Erfahrungsberichte nach Schilddrüsen-OP

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Beitrag von gaeltarra 22.10.10 - 16:05 Uhr

Hallo,

ich werde im Dez. meine Schilddrüse entfernt bekommen, da sehr verknotet - und hoffentlich nicht bösartig.

Meine Frage an Betroffene ist, wie lange es gedauert hat, bis ihr mit Medis "richtig" eingestellt worden seid. Das dauert wohl seine Zeit, bis die individuell richtige Dosis gefunden ist.

Wie/was und in welchem Ausmaß hattet ihr Probleme. Ich meine jetzt nicht die OP an sich, sondern sonstige Auswirkungen wegen der fehlenden Hormone, Verletzung Stimmbänder usw.

Ich weiß, dass das alles subjektiv ist und nicht bei jedem gleich, aber interessieren würde es mich schon, als kleinen Anhaltspunkt, was auf mich zukommt...

LG
Gael

Beitrag von steffi7j 22.10.10 - 17:32 Uhr

Hallo!

Ich muß im Dez spätestens auch operiert werden, da mein Struma nach außen hin sehr groß ist. Aber meine Werte sind in Ordnung. Meine Ärztin hat auch den Tumormarker untersuchen lassen und der war in Ordnung, also keine Auffälligkeiten. Das Gewebe, was sie auf ihrem Monitor beim Ultraschall sieht, ist Mischgewebe, keine Anzeichen auf irgendwelche Knoten. Weder heiß noch kalt.

Meine Kinderärztin meinte, wenn es nur eine normale Struma OP ist, dann lassen sie einen nach 3 Tagen wieder raus, ansonsten dauert das wohl 4-5 Tage. Mir wird nur das überstehende Gewebe entfernt. Ich habe aber gehört, daß man auch ohne SD sehr gut leben kann, da man die Hormone ganz gut durch Tabletten ersetzen kann. Vor der OP muß ich aber noch zur Szintigrafie, zum Lungen- und Luftröhrenröntgen. Beim HNO war alles okay.

Mich tät aber interessieren, wie es einem danach so geht. Ein wenig Panik habe ich ja nämlich schon, auch vor der OP.

LG Steffi

Beitrag von miau2 22.10.10 - 17:53 Uhr

Hi,
es ist halt immer etwas gewagt mit Erfahrungsberichten, meistens äußern sich ja eher die, wo es nicht so glatt gelaufen ist.

Wobei das natürlich irgendwo auch dazu gehört.

Mir wurde im April 2004 die SD entfernt, wegen einem kalten Knoten, der gewachsen ist trotz Hormon-Unterstützung. Der Schnellschnitt während der OP gab schon die Diagnose auf papp. SD-Karzinom (es gibt keinen Tumormarker, der das im Vorfeld ausschließen kann), also wurde alles entfernt.

Der Rest ist eigentlich zweigeteilt: ich musste mit der Hormongabe warten, da ich zur Radiojodtherapie musste, dafür muss man in einer heftigen Unterfunktion sein (Aufnahme in meiner Klinik erst bei einem TSH von über 30). Einen Tag nach Gabe vom radioaktiven Jod durfte ich mit den Hormonen anfangen, die Einstellung war eine Sache wenigen Wochen und verlief absolut problemlos. Eine zweite RJT war zwar auch noch nötig, die Unterfunktion aber kürzer (eine Frage der Medikamente, die angewendet werden).

Die Einstellung ist bis heute kein Problem, und der tumormarker (NACH Entfernen der SD gibt es einen) bis heute nicht nachweisbar.

Was nicht so gut lief war das bei der OP alle Nebenschilddrüsen dauerhaft außer Gefecht gesetzt wurden. Das ist selten, ich hätte an dem Tag wohl einfach Lotto spielen sollen. Die Einstellung davon ist alles andere als problemlos gelaufen, es wurde viel absoluter Mist bei mir gemacht, und das ganze ist nicht folgenlos verlaufen, meine Nieren leiden dauerhaft darunter, dass eine Hausärztin zu überheblich/faul/blöd war, einen Facharzt zu fragen, der sich mit dem Thema auskennt und einfach mal so drauf los "therapiert" hat. Das Problem hätte auch fast die erste Schwangerschaft in einer Katastrophe enden lassen, sowohl für meinen damaligen Bauchbewohner als auch für mich.

Andere Ärzte haben da zum Glück noch rechtzeitig eingegriffen, die erste ging gut aus, und die zweite war was diese Probleme anging vollkommen unkompliziert.

Meine Stimmbänder haben überhaupt nicht gelitten. Und wie gesagt, es ist sehr selten, dass ALLE Nebenschilddrüsen dauerhaft außer Gefecht gesetzt werden. Der Mensch hat 3-5 davon, und i.d.R. würde eine vollkommen ausreichen, um die Funktion zu übernehmen.

Ich würde aber jedem, dem die OP bevorsteht raten, sich an einen Spezialisten zu wenden. Auch wenn das oft Routine ist (oder viele KH das von sich behaupten) - es gibt halt wirklich auf SD spezialisierte Chirurgen. Meiner war zwar ein solcher, aber das Risiko für Komplikationen ist halt höher, wenn wie bei mir die komplette SD und alle umliegenden Lymphknoten entfernt werden müssen.

viele Grüße
Miau2

Beitrag von steffi7j 22.10.10 - 20:01 Uhr

hallo!

