts was ich mir fuer ihn wuenschen wuerde. Er ist einfach herrlich normal und kann anstatt zu malen (kein Interesse, nichts zu machen) eben besser schreiben.

Gute Nacht ihr Lieben.

Beitrag von denila 18.10.10 - 13:34 Uhr

Genau so ist es. Und das malen wird er dann vielleicht in der Schule lernen;-)
Mia konnte damals mit 5 Jahren schon richtig gut malen, kannte alle Hunderassen mit ihrem Aussehen, ihren kompletten Namen, typischen Eigenschaften, Verwandschaften...
Lesen, Schreiben oder Rechnen? - war nicht so ihr Ding. Jetzt ist sie eine gute Schülerin und schreibt, rechnet und besonders liest gerne.

Beitrag von chini 18.10.10 - 14:01 Uhr

Hi,

die gleiche Frage habe ich mir damals bei unserem Sohn (5,5) auch gestellt. Sein Interesse an Buchstaben begann kurz vor seinem dritten Geburtstag. Seit er 3,5 ist buchstabiert er viele Wörter oder schreibt sie ab. Wenn er ohne Hilfe versucht etwas zu schreiben, zum Beispiel meinen Einkaufszettel oder eine kleine Geschichte, sind immer noch einige Fehler drin. Aber man kann es lesen ;-)

Langweilig wird ihm nicht. Im Kindergarten wird er nicht gebremst, sondern durfte z.B. schon am Computer einen Bericht über Vulkane abtippen, die es ihm zu der Zeit angetan hatten.

Ich bin früher auch davon ausgegangen, dass er so schnell lernt, dass er sich bald langweilt und früher eingeschult werden muß. Glücklicher Weise konnten wir seine Interessen umlenken, so dass der Schulstoff hoffentlich später auch noch interessant ist. Er wird nächsten Sommer regulär eingeschult. Dann werden wir sehen, ob unsere Entscheidung die richtige war...

LG Chini