Ich will mich trennen, aber er mag mich nicht gehen lassen...

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von kaya06 02.11.10 - 13:11 Uhr

Hallo,

schon so oft hab ich mit dem Gedanken gespielt mich zu trennen, aber ich war immer zu feige dazu und hab Angst wie es weiter geht.
Wir haben einen 3,5 Jährigen Sohn und ein Eigenheim.

Er sagte gestern er lässt mich nicht kampflos gehen denn er liebt unseren Sohn und mich über alles...
Ich sagte ihm das man Gefühle nicht erzwingen kann und das für mich mehr zu einer Ehe gehört wie Mama und Papa sein...

Mein Mann ist meist auf Montage, da gehts mir super gut, kommt er heim bin ich dauerschlechtgelaunt, das sagt in meinen AUgen ja schon alles aus...

Nun gut, ich hab kein Plan wie es nun weiter gehen soll. Wie ich eine WOhnung finden soll, die hier im Dorf oder naher Umgebung ist, denn ich will auf keinen Fall meinen SOhn aus dem Kiga oder aus der gewohnten Umgebung nehmen.

Das Haus, tja selbst wenn er bereit wäre auszuziehen, die Rate dafür kann ich mir alleine nicht leisten :(

Ich bin so am Ende, ich weiß überhaupt nicht vor und zurück.....

Beitrag von gabi29 02.11.10 - 13:34 Uhr

hallo,

ich war in fast der gleichen situation wie du jetzt. wir haben zwei kinder (2 und fast 4 jahre), ein eigenheim und natürlich noch einen berg voll schulden. habs auch nicht mehr ausgehalten. mein mann meinte dann, er zieht für eine bestimmte zeit aus, weil er dachte ich hab ne lebenskriese. aber ich wollte absolut nicht in diesem haus bleiben. es war für mich ein gefängnis und mein mann hat lange nicht begriffen, wo mein problem lag. er hats heut noch nicht verstanden, warum ich gegangen bin.
na auf jeden fall hab ich ihm gesagt, ich geh mit den kindern. suchte mir ne wohnung. wir wohnten auch aufm dorf. bin dann in die nächstgrössere stadt gezogen. meine tochter wollt ich auch nicht aus ihrem kiga reissen und fahr sie jeden tag hin. die km sind es mir wert. es war schon eine härtere umstellung für sie. aber letztendlich hat sie es gepackt. der kleine hat das alles noch nicht so begriffen.
da wo ich jetzt bin, bin ich wirklich glücklich. mein mann zahlt unterhalt. kindergeld für zwei kinder, wohngeld und einen minijob lassen mich gut über die runden kommen.
und ganz ehrlich: ich hatte auch keinen plan!
aber schritt für schritt ging alles ganz gut.
es lässt dich keiner hängen.
am besten ihr geht zum anwalt und er soll euch ausrechnen, was dein mann unterhalt zahlen muss. und sag ihm gleich, du möchtest, das er dein anwalt wird. er muss partei ergreiffen. leider. hätt ich des damals gewusst, hätt ich des nämlich auch gesagt und er hätte mehr ausgerechnet. somit kam mein mann wirklich gut weg und zahlt mir 200€ lt düsseldorfer tabelle zu wenig. aber ich werde die woche auch noch bei meinem anwalt anrufen, weil die scheidung unumgänglich ist.
das ganze ist jetzt knapp 5 monate her.
wenn du dir zu 100% sicher bist, dann geh.
ich kann nur für mich sprechen, es war das beste was ich je getan hab!
mein mann hat bis dato mich auch noch über alles geliebt. und vier wochen später sagt er zu mir, er ist mir dankbar das ich den schritt getan hab, weil er wäre zu feige gewesen. und ihm geht jetzt auch so viel besser...männer!!!
dein sohn gewöhnt sich an die situation. du musst einfach viel verständnis für ihn aufbringen.
viel glück!!
und wenn du fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden.

lg, gabi

Beitrag von kaya06 02.11.10 - 13:41 Uhr

Danke Gabi für deine Antwort!

Mein Sohn ist es ja gewohnt das Papa nicht da ist, der er unter der Woche eh immer auf Montage ist.

Aber ich weiß nicht wie ich das alles schaffen soll, Umzug, eigene Wohnung, was ist mit Auto usw usw usw....
Ich arbeite zwar und verdiene mein eigenes Geld aber trotzdem steht man ja erstmal vor einem riesen Berg den man Bewältigen muss ;(

Die größte Angst ist, das ich wieder zu feige bin und wieder mich überreden lasse zu bleiben...

Ach scheiße ist das mies alles....

Ich weiß auch ncoh nciht wie ich es meinen Eltern usw beibringen soll....

Ach scheiße ;(

Beitrag von gabi29 02.11.10 - 16:30 Uhr

ich bin auch nicht von heut auf morgen gegangen. hat auch zwei jahre gedauert. wir waren schliesslich 12 jahre zusammen, davon 10 jahre verheiratet. aber irgendwann war mir es egal, was die anderen denken. auch meine eltern. du musst wissen, mein vater ist ein zeuge jehova. kannst dir ja vorstellen, was das für ihn bedeutet hat, das seine tochter ihre ehe beendet. aber ich konnte nicht mehr. und es geht um mein leben und nicht darum vor den anderen als glückliche ehefrau dazustehen.
is doch super, das du dein eigenes geld verdienst.
rede nochmal mit deinem mann. sag, er kann dich nicht aufhalten. such dir nen anwalt und sag du brauchst ein beratungsgespräch wegen trennung. je nach anwalt kostet es dich zwischen 200 und 300€. entweder dein mann geht mit, oder du gehst alleine. aber es wäre besser wenn er mitgeht. weil ihr euch evtl mündlich einigen könnt, wegen unterhaltszahlungen. wenn nicht, wird der anwalt teuer.
aber du musst es ihm sagen. bei mir hat es von der aussprache bis zum auszug ganze zwei wochen gedauert. die waren hart, aber es war gut. oder du sagst ihm, du möchtest erstmal trennung auf zeit. wir hatten das auch so geplant. aber ich wusste ich komm nicht wieder. aber so ist es für ihn vielleicht etwas leichter. schau dir den wohnungsmarkt an. vielleicht hast du auch so glück wie ich und findest gleich was.
und rede mit deinen eltern drüber. ich hab meine ganz schön vor den kopf gestossen. alle waren schockiert, die ganze nachbarschaft, freunde, einfach alle. aber es war mir egal. ich hab gewusst ich kann und will nicht mehr so leben.
ich wünsch dir ganz viel kraft.
egal wie du dich entscheidest, du packst das.
lg, gabi

Beitrag von hermina 03.11.10 - 06:58 Uhr

Hallo.

Ich habe sowas auch durch. Bei mir waren es aber 18 Jahre, die ich mit meinem Ex-Mann zusammen war, davon 12 Jahre verheiratet. Mein Mann hat die letzten Jahre eigentlich nur noch für sich gelebt. Hatte das Gefühl, die Familie gehört nicht mehr dazu. Ich bin schon immer arbeiten gegangen, außer natürlich in den Babyjahren nicht. Er war öfter mal arbeitslos, (arbeitet immer noch auf dem Bau). Da er das bessere Geld verdient hatte, bekam er natürlich die bessere Steuerklasse. Naja und das wurde mir immer vorgehalten. Er geht ja schließlich hart arbeiten und bekommt dafür auch mehr Geld. Päh, was der sich eingebildet hatte. Naja, er auch immer öfter auf Montage und ich habe mir in dieser Zeit mein Leben schon ohne ihn eingerichtet. War er am Wochenende zuhause, gab es nur Streit und Zank, die Kinder sind lästig und er müsse sich für die nächste Woche ausruhen. Ok, dachte ich, ich gehe auch arbeiten und verdiene mein Geld. Es geht auch ohne dich. Wir hatten auch ein Eigenheim, andem er sehr hing. Aber ich wollte das Haus nicht haben, und suchte mir dann eine Wohnung. Muss dazu sagen, habe dann auch einen Mann an meiner Seite gehabt, der mich unterstützt hat. Er ist meine Jugendliebe und es hat wieder nach zwanzig Jahren gefunkt. Naja, er half mir auch über die Trennung hinweg. Mein Mann hat es nicht glauben wollen, dass es vorbei ist. Aber ich konnte einfach nicht mehr. War mehr Freude wenn er ging als er da war. Da ist er aufgewacht und hat bemerkt, wie es wirklich um unsere Beziehung steht. Aber ich wollte nicht mehr zurück. Habe mein Leben ohne ihn jetzt geplant. Er meinte, was passiert mit dem Haus. Ich habe gesagt, er kann es haben ich möchte es nicht ich will den Abschluss. Naja, das Ende von allem ist. Ich wohne in dem Haus, da ich ja doch mehr verdiene, als er und er mit Geld überhaupt nicht umgehen konnte/kann. Ich kann aber das Haus finanzieren, ist zwar alles eng, aber es klappt. Bin jetzt geschieden, und mit meiner Jugendliebe zusammen und verheiratet und haben sogar noch einen gemeinsamen Sohn bekommen. Meine drei Mädchen kommen mit ihm super klar. Auch das Verhältnis zu meinem Ex ist auch jetzt besser. Ich kann mich normal mit ihm unterhalten. Aber was er noch nicht in Griff hat sind die Finanzen. Naja, das geht mir ja jetzt nichts mehr an.

Du hast eigentlich gute Voraussetzungen, da er auf Montage ist. Du hast über die Woche viel Zeit, um dich zu informieren, Rat zu holen. Ich würde aber deinen Mann sagen, wie du fühlst und was du jetzt machen werdest, dass es dir besser geht. Und der Kleine wird sich auch damit abfinden. Wie du schreibst, er kennt es ja nicht anders, dass Papa nicht da ist. Mach dir eine Liste, was die wann machen kannst und willst. Hole dir Rat und wie gesagt, sag deinem Mann, was du vor hast. So sieht er den Ernst der Lage und kann sich damit auch abfinden. Nur lass dich nicht einwickeln, bleibe bei deinem Plan.

Viel Glück.

LG Hermina