Oh Gott mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, was du so durchgemacht hast. Meine Mami arbeitete 19 Jahre in der Praxis meiner Ärztin (Internistin). Sie ist auch spezialisiert auf die Schildrüse und weiß sehr gut darüber Bescheid. Das hoffe ich doch! Bringst mich ja schon ins Zweifeln.

Da muß ich ja doch Angst vor der Szintigrafie haben. Ich habe weder Unter- noch Überfunktion. Bin eh schon Hypochonder-hätte lieber nicht gefragt. Ich hab doch noch ein Baby, daß ich nicht abgestillt bekomme, da er absolut keine Flasche nimmt. Die Ärztin meinte, wir könnten noch etwas warten. Sie hatte eigentlich auf Bösartigkeit überprüfen lassen und es gab keinen Anhalt. Macht mir nun schon etwas Angst.

LG Steffi

Beitrag von miau2 23.10.10 - 10:07 Uhr

Hi,
es gibt Indizien für "Bösartigkeit".

Bei einer bestimmten Krebsart gibt es einen Tumormarker (auch für Leute mit Schilddrüse). Da dieser Krebs m.W. nach eine gefährlichere Variante ist war die Untersuchung nicht falsch. Was ich hatte war halt die häufigere Variante, aber zum Glück i.d.R. harmlosere. Und dafür gibts keinen Tumormarker, so lange man die Schilddrüse hat. wenn sie raus ist gibt es einen indirekten - das Tumorgewebe produziert die gleichen Eiweißstoffe wie die SD, und wenn man keine Sd mehr hat dürfte davon nichts mehr nachweisbar sein. Wie es halt bei mir nach zwei RJT der Fall ist.

Daneben gibt es noch andere Indizien, z.B. wenn man kalte Knoten hat, die trotz der Gabe von leichten SD-Hormondosen zur Unterstützung wachsen.

Biopsien sind halt leider auch nicht wirklich hilfreich, sondern Glücksspiel - wenn unauffälliges Gewebe erwischt wird kann es entweder sein, dass es nichts auffälliges gibt, oder - wie bei mir vermutlich, die Biopsie kurz vor der OP war unauffällig - eben zufälligerweise nur unauffälliges entnommen wurde.

Vor der Szintigrafie musst du keine Angst haben, die ist harmlos. Klär vorab, wie das mit der Stillpause ist, von "6 Stunden" bis "komplett abstillen" habe ich hier schon alles gehört. Ich würde im zweifel bei der Ärztin genau nachfragen, was und welche Dosis als Kontrastmittel verwendet wird, und dann bei embryotox (www.embryotox.de) klären, wie viel Stillpause notwendig ist. Ganz abstillen sollte sicher nicht notwendig sein.

Unabhängig vom Abstillen haben meine beiden auch bei Beikosteinführung keine Flasche bekommen, sondern direkt mit dem Trinklernbecher und schnell mit einem normalen Becher ihr Wasser bekommen - vielleicht mag dein BAby ja das lieber, weil es eben etwas komplett anderes als die Brust ist und nicht versucht, die zu imitieren.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von aquila-et-arbor 22.10.10 - 21:15 Uhr

Hallo,

mach dir mal nicht zu viele Sorgen.....

Bei mir wurde vor 12 Jahren ein Schilddrüsenlappen ganz und der andere z. T. entfernt (wg. kaltem Knoten). Ich war ein paar Tage im Krankenhaus, hatte 1-2 Tage lang ekelhafte Schluckbeschwerden (da hätte ich das Essen nicht mal runterbekommen wenn es geschmeckt hätte....) und muss seither täglich das Medikament Thyronajod nehmen. Die Medikamentendosis war sofort richtig eingestellt und ich hatte nie Beschwerden. 1X jährlich wird die Schilddrüse (bzw. der klägliche Rest) einer Ultraschalluntersuchung unterzogen und mit einer Blutabnahme überprüft, ob die Hormonwerte passen. Das war´s. Keine große Geschichte bei mir.....

Ich wünsch die, dass es bei dir genauso problemlos abgeht#liebdrueck

Beitrag von gaeltarra 23.10.10 - 14:12 Uhr

Hallo Mädels,

danke für die Infos. Ich lasse alles auf mich zukommen - ändern kann ich es ja nicht.

Was mich wirklich belastet, sind die Blutabnahmen. Ich habe soooo schlechte Venen, dass es immer eine Katastrophe ist. Wenn an einem Arm gestochen wurde, ist der erst mal für die nächste Zeit quasi lahmgelegt.

Jedes Jahr 1 x Blutabnahme - klasse.... mein Albtraum schlechthin.

Gut, Schluckbeschwerden usw., nicht so wild - nehme ich wenigstens etwas ab.

Ich hoffe, dass meine vielen kalten Knoten gutartigt sind. Mein Doc macht 4 OPs pro Tag betr. Schilddrüse. Ich habe mich erkundigt, das Krankenhaus ist o.k., man hört überwiegend positives. Krankenhausaufenthalt sind 4 Tage geplant. Do OP - Montag heim! Länger bleibe ich nicht. Bin 3 Tage nach dem Kaiserschnitt nach Hause - Klinik ist für mich Horror.

Mal sehen...

LG
Gael