Angespuckt-wie reagieren?

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von damnrats1 02.11.10 - 14:12 Uhr

Hallo,
ich möchte von euch einen Tipp haben,wie ich reagieren kann.
Rein vom Gefühl her packt mich die Wut,aber die ist bekanntlich ein nicht so guter Ratgeber...

Meine Tochter ist im vergangenem Schuljahr einmal von einem Mädchen aus einer Parallelklasse "dicke Wurst" genannt worden,einfach so,es gab keinen Grund.

Das hat sich kürzlich wiederholt und heute nun hat dieses Mädchen meiner Tochter vom Klettergerüst aus auf den Kopf gespuckt.Natürlich hat sie sich auch vorher vorgedrängelt.
Leider war keine Pausenaufsicht da.Meine Tochterwar nicht allein,sondern mit einigen Mädchen aus ihrer Klasse da.

Schlagfertigkeit ist nicht ihre Stärke.Die wäre damals gefragt gewesen.Aber das,was heute passiert ist,macht mich so wütend.
ICH hätte dieses Kind angebrüllt,meine Tochter war wohl so überrascht und womöglich eingeschüchtert,dass sie-nachdem keine Pausenaufsicht zu finden war-nichts gemacht hat.

Ich habe ihr geraten,morgen in der Pause der Lehrerin bescheid zu sagen.

Ich möchte wissen,wie ich ihr diese Haltung abgewöhnen kann.Sie muss meckern,schreien,sich wehren,aber sie erstarrt jedesmal vor Schreck oder Überraschung.
HILFE!

Lucy

Beitrag von leopoldina1971 02.11.10 - 15:24 Uhr

Hallo Lucy,

den Charakter eines Kindes ändern zu wollen, ist meines Erachtens nicht der richtige Weg. Gerade sensible Kinder können mit Kommandos wie: wehr dich! Hau zurück! Lass dir das nicht gefallen! ect. nicht wirklich etwas anfangen und wollen dies auch gar nicht. Abgesehen davon, dass so etwas rein gar nichts bringen würde.
Du musst den Rücken deines Kindes stärken, indem du mit ihm redest über die verschiedenen Charaktere der Kinder, deren Verhaltensweisen, deren Fehler usw. Du kannst ihr sagen, dass viele Kinder auch Kummer haben und mit ihrem Verhalten versuchen, gewisse Defizite zu kompensieren und dass dieses Verhalten eigentlich oft gar nichts mit dem "Opfer" zu tun hat. Sie solle diesen Kindern aus dem Weg gehen und nicht versuchen, sich auf deren Stufe zu stellen. Allerdings würde auch ich mein Kind annimieren, der Pausenaufsicht solche Vorfälle zu melden, damit dann entsprechend gehandelt werden kann.

LG

Beitrag von silberlocke 02.11.10 - 15:31 Uhr

Hi
übe zu Hause mit ihr. Dh rede zuerst einmal mit ihr darüber, WIE sie reagieren könnte.
Und dann übe es mir ihr - sie soll zu Dir zb Waschmaschine, dünne Clementine,.... sagen und Du anwortest, wie sie antworten könnte.
Und umgekehrt, dann auch - du sagst was zu ihr, sie muss antworten.
Das geht nicht von heute auf morgen und das wird ggf. noch MONATE dauern, bis sie sich "schlagfertig" auf dem Schulhof verhält, aber das wird kommen.

LG Nita

Beitrag von schokostreusel 02.11.10 - 15:32 Uhr

Hallo Lucy!

Wie alt ist Deine Tochter denn und in welche Klasse geht sie?

Davon würde ich abhängig machen, ob ich mich als Mutter direkt mit dahinter klemme.

Anspucken finde ich schon ziemlich erniedrigend und ekelig, sollte Deine Tochter also noch jünger sein, würde ich mich bei der Schule melden und dafür Sorge tragen, dass das spuckende Mädchen zur Rede gestellt wird, ggf. eine Wiedergutmachung vereinbart wird und ggf.die Eltern benachrichtigt werden. Wenn alles ohne Konsequenzen für sie abläuft, wird sie ihr Verhalten in Zukunft nicht ändern.

Wenn Deine Tochter etwas älter ist, sollte sie es direkt nach der Pause melden, wenn keine Pausenaufsicht da ist bei der Klassenlehrerin. Und wenn sie es heute nicht getan hat, dann würde ich sie bitten spätestens morgen Bescheid zu sagen . Wenn daraufhin nichts passiert, würde ich mich auch noch persönlich bei der Schule melden.

Wir haben ein sogenanntes Streitschlichtungsprogramm an unserer Schule laufen. Da werden beide Parteien zusammen mit einem Mediator an einen Tisch gesetzt und auch augenscheinliche Kleinigkeiten werden aufgegriffen. Vielleicht wäre das auch was für Eure Schule, ein Vorteil ist in meinen Augen, dass auch unsoziale Kinder ihr Verhalten selber reflektieren müssen. Das bringt meiner Meinung nach mehr, als eine Ermahnung oder Strafarbeit.

Die Polizei bei uns bietet z.B Selbstbehauptungskurse für Schulkinder an... oder vielleicht wäre auch Judo oder ein anderer Selbstverteidigungssport was für Deine Tochter?

Beitrag von mika76 02.11.10 - 23:38 Uhr

Also der Tipp mit dem Selbstbehauptungskurs kann ich nur empfehlen!!
Das ist schonmal sehr gut. Hat meinem Sohn viel gebracht.

Ich spreche aus eigener Erfahrung....
Mein Sohn wurde gemobbt, mittags verprügelt, auch angespuckt
hat die Schule gewechselt....wir waren in Psychiatrischer Behandlung und hatten sämtliche Gespräche mit Lehrern und Eltern!

Laßt euch das auf keinen Fall gefallen.
Vielleicht hat deine Tochter Angst, es "zu sagen", weil sie noch mehr
Ärger befürchtet!

Mir ist irgendwann der Kragen geplatzt und ich habe einen
"Schläger" abgefangen und gesagt:

"Solltest du noch ein einziges Mal meinen Sohn schlagen, geschweige denn ansehen, dann wirst du dein blaues Wunder erleben und glaub mir,
mir ist egal wie viel Ärger ICH dann bekomme!!!"#schein

Also, ich würde natürlich keiner Fliege was zuleide tun, aber das war das einzige was geholfen hat!!

Dieser Junge hat meinen Sohn nie wieder angemacht....
Im Gegenteil! Er hat ihm sogar mal in einer anderen Situation geholfen.
Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das sehr nett von ihm fand.
Seitdem grüßt er auch lieb....:-D
Na das ist eine unserer Erfahrungen.....
Wir sind vielleicht auch ein krasses Beispiel.

Auch lt. Psychiater ist es sehr wichtig dem Kind zu zeigen: Ich stehe hinter dir! Das ist ungerecht und jetzt passiert auch was...
Und wenn es ein Gespräch mit Lehrern ist.

Wünsche euch viel Glück

Beitrag von damnrats1 03.11.10 - 20:55 Uhr

Hallo,
wir haben einen Brief an den Rektor geschrieben-da warte ich mal auf seine Reaktion.
Sollte nichts von ihm kommen,dann knüpfe ich mir dieses Kind auch mal vor.
Ja,und wir üben natürlich,Contra zu geben,laut zu werden,etc.
Evtl. wäre so ein Selbstbehauptungstraining etwas für "uns".

Danke erst einmal.

Lucy