Citalopram in der SS- Entwicklungsstörungen

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Beitrag von kirsche2410 21.10.10 - 13:17 Uhr

Hallo ihr lieben!
Ich bin in der 7. SSW uns muss aufgrund einer Panikstörung das Medikament Citalopram einnehmen. Hat jemand Erfahrung hiermit?

Beitrag von destiwa 21.10.10 - 13:27 Uhr

Hallo!
Schau doch mal bei Embryotox.de nach! Soweit ich weiß ist Citalopram eins der Mittel, die auch in der Schwangerschaft weitergenommen werden können. Und besprich es natürlich mit deinem Gyn.
Ich musste mein Antidepressiva damals absetzen.

LG,
Destiwa

Beitrag von daisy80 21.10.10 - 13:51 Uhr

Sie haben Post ;-)

Beitrag von schwester28 21.10.10 - 14:22 Uhr

Mein Arzt sagte, schwanger werden mit Citalopram und weiternehmen: JA.

Während der Schwangerschaft mit Citalopram beginnen: NEIN

Beitrag von sharizah 21.10.10 - 15:49 Uhr

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Citalopram bei schwangeren Frauen vor. Bei Tierversuchen wurden jedoch Entwicklungsverzögerungen beim Fötus festgestellt. Es ist nicht sicher, ob sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Citalopram sollte während der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit angewandt werden. Ein plötzliches Absetzen von Citalopram während der Schwangerschaft ist jedoch zu vermeiden. Neugeborene sollten ärztlich überwacht werden, wenn im letzten Drittel der Schwangerschaft Citalopram eingenommen wurde.

SSRI und Schwangerschaft
Allgemeines

Die Einnahme von SSRI ist für das Kind mit größeren Risiken verbunden, als die Depression der Mutter allein. Ein geringes Geburtsgewicht und Atemprobleme traten signifikant häufiger auf. Auch wenn man die Schwere der mütterlichen Depression in Betracht zieht, ändert das nichts an diesem Ergebnis.[8]

Absetzsyndrom

Bei bis zu jedem 3. Kind kann nach mütterlicher SSRI-Einnahme während der Spätschwangerschaft ein Absetzsyndrom (vgl. oben) auftreten. Als Auslöser wurden die SSRI Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin und Citalopram/Escitalopram sowie der SNRI Venlafaxin benannt. Symptome sind Rigor bzw. erhöhter Muskeltonus, vermehrtes Schreien, verschiedene Magen-Darm-Probleme und andere.

Diese Entzugserscheinungen erreichen i. d. R. nicht die Schwere eines Opiatentzuges (Finnegan-Score ab 10), sind aber mit Finnegan-Punktwerten von 3-8 eine unnötige Belastung für das Neugeborene.[9]

Pulmonale Hypertonie

Eine seltenere, aber weitaus gefährlichere Schädigung durch mütterliche SSRI-Einnahme ist die Pulmonale Hypertonie (Bluthochdruck im Lungenkreislauf). Der Zusammenhang wurde durch eine Fall-Kontroll-Studie[10] aufgedeckt, die zur Prüfung des Verdachts aus einer Kohortenstudie mit Fluoxetin dienen sollte.[11] Die Pathophysiologie beruht vermutlich auf der Erhöhung des Serotoninspiegels im kindlichen Organismus - eine auffällige Parallele zu anderen bekannten Auslösemechanismen pulmonaler Hypertonie.

Das Risiko ist dosisabhängig (Dosisreduktion vermindert die Gefährdung) und besteht vor allem ab der 20. Schwangerschaftswoche. Neugeborene mit dieser Form der dauerhaften pulmonalen Hypertonie haben eine verringerte Lebenserwartung. In knapp 10% der Fälle ist die Schädigung tödlich. Die Gefährdung wird mit ca. 1% beziffert, d.h. eins von 100 Neugeborenen kommt nach SSRI-Einnahme der Mutter geschädigt zur Welt.

Missbildungen
Ende 2005 warnte die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA vor erhöhten Missbildungsraten nach Einnahme von Paroxetin.[12] Nach epidemiologischen Daten vom Oktober 2006 geht die Einnahme aller SSRI mit erhöhten Missbildungsraten einher.[13]

Andere Komplikationen

Eine Publikation im American Journal of Obstetrics and Gynecology vom April 2006 warnte vor einem erhöhten Risiko von Früh- und Totgeburten, niedrigem Geburtsgewicht und Krampfanfällen bei Neugeborenen nach SSRI-Einnahme der Mutter.[14] Das erhöhte Risiko für Neugeborene wurde in einer im August 2006 publizierten Studie nochmals für alle SSRI bestätigt.[15